Themenwanderung

Premiere: Der Ries-Panoramaweg im Wandercheck

Nördlinger Ries – 07. August 2022 – Noch fixieren Schraubzwingen, die emsige Mitarbeiter des regionalen Bauhofes just 48 Stunden vor Wanderstart angebracht haben, die großflächige Informationstafel am offiziellen Startort der ersten Etappe unterhalb der mächtigen Burganlage Harburg, die über die gleichnamige schwäbische Stadt als weithin sichtbare Landmarke thront. 128 Kilometer mit 2.500 Höhenmeter aufgedröselt in sieben offizielle Etappen, so die Eckwerte des außergewöhnlichen Wanderweges, der rund um den äußeren Meteoritenkraterrand verläuft, dort wo vor 14,5 Millionen Jahren ein Asteroid mit einem Durchmesser von einem Kilometer mit einer Geschwindigkeit von 70.000 Stundenkilometer einschlug. Die Himmelsbombe formte einen Krater mit einem Durchmesser von 24 Kilometern aus. Wo sich heute Nürnberg befindet entstand nach dem Impakt ein See. Gesteinsbrocken wurden bis nach Böhmen und Mähren geschleudert. Die thermische Strahlung reichte bis in das heutige Gebiet von München und Stuttgart. Nach wissenschaftlichen Berechnungen muss noch 17 Stunden später auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel der Aufprall (von wem auch immer) noch als dumpfes Grollen zu hören gewesen sein. Übrigens konnten erst 1960 amerikanische Geologen nachweisen, dass das Ries durch einen Asteroideneinschlag entstanden ist. Bis dahin glaubte man, dass sich das Areal durch vulkanische Aktivitäten herausbildete. Spannend also die Entstehungsgeschichte der Landschaft, verlockend die Konzeptionierung des neuen Wanderweges und inspirierend die Ausblicke in das Fenster der Erdgeschichte – daher Grund genug sich dieser Herausforderung in drei langstreckentauglichen Tagestouren zu stellen. Von Harburg (Schwaben) nach Oettingen Gestartet wird unterhalb der mächtigen Burg Harburg, dort wo sich ein kostenfreier Parkplatz befindet und dort wo offiziell die erste [read more…]

Walking Special

Auf dem grünen Dach Europas

22. Juli 2022 – Das grüne Dach Europas – eine Region der Superlative. Sechsmal so alt wie die Alpen; eine Schatzkammer der Natur; geprägt von Hochmooren, Urwaldkorridore, zerklüftete Gipfel, Felsboliden, gurgelnde Wildbäche und grenzenlose Rückzugsräume. Die Rede ist vom größten zusammenhängenden Waldgebiet Mitteleuropas, dort wo in zwei Nationalparks ein beeindruckendes Naturerbe bewahrt wird. Geologisch spricht man vom Böhmerwald in Gänze, staatsrechtlich vom Hinteren Wald in Böhmen (Sumava) und vom Vorderen Wald, der bei uns als Bayrischer Wald bekannt ist. Die südöstliche Flanke zieht sich zudem bis in das Mühl- und Waldviertel in Österreich. Möchte man die Region zu Fuß erkunden, dann empfiehlt es sich dort zu starten, wo die höchsten und aussichtsreichsten Erhebungen des Böhmerwaldes anzutreffen sind, nämlich in Bodenmais im Arberland. Hier verläuft auch der bekannteste Fernwanderweg der Region, der Goldsteig. Eine Vielzahl von Rund- und Spezialwegen, wie beispielsweise die 7 Summits, die 12- Tausender-Tour oder die 8-Tausender Exkursion bieten darüber hinaus beste Gelegenheiten in die grenzenlose Waldwildnis einzutauchen. Die Seven Summits im Bayrischen Wald “Für alle, denen Mount Everest, Mont Blanc oder Denali zu hoch und anspruchsvoll sind, gibt es im Bayerischen Wald nun eine „gemütlichere“ Alternative: die „Seven Summits Bodenmais”. 46 Kilometer und 1.750 Höhenmeter.  Die Wanderung vereint die sieben schönsten Gipfel rund um den beliebten Urlaubsort Bodenmais” so die frohe Botschaft aus der Tourismuszentrale des Ortes und eine ideale Steilvorlage um in die Region mit beiden Beinen einzusteigen. So starten wir von unserem Wanderlager in Bodenmais um in die 7-Summits-Passage in südlicher Richtung einzusteigen. Sicherlich kann [read more…]

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Im Wandercheck: Der Hohe Mark Steig

Wesel – 26. April 2022 – Marketing beschäftigt sich mit der hohen Kunst Bedürfnisse zu wecken, die man vorher gar nicht kannte. “Gehen Sie in guter Gesellschaft oder Ihren eigenen Weg. Atmen Sie die Weite, hören Sie die Stille und erleben Sie Landschaften mit einmaligen Ausblicken. Dichte Wälder, verträumte Moore, malerische Auen- und Seenlandschaften. Wandern Sie im Einklang mit der Natur durch Ihre Erlebnislandschaft und öffnen Sie sich für die besonderen Schauspiele im Naturpark Hohe Mark” Die Botschaft war gesetzt – die Neugierde groß und mit Frühjahrsstart die Zeit reif den just vor einem Jahr aus der Taufe gehobenen Hohe Mark Steig unter die Wandersohle zu nehmen. Hohe Mark? – Zugegeben, als Südhesse der in der Grundschule mit dem nordhessischen Knüllgebirge schon am Ende seines Lateins war, musste zunächst eine Wissenslücke geschlossen werden. Der Naturpark Hohe Mark, knapp 2.000 Quadratkilometer Fläche, durchzogen mit 3.890 Kilometer Wander- und 350 Kilometer Wasserwanderwege, eingebettet zwischen Münsterland, Niederrhein und Ruhrmetropole war als Wanderregion bislang nicht auf dem persönlichen Radarschirm. Beste Gelegenheit also unbekanntes Terrain zu entdecken. Beplankt mit 1.000 magentafarbenen Schildern, angereichert mit aufwändigen Karten- und Hinweisschildern und konzeptionell flankiert mit ergänzenden Info- und Kartenmaterial wurde am 15.4.2021 der 138 Kilometer lange Fernwanderweg, der mit der Hauptstrecke von Wesel nach Olfen führt eingeweiht. Angereichert mit einer 18 Kilometer langen Wasserroute und ergänzt durch vier angedockte Rundwanderwege, die unter dem Titel “Landstreifer” firmieren, hat man ein weitreichendes Wanderpaket geschnürt. Nach offizieller Leseart ist der Hohe Mark Steig in sechs Wanderetappen eingeteilt. Für diesen Trail wurde [read more…]

Themenwanderung

Strecke 46

Rupboden , 22. April 2022 – Eine Wanderstrecke die es so nicht gibt und so nicht geben darf, zumindest nach Meinung der Jäger im Spessartwald. Eine Strecke, die es geben sollte aber vergessen wurde. Gebaute Fragmente, die als Zeugen einer gescheiterten Verkehrsplanung in den Wäldern der Nahtstelle Spessart/Rhön mittlerweile den verklärten Status von Lost Places innehaben. Eine Strecke die, wenn sie so realisiert worden wäre, die Art des Wanderns neu definiert hätte. Die Rede ist vom längsten Denkmal Bayerns, und von Deutschlands längster Autobahnruine, der Strecke 46 – die vergessene Autobahn, die mittlerweile, europaweit einmalig, als technisches Denkmal unter Denkmalschutz steht Man schrieb das Jahr 1937. Die Nationalsozialisten hatten sich zum Ziel gesetzt, dem Kraftfahrzeugführer ein Erleben und Genießen der “Schönheit der deutschen Landschaft” zu ermöglichen. Unter dem Planungsstitel “Strecke 46” wurde ein siebzig Kilometer langer Streckenabschnitt zwischen Bad Hersfeld und Würzburg eingeplant, die es auf einer, für Automobile abenteuerliche Strecke, ermöglichen sollte, die Aussichten auf die Höhenzüge von Spessart, die Schwarzen Berge der Rhön nebst Burgruine Homburg entspannt zu genießen und auf komfortablen Rastanlagen in ansprechender Umgebung länger zu verweilen. Der Begriff des “Autowanderns” war geboren. Die Autobahn sollte sich in die Landschaft einfügen. So war beispielsweise bei Gräfendorf eine 90-Grad-Spitzkehre eingeplant, so dass der Kraftfahrer auf 30 km/h hätte abbremsen müssen. Die Fraktion der Tempolimitbefürworter wurde natürlich heute in Jubelschreie dank solcher Möglichkeiten ausbrechen. Man braucht schon ein Entdecker-Gen um den Spuren der Geisterautobahn zu folgen, wobei es letztendlich dem rührigen Dieter Stockmann, ein Sachgebietsleiter für Naturschutz und [read more…]

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Halden-Hügel-Hopping Extrem

Gelsenkirchen im März 2022 – “Woanders is auch scheiße! – Woanders is auch scheiße, so sagt man bei uns im Ruhrpott” erklärt mir freimütig ein Gleitschirmflieger der gerade am Plateau der Halde Hochwald seinen Gleitschirm zusammenlegt. “Früher gab es die heilige Dreifaltigkeit des Ruhrpotts, nämlich Stahl, Kohle und Bier und das alles mit einer Zehnerpotenz ausgelegt. Für eine Tonne Stahl benötigte man zehn Tonnen Kohle und 100 Liter Bier für die Stahlkocher” erläuterte der ehemalige Dortmunder Bergbauingenieur, der noch bis 1988 unter Tage arbeitete und dann zur Berufsfeuerwehr wechselte. “Aber heute sind wir irgendwie stehengeblieben…….” Ein Statement, über das es noch nachzudenken gilt. Seit nunmehr sieben Jahren bietet der Regionalverband Ruhr Bergwandererlebnisse in Form eines Halden-Hügel-Hoppings an. Von den mehr als hundert künstlichen Bergen der Region, die einst aus Kohlereste, Bergematerial, Industrieschlacke, Hausmüll und Bauschutt angehäuft wurden, sind mittlerweile dreißig Halden für “Bergwanderer”, Industriegeschichtsentdecker, Spaziergänger und Radfahrer als attraktive Freizeitgestaltungsmöglichkeit entwickelt worden. Elf Themenwege mit einer Länge zwischen sechs bis sechszehn Kilometern bieten dabei die Möglichkeit für aussichtsreiche Entdeckungsreisen. Wer jedoch, wie ich, vom Ruhrpott keinerlei Vorstellung hat, dem sei diese vertiefende und raumübergreifende Entdeckungstour der besonderen Art empfohlen. Vier Tage, 170 Kilometer und 2.300 Höhenmeter, so die Koordinaten einer außergewöhnlichen Entdeckungsreise in die Herzkammer des ehemaligen Maschinenraums Deutschlands. Haldentour I: Zwischen Bochum und Recklinghausen Tief im Westen, im Bochumer Stadtteil Grumme, startet die erste Haldentour. Bereits nach wenigen hundert Metern passiert man, thematisch als Einstimmung passend, das Denkmal “Knochen-Karl” welches an die Todesopfer der einst hier angesiedelten Zeche Constantin [read more…]

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Eimol öm Kölle röm – Der Kölnpfad

Köln im Februar 2022 – Köln, oder Kölle, wie die Rheinländer zu sagen pflegen, ist, wie landläufig bekannt, eine außergewöhnliche Stadt mit einem besonderen Flair. Jedoch, die Stadt auf den Bereich zwischen Domplatte und Heumarkt zu reduzieren, dort wo unter einer köllschgeschwängerten Dunstglocke rheinländische Frohnaturen zu den Klängen von Bläck Fööss und Höhner mit einem lockeren Move durch die Innenstadt ziehen, ist zu kurz gedacht. So ist es mehr als empfehlenswert, wenn nicht gar dringend anzuraten, die Stadt, sofern man es will, in einer größeren Dimension zu entdecken. 2008 hatte der Kölner Eifelverein zunächst einen 158 Kilometer langen Rundweg entwickelt, der später mit einem Ausflug in die Höhenzüge des Bergischen Landes auf insgesamt 171 Kilometer erweitert wurde. Immerhin 86 Stadtteile zählen zu Köln und der konzipierte Rundweg bietet Gelegenheit den südöstlichen Teil der Kölner Bucht, die lagebedingt auch zu den wärmsten Regionen Deutschlands zählt, intensiv zu ergründen. Allerdings, mit einem Malus muss man leben: die Kölner Innenstadt wird auf dieser Passage regelrecht gemieden und weiträumig umrundet. Tour 1: Rodenkirchen-Bocklemünd Offiziell startet der Kölnpfad an der Rodenkirchener Brücke, just am Bootshaus “Alte Liebe”, dort wo sich die sogenannte kölsche Riveria befindet. Dem Rodenkirchener Leinpfad folgend geht es zunächst am Rheinufer entlang, vorbei an der neuen und alten Kirche St. Maternus, die auf den Namen des ersten Kölner Bischoffs geweiht wurden. Die Passage führt entlang der Rheinauen durch das schmucke Auenviertel, dort wo opulente Villen zwar in bester Premiumlage liegen, die jedoch immer mit einem drohenden Hochwasser-Damoklesschwert behaftet sind. Hinter einem Campingplatz [read more…]

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Wanderabenteuer in der Novemberheide

Lüneburger Heide im November 2021 – Es ist alles eines Frage der Einstellung und der Sichtweise. Der Mensch im Allgemeinen neigt dazu spätestens Ende Oktober jegliche Wanderaktivitäten einzustellen. Kein Wunder – der Monat November ist durch und durch mit einer lethargischen Tristesse überzogen. Grau und nebelverhangen, ausgefüllt mit Sagen und Mythen, in der christlichen Hemisphäre mit Gedenk- und Besinnungstagen wie Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag belegt, die Bäume mehr oder minder entblättert, kurzum ein Monat des Loslassens und Abschied nehmen. Jedoch – wer mit dem Wandervirus infiziert ist findet immer gute Gründe zu jeder Jahreszeit wunderbar wanderbare Gelegenheiten zu entdecken. Während der letztjährigen spektakulären Heidschnuckenweg-Exkursion von Hamburg nach Celle war die Idee geboren, einzutauchen in die herbstliche Heide, zu einer Zeit wo die Landschaft zur Ruhe kommt, zu einer Zeit wo der Mantel der Melancholie sich über die Kulturlandschaft legt und zu einer Zeit wo es egal ist, ob Sonnenlicht den Lebensraum flutet oder der Hochwolkenvorhang die Erdfläche farblich entleert. Das Ergebnis: eingeplant wurden vier spannende Individualtouren im Epizentrum der Lüneburger Heide, belegt mit einer auch im November noch tageslichttauglichen Schlagzahl von jeweils vierzig Wanderkilometern. Auf dem Spitzbubenweg in die Osterheide Gestartet wird in Behringen, einem Ortsteil der Gemeinde Bispingen, dort wo sich die Nahtstelle der Behringer Heide und der Osterheide befindet. Novembertypisch der Tagesstart: Ein leichter Niesel legt sich über den Rucksack nebst Wanderklamotten und erzeugt eine jahreszeitgerechte apokalyptische Grundstimmung. So verlasse ich zunächst in nördlicher Richtung das kleinen Heidedorf um hinter dem Waldfriedhof Richtung Twieselmoor in die Heide [read more…]

Pfalz

111 Kilometer im Pfälzer Felsenland

Dahn – 27. Oktober 2021 – Es war angerichtet. Die herbstliche Blattverfärbung hatte ihren Zenit erreicht, die Wetterprognosen zunächst jahreszeitenbedingt idealtypisch, prognostiziert mit einer zu erwartenden Nebelglocke in den frühen Morgenstunden und einer anschließend durchbrechenden Sonne bei leichter Bewölkung. In der Hauptrolle das Dahner Felsenland, als spektakuläres Teilgebiet des Biospährenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen, welches bereits 1998 als erstes grenzüberschreitendes Biospährengebiet Europas ausgewiesen wurde. Eingeplant waren drei Rundwanderung über insgesamt 111 Kilometer, darunter der 45 Kilometer lange Rodalber Felsenweg, der Busenberger Holzschuhpfad und eine ausgearbeitete Kombination aus dem Dahner Rundwanderweg und der Dahner Felsenrunde. Allesamt zertifizierte Premiumwanderwege, die gespickt sind mit teilweise bizarren Sandsteinformationen. Es wäre müßig den Streckenverlauf exakt zu beschreiben, die Streckenkennzeichnung ist durchweg exzellent, die Variationsmöglichkeiten vielfältig und die Ausblicke auf die Sandsteinboliden vielschichtig. So gilt einmal mehr der Bildersprache das Wort zu erteilen, als anregende visuelle Eindrücke für eine herbstliche Tour der besonderen Art. Rodalber Felsenwanderweg Es ist der 1. Pfälzer zertifierte Qualitätswanderweg Deutschlands, der sich rund um Rodalben windet. Am nordöstlichen Rand von Pirmasens gelegen ist der 45 Kilometer lange Wanderweg mehr oder minder im Pfälzer Wald eingebettet. Fernsichten sind eher rar, dafür die Einblicke in die 250 Millionen Jahre alte und heute noch sichtbaren geologischen Spuren tiefgründiger. Wir starten am Parkplatz des Rodalber Sportplatzes um den Weg zunächst in östlicher Richtung zu begehen. Vorbei am bewirtschafteten Hilschberghaus passiert man bereits von Anbeginn mächtige Sandsteinblöcke die durch Umwelteinwirkungen in Millionen von Jahren verformt und geschliffen wurden. Aufwändig sind die markanten Felsformationen benamt. Krappenfelsen, Saufelsen, Rappenteichfelsen, Rappenkopffelsen, Kuhfelsen und [read more…]

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Mullerthal Trail

Echternach (L), im September 2021 – Reizüberflutung – so die zusammenfassende Erkenntnis nach drei Wandertagen auf dem 112 Kilometer langen Mullerthal-Trail in der Kleinen Luxemburger Schweiz. Nicht umsonst ist der Mullerthal-Trail, der aus drei verschiedenen Rundtouren besteht, in der Champions League der Wanderszene vertreten. Ausgezeichnet mit dem Europäischen Wandersiegel “Leading Quality Trails Best of Europa” ist der Mullerthal-Trail eine hochgradige Empfehlung für ambitionierte Langstreckenwanderer und sollte demnach auf keiner Bucket-Liste fehlen. Es gibt gute Gründe sich an die offizielle Reihenfolge der drei Mullerthal-Routen zu halten. Während die erste Route über 38 Kilometer eine leichte Exkursion durch die regionaltypischen Landschaftselemente ermöglicht, steigt man am zweiten Tag in einen spektakulären aber auch anspruchsvollen Felstrail ein. Zum gepflegten Auslauf rundet am dritten Tag eine Passage durch reizvolle Bachtäler vorbei an Burgen das ganze Wanderspektakel ab. Mullerthal Trail Route 1 Wir starten mit der ersten Tour im luxemburgischen Grenzort Echternach, direkt am Ufer der Sauer, dessen Flussverlauf man zunächst in östlicher Richtung folgt, um nach zweieinhalb Kilometer in die Felsenwelt der Kleinen Luxemburger Schweiz einzutauchen. Noch heute kann man im Naturpark Mellerdall die Spuren der geologischen Zeitgeschichte entdecken. Dort wo vor 250 Millionen Jahren ein Meer die Region bedeckte kann man heute Gesteinsformationen die aus Sandstein, Mergel, Dolomit und Kalkstein bestehen, zu Fuß entdecken. Den Ortsrand Rosport touchierend wandern wir wir hinauf zur Mechelskierch, ein idealer, weil aussichtsreicher Punkt, für eine erste Frühstückrast. By the way: die Einkehrmöglichkeiten entlang dieser Strecke sind bescheiden, so ist man gut beraten sich auf Rucksackverpflegung einzustellen. Just neben [read more…]

Themenwanderung

Im Wandercheck: Der Diemeltaler Schmetterlings-Steig

Warburg/Bad Karlshafen im September 2021 – “152 Kilometer artenreicher Naturgenuss”. Mit diesem Untertitel vermarktet eine Nordrhein-Westfälisch/Hessische Kommunalallianz den Diemeltaler Schemtterlingssteig, der just vor einem Jahr offiziell aus der Taufe gehoben wurde. Der Schmetterlingssteig, der sich auf insgesamt 152 Kilometer über die Naturparks Reinhardswald, Solling-Vogler und Teutoburger Wald erstreckt, verläuft dabei über ein Kalkmagerrasenparadies, bestehend aus mehr als zwanzig diesbezüglicher Areale und ist zudem mit dem Prädikatssiegel “Prime Butterfly Area in Europa” bedacht worden. Mehr als hundert Tagfalterarten wurden hier bereits nachgewiesen. Gründe genug, um diesen relativ neuen Wanderweg unter die Wanderschuhsohle zu nehmen. Die Gesamtstrecke wurde dabei in vier überschneidungsfreie und tagesetappentaugliche Rundtouren portioniert. Die Vorteile: man kann an einem Standort übernachten, ist nicht in Abhängigkeit des aktuellen Bahnstreiks und hat spätestens nach der zweiten Tour eine vertrauensvolle Beziehung zum Gastronomen seiner Wahl aufgebaut. Tour 1: Warburg – Haueda- Warburg Gestartet wird in der Hansestadt Warburg, eine in mehrerer Hinsicht außergewöhnliche Stadt. Die ostwestfälische Kommune besteht aus einer historischen Altstadt, und was ungewöhnlich ist, aus einer historischen Neustadt. Nicht umsonst bezeichnet man die Stadt daher auch als Rothenburg Westfalens. Mächtige Fachwerkbauten, die aufwändig erhalten und restauriert wurden, legen heute noch ein sichtbares Zeugnis der schon im Mittelalter wohlhabenden Hansestadt ab. Vom Marktplatz der Neustadt geht es zunächst abwärts zur Diemel, die im Rothaargebirge entspringt um nach 110 Kilometern in Bad Karlshafen in die Weser zu münden. Von Anbeginn ist der Schmetterlingsteig hervorragend ausgeschildert – einzig trübt ein spätsommerlicher Morgennebel die ansonsten herrlichen Aussichtsmöglichkeiten ein. Vier Kilometer außerhalb von Warburg passiert [read more…]

Walking Special

Panoramaweg Taubertal

Taubertal – 18. Juli 2021 Das Liebliche Taubertal in Tauberfranken, ein Klassiker, zumindest für die radelnde Zunft, und das schon seit Jahrzehnten. So ist der Taubertalradweg von Rothenburg ob der Tauber bis nach Wertheim einer von nur zwei bundesdeutschen Radwegen, die vom ADFC mit fünf Sterne geadelt wurden. In der Wandercommunity führt der flussbegleitende Panoramaweg Taubertal eher noch ein Schattendasein. Jedoch, da der Weg auch zum Großteil integrativer Bestandteil des 500 Kilometer langen Weitwanderweges Romantische Straße die von Würzburg bis nach Füssen führt ist, erscheint es vielsprechend die Region unter die Wanderschuhsohle zu nehmen. Offiziell startet der Panoramaweg in Freudenberg am Main und endet in der Fachwerkensemble-Vorzeigestadt Rothenburg ob der Tauber. Substantiell hat Freudenberg mit dem Taubertal nichts zu tun, einzig der Umstand, dass sich die zwanzig Kilometer von der Taubermündung entfernte Stadt sich der Touristikgemeinschaft Liebliches Taubertal angeschlossen hatte, alimentiert vermutlich die Wanderstreckenführung in die nördliche Mainzone. So ignoriere ich diesen Umstand und starte dort, wo die Tauber in den Main entwässert, nämlich in Wertheim am Main. Wer die nördlichste Stadt Baden Württembergs, über die in diesem Blog schon mehrfach berichtet wurde, noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall Zeit für eine Stadtbesichtigung einplanen. Die Wegeführung des Panoramaweges führt entsprechend der Namensgebung von Anbeginn auf die Anhöhen der flussflankierenden Taubertalberge. Schon auf den ersten Kilometern macht man sich mit dem Landschaftsbild der kommenden 130 Kilometern vertraut. Schöne Wanderwege durch kleine Mischwaldgebiete die sich mit weiten offenen Hochplateau-Agrarflächen abwechseln, partielle Ausblicke auf das eingeschnittene Taubertal und vor allem Ruhe, Ruhe [read more…]

Qualitätswanderwege

Der Malerweg

Pirna im September 2020 – “Jeder der hierher kommt, ist gewöhnlich einige Augenblicke wie außer sich, und weiß nicht wie er sich äußern soll. Da steht man wie in eine andere Welt versetzt, in einer schmalen Kluft, von zwei Reihen Felswänden eingeschlossen, am Rande eines kleinen ganz heiteren Bächleins….” Noch heute spürt man die 1801 niedergeschriebene Faszination des Verfassers, ein gewisser Carl Heinrich Nicolai, seines Zeichens Pfarrer, Fremdenführer und Autor des ersten Wanderführers mit dem Titel “Wegweiser durch die Sächsische Schweiz. Just fünfzig Jahre zuvor waren bereits Künstler aus der Schweiz, aus Italien und der heimischen Dresdner Kunstakademie mit Skizzenpapier und Zeichenstiften unterwegs, um die spektakuläre und wundersame Landschaft für nachfolgende Generationen festzuhalten. Ende des 18. Jahrhunderts entstand zudem der “Fremdenweg” als touristischer Haupterschließungsweg des Elbsandsteingebirges. Jedoch mit Etablierung der Elbdampfschifffahrt sowie der Böhmischen Eisenbahn, die zwischen Dresden und Prag durch das Elbtal rauschte, geriet der Weg mehr und mehr in den Hintergrund. So dauerte es bis 2006, bis der historische Fremdenweg, nun als Malerweg aufgebohrt und als Qualitätswanderweg geadelt wurde, eben auch eine Hommage an die einst hier aktiven Landschaftsmaler. Wer heute einschlägige Hitlisten der Top-Wanderwege Deutschlands studiert, wird zwangläufig, aber auch zu Recht, immer wieder mit dem Malerweg konfrontiert. Demnach ist es, aus der Wanderbrille betrachtet, keine Frage ob, sondern wann der Malerweg begangen werden soll. Offiziell ist der Malerweg in acht Etappen eingeteilt und führt als fast komplette Rundwanderung im Gesamten durch die markantesten Abschnitte der einmaligen Naturlandschaft. Wanderangebote und Ausgestaltungsmöglichkeiten gibt es zur Genüge. Wandern mit [read more…]