bis 35 km

Wo der Wanderweg im Weinfass endet

Bad Dürkheim, den 15. September 2026 – Der Landstrich ist schon speziell. Sogar sehr speziell. Ein Weinfest, welches als Wurstmarkt firmiert; 0,5 Liter große Dubbegläser als rustikales Surrogat für edle Weinkelche und Woiknorze, Saumaachee und Lewwerknepp als absolute Highlight auf der Speisekarte. Willkommen in der Pfalz und willkommen im Bad Dürkheim, dort wo alljährlich das größte Weinfest der Welt ausgerichtet wird, welches offiziell unter dem Titel “Bad Dürkheimer Wurstmarkt firmiert” – ein Pfälzer Spektakel, welches nunmehr zum 610. Mal stattfindet. Der ungewöhnliche Name dieses Festes ist historisch geprägt, den der schiere Appetit der Festbesucher hat die Ursprungsbezeichnung St. Michaelsmarkt schlichtweg verdrängt. Ursprünglich pilgerten Wallfahrer bereits im 12. Jahrhundert alljährlich zum Michelsberg um dort am Michaelistag den Gottesdienst zu feiern. Historisch belegt begannen Bauern und Winzer ab 1417 die Wallfahrer mit Speis und Trank zu versorgen. Mit der Zeit artete der Wallfahrtsbetrieb jedoch zu einem Volksfest aus, denn derb ausgedrückt “gefressen und gesoffen” wurde schon seit jeher in der Pfalz. Bereits 1750 wurden Aufzeichnung zufolge mehr als 11.000 Würste verzehrt, 1835 waren es schon 64.000 Stück. So bürgerte sich zwangsläufig der Name “Wurstmarkt” ein. So kaschierte man sehr geschickt, dass es im Kern des Festes nicht wirklich um die Wurst geht, sondern dass gepichelt wird was das Zeugs hält. Aktuell werden 300 Weinsorten ausgeschenkt, allesamt aus Bad Dürkheimer Lagen und nach amtlichen Angaben rinnen dabei jährlich 320.000 Liter Wein durch die durstigen Besucherkehlen. So lag es auf der Hand eine Rundwanderung durch die Pfälzer Weinlandschaft mit einem Besuch des spektakulärsten Weinfestes [read more…]
Fit mit Bier

Vom Rausch der Stille zum Geist des Hopfens

Ehingen, den 02. September 2026 – Der Gedanke ist bestechend und es wundert, dass noch niemand auf diese Verbindung gekommen ist, denn es gibt mehr Gemeinsamkeiten als man sich vorstellen kann. Vor fünfzehn Jahren wurde vor den Toren von Ehingen ein 51 Kilometer langer Besinnungsweg eingerichtet und bereits zwei Jahre zuvor eröffnete man einen vierzehn Kilometer langen Bierwanderweg in einer Stadt, die sich mittlerweile selbst als Bierkulturstadt vermarktet. Verbindet man beide Wege, so kann man in einer sportlich und mental herausfordernden zweitägigen Variante 78 Kilometer und 1.700 Höhenmeter unter die Wandersohle nehmen, und taktisch aufgeteilt fünf Brauerein frequentieren, die nach eigenen Angaben insgesamt 43 Biere im Ausschank offerieren. Vom Sinn des Lebens zum Grund des Glases. Kllingt zunächst befremdlich, ist es aber nicht. Betrachtet man die Geschichte des Bieres so läßt sich historisch belegen, dass das flüssige Gold nie nur ein Getränk des Exzesses war, sondern seit jeher auch ein Elexier der Entschleunigung und der inneren Einkehr. Bei den Mönchen diente das flüssige Brot nicht der Berauschung, sondern der Stärkung von Geist und Körper in der meditativen Fastenzeit. Zwei scheinbar konträre Themenpfade, die jedoch mehr verbindet als man glaubt. Einerseits Schweigen, Selbstprüfung und der Blick in die eigene Seele – andererseits Stammtisch, Schaumkrone und Bierfilz auf der anderen Seite. Jedoch, es ist kein Widerspruch, denn Besinnung und Bier gehören zusammen wie Geist und Körper, wie Kloster und Brauhaus, wie Buße und Brotzeit. Am langen Ende stellt man sich auf dem Besinnungsweg den großen Fragen des Daseins, während der Bierpfad verhindert, [read more…]
Mittelhessen

Der Residenzring

Laubach, den 24. August 2026 – Ein Residenzring, im Herzen der Natur. Klingt gut und macht neugierig. O.K. – im Herzen der Natur, abgewandelt und zweckentfremdet vom Werbeslogan einer Brauerei, die in der Residenzstadt Lich liegt und seit mehr als 50 Jahren den bundesdeutschen Wohnzimmern die Botschaft einimpft, daß dort wo das hessische Bier herkommt auch das Herz der Natur zu verorten ist. Im westlichen Vogelsberg haben sich die vier Kommunen Laubach, Grünberg, Hungen und Lich zusammengetan und vermarkten in einem Tourismusverbund die Gemeinsamkeiten, nämlich die vorhandenen Fachwerkkulissen und die mittelalterliche Historie, die von Residenzen und Klöstern geprägt wurde und zuvor schon zu römischen Zeiten annektiert wurde, obschon das Areal in dieser Ära noch unbewohnt aber bewaldet war und daher Buchonia von römischen Geschichtsschreibern genannt wurde. So lag es auf der Hand vor mehr als zwanzig Jahren den Residenzring aus der Taufe zu heben, um die vier Residenzstädtchen, die allsamt über ein eigenes Schloß verfügen, zu verbinden. Mit 73 Kilometern und 1.300 Höhenmetern lässt sich dieser Weg in zwei übersichtlichen Tagesetappen unter die Wandersohle zu nehmen. Die erste Tagesetappe führt von Laubach über Grünberg nach Lich, dort wo man idealerweise übernachten kann, um am Folgetag von Lich aus via Hungen zurück nach Laubach zu wandern. Durch den Schloßpark Laubach wandernd geht es ab in die Natur und hinein in den Wald. Moderat der Anstieg zum fünf Kilometer entfernten und 240 Meter hoch gelegen Süßkopf – ab dann geht es bis nach Lich mehr oder minder strukturell abwärts. Auf stillen Pfaden, [read more…]
bis 35 km

Frankfurt – From Dusk Till Dawn

Frankfurt, den 13. August 2026 – Wandern ist die Bewegungsform mit dem höchsten Kreativitätspotential. Fernab von normierten Strecken, abseits von Mainstream-Pfaden, hie und da off-the-beaten-track, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Fast zu jedem Stichwort lässt sich eine Themenwanderung generieren und anlassbezogen finden sich immer wieder gute Argumente auf die Piste zu gehen. So liefert die aktuelle Tropenhitze eine perfekte Steilvorlage um auf eine Entdeckungsreise der besonderen Art zu gehen. Frankfurt bei Nacht – vom Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen. Die Voraussetzungen hierzu sind perfekt. Das Thermometer verteidigt auch morgens um 04.00 Uhr noch hartnäckig die 20 Grad Marke, die Illuminierung der Mainmetropole lassen die Stadt förmlich in einem anderen Licht erscheinen, und zwangsläufig wird man hie und da mit einem urbanen Elend konfrontiert, das tagsüber im gleißenden Sonnenlicht vortrefflich kaschiert wird. Gestartet wird mit dieser spannenden Exkursion am lokalen Hausberg der Frankfurter, dem Lohrberg. Hier oben (oben ist knapp 200 Meter) liegt die kleinste und östlichste Weinlage des Rheingaus, hier oben entwickelt sich fast ein Central Park-Feeling und hier oben kann man im MainÄppelHaus oder in der Lohrbergschänke “einen Schoppe petze” wie man in Frankfurt so gerne zu sagen pflegt. Just zum Sonnenuntergang um 20:51 Uhr geht es los. Mit 9 Stunden und 26 Minuten ist das Zeitfenster bis zur Morgendämmerung großzügig bemessen jedoch auch notwendig, insbesondere wenn man zur Nachtzeit den Kameraauslöser malträtiert. Zeit die man jedoch auch sinnvoll nutzen kann um einzutauchen in eine der schillerndsten Metropolen Deutschlands. Kurz die Phase bis zum bürgerlichen Sonnenuntergang um 21:34 Uhr. So [read more…]
Odenwald

Odenwälder Drachenwege

Mossautal, 24. Juli 2026 – Vogelgezwitscher statt Hitzeflimmern, der Duft von Harz und Erde statt Asphaltwüsten.So ist es im wohltemperierten Hochsommer durchaus empfehlenswert sich in die natürliche Klimaanlage namens Wald zurückzuziehen, dort wo die Bäume Schatten spenden und dort wo sich der Waldboden kaum aufheizt. Ideal für eine sommerliche Waldexkursion ist dabei der heimische Odenwald. So gibt es im Mossautal rund um die Waldhufendörfer Ober- und Unter-Mossau seit 2012 vier Drachenwege, die der Odenwaldklub nach eigenen Richtlinien mit dem Qualitätssiegel “Wanderbarer Odenwald” zertifiziert hat. Drachen kommen nicht von ungefähr, denn entlang der vier Drachenwege, die allsamt nach mystischen und literarischen Vorlagen benannt wurden, gibt es auch zwei Brunnen, die beanspruchen der tatsächliche Siegfriedbrunnen zu sein. Zwei Drachenwege, der Weg MD 1(Triumphalis) und der Weg MD 2 (Fafnir), starten im Mossautaler Ortsteil Hüttenthal, ein Weiler der überregional für eine alteingessene Molkerei bekannt ist, die in der Slow-Food-Szene für ihre regionaltypischen Produkte besonders geschätzt wird. Von Hüttenthal führt der Wanderweg hinauf zum 406 Meter hohen Vogelherd und verzieht sich strukturell immer sanft aufwärts führend über das Naturschutzgebiet Rotes Wasser hinauf zum höchsten Punkt aller Drachenwege, dem 548 Meter hohen Spessartkopf. Jedoch, der Name hat nichts mit dem benachbarten Spessart zu tun, sondern referenziert auf eine altdeutsche Bezeichnung, die nichts anderes bedeutet als “Gipfel des Spechtswaldes” Der einzig wahre Siegfriedbrunnen steht natürlich bei Grasellenbach – sagen zumindest die Grasallenbacher. Schuld ist am langen Ende die vage Ortsbeschreibung im Nibelungenlied. Im Kapitel 16 heißt es lediglich, dass die Jagdgesellschaft von Worms aus über den [read more…]
International

Der South West Coast Path

Cornwall, 1. Juli 2026 – Bei vielen Langstreckenwanderer steht er auf der Bucket-Liste – und das zu Recht. Internationale Hiker-Magazine haben ihn als einen der zehn weltbesten Küstenwanderwege gelistet – und das vermutlich auch zu Recht. Und gerade in Deutschland hat Cornwall einen besonders guten Ruf. Denn hier kann man das Landschaftsbild inklusive Rosamunde Pilcher-Feeling aufsaugen, hier kann man auf den Spuren Raynor Winns Buches “Der Salzpfad” wandeln, hier kann man auf Spurensuche der keltischen Mystik gehen, hier kann an feinen Sandbuchten entspannen, hier kann man Steilküsten bewundern und hier kann man dank Golfstrom das subtropische Klima genießen. Ursprünglich wurde der 1.014 Kilometer lange Pfad im 19. Jahrhundert als Patrouillenweg für die Coast Guard angelegt, um die Schmugglerei zu unterbinden. Denn Cornwall war von jeher schon ein Armenhaus Englands und Landschaft, Fischerei und Bergbau waren die einzigen wirtschaftlichen Tragpfeiler. Und so war die Schmuggelerei für die Bevölkerung ein willkommenes Zubrot. In den siebziger Jahren erkannte man den touristischen Nutzwert dieses Küstenweges und so gründete man 1973 eine Gesellschaft, die fünf Jahre später den South West Coast Path (SWCP) 1978 offiziell eröffnete. Laut dem letzten Impact Report 2024 verzeichnet man jährlich neun Millionen Wanderer, die einen Wertschöpfungsbeitrag von 520 Millionen Pfund im Land gelassen haben. So müssten täglich 25.000 Wanderer auf dem Pfad unterwegs sein. Die Zahl ist im höchsten Maße anzuzweifeln und beinhaltet vermutlich Gäste, die vom Campingplatz zur Strandbucht laufen und die endlosen Besucher, die vom Parkplatz von Lands End zu den einschlägigen Hotspots laufen. Seriöse Schätzungen hantieren mit [read more…]
Franken

Der WEstSPEssartweg

Laufach, den 6. Juni 2026 – Die Wespe hat im Allgemeinen keinen guten Ruf, auch wenn sie ökologisch durchaus nützlich ist. Ungefährlich hingegen, und zudem ebenso nützlich, ist der WESPE – der WEstSPEssartwanderweg, der 2022 aus der Taufe gehoben wurde. Geopolitisch gibt es keinen Westspessart. Vielmehr haben sich unter diesem Namen fünf Gemeinden, allsamt östlich von Aschaffenburg gelegen, als kommunale Allianz zusammengetan um die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit zu vertiefen. Unter dem Signet “bestechend anders” hat man dazu einen passenden Metapher gewählt, als Bezugspunkt für die “WESPE”. So lag es auch auf der Hand auch einen Wanderweg aus der Taufe zu heben, der die kommunale Verbundenheit auch zu Fuß erlebbar macht. Ausgehend von der Gemeinde Laufach hat man eine Nord- und eine Südschleife über insgesamt 68 Kilometer kreiert, wobei die Südtour als Wandermarathon mit ordentlichen Steigungen bestückt ist. So bietet es sich natürlich an, zunächst mit der Südroute zu beginnen, um am Folgetag in einem lockeren Auslauf mit der Nordschleife abzuschließen. Beide Strecken liegen zwar östlich von Aschaffenburg, jedoch in der Gesamtbetrachtung im Westen des Spessarts, womit folglich alle Himmelsrichtungen abgedeckt sind. Vom Bahnhof Laufach geht es spessarttypisch aufwärts und an in den Naturraum Wald. Der Spessart selbst ist Deutschlands größter zusammenhängender Laubmischwald und man verbindet mit der Region einiges. Das Wirtshaus im Spessart, die Spessarträuber, dunkele Waldzonen, große Wildbestände. So verläuft auch der Westspessartweg zum großen Teil im Wald – somit ideal an warmen Tagen sich in den Klimakorridor Wald zu begeben. Hier praktiziert man kein profanes Waldbaden – hier inhaliert [read more…]
Urban Walks

Der München Trail

München, den 22. Mai 2026 – Selbst Einheimische erleben es immer wieder: Man glaubt, seine Stadt zu kennen und kennt sie doch nicht. Genau hier setzt der München Trail an. Bereits 2018 entwickelte eine Münchner Agentur Deutschlands ersten Langstrecken-City-Trail, der auf offiziell 113 Kilometern durch fünfzehn Stadtteile führt und in zehn Abschnitte eingeteilt wurde. Die Idee dahinter war ambitioniert: nachhaltige Mobilität fördern, Besucherströme entzerren und München abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten erlebbar machen. Statt ausschließlich Marienplatz, Hofbräuhaus und Viktualienmarkt stehen versteckte Grünzüge, historische Viertel, Biergärten und urbane Rückzugsorte im Mittelpunkt. Ungewöhnlich die Jahreszeit für einen Urban-Hiking-Trail, denn normalweise sind derartige Exkursionen eher für die Randzeiten außerhalb der üblichen Wandersaison geeignet. Jedoch, für München gelten andere Spielregeln. Denn gerade wenn sommerlich anmutendes Wetter angesagt ist, dann ist die bayrische Metropolregion prädestiniert für eine intensive Stadterkundung wie diese dreitägige Exkursion auf final 127 Kilometern eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Da es sich in toto um einen Rundkurs handelt kann man einsteigen wo man möchte, am langen Ende entscheidet die Etappenaufteilung und die Anbindung an den ÖPVN. Von Vorstadtvillen zu Herbergshäuschen Los geht es an der St. Emmeramsmühle, ein gediegener Edelbiergarten mit authentischer Küche, der als volltrefflicher Zielabschluß der gesamten Tour hochgradig zu empfehlen ist. Vor dem Mittleren Isar-Kanal plätschert der Brunnbach durch den naturbelassenen Münchner Stadtteil Oberföhring. Fernab des quirligen Innenstadtbereichs geht es hier gediegen zu. Über die Brunnbachleite erreicht man Bogenhausen, dort wo die Promidichte besonders hoch ist und selbst die Garagen die Ausmaße von Einfamilienhäusern haben. Zu früher Morgenstunde ist das [read more…]
Qualitätswanderwege

Der Bliessteig

Blieskastel, der 29. April 2026 – Die Vorschusslorbeeren sind schon gewaltig. Im Februar 2024 als “Qualitätswanderweg Wanderbares Deutschland” zertifiziert, im Mai 2025 als “„Leading Quality Trail – Best of Europe“ geadelt und und im August 2025 als “Deutschlands schönster Mehrtageswanderweg ” gewählt. Das Ganze eingebettet im UNESCO-Biospärenreservat Bliesgau, südöstlich von Saarbrücken an der Grenze zu Lothringen zu verorten, dort wo die einhundert Kilometer lange Blies durch die Lande mäandert um in Sarreguemines in die Saar zu entwässern. Hier ist auch der offiziellen Startpunkt des Bliessteiges. Hier nennen sich die Einwohner Sarregueminois, in lokalen rheinfränkischen Dialekt Saageminner und in der deutschen Sprache Saargemünder. Nomen ist omen – denn der Ortsnahme ist abgeleitet vom Wort Gemund und bezieht sich auf den Zusammenfließ von Saar und Blies an dieser Stelle. Sarreguemines strahlt auf Anhieb eine Wohlgefälligkeit aus und verleitet dazu einfach zu bleiben, jedoch die mit knapp vierzig Kilometer eingeplante Tagesetappe, die zu früher Stunde angegangen wird, lässt zumindest an diesem Tag eine ausgedehnte Entdeckungstour nicht zu. Sarreguemines-Blieskastel Vom Bahnhof geht über die Promenade des Quais de la Sarre in den Mündungsbereich der Blies, um von dort aus dem Bliessteig zu folgen. Mit einem Steig haben die ersten neun Kilometer nichts zu tun, denn man wandert eben entlang der Blies, die gleichzeitig auch ein Grenzfluß ist, durch die flussnahen Naturräume. Dreimal wird die Grenze gewechselt bevor man sich am Pont du Passeur zwischen Blies-Schweyen und Bliesbolchen endgültig von Frankreich verabschiedet. Den Weiler Bliesblochen querend geht es leicht aufwärts steigend zum Kloster Gräfinthal, ein [read more…]
Oberhessen

Im Wandercheck: Der Oberhessensteig

Büdingen, den 08. April 2026 – Genial der Gedanke, gelungen die konzeptionelle Umsetzung und begeisternd der Streckenverlauf des neuen Oberhessensteiges, der sich aktuell im Finalisierungszustand befindet – so das vorweggenommene Fazit zum neuen Wanderweg. Anlässlich der hessischen Landesgartenschau, die 2027 in Oberhessen stattfinden wird, hat man die Einrichtung eines Fernwanderweges durch Oberhessen beschlossen. Bereits 2022 hat der rührige Vogelsberger Höhen Club eine Konzeption entwickelt, um einerseits die an der Landesgartenschau beteiligten Kommunen wanderwegstechnisch zu verbinden und andererseits die oberhessische Kultur- und Naturregion zu positionieren. Schon die Kelten ließen sich in der Region nieder, die Römer hinterließen mit dem Limes hier ihre Spuren, die Via Regia, ein historischer Handelsweg, der einst Frankfurt mit Leipzig verband, führte durch die Region und spirituell markiert der hier durchführende Bonifatiusweg den Verlauf des Leichenzugs des Heiligen, der von Mainz vor mehr als 1.270 Jahren zu seiner letzten Ruhestätte nach Fulda überführt wurde. Stellts sich zunächst die Frage: Wo genau liegt eigentlich Oberhessen? Die Bezeichnung ist im Allgemeinen durchaus geläufig, jedoch gibt es nach amtlicher Leseart keine offizielle Regionsbezeichnung. Historisch gab es einmal eine Provinz Oberhessen, als Bestandteil des Großherzogtums Hessen-Darmstadt. Nach heutiger Leserart verortet man die Region im Landkreis Fulda, in Teilen des Kreises Hersfeld-Rothenburg, dem Wetteraukreis, und in Teilen des Vogelsbergkreises eingewebt zwischen der Rhön und dem Taunus, nördlich begrenzt vom Kellerwald und westlich vom Gladenbacher Bergland. Und um die Verwirrung komplett zu machen ordnet man geografisch Oberhessen der Verwaltungsregion Mittelhessen zu. Jedoch gefühlt bewegt man sich im geologischen Korridor des Vogelsberges, dort wo [read more…]
bis 35 km

Frühlingsstart im Leiningerland

Neuleiningen, den 18.März 2026 – Wo dann sonst – wenn nicht in der Pfalz? Hier klopft in der Regel der Frühling schon vorzeitig an der Pforte. Kein Wunder. Denn das Klima hier ist mild und bis Anfang April tauchen unzählige Mandelbäume den Landstrich in ein rosarotes Blütenmeer. Spektakulär und sehr zu empfehlen ist natürlich eine Wanderung entlang des Pfälzer Mandelpfades über den auf diesem Blog schon mehrfach berichtet wurde. Diesmal steht eine gepflegte Tagestour auf dem Wanderplan – als Einstimmung in den Frühling 2026. Ideal hierfür ist der Einstieg im Leiningerland, dem Tor zur Pfalz. Basis für diese Tagestour ist ein Premiumwanderweg, der Leininger Burgenweg. Wir es sich einfachen machen will fährt hoch nach Neuleiningen und steigt hier in den zertifizierten Wanderweg ein. Empfehlenswerter ist es jedoch die Tour mit einem Anlauf zu starten um Schritt für Schritt einzutauchen in eine Landschaft, die zwischen der Deutschen Weinstraße und dem Pfälzerwald eingebettet ist. So bietet es sich an, die A6 an der Ausfahrt Grünstadt zu verlassen, dort wo an der verkehrsreichen Drehscheibe A6/B271 der Mitfahrerparkplatz Grünstadt ausreichend Parkmöglichkeiten bietet. “Meistens ist es Liebe auf den ersten Blick. Denn schon von weitem bezaubert Neuleiningen seine Gäste. Wer von der Rheinebene hinaufschaut zu den Ausläufern des Haardtgebirges, der sieht es schon von weitem: Kirche, Mauern, Türme und Häuser drängen sich da auf einem Bergvorsprung eng zusammen und überragen das weite Hügelland rings umher.” Eine markige aber durchaus zutreffende Botschaft die das Weindorf selbst setzt. Klein aber fein – und durchaus eine Ortschaft zum Wohlfühlen. [read more…]
International

Streek-GR Kust

De Panne – 2. März 2026 – Schon der Gedanke ist verlockend. Zu Fuß von Frankreich in die Niederlande. Sicherlich, man könnte einen Teil des Europäischen Fernwanderweges E2, der von Nizza nach Hoek von Holland führt, nutzen, jedoch passend zum diesjährigen Frühlingsintermezzo gibt es eine spannende Alternative, nämlich einen der belgischen Grote Routepaden, den 103 Kilometer langen Streek GR Kust. Bart de Ruytter, der verantwortliche Streckenkordinator hat es auf den Punkt gebracht: “Die belgische Küste ist ein 67 Kilometer langer Sandstreifen mit einer Reihe von gut ausgebauten Badeorten und einigen Hafengebieten. Das Ganze wird von einer stark befahrenen Küstenstraße begrenzt. Und ja, manchmal findet man sogar noch einen schmalen Dünenstreifen. Auf den ersten Blick klingt das nicht besonders einladend für eine mehrtägige Wanderung! Aber wir von Grote Routepaden denken ganz anders. Die Küste: Wasser, Strand und Deich, aber noch so viel mehr! Unsere Freiwilligen kennen die Küste wie ihre Westentasche und haben mit viel Liebe zum Detail einen wunderschönen Wanderweg angelegt: den Streek-GR Kust. Dieser 103 km lange Weg bietet abwechslungsreiche und kontrastreiche Wanderungen. Er ist zudem vollständig mit den bekannten gelb-roten Streifen ausgeschildert. Von De Panne bis Het Zwin in Knokke führt der Streek-GR Kust über wunderschöne, größtenteils unbefestigte Wege durch Dünen, Dünenwälder und andere Naturschutzgebiete. Stellen Sie sich auf anspruchsvolle Sandabschnitte über die Dünenkämme ein. Die natürliche Umgebung bildet einen starken Kontrast zu den Deichen, deren geschmacklose Hochhäuser uns zum Nachdenken über unseren Umgang mit dem historischen Erbe aus der Zeit des Küstentourismus anregen. Glücklicherweise finden sich in [read more…]