Ultra

24 Stunden Edersee 2018

Bad Wildungen, den 21. August 2018 – So ändern sich die Zeiten! Pilgerten bereits im 16. Jahrhundert die ersten Patienten nach Wildungen, um mit dem hier entspringenden Heilwasser ihr Blasenleiden zu kurieren, traten mehr als 400 Jahre später 281 sportlich ambitionierte Wanderfreunde zu einer Langstreckenwanderung an, um sich vielleicht unfreiwillig die ein- oder andere Blase einzufangen. Ein kleines Jubiläum in 2018!  Bereits zum fünften Mal richtete die Edersee Touristic GmbH eine 24-Stunden-Wanderung mit einem eingebetteten Wandermarathon aus.  Das Erfolgsgeheimnis dieser Veranstaltung ist trivial: Man öffene die Wanderkiste und kombiniere eine zweckdienliche Rundstrecke aus dem schier unermesslichen Angebot von drei zertifizierten Qualitätswegen, zwei Premiumwegen und insgesamt 80 markierten Rundwanderwegen, die hier im Naturpark und Nationalpark Kellerwald Edersee vorzufinden sind. Alleine schon die Tatsache, dass man zwangsläufig immer wieder das Epizentrum des Weltnaturerbeareals touchiert, ist Anreiz genug, die Ederseeveranstaltung als Pflichtprogramm in das jährliche Wanderprogramm aufzunehmen. Auch in fünften Jahr wurde wiederum eine neue Variante des Streckenverlaufs angeboten. Wie bereits bei der Erstveranstaltung in 2014 begrüßte das bewährte Team Claus Günther, Geschäftsführer der Touristic GmbH, Ute Kühlwind vom Bad Wildunger Stadtmarketing und Wandertitan Thorsten Hoyer die Teilnehmer in der Bad Wildunger Wandelhalle im Kurpark. „Geht Euren Schritt, laßt Euch Zeit, genießt das Umfeld und habt Spaß“ so die aufmunternden Worte von Thorsten Hoyer, als gebürtiger Frankenauer ein Bub der Region, der jährlich mit Freude die Veranstaltung in „seinem Wohnzimmer“ seit Anbeginn begleitet. Ausgezeichnet waren die Wetteraussichten für die nächsten 24 Stunden. Der scheinbar nicht endend wollende Sommer 2018 legte eine Kurzpause ein, um das [read more…]
Marathon

Von Trullo zu Trullo

Bockenheim an der Weinstraße, den 09. September 2018 – Man erzählt sich, dass bereits im Mittelalter italienische Handwerker in die rheinhessische Region gezogen seien. Durch den heimwehbedingt hohen Alkoholkonsum und den damit verbundenen großen Zechen langte das Geld hinten und vorne nicht mehr um große Häuser zu bauen. So entstanden in den Weinbergen die apulisch-typischen Trulli als Unterkunft für die italienischen Freunde. Diese und andere Schoten ranken sich um die Entstehungsgeschichte der Trulli, die, einzigartig in Deutschland, hier seit mehr als 200 Jahren vorzufinden sind. Der Trullo, die Trulli. Vorzufinden vor allem in Apulien, aber auch in Irland, in der Schweiz, in Skandinavien, Frankreich und in Nordafrika. Die Wahrheit liegt scheinbar woanders. Mitte des 18. Jahrhunderts herrschte in der waldarmen Region Brennholzmangel. So plünderten Anwohner die Weinberge, stahlen Trauben und Pfähle die zur Sicherung der Weinstöcke dienten. Im Zuge einer 1747 erlassenen Flurbewachung wurden einfache Bauten mit einem Kraggewölbe und eingelassenen Gucklöchern errichtet. So konnte man die Weinberge überwachen, und hatte zugleich einen Schutzraum und einen Unterstellraum für Gerätschaften. Heute sind die Trulli ein Wahrzeichen, speziell im äußersten Süden Rheinhessens, dem sogenannten Wonnegau. So sind zwischen Bockenheim, dem nördlichsten Zipfel der Deutschen Weinstraße und Flörsheim-Dalsheim mehr als 20 dieser historischen Weinberghäuschen vorzufinden. Mittlerweile stehen die meisten dieser Bauten unter Denkmalschutz. Gestartet wird in Bockenheim am Haus der Deutschen Weinstraße. Leider gibt es kein explizites Lageverzeichnis der Trulli. Einzig eine Übersichtskarte der jährlich um Juni stattfindenden Trullo- Radwanderung kann als Orientierungshilfe herangezogen werden. In Ergänzung mit einer OSM-Karte, auf der die [read more…]
bis 35 km

In den Weinbergen der Rheinhessischen Toskana

Alzey, den 3. September 2018 – Verrückt ist es schon. Ein Bundesland im Namen tragend, jedoch einem Anderen zugehörend, immer wieder verglichen mit einer namhaften italienischen Region, Schutzhütten apulischer Wanderarbeiter aus dem 18. Jahrhundert als Wahrzeichen habend, zeitweise zu Frankreich gehörend und nebenbei Deutschlands größtes Weinanbaugebiet zu sein. Die Rede ist von Rheinhessen, dem Bundesland Rheinland-Pfalz angehörend,  behaftet mit dem Beinamen „Toskana Deutschlands“  265 Quadratkilometer, respektive 20 Prozent der vorhandenen Fläche als Weinanbaugebiet ausgewiesen, bestehend aus 139 Kommunen, wobei in 136 insgesamt Weinanbaubetriebe angesiedelt sind. Hinzu kommt eine ausgezeichnete Wanderinfrastruktur, angereichert durch neun „Hiwweltouren“ alle ausgewiesen als zertifizierte Prädikatswanderwege. „Hiwwel“ heißt übrigens Hügel und steht als Bezeichnung für die sanfthügelige toskanisch anmutende Mittelgebirgslandschaft. Ergo – beste Voraussetzungen einzusteigen in eine spannende Wanderregion. Gestartet wird in Heimersheim, einen Stadtteil von Alzey. Sehr viele Ortschaften enden hier im rheinhessischen  auf –heim, ein historischer Beleg für die einstige fränkische Ansiedlung in dieser Region. Vom  Osten kommend geht es zunächst durch die schier endlosen Weinbergstöcke hinauf in westlicher Richtung um auf die Weinberglagen oberhalb von Lonsheim zu kommen. Die aufgehende Sonne im Rücken habend erheben sich weitreichende Blicke in die Pfälzer Region. Augenfällig sind die zahlreichen Windkraftanlagen. Aktuell werden im Landkreis Worms-Alzey 153 Windräder betrieben – ein gewaltiger Zankapfel zwischen Umwelt-, Arten- und Klimaschützer. Ausgezeichnet ist die Wegeführung durch die weitreichende Weinlandschaft. Bald ist der Kuckucksturm, ein kleiner  Aussichtstum erreicht. Hier wird zwischen Mai und Oktober an Wochenenden Wein ausgeschenkt. Erkennungsmerkmal: „Wenn die Fahne hängt, wird ausgeschenkt“. Doch dazu später mehr.Noch ist die Fahne nicht [read more…]
Marathon

Alzenauer Kulturmarathon

Alzenau, den 26. August 2018 Die Rezeptur ist einfach. Man nehme drei bestehende Europäische Kulturwanderwegsschleifen im Spessart, verzahne diese und heraus kommt ein wunderbarer Trail, der sich nicht nur hinsichtlich der Kilometeranzahl sondern auch bezüglich der kulturellen Eindrücke als regelrechter Marathon entpuppt. Alzenau – die nordwestlichste Stadt Bayerns, unmittelbar an der hessischen Grenze gelegen, bergige Einstiegsflanke in den nördlichen Spessart, östlicher Endzipfel der Mainebene, dank der Mönche des Klosters Seligenstadt seit mehr als 1.000 Jahren mit einem respektablen Weinanbaugebiet gesegnet und seit der Gebietsreform 1972 auf-, manch eine böse Zunge behauptet auch untergegangen, im unterfränkischen Kreis Aschaffenburg. Jedoch, verstecken braucht sich dieser Landschaftsstrich nicht – im Gegenteil. Reich die Geschichte dieser außergewöhnlich wirtschaftsstarke Region. Nicht umsonst sind drei Europäische Kulturwanderwegsschleifen durch die Alenauer Region gezogen, die es Wert sind näher zu betrachten. Gestartet wird am Marktplatz, unweit der markanten Burganlage, die seit 1400 das Städtebild prägt. Die Kernstadt selbst, sauber und aufgeräumt und adrett hergerichtet. Den Marktplatz querend, geht es vorbei an der St. Justinuskirche in östlicher Richtung die Kahl querend und weiter den Rückersbach folgend.  Quasi ein Katzensprung, dann ist Wasserlos erreicht, ein Stadtteil von Alzenau, der auf dem Rückweg  noch näher beleuchtet wird. Der Kulturweg zieht zunächst eine westliche Schleife um Wasserlos herum und passiert den außerhalb der Ortsteile Wsserlos und Hörstein gelegen jüdischen Friedhof, der 1810 angelegt wurde. Weiter geht, Hörstein querend, vorbei an der Pfarrkirche, deren Turm bereits im 15. Jahrhundert zunächst als Wehrturm ausgebildet wurde. Weiter ostwärts wandernd geht es steil hinauf zum Hörsteiner Abtsberg, dort wo [read more…]
Ultra

24 Stunden Grenzgänger 2018

Orscholz, den 18. August 2018 – „Grenzgänger“  – das perfekte Leitmotto des Veranstalters um die wesentliche Botschaft des   Saarschleifenlandes zu transportieren. Dort wo Luxembourg, Frankreich und Deutschland im Dreiländereck zusammenkommen, dort wo Mosel- und Saartal das Landschaftsbild prägen, dort wo die Saarschleife als spektakulärer Hotspot den Nukleus der 24h-Stunden-Veranstaltung bildet, dort wo Deutschlands beste Wanderwege wie der Moselsteig, der Saar-Hunsrücksteig und eine Reihe von Traumschleifen die Region durchziehen, dort wo herausragende Weine angebaut werden, genau dort ist der idealtypische Rahmen für eine derartige Veranstaltung gegeben. Sinnerweise hatte sich der Veranstalter, die Saarschleife Touristik GmbH, nach zwei verregneten 24-Stunden-Wanderveranstaltungen in den Vorjahren, entschlossen dieses Jahr in den August zu wechseln. Pünktlich um 08.00 Uhr begrüßte Anna Lena Koster 105 Teilnehmer. Ein Viertel der Wanderfreunde hatte sich dabei  für die Einsteigervariante, der 57 Kilometer langen Tagesstrecke eingebucht. „Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es heute nicht regnen“ so die entspannte Begrüßung von Anna-Lena. Noch der Mörderhitze der vergangenen Wochen waren gemäß Vorhersage angenehme 25 Grad Tagestemperatur und nächtliche Tiefstwerte von 13 Grad angezeigt. Alles in allem optimale Voraussetzungen für ein tolles Wandererlebnis. Wohlweislich wandertauglich präpariert auch die gesamte Strecke. Erstmals hatte der Veranstalter die gesamte Strecke aufwändig und mit hoher Sorgfalt separat ausgeschildert, obschon oftmals die bereits bestehende Infrastruktur der Qualitätswanderwegsauszeichnung selbsterklärend war. Vom architektonisch spannend gestalteten Cloef-Atrium Orscholz startete der Wandertross hinein in den Naturpark Saar-Hunsrück, um auf den Maria-Croon-Weg, benannt nach der gleichnamigen Schriftstellerin, der entlang der Leuk führt, zu stoßen. Bei diesem Weg handelt es sich um einen der 19 Saar-Lor-Lux-Kulturwanderwege. Bald [read more…]
Taunus

24 Stunden Naturpark Taunus 2018

Rod an der Weil, den 10. August 2018 – Mittlerweile gibt es jährlich mehr als 24-Stunden-Wanderveranstaltungen im Bundesgebiet, ausgerichtet von Tourismusverbänden,  Sportvereinen, Wandergesellschaften, Privatpersonen und sogar Großveranstalter die vereinzelt für teures Geld einen lausigen Service bieten. Gut beraten ist man daher bei Wahl derartiger Angebote auf einen Veranstalter zurückzugreifen, dem die Wanderexpertise in die Wiege gelegt wurde, wie beispielsweise dem Naturpark Taunus, der bereits zum vierten Mal eine 24 Stunden-Exkursion durch die Höhenzüge des Taunus anbot. Konzeptionell unterscheiden sich die 24-Stunden-Wanderangebote des Naturparks vom Angebot anderer Anbieter. Liegt der Fokus bei anderen Veranstaltern primär auf der  Zielgruppe sportlich ambitionierter  Wanderer, die jenseits von 75 Kilometern und 2.000 Höhenmetern die ultimativen Wanderherausforderung suchen, konzentriert man sich im Taunus auf wanderinteressierte Neueinsteiger mit Ambitionen auf ein außergewöhnliches Erlebnis, angereichert mit kulturellen und naturellen Eindrücken, die die vielschichtige Taunuslandschaft zu bieten hat. 63 übersichtliche Kilometer, unterlegt mit hin- ausreichenden Raststationen, inklusive einer 90minütigen Relaxgelegenheit verdeutlichen den Ansatz des Ausrichters. Ent – statt Beschleunigung, Genußwanderung statt Powerwalk – so das Credo des Veranstalters. Pünktlich um 19.00 Uhr begrüßte das kommunale Oberhaupt der Kommune Weilrod die vierzig Teilnehmer, darunter viele Ersttäter, die sich für diese Veranstaltungen angemeldet hatten.  Optimal die äußeren Rahmenbedingungen. Nach einem reinigenden Niederschlag am Vortag, war der Druck der wochenlang anhaltenden Mörderhitze wie weggeblasen. Satte Cumuluswolken formierten sich zu einem wohlgefälligen Gesamtbild für das Auge und die Aussicht auf eine sternenklare Nacht machten Lust auf mehr. Unter der Regie der Naturparkführerin  Susanne Weidert-Horn startete der Wandertroß zur ersten Etappe Richtung Wolfenhausen mit der [read more…]
Marathon

Südlich des Äppeläquators

Schollbrunn, den 5. August 2018 – Die Mischung macht es! Man nehme schattige Waldpassagen um der Sonneneinstrahlung zu entfliehen, und kombiniere zwei Kulturwege angereichert mit hin-und ausreichenden Einkehrmöglichkeiten. Die Belohnung: eine außergewöhnliche Kultur- und Naturwanderung für ambitionierte Wanderfreunde. „Pathways to Cultural Landscapes“ lautet ein EU-Projekt zur Erschließung von Kulturregionen in der Europäischen Gemeinschaft. So engagiert sich in Deutschland insbesondere die Region Spessart seit einigen Jahren und hat mittlerweile ein dichtes Netz an Kulturwegen geschaffen um diese Mittelgebirgslandschaft erlebbar und begehbar zu machen. Gestartet wird im unterfränkischen Schollbrunn, dort wo zwei europäische Kulturwege, die Mühlenstraße Haseltal (fünf Kilometer) und der Kulturweg Schollbrunn (vierzehn Kilometer) nebeneinander liegen. Verzahnt man beide Wege so kann man eine abwechslungsreiche 38 Kilometer lange Rundroute genießen. Idealerweise startet man am Wandermarktplatz der vor den Toren der 1281 erstmals erwähnten Kommune eingerichtet wurde. Neugierig macht das Leitthema des ersten Abschnittes: „Südlich des Äppeläquators“. Schollbrunn liegt nämlich an eine der bekanntesten Sprachgrenzen Deutschlands, dem main- und rheinfränkischen Dialekt – doch dazu später mehr. Empfehlenswert ist es zudem die Wanderung nicht zu früh anzugehen, damit man die reelle Chance hat, just in time zu den Öffnungszeiten der ersten Einkehrstation (11.00 Uhr) in der Kartause  Grünau aufzuschlagen. Es wäre schade, wenn man diese Gelegenheit nicht wahrnehmen würde. Man folgt zunächst der auffälligen Wegekennzeichung in nordwestlicher Richtung und erreicht nach einem Kilometer einen kleinen Wildpark. Schon im Mittelalter unterhielten die Landherren Wildparks, um die Versorgung des Hofes mit Frischfleisch sicherzustellen. Heutzutage sind Parks ein Teil des Naherholungskonzeptes und sprechen insbesondere Familien an. Weiter geht [read more…]
Marathon

Auf dem Spessartbogen nach Schlüchtern

Bad Orb, den 29. Juli 2018 – Auf erdigen Pfaden durch stille Wälder wandeln, vorbei an idyllischen Weihern. Nimmt man den Spessartbogen unter die Schuhsohle, so lässt man sich ein auf eine schattige Wanderpartie in einer naturbelassenen dichtbewaldeten Region. Wald pur, so auch das Credo der zweiten Passage von Bad Orb nach Schlüchtern, letztendlich ein Idealfall für heiße Sommertage. Seit 2012 ist der Spessartbogen als Qualitätswanderweg zertifiziert,  jedoch spektakuläre Highlights, wie sie oftmals auf diesbezüglichen Qualitätswanderwegen erwartet werden, sind fehl am Platz. Es ist die Summe der Wegtextur, die den eigentlichen Reiz des Weges ausmachen. Auf gut markierten Naturwegen steht das Genußwandern im Vordergrund. Was der Japaner als Waldbaden huldigt, firmiert in unseren Gefilden als kontrollierte Entschleunigung – allemal in beiden Fällen eine galante Art der jahreszeitbedingten  Hitzelethargie ein Schnippchen zu schlagen. Frühstarter sollten die die 43 Kilometer lange Passage mit einem gut gefüllten Rucksack antreten, denn die einzigen beiden Ortschaften, die auf der Strecke liegen werden zu Uhrzeiten erreicht, an denen die dort ansässigen Gastwirtschaften noch geschlossen haben. Gestartet wird in der Kurstadt  Bad Orb, die schon seit Jahrhunderten für ihre salzhaltigen Quellen bekannt ist. Rasch geht es aufwärts um auf den bewaldeten Einstieg in das Haseltal zu stoßen. Immer entlang der gemächlich vor sich hinplätschernden Hasel, vorbei an einer aufwändig gestalteten Kneipp-Anlage  stösst man am Ende des Tals auf das bewirtschaftete Jagdhaus Haselruhe. Wer hier einkehren möchte, sollte jedoch in Bad Orb nicht vor 10:30 Uhr starten, was für ambitionierte Langstreckenwanderer im Regelfall nicht darstellbar ist. Stetig aufwärts gehend [read more…]
Walking Special

Der Kerry Way

Irland im Juli 2018 – Failte!  Failte – der irische Ausdruck für Willkommen. Nicht nur zu lesen auf jedem Ortsschild, aufgedruckt auf zahllosen Fußabtretern in den B&B-Lokationen und  angebracht in den einschlägigen Gasträumen von Pubs sondern auch praktizierte Willkommenskultur eines herzlichen irischen Volkes. Irland ein grüner Inseltraum mit unkomplizierten gastfreundlichen und lebensfrohen Menschen ist als Wanderinsel noch relativ jung. 1982 wurde als erster Wanderweg der Wicklow Way eingerichtet. Mittlerweile verfügt  man über mehr als 40 markierte Wanderwege mit einer Streckenlänge von über 4.000 Kilometern  und der Längste von allen, der Kerry Way beläuft sich in der Langversion auf 230 Kilometer. Irlandbesucher schwärmen vom legendären Ring of Kerry, die spektakulärste Autoroute, die die grüne Insel zu bieten hat.  So hat es sich angeboten, entlang alter historischer Pfade auf der Iveragh-Halbinsel eine Low-Level-Long-Distance-Walking-Route, kurz LDWR genannt, zu entwickeln. LDWR,s zeichnen sich dadurch aus, dass man in der Regel unter 300 Höhenmeter bleibt, und die Textur der Strecke keine größeren Schwierigkeiten beinhaltet,  was beim Kerry Way grundsätzlich der Fall ist. Jedoch, man sollte sich nicht täuschen lassen.  Durchschnittlich an 230 Tagen regnet es mindestens einmal täglich an der Westküste Irlands. Die Konsequenz: die torf- und moorhaltigen Bodenschichten verwandeln sich sumpfige Schlamm-und Matschlandschaften. Alle einschlägigen Wanderführer weisen eindringlich darauf hin, sich auf knöcheltiefe Schlammexkursionen einzustellen und sich wohlweislich zu präparieren. Aber:  auf der Insel gilt die Lebensweisheit: „Wenn dir das Wetter nicht passt, so warte einfach fünf Minuten“.  Startet man mit  dieser Einstellung, dann sind die besten Voraussetzungen für eine rundherum gelungene Wanderexkursion gegeben. [read more…]
Ultra

Extrem Extrem 48 Stunden Wandern 2018

Heringhausen, 22. Juni 2018 – „Bei der Streckenplanung waren wir schon etwas sadistisch“ berichtete sieben Stunden vor dem Start ein verschmitzt dreinblickender Andrew Kesper von der Tourist-Information in Willingen, der vor zwei Jahren mit seinem Pendant vom Diemelsee, Klaus Hamel, die ganze Sache ausheckte. Der Rest ergab sich. Man holte  einen weiteren Nachbarn, Claus Günther, Tourismuschef vom Edersee mit ins Boot und Europas härteste Wanderveranstaltung war geboren. Unter der Headline „Extrem-Extrem Wandern“ starteten in 2017 119 hochambitionierte Langstreckenwanderer. Trotz extremsten Wetterbedingungen mit Unwetter und Hagel finishten seinerseits 55 Teilnehmer. Und vor einem Jahr hatte man sich für eine Neuauflage in 2018 entschieden. „Ihr seid verrückt, Ihr seid immer noch verückt  und dagegen gibt es keine Therapie“ ergänzte Klaus Hamel mit einem breiten Grinsen, der in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Claus Günther und dem Wandertitan Thorsten Hoyer vor fünf Jahren die mittlerweile etablierte 24-Stunden-Wanderveranstaltung am Edersee entwickelt hatte.  Spannend die Spreizung des Diemelsee Veranstaltungsplans 2018 der am Empfang in der Touristeninformation am Diemelsee auslag. Zwischen  Lagerfeuer mit Stockbrot, Benefizkonzert des Bläserkreis Twiste-Eisenberg, Lange-Saune-Nacht und Klosterführung findet man als Veranstaltungshinweis im Monat Juni „Unterstützen Sie  Europas Extrem-Wanderelite beim Start vor dem Haus des Gastes Heringhausen, die 157 Kilometer und 3.200 Höhenmeter in 48 Stunden bewältigen“. Bei Ankunft hatte ich Bedenken. Heringhausen eine 400 Seelen zählende beschauliche Kommune, direkt am Diemelsee des Naturparks gelegen – hier soll das Epizenttrum der europäischen Wanderszene liegen? Kaum zu glauben! Das am See liegende Gasthaus hatte am Ankunftstag Ruhetag, die nächste Einkaufsmöglichkeit war im Nachbarort vorzufinden, [read more…]
Ultra

24 Stunden von Bayern 2018

Kulmbach, den 16. Juni 2018 – Finale! Finale mit Paukenschlag!! Die 24 Stunden von Bayern sind vorbei – endgültig und unwiderruflich! Just um 7.45 Uhr legte sich eine Dunstglocke des Wehmuts über den sonnigen Wandermarktplatz in Kulmbach, als der Veranstalter die versammelte Wanderschar mit der Mitteilung überraschte, dass die zehnte Veranstaltung der 24 Stunden von Bayern die Letzte dieser Art sein wird. „Man soll aufhören wenn es am Schönsten ist“ – so das Credo des Ausrichters. Doch dazu später mehr. Wohlweislich hatte sich die Bayern Tourismus Marketing GmbH nach 2011 (Bad Steben) erneut für den Fränkischen Wald als Ausrichter entschieden – eine vortreffliche Entscheidung. Denn die Region Frankenwald wurde in 2015 als erste Region in Bayern und als Zweite im Bundesgebiet mit dem Prädikat „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ zertifiziert. Aushängeschild ist dabei der 242 Kilometer lange Fernrundwanderweg  der Frankenwaldsteig. „Stille hören“, „Weite atmen“ und Wald verstehen“ so die Philosophie die man sich im Frankenwald verinnerlicht hat. Still ging es jedoch keineswegs zu, als sich die 444 ausgelosten Wanderer am Startplatz in  Kulmbach versammelten. Insgesamt waren Wanderer aus elf Nationen vertreten, wobei der älteste Teilnehmer 71 Lenze zählte. Welchen Zuspruch diese Veranstaltung mittlerweile hat belegt auch die Tatsache, dass sich am Anmeldetag, den 4. April, knapp 1.900 Interessenten für eine Teilnahme beworben hatten. Kurz vor Beginn übernahm in bewährter Weise Bap Koller, Projektleiter der Bayern Tourismus Marketing das Briefing der Teilnehmer. „24 Stunden sind 24 Stunden und keine 13 oder 14. Es gilt kein Weltrekord zu brechen. Wer nicht ausgelastet ist, dem sei [read more…]
Marathon

Auf dem Spessartbogen nach Bad Orb

Langenselbold, den 3. Juni 2018 – Eines vorneweg. Man muss Wald mögen. Mangelt es an dieser Voraussetzung, so sollte man einen weiten Bogen um den Spessartbogen machen, denn der seit 2012 zertifizierte Premiumwanderweg verläuft durch das größte zusammenhängende Mischlaubwaldgebiet Deutschlands uns ist geologisch auf einer bis zu 400 Meter dicken Sandsteinplatte gelagert. Neunzig Wanderkilometer liegen zwischen Langenselbold und Schlüchtern. Folgt man der Empfehlung der Naturparkverantwortlichen, so lässt sich der Spessartbogen in vier bequemen Etappen erschließen. Passionierte Langstreckenwanderer hingegen erfreuen sich an zwei Passagen über 45 Kilometer, was auch verkehrsstrategisch begünstigt wird, da just in der Mitte des Qualitätswanderweges Bad Orb als Ziel- und Anschlusspunkt gelegen ist. Gestartet wird bei hochsommerlichen Temperaturen in Langenselbold. Grundsätzlich eignet sich der Spessartbogen perfekt für eine Wandertour bei diesen Wetterbedingungen, da man sich überwiegend im dichtbewaldeten Spessart aufhält – ergo ein idealer Rückzugsort bei diesen Wetterbedingungen. Hinter dem Gleisbett des Bahnhofs taucht man rasch ein in den dichtbewaldeten Spessart. Die Wegekennzeichung ist durchgängig exzellent und aufwändig gestaltet – so dass man auch ohne Karte und GPS auf Spur bleiben kann. Die ersten Kilometer führen durch die waldreiche Region auf kleinen verschlungenen Pfaden. Obschon die Sonne bereits aufgegangen ist, ist es Dank dichtem Bewuchs relativ dunkel, was eine durchaus mystische Atmosphäre erzeugt. „Auf erdigen Pfaden durch stille Wälder wandeln“ wird im Naturparkführer Spessartbogen proklamiert. Jedoch – die Realität sieht anders aus. Die Region zwar dünn besiedelt und waldreich, jedoch der Lärmeintrag  kommt von oben. Auf der Achse zwischen Langenselbold und Bad Orb verläuft exakt der Anfluggleitwinkel des Frankfurter [read more…]