bis 35 km

Rund um den Sakko-Canyon

Leidersbach, den 17. Februar 2024 – Clever sind sie schon die Unterfranken. Man muss erst einmal auf die Idee kommen drei Wanderschleifen rund um das Leidersbachtal als Exkursion durch das Sakko-Canyon zu deklarieren. Wobei – die Herleitung ist absolut nachvollziehbar. Das unterfränkische Leidersbach, eingesenkt in einem Seitental des Mains, gesegnet, oder je nach Sichtweise beladen, mit einer sieben Kilometer langen Hauptstraße, und nach eigenen Angaben als “Mekka der Brautmoden” betitelt, genießt von je her einen besonderen Status, in einer Region, dort wo die Weinlagen zweier Mittelgebirge aufeinandertreffen. Ende des 19. Jahrhunderts etablierte sich in Leidersbach das Schneiderhandwerk, anfänglich als Heimwerkerbastion für Aschaffenburger Kleiderfabriken. In der Folge entwickelten sich am Standort selbst entsprechende Produktionsstätten, wobei in der Zeitfolge die Produktion in das Ausland verlagert wurde, jedoch Design und Vertrieb nach wie vor vor Ort betrieben wird. So hatte sich im Volksmund im Laufe der Zeit der Begriff “Sakko-Canyon” etabliert. Wandertechnisch hat man unter dem Schirm der Europäischen Kulturwege drei Rundtouren durch das Areal entwickelt, offiziell mit dem Titel” Drei Schleifen durch den Sakko-Canyon” versehen, die sich zudem bestens kombinieren lassen. Wer jemals die nicht endend wollende Hauptstraße von Leidersbach zu Fuß durchquert hat, wird positiv überrascht sein, die Gemeinde und das landschaftliche Umfeld in einem anderen Rahmen entdecken zu können. Gestartet wird am Marienplatz in Leidersbach. Aus der Enge der Talsenke heraus geht es in westlicher Richtung aufwärts zu den Höhenzügen der Kleinheckenhöhe, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Obschon witterungsbedingt noch Nebelschwaden durch das Tal wabern, kann man bereits [read more…]

Marathon

Wandern auf Rezept

Bad Soden-Salmünster / Bad Orb, den 02. Februar 2024 – “Wandern auf Rezept” – ein bestechender Gedanke. Und tatsächlich, es gibt eine Hintertüre, die dies ermöglicht. Doch dazu später mehr. Hierzu inspirierend war ein Wandervorschlag des Tourismusverbandes Spessart-Mainland. Unter dem Subtitel “Gesundheit und Wellness hoch 2” hat man eine Wandertour im Köcher, die zwei Kurorte im Main-Kinzig-Kreis verbindet. Die Rede ist dabei von Bad Orb und Bad Soden-Salmünster. Offiziell firmiert die Wanderstrecke unter der Bezeichnung “Kur- und Wellnessroute“, wobei augenscheinlich die Streckenführung nicht konsequent zu Ende gedacht wurde. Nach dem offiziellen Angebot startet man in Bad Soden-Salmünster und beendet die Wanderung in Bad Orb. Allerdings bietet es sich an, die Tour zu erweitern und von Bad Orb über eine Schleife durch den Kurpark des Kernstadtteils Bad Soden zurück zum zweiten Kernstadtteil Salmünster zu finalisieren. So hat man unter dem Motto “Gesundheit und Wellness hoch 3” eine auf vierzig Kilometer aufgebohrte Runde, die zudem mit 900 Höhenmetern durchaus anspruchsvoll ausgestattet ist. Vom Bahnhof in Bad-Soden-Salmünster startet man in nordöstliche Richtung zur vier Kilometer entfernten Kinzigtalsperre, die Ende der 70er Jahre errichtet wurde. Am Ende des Sees schließt sich Steinau an der Straße an, auch bekannt als Brüder-Grimm-Stadt, als Hommage an die Zeit, in der die Sprachwissenschaftler einen Teil ihrer Jugend verbrachten. Von der sehenswerten Innenstadt geht es stramm aufwärts. Hier bewegt man sich im hessischen Grenzgebiet dort, wo unweit der Bayrische Spessart und die Bayrische Rhön auf den jeweiligen hessischen Pendant treffen. Zudem liegt in der Gemarkung auch das einzige hessische [read more…]

bis 35 km

P(f)älzer Winterweinlagenwanderung

Freinsheim, den 27. Januar 2024 – “Wenn die Weinberge im Herbst erglühen, wächst die Wanderlust – und die Vorfreude auf gute Tropfen …” berichtete im November 2020 das Outdoormagazin. Wer dies glaubt hat die Rechnung ohne die Pfalz gemacht. Dort wo Essen und Trinken essentieller Grundbestandteil der Pfälzer Lebenskultur ist, dort wo man an zwölf Monaten im Jahr immer eine Gelegenheit findet die Schoppengläser auszupacken um den urbanen Weitblick zu schärfen, dort wo eine Rieslingschorle üblicherweise in 0,5l Dubbegläser ausgeschenkt wird – genau dort startet alljährlich in Deutschland die Weinlagenwandersaison. Es ist schon beeindruckend, was im Januar auf dem Freinsheimer Musikantenbuckel aufgefahren wird. Vierzehn Weingüter kredenzen Rotweine aus der heimischen Produktion und das kulinarische Spektrum ist immens. Ob Pfälzer Rotweingulasch vom Landrind, Wildsaumagen im Weck, Rieslingschinken, gefüllte Pfälzer Grumbeer, Hoorische Kartoffelknödel, Saumagenburger, Pfälzer Panini mit Honigsenf, Dornfelder Muffins und und und….. kein Wunder das man in der Pfalz den Grundsatz verinnerlicht: “Hauptsach Gudd gess…….” Offiziell sind die Stände ab 11:30 Uhr geöffnet. Zeit genug um mit einem angemessenen Anlauf in die Freinsheimer Weinlagenrunde zu starten. Gestartet wird im zehn Kilometer entfernten Bad Dürkheim, dort wo in thematischer Verbundenheit das größte Weinfass der Welt steht. Den Kurpark streifend geht es vorbei am gewaltigen Gradierbau der ehemaligen Saline Philippshall. So kann es nicht schädlich sein, bevor man die Nase in die Freinsheimer Schoppengläser eintaucht, zunächst die Lungenflügel mit zerstäubter Salzluft zu fluten – wobei man in der Thüringer Kur- und Weinstadt Bad Sulza schon einen Schritt weiter ist, denn im dortigen Gradierwerk [read more…]

bis 35 km

Lichtblicke…

Bad König, den 13. Januar 2024 – “Mehr Licht” soll Goethe am Sterbebett gesagt haben, “Am Anfang war das Licht” so niedergelegt in der Schöpfungsgeschichte der Bibel und “Nach drei Monaten der erste Tag mit acht Sonnenstunden in Südhessen”, so eine Meldung aus der Wetterredaktion des Hessischen Rundfunks, was zwangsläufig nur zu einer Reaktion führen konnte: runter vom Sofa – raus in die Landschaft. Auch wenn zur trüben Zeit eine regelmäßige Frischluftdosis immer angebracht ist, mit 100.000 möglichen Lux in der Spitze hebt die sonnengestützte Lichtflut deutlich die Stimmung, stärkt das Immunsystem und kurbelt als Dreingabe die Vitamin-D-Produktion an. Wanderstoff für eine Ad-hoc-Tour bietet dabei der heimische Odenwald zur Genüge. So bot sich auf Basis der bestehenden Infrastruktur eine passable Runde beinhaltend den Vier-Länder-Weg, den Rundweg Fürstengrund, den Carl-Weyrecht Weg (Polarforscher aus dem Odenwald) und dem Georg-Vetter Weg (ein unermüdlicher Wanderer der mit Skizzenblock im Rucksack auf seine bis zu einhundert Kilometer langen Tagestouren Pflanzen, Tiere und Ortschaften im Odenwald meisterhaft skizzierte) an. Gestartet wird in Bad König (odenwälderisch Kinnisch). Kein mondäner Kurort sondern ein beschaulicher Landflecken im nördlichen Odenwaldkreis. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man hier zwei trinkkurtaugliche Quellen und 1948 würde die Ortschaft als staatlich anerkanntes Kurbad geadelt. So starten wir am weitläufigen Kurpark zu einer tageslichttauglichen Runde durch die sanfthügelige Landschaft des Odenwaldes. “Am Anfang war das Licht” so der Titel einer umstrittenen ORF-Produktion aus dem Jahre 2010. Berichtet wurde von Menschen, die weder essen noch trinken, sondern sich ausschließlich von Licht ernähren. So weit muss es [read more…]

Marathon

[N²-O²-Ar]-Wandermarathon 2024

4. Januar 2024 – Mehr Luft! N²-O²-Ar ist die verkürzte Formel für Luft und eine von drei elementaren Existenzgrundlagen für jeden Menschen. Frei nach der trivialen Erkenntnis: “Frische Luft ist die beste Medizin” sollte man sich idealerweise dort bewegen, wo die Luftqualität am besten ist. Da mittlerweile alles gemessen, gewogen, analysiert und geprüft wird, fällt es leicht zum Jahresstart einen idealen Standort zu wählen um die Lufttanks aufzufüllen. Nordsee- Provinz Holland – Insel Texel – beste Voraussetzungen für einen motivierenden Start in das neue Wanderjahr. Hier ist die Luft buchstäblich rein. 140 ausgewiesene Wanderwegskilometer, ein dreißig Kilometer langer Sandstrand, zudem herrliche Heide- und Dünenlandschaften, punktuell bereichert mit Pinienwäldern, bieten dabei eine ausgezeichnete Infrastruktur für ausgedehnte Touren nach der Devise “Wandern für die Seele”. So fällt es leicht auf dieser Basis einen Wandermarathon zum Jahresstart einzuplanen. Wenn man es einrichten kann, sollte man bei Inselwanderungen auf die Windrichtung achten. Günstig die Wetterlage und mit Windstärke 6 ist ein starker Westwind, der das Wasser aufschäumt und Wellen brechen lässt, zu erwarten. Sichtweite gemäß Prognose des niederländischen Wetterdienstes Buienradar 49,5 Kilometer. Gut wenn man beim Start schon das Ziel sieht……. Gestartet wird in De Koog, um zunächst gegen den Wind durch das Pinienwaldareal De Dennen und weiterführend durch das Naturschutzgebiet Bollekammer zu wandern. Auch wenn die gefluteten Wanderwege eine dezidierte Naturwanderung durch De Dennen mehr oder minder eingeschränkt haben, so eröffnet sich an der Südspitze von Texel im De Hors das raueste Stück der Insel. Hier wurden einst Flugsanddeiche angelegt, die ein Stück [read more…]

bis 35 km

Magischer Odenwald

Otzberg, 18. Dezember 2023 – “Nur das Wetter ist nicht planbar.” So einmal mehr die zunächst ernüchternde Erkenntnis einer geplanten Wandertour. Verlockend waren die Rahmenbedingungen. Nach mehr oder minder acht bedeckten und regnerischen Wochen im Vorderen Odenwald signalisierte der Wetterdienst “grünes Licht” – ein Zwischenhoch mit sechs Stunden Sonnenschein. Ergo ideal für eine aussichtsreiche Panoramawanderung unter der Überschrift “Von Vulkan zu Vulkan im Vorderen Odenwald” – mit Start in der Odenwälder Weininsel Groß-Umstadt zum erloschenen Vulkan Otzberg – weiterführend zum ehemaligen Roßdörfer Roßberg – der ebenso einen vulkanischen Ursprung hat. Zwischendurch exzellente Weitsichten in den Odenwald, gen Spessart und dem Taunus. So der Plan. Jedoch, obschon die lokalen Radiosender unentwegt und störrisch an dem sonnigen Tag festhielten – die Inversionswetterlage verbunden mit Windstille bedingte eine hartnackige Nebellage – punktuell und höhenlagenbedingt durchbrochen von Lichtfenstern die auf den ersten zwanzig Kilometern für eine facettenreiche Lichtstimmung sorgten. Einmal mehr bestätigt sich die Erkenntnis, wenn bis zur Mittagszeit der Nebel sich nicht auflöst, dann ist für den Rest des Tages Schicht im Schacht. So auch an diesem Tag. Ungeachtet dessen, die eingeplante aussichtsreiche Panoramatour “Von Vulkan zu Vulkan” entwickelte sich zu einer spannenden Wanderung belegt mit eindrucksvollen Impressionen frei nach dem Motto: “Wenn die Natur mit Licht malt”. Beseelt von der Lichtstimmung war es daher naheliegend die ursprünglich bis Roßdorf eingeplante Tour bis zur ehemaligen Kreisstadt Dieburg zu verlängern, auch wenn die letzten zwölf Kilometer förmlich aussichtslos waren. Allemal ist für Dermatologen die Wetterlage ein Segen, denn es gilt die Erkenntnis: “Haut will [read more…]

Marathon

Die Wander-Matrix

11. Dezember 2023 – Stadtwanderungen – ein Thema das immer mehr an Dynamik gewinnt. So hat das Deutsche Wanderinstitut mittlerweile fünf zertifizierte Premium-Stadtwanderwege im Portfolio, der Deutsche Wanderverband listet aktuell zehn Stadt-Qualititätswanderwege, und eine 200.000 Einwohner große Stadt wartet sogar mit 95 Stadtwanderkilometer auf. Insbesondere zur drögen Jahreszeit sind Stadtwanderungen eine willkommene Alternative. So kann man auch rund um die Wintersonnwende längere Touren einplanen, denn die städtische Nachtbeleuchtungen und die allgemeine Lichtverschmutzung in den Straßenkorridoren belebter Zonen eröffnen durchaus reizvolle Perspektiven. Offen bleibt eine Frage: “Wie plant man eine Stadtwanderung?” Man könnte sich zunächst mit einschlägigem Material: wie “Pusemuckel zu Fuß” oder “111 Orte in Castrop Rauxel die man gesehen haben muss” eindecken, um dann die darin beschriebenen Highlights gangbar zu verknüpfen und strukturiert abzuarbeiten. Man könnte auch, wie vom Promenadologen (Spaziergangsforscher) Bertram Weisshaar empfohlen, die Haustüre abschließen und ziellos und ohne Logik umhergehen – also streunen. Oder wie hier, erstmals am Beispiel der Stadt Offenbach praktiziert, eine Matrix über den Stadtplan legen um auf Basis der bestehenden Wege- und Straßenstruktur fernab normierter Stadtwege, Thementouren und touristischer Hot-Spots auf eine Entdeckungsreise zu gehen, startend von Südost, um sich horizontal durch die Stadt gen Norden hochzuarbeiten. Am langen Ende waren es vierzig ein-, aussichts-, und erkenntnisreiche Kilometer, gespickt mit vielschichtigen Eindrücken – im Folgenden visualisiert mit dem Untertitel: Fundstücke…..in Offenbach. Die Wander-Matrix – erstmalig angewendet am Beispiel der Stadt Offenbach, Kein Offenbach-Bashing sondern eine Multimomentaufnahme jenseits üblicher “Trampelpfade”. Mit offenen Augen auf Entdeckungsreise gehend, das Umfeld bewusst aufnehmend, die eigene Wahrnehmung [read more…]

bis 20 km

Der Bannoser-Wanderweg

Brensbach, den 22. November 2023 – Es war ein Schlitzohr. Lebensfroh und unbekümmert, ein starker Mann am Glas, immer gut für einen Schelmenstreich und in die Annalen als Till Eulenspiegel des Odenwaldes eingegangen. Die Rede ist vom Schuhmachermeister Johann Heinrich Ritter, genannt Bannoser, der, stets mit einem Zylinder ausgestattet, als Freiherr Heinrich Ritter von Habenichts auftrat. Legendär seine Streiche, ob als Landrat, als Oberschuldentilgungskommissär, als Doktor in Frankfurt, als Oberschulrat der einen angeblich schnapsseligen Lehrer feuerte, oder als Schuhmachermeister der einem Buben mit einer Schusterahle Ohrlöcher stach um in von seinen bösen Augen zu heilen – der Bannoser war immer für einen Streich zu haben und prellte zudem gerne mit Wortgewandheit die Zeche in den umliegenden Wirtschaften von Brensbach im südhessischen Odenwald. So hat man just vor zwei Monaten dem 1807 geborenen Zeitgenossen einen zwanzig Kilometer langen Rundweg gewidmet, selbigen mit Informationstafeln ausgestattet, um die legendären Taten des Strolches angemessen in Erinnerung zu halten. Die Tour startet in Brensbach dort wo man sich wandertechnisch im Kern vom Kern des Odenwaldes befindet. Dort, in den Reichelsheimer Landen, wo der Alemanneweg und der Nibelungensteig durchziehen, ist der Odenwald am schönsten. Gestartet wird am ehemaligen Wirtshaus Zur Post, wo einst der Bannoser zur Kirchweih weinselig auf den Tischen tanzte. Von der Ortsmitte der Gemeinde geht es hinauf zum Römerberg, der auf mit historischen Eichen in exponierter Lage bestückt ist. Bei aussichtsreicher Wetterlage kann man von hier bisnüber zur Skyline von Frankfurt und dem dahinter liegenden Feldberg im Taunus blicken. Jedoch nicht nur thematisch [read more…]

Walking Special

360° Walberla

Forchheim, den 22. Oktober 2023 – Außergewöhnlich die Form, mystisch der Name, magisch der Berg. Das Walberla – einer von drei heiligen Bergen der Franken. Wobei der landläufige und eingebürgerte Name nicht wirklich korrekt ist, den das Bergmassiv, unter Geologen als sogenannter Zeugenberg verortet, heißt offiziell Ehrenbürg, bestehend aus einer Doppelkuppe, dem 532 Meter hohen Rodenstein am südlichen Ende des Tafelberges und dem 513 Meter hohen Walberla gegenüber. Schon zu Keltenzeiten befand sich hier oben eine bedeutende Siedlung und heute gilt das Walberla als Tor zur Fränkischen Schweiz. Urkundlich belegt ist es, das bereits im 14. Jahrhundert das urigste fränkische Bergfest, das Walberlafest auf dem Bergplateau gefeiert wird – ursprünglich als Wallfahrt und Prozession zur Walburgiskapelle deklariert. Spätestens 1804, so nach den Aufzeichnungen einer Erlanger Studentenvereinigung, wich die wahre Andacht dem Drang nach der Deckung niederer menschlicher Bedürfnisse, denn für Studenten gehörte es zum Pflichtprogramm auf das Walberla zu pilgern, um dort ausgiebig und aussichtsreich zu zechen. Heute ist das Walberla ein beliebtes Wanderziel in der Fränkischen Schweiz, und im Rahmen einer dreitägigen einhundert Kilometer langen Passage, einschließlich einer marathontauglichen Strecke hat sich die Gelegenheit geboten, den außergewöhnlichen Berg zu erkunden, 360-Grad-Aussichten auf dem Tafelberg zu genießen und im Rahmen einer 360-Grad-Wanderung rund um den Gebirgszug einzutauchen in die vielfältigen Facetten dieser bemerkenswerten Region . Los geht es in Ebermannstadt, nördlich vom Walberla gelegen und ein ideale Ausgangsort um die Bergformation Ehrenbürg von ihrer vielleicht spannendsten Seite zu erkunden. Schon von je her war die Region wasserreich und zahlreiche Mühlen [read more…]

Walking Special

Vom Niksen zum Wandelen…

Texel im September 2023 – …Nein – es ist keine Gebirgstour und auch keine geografische Standortbestimmung, sondern Ausdruck einer Entschleunigung der besonderen Art. Was die Dänen als hygge bezeichnen hat sich in den Niederlanden seit einigen Jahren als niksen etabliert. Ein entspannter Lebensstil – kurzum “Nichtstun”. In Kombination mit genussvollen Wandertouren kann man entschleunigtes Wandern nach niederländischem Strickmuster auf der größten westfriesischen Insel vortrefflich vor Ort praktizieren. Die Voraussetzungen hierzu sind optimal. 140 Kilometer Wanderwege durch Dünenlandschaften, Heidegebiete, vogelreiche Biotope, Sumpfareale, UNESCO-Welterbe Wattenmeerabschnitte, Naturschutzgebiete, Mischwaldzonen und nicht zu vergessen – einen dreißig Kilometer langen Strandabschnitt – willkommen auf der niederländischen Wanderinsel. Seit zehn Jahren hat man in den Niederlanden ein Waddenwandelen-Netz aufgebaut, welches in Gänze aus einem Netz von Wanderwegen auf den niederländischen Watteninseln einschließlich der deutschen Insel Borkum besteht. Wattwanderungen sind damit nicht verbunden, sondern Touren auf festem Untergrund ohne besondere Überschwemmungsgefahren. Auf Texel selbst gibt es insgesamt sieben Watten-Wandelen-Pfade die sich jedoch teilweise überschneiden. Die hier vorgestellte Exkursion umfasst auf Basis der vorhandenen Infrastruktur eine komplette Inselumrundung über insgesamt 125 tiefenentspannte und faszinierende Kilometer nach der niederländischen Philosophie: niksen en wandelen. Los geht es in t,Horntje an der Fährstation Veerhaven, dort wo Festlandbewohner für schlappe 2,50 Euro (inclusive Rückfahrt) das Eilland in 20 Minuten im Stundentakt erreichen können. Von der Fährstation taucht man direkt ein in die ersten Naturschutzgebiete. Ob De Hors mit seiner Seenlandschaft, die langgestreckte Dünenlandschaft De Geul oder der Nationalpark Duinen Texel, der das Waldgebiet De Dennen umfasst, auf dem Weg gen De Koog ist [read more…]

Ultra

24h Edersee 2023

Bad Wildungen, den 08. September 2023 – Schon inflationär ist das Wanderangebot für Langstreckenwanderer im vielleicht beliebtesten Wandermonat September. Rund fünfzig Veranstaltungen werden im Bundesgebiet für diese Zielgruppe angeboten. Ein Topangebot hierbei ist das 24stündige Wanderabenteuer am Edersee. Der Name ist Programm und bürgt für Qualität. So folgten insgesamt 400 Wanderinnen und Wanderer dem Ruf des Veranstalters, der bereits zum neunten Male zu dieser Veranstaltung einlud. Frei nach der Erkenntnis “Never change a running system” hat man konzeptionell auf die bewährte Durchführungsform zurückgegriffen. Der Startort als Wandermarktplatz, dort wo die 130 Langstreckenwanderer bereits am Vorabend in die 45 Kilometer lange Nachtstrecke starteten, und dort wo elf Stunden später 230 Wandermarathonis in die Tagesstrecke einstiegen. Logistisch perfekt, denn einerseits haben die 24-Stunden-Wanderer die Chance nach der Nachttour Equipment auszutauschen und die Betreuer an den Verpflegungsstellen werden zudem entlastet, da sich der Wanderpulk entzerrt. Einmal mehr war die Wandelhalle Bad Wildungen Startort der Veranstaltung. Schon Martin Luther differenzierte in seiner Bibel zwischen “wandeln” und “wandern”. Während “wandeln” als das hin- und hergehen auf kleinerem Raum beschrieben wurde verband der Reformator “wandern” mit der Absolvierung größerer Strecken. By the way: Wandeln ist, was den Kurpark nebst Wandelhalle in Bad Wildungen anbelangt jedoch eine Untertreibung. Mit einer Länge von 7,5 Kilometer und einer Fläche von 50 Hektar wandelt oder wandert man hier im größten Kurpark Europas. Pünktlich um 19:00 Uhr, just fünfzig Minuten vor Sonnenuntergang schickte der Geschäftsführer der Edersee Marketing GmbH, Claus Günther, die hochmotivierte Wanderschar auf die Piste. Waren in der Vergangenheit [read more…]

bis 35 km

12h Taunus-Steigermarsch

Weilburg, den 02. September 2023 – Wer sich die Mühe macht den genetischen Code einer perfekten Wanderung zu entschlüsseln, der kommt am langen Ende auf eine Formel: (N+K+G) x E+H. Übersetzt in Textform: Natur + Kultur + Genuß. Das Ganze multipliziert mit einer Prise Entschleunigung und additiv mit Hingabe zelebriert. So das Erfolgsrezept eines neuen Formates des Naturparks Taunus, der erstmals zu einer Langstrecken-Themenwanderung eingeladen hatte. “Zwölf Stunden auf den Spuren des Bergbaus”, so der Untertitel des Steigermarsches, der durch die historische Bergbauregion rund um die Lahnstadt Weilburg gen Braunfels führte. Gestartet wurde die geführte Exkursion am Bahnhof Weilburg unter Leitung des Naturparkführers Christian Radkovsky, der zudem als Vorsitzender des örtlichen Geschichtsvereins über profunde Kenntnisse über Land, Leute und Kultur verfügt. Bereits kurz hinter dem Bahnhof wird ein Stopp an den ersten Industriedenkmälern, einem Schiffs- und einem Eisenbahntunnel eingelegt. Gerade einmal zwei Kilometer nach dem Start ist eine erste Jausestation angesagt. An der ehemaligen Verladestation der Eisensteinaufbereitungsanlage der ehemaligen ist ein zünftiges Bergmannsfrühstück angesagt. Nicht nur optisch sondern auch kulinarisch bezieht sich der Veranstalter auf das Leitthema dieser Wanderung. Hier, am Ortseingang von Ahausen, wurden einst Eisenschieber an der Verladeanlage installiert um die großen Steine zu zerkleinern und das Erz transportgerecht für die Weiterverarbeitung in den Hochöfen von Wetzlar und dem Ruhrgebiet aufzubereiten. Nach der Stärkung geht es weiter auf historischen Pfaden, und immer wieder bremst Wanderführer Christian ein, um über die mittlerweile stillgelegten Stollenanlagen und den daran vorbeiführenden historischen Wegen zu informieren. Ob Pilgerweg oder Handelsstraßen, die Region zwischen [read more…]