Marathon

Bayrisch Schanz

Lohr, den 24. Februar 2019 – Bayrisch Schanz. Für einen Oberpfälzer oder Niederbayern  sicherlich nicht einzuordnen, ist die Bayrisch Schanz, im nördlichen Zipfel des Freistaates, in Unterfranken gelegen, durchaus ein Begriff. Bayrisch Schanz – als ehemalige historische Zollstation an der hessisch-bayrischen Grenze errichtet, heute das höchstgelegene Wirtshaus im Spessart, nach eigenem Bekunden Wirtshauskulturstätte mit urgemütlicher Atmosphäre. Gestartet wird in Lohr am Main, welches auf halber Strecke zwischen Aschaffenburg und Würzburg gelegen ist. Lohr selbst bleibt bei dieser Tour außen vor, denn es wird am Bahnhof gestartet der im nördlichen Bereich der Kommune liegt, dort wo das Industriegebiet angesiedelt ist. Obschon man sich auf bayrischem Territorium befindet, folgt man zunächst der Wegwesiung „Hessenweg 9“, der von Lohr am Main bis nach Limburg an die Lahn führt. Stetig aufwärts steigend ist rasch der berühmt-berüchtigte Spessartwald erreicht. Vorbei am Beilstein und am Mittelberg folgt man den ausgewiesenen Wanderwegen. Geologisch befinden wir uns hier Sandsteinspessart, eingekesselt zwischen Fränkischer Platte und Odenwald. Bewegt man sich im Spessart, so kann man sich auf stundenlange Waldwanderungen ohne nennenswerte Aussichtsmöglichkeiten einstellen. Selbst in der blätterkargen Zeit, dann wenn sich die Baumskelette konturenreich in den weißblauen Himmel strecken, sind die Weitsichten sehr begrenzt. Dicht bis sehr dicht der Baumbewuchs, hoch der Bestand an Schwarzwild, wie die Spuren am Wegesrand verdeutlichten. Ideal eben die Waldstruktur für die Schwarzkittel, die sich hier im wahrsten Sinne des Wortes sauwohl fühlen. Man merkt zudem dass man hier in einer überwiegend katholischen Region unterwegs ist. Wegekreuze und Sühnekreuze flankieren die zahlreichen Waldschneisen. Am Wegekreuz Katharinenbild hat [read more…]
Urban Walks

Mannem..Monnem…Mannheim pur

Mannheim, den 16. Februar 2019 – Mann oh Mann Mannheim – was eine Stadt!  Die drittgrößte Stadt des „Ländles“, als Stadt mit etwas mehr als 400 Jahren noch sehr jung, gemeinsam mit der pfälzischen Schwesterstadt Ludwigshafen den Nukleus der Rhein-Neckar-Region bildend, touristisch nicht zwingend in der ersten Reihe stehend, bodenständig einerseits, kosmopolitisch andererseits und in vielschichtiger Weise prägend, sowohl national als auch international. „Das Hereinragen einer glänzenden künstlerischen Vergangenheit in den staunenswerten wirtschaftlichen Aufschwung der modernen Großstadt verleiht Mannheim einen eigenartigen Reiz, der sich freilich erst bei engerer Fühlungsnahme mit der Stadt erschließt“, so niedergelegt von Dr. S.Schott  im 1907 veröffentlichten „Führer durch Mannheim“. Auch 112 Jahre nach Veröffentlichung hat diese Erkenntnis noch Gültigkeit. Mannem, oder Monnem wie man hier die Stadt im Dialekt bezeichnet offenbart sich nicht auf dem ersten Blick. Die Stadt will und muß entdeckt werden. Spannend schon die Vorbereitung dieser Entdeckertour. Geeigneter Weise nähert man sich solch einer Stadtexkursion durch das Studium historischen Kartenmaterials. Wo lag der einstige Stadtkern? Wie hat sich die Stadt entwickelt? Welche Kulturräume wurden erschlossen, welche Naturräume wurden geschaffen oder vernichtet? Das Ganze einhergehend mit einer gesunden Mischung aus naturnahen Räumen, markanten Hotspots aber auch kommunaler Problemzonen – fertig ist eine abwechslungsreiche Tour durch die vielschichtigen Korridore einer Großstadt. Gestartet wird am Luisenpark, eine der schönsten Parkanlagen Europas, 1892 aus der Taufe gehoben und 1975 mit der Durchführung einer Bundesgartenschau in besonderer Art und Weise geadelt. Am Friedensplatz, vis a vis des Haupteingangs kann man kostenfrei parken.  Vorbei am sehr zu empfehlenden [read more…]
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Der Rheinauenweg von Riedstadt nach Mainz

Riedstadt, den 09. Februar 2019 – Alarmstufe Rot! Zwei Drittel der Auen sind in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert verlorengegangen. Am Oberrhein sogar 90 Prozent. Nur ein Prozent ist hier naturnah und dass ist weitgehend das Areal Kühkopf/Knoblochsaue, Einstiegspunkt der letzten Passage des  Rheinauenweges, der je nach Vorliebe von Karlsruhe nach Mainz – oder  umgekehrt- führt. Anzumerken sei jedoch daß es bei Flußwanderungen grundsätzlich von Vorteil ist, mit der Sonne im Rücken zu wandern, da in diesem Falle die Lichtverhältnisse am Besten sind und man nicht permanenten Lichtreflektionen ausgesetzt ist. Gestartet wird am Bahnhof Riedstadt Goddelau. Gäbe es eine Auszeichnung für Deutschlands versifftesten Bahnhof, Goddelau hätte gute Chancen in die engere Auswahl zu kommen. So geht es zunächst hinüber in das benachbarte Erfelden um entlang des Altrheins zwischen Kühkopf und der Knoblochsaue einzutauchen in die wunderbare Welt der Rheinauen. Der auentypische durch zeitweise Überflutung gekennzeichnete Lebensraum geizt nicht mit Superlativen. Mit 2.400 Hektar das größte Naturschutzgebiet Hessens, eines der größten Aueschutzgebiete Deutschlands, Europareservat und Heimat von 700 unterschiedlichen Pflanzenarten, 400 Großschmetterlings-, 47 Libellen- und mehr als 40 Fischarten. Dazwischen  urwaldanmutende Gebiete durchsetzt von Ulmen, Eschen, knorrigen Kopfweiden und Eichen. Jahreszeitenbedingt übt die skelettierte Landschaft ihren besonderen Reiz aus. Strukturell empfiehlt es sich eher am Verlauf des Flusses als am gekennzeichneten Hochwasserdammweg zu orientieren. Belohnt wird man mit gut gangbaren Pfaden im naturbelassenen Bereich. Dort wo in den Knoblochsauen der Altrheinbogen in den Rhein mündet ist eine markante Stelle, die Schwedensäule erreicht. Man schrieb den 7. Dezember 1631 als der Schwedenkönig [read more…]
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Der Rheinauenweg von Worms nach Riedstadt

Worms, den 02. Februar 2019 – Erneut ist die Nibelungenstadt Ausgangspunkt einer Rheinauenexkursion – jedoch diesmal in nördlicher Richtung. Hatte der Odenwaldklub bis vor kurzem zwei Hauptwanderwege zwischen Mainz und Karlsruhe im Wanderportfolie, der eine mit einem roten „R“ von Mainz bis Worms, der andere von Mannheim bis nach Karlsruhe, so erfolgte nunmehr im Rahmen einer Flurbereinigung eine durchgänge Streckenmarkierung von Mainz bis nach Karlsruhe – entsprechend der Farbe des Rheinwassers in einem blauen „R“ gehalten. Nachdem die südliche Rheinauenpassage bis nach Karlsruhe absolviert war,  stand nun der Trail in das Hessische Ried an. Die imposante Nibelungenbrücke mit dem gewaltigen Brückenturm passierend geht es aus der Wormser Innenstadt über den Rhein, der aktuell mit 146 cm einen relativ niedrigen Wasserpegel ausweist. Exakt vor 100 Jahren wurde an dieser Stelle im Jahre 1919 ein Hochwasserstand von 710 vermeldet. Geradeaus führt die Bundesstraße in dass sechs Kilometer entfernte Bürstadt, linker Hand folgt man dem markierten Wanderweg in nördlicher Richtung um das Areal des Maulbeerauer Altrheins zu erreichen. Die Auen enstanden am Ende der letzten Eiszeit aus abgelagertem Kies, Lehm und Sand, die der mächtige Rhein anschwemmte. Längst verschwunden sind die hier gepflanzten namensgebenden Maulbeerbäume. Heute ist das Gebiet Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und dient der Erhaltung wertvoller Arten und Lebensräume. Auf der gegenüberliegenden linksrheinischen Seite zieht sich das weitläufige Wormser Industriegebiet entlang. Vorbei an Nordheim und dem gegenüberliegenden Rheindürkheim ist bald der Steinerwald erreicht – wobei angesichts des lichten Baumbewuchses die Bezeichnung „Wald“ deutlich übertrieben erscheint. Auf der Höhe des Damms [read more…]
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Der Rheinauenweg von Germersheim nach Karlsruhe

Germersheim, der 19. Januar 2019 – Flussaue sind dynamische Lebensräume die vom Wechsel zwischen niedriger und hoher Wasserführung geprägt sind. Exzellent kann man solch eine Auelandschaft auf der dritten Etappe des Rheinauenweges zwischen Germersheim und Karlsruhe studieren. Die Germersheimer Rheinbrücke passierend taucht man sofort in die naturbelassene Auelandschaft ein. Ideal die Rahmenbedingungen. Eine gesunde winterliche Grundkälte, ein sich abzeichnender blauer Himmel und seit Wochen erstmals Sonne pur. Die Jahreszeit bedingten Baumskelette prägen dabei das landschaftliche Bild in einer besonderen Art und Weise. Zunächst folgt man dem weit ausladenden Bogen des Rußheimers Altrhein um die Insel Elisabethenwört zu umrunden. 1825 schlossen Bayern und Baden eine Übereinkunft an dieser Stelle mittels Durchstich den Rhein zu begradigen – so entstand die Insel. Weiter geht es in südlicher Richtung, immer den Rhein entlang, Alt-Dettenheim links liegend lassen. Ausgewiesene Gemarkungsflächen mit den Namen wie  Weichau und Torfwiesen belegen dabei den Bezug zum wässrigen Areal im Unfeld des mächtigen Rheins.  Baggerseen und ein Rheinentwässerungskanal  Ergänzen zudem das landschaftliche Bild in diesem Landstrich. Bald ist die Insel Rott erreicht, ein idyllisches Naherholungsgebiet, beliebt bei Radfahrern, Wanderer, Angler und Bootsfahrern. Zudem haben Tagesgäste hier die Möglichkeit in zwei Fischrestaurants einzukehren. Was folgt ist der vielleicht spektakulärste Abschnitt dieser Passage. Zwischen der Insel Rott  und Leopoldshafen erstreckt sich das „Lange Loch“. Studiert man die Karte entdeckt man in diesem Areal ein wasserreiches Geflecht. Bis 1772 mäanderte der Rhein durch diesen Landschaftsstrich. Nach einem Bruch des alten Wasserbettes und zahlreichen Nebenarmausbildungen erfolgte eine Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert. Was fortan blieb [read more…]
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Der Rheinauenweg von Mannheim nach Germersheim

Mannheim/Rheinau, den 12. Januar 2019 – Die zweite Etappe auf dem vom Odenwaldklub ausgewiesenen Wanderweg setzt in Rheinau südlich des Mannheimer Zentrums ein. Man merkt, dass Richtung Süden die starke industrielle Ausprägung, die sich insbesondere am Wirtschaftsstandort Ludwighafen/Mannheim konzentriert, langsam ausläuft. Studiert man die Wanderkarte so verdeutlicht sich insbesondere auf  dieser Passage im Abschnitt zwischen Rheinau und Rheinsheim der mäandernde Verlauf des Altrheins. Im 19. Jahrhundert war es Ziel, den Rhein für die Schifffahrt auszubauen. Um möglichst wenig Erde zu bewegen arbeitete man seinerseits mit Durchstiche um den Fluß zu verbreitern und zu beegradigen. Das Durchstechen der Mäander verkürzte die Strecke zwischen Basel und Bingen um immerhin 81 km. Vom Bahnhof Rheinau geht es zunächst drei Kilometer durch das am Rheinauhafen angesiedelte Industriegebiet, um direkt in das 650 Hektar große  Naturschutzgebiet Schwetzinger Wiesen einzutauchen. Eine handvoll ehemaliger Tongruben prägen dabei diesen Naturraum. Heute sind die Schwetzinger Wiesen eine vom Rhein geprägte Auenlandschaft, die reich strukturiert ist und ein vielfältiges Mosaik verschiedenster Biotope aufweist. Das Spektrum reicht von Altrheinarmen, Auwald und Verlandungsbereichen, über ehemalige Tongrubengelände, die heute mit Wasser gefüllt sind, Röhrichte und Schilfareale bis hin zu weiten Pfeifengraswiesen, die von artenreichen Buschsäumen begrenzt sind. Das Gebiet ist geprägt durch jahrhundertelange Nutzung (Landwirtschaft, Tongruben, Ziegeleien, Waldrodung, Wiesenwirtschaft und Kiesabbau), die nach der Ausweisung als Natur- und Landschaftsschutzgebiet in den meisten Bereichen zum Erliegen kam. Seither wird versucht, das Gebiet möglichst naturnah zu gestalten. So entstand beispielsweise der heutige Anglersee des ASV Rohrdorf 1965 durch das Ausbaggern von 1,7 Millionen Kubikmeter Kies, die für den Ausbau der Autobahnstrecke Mannheim-Walldorf [read more…]
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Der Rheinauenweg von Worms nach Mannheim

Worms, den 6. Januar 2019 – Es gibt Touren die sich bestens für die lausige Wanderzeit eignen – hierzu zählt unter anderem der Odenwälder Rheinauenweg. Zunächst verwirrend der eigentliche Streckenverlauf des vor 18 Jahren vom Odenwaldklub ausgewiesenen Hauptwanderweges. In den aktuellen Bestandskarten ist noch der ursprüngliche Streckenverlauf über 80 Kilometer von Seckenheim nach Karlsruhe ausgewiesen, in Onlineforen ist die neu konzipierte Route von Worms nach Karlsruhe über 120 Kilometer hinterlegt, und nach aktuellesten Informationen der OWK-Geschäftsstelle verläuft die neu konzipierte Strecke von Mainz nach Karlsruhe über insgesamt 189 Kilometer. So wird zum Jahresstart zunächst die Südtangente von Worms Richtung Karlsruhe unter die Sohle genommen. Gestartet wird zeitig, noch zu dunkler Stunde, in der Nibelungenstadt Worms. Der Frühstart lohnt sich, denn zum Start steht die Querung der Nibelungenbrücke mit dem beleuchteten Nibelungenturm, dem Wahrzeichen der Stadt Worms, an. Über der Flußmitte des Rheins quert man die Pfälzer Grenze um das hessische Gebiet zu betreten. Bis 1920 wurde hier noch Brückenzoll erhoben. Auf der hessischen Seite setzt der Streckenverlauf Richtung Süden ein, um in das Lampertheimer Altrheinareal einzutauchen. Hier findet man eines der größten hessischen Naturschutzgebiete vor.  In Sommermonaten toben sich hier aggressive Stechmücken aus –  ein Preis der gewollten Naturbelassenheit dieser Region. Hinter dem BASF-Werk Lampertheim empfiehlt es sich, den sehr gute markierten Wanderweg, der mit einem blauen „R“ auf weißem Spiegel markiert ist, zu verlassen. Anstelle der drögen Wegfolge entlang der Chemiestraße durch das Lampertheimer Industriegebiet quert man die L 3110 um entlang des  Lampertheimer Altrheingebietes zu wandern. So geht es [read more…]
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Die Hessische Apfelweinstraße

Steinheim, den 15. Dezember 2018 – Der Rheingau hat den Rieslingspfad, in Bamberg setzt der 13-Brauereien-Weg ein, im Unterfränkischen lockt der Rotweinwanderweg, im Schwarzwald heißt es am Schnapsbrunnenweg „5% in den Beinen und 40% im Magen“ und in Südhessen kann man auf den Spuren des Hessischen Nationalgetränks umgangssprachlich“Eppelwoi„, und „Apfelwein“ im allgemein verständlichen Terminus, wandeln. Seit 1972 gibt es eine Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Apfelweinstraße, die es sich seinerseits zum Ziel gesetzt hat, das hessische Brauchtum und hier speziell alles was Leib und Seele gut tut, zu fördern.  So nebulös der Streckenverlauf der Hessischen Apfelweinstraße, so unklar die Entstehungsgeschichte der Route, die offiziell von Steinheim bei Hanau bis nach Frankfurt führt.  Einer Quelle zufolge wurde die Straße bereits 1958 angedacht , andere Quellen berufen sich auf 1982. Die Homepage der Arbeitsgemeinschaft: out of order. Fruchtlos die mehrfachen Anfragen an die Stadt Hanau. Peinlich nur. daß sich Hanau anschickt demnächst ein Apfelweinmuseum zu eröffnen. Rasch dagegen das Feedback der Tourismus GmbH Frankfurt, welche allerdings die Hessische Apfelweinstraße mit den Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenrouten verwechselte. Einzig Peter Heckert, ein Heimat- und Familienforscher aus Maintal, der sich unter anderem auch intensiv mit dem Thema Apfelwein auseinandergesetzt hat, gab den entscheidenden Fingerzeig zum ursprünglichen Streckenverlauf. Hinweisschilder, die einst entlang der Strecke angebracht wurden gibt es nicht mehr – Orientierungstafeln mit denen die Ebbelwoischenken seinerseits gekennzeichnet wurden – Fehlanzeige. Umso spannender gestaltete sich diese Scouttour auf den Spuren des „Ebbelwois“. Gestartet wird im Hanauer Stadtteil Steinheim, dort wo angabegemäß der Hessische Apfelweinstraße offiziell einsetzt.  Eine entsprechende [read more…]
bis 35 km

Deutschlands häßlichste Stadt?

25. November 2018 – Deutschlands häßlichste Stadt? Schon der Titel  provozierend und anmaßend. Die Steilvorlage hierzu lieferte das NDR-Magazin „extra 3“ Die Redaktion hatte in diesem Jahr die Zuschauer  dazu aufgerufen, die nach ihrer Meinung hässlichste Stadte der Republik zu küren. Der „Sieger“ dieser zweifelhaften Ehre:  Ludwigshafen, welches sich  mit deutlichem Abstand gegen Konkurrenten wie Gießen, Dortmund und Saarbrücken durchsetzte Ludwigshafen – die zweitgrößte Stadt der Pfalz, eine sehr junge Stadt hervorgegangen aus der ehemaligen Mannheimer Rheinschanze, 1853 erstmalig amtlich als eigenständige Gemeinde deklariert,  Heimat des größten zusammenhängenden Chemiestandortes der Welt, vormals in bayrischer Hand gewesen (der Städtename wurde zu Ehren von König Ludwig den I. von Bayern vergeben)und in ständiger Dauerfehde mit der auf der anderen Seite des Rheins gelegenen badischen Stadt Mannheim. Aus Mannheimer Sicht wird die Ansiedlung jenseits des Rheins abfällig „Lumpenhafen“ genannt, es grassiert die Einstellung „Das Schönste an Ludwigshafen ist die Straße nach  Mannheim“ und der Spruch „Wen der liebe Gott will strafen, den schickt er nach Ludwigshafen. Jedoch die Faktenlage sieht anders aus. Nach einer aktuellen Untersuchung des Wirtschaftsmagazins „Wirtschaftswoche“ belegt Ludwigshafen unter der Rubrik „Industrie der Zukunft“ Platz 8 von 71 kreisfreien Städten über 100.000 Einwohner.  Mannheim, welches „nur“ auf Platz 13 ausläuft hatte es bereits 1865 versemmelt. Just in diesem Jahr wurde eine Konzession  zur Ansiedelung der Badischen Anilin- und Sodafabrik erteilt. Diese war kurz zuvor gegründet worden, hatte aber vom Mannheimer Gemeinderat kein Gelände zugebilligt bekommen, weshalb die „badische“ Firma in die Pfalz übersiedelte. Bald wurde der lange Firmenname in BASF abgekürzt, ein Weltkonzern der [read more…]
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Rheinische Flachwasserwanderung

Budenheim, den 17. November 2018 – Leere Schiffe – tote Fische. Besorgniserregend – so die Akutmeldungen all derjenigen, die vom Wassernotstand eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen des Erdballs betroffen sind. Ob Tankstellen, Zementwerke, oder Stahlproduzenten, ganze Branchen leiden unter dem erheblichen Wegfall von Transportkapazitäten per Schiff. Aktuell sind die großen Binnenschiffe, die auf dem Rhein unterwegs sind maximal mit einem Drittel der Ladekapazitäten nutzbar. Betrachtet man die aktuellen Pegelstände im Vergleich zu den gemittelten Langzeitwerten, dann verdeutlicht sich das ganze Ausmaß des Wassernotstandes. Aktuell liegt der Rheinpegel in Bingen bei 59 cm. Der Mittelwert liegt bei 208 cm, der höchste bekannte Wasserstand wurde 1988 mit 619 cm gemessen – und der niedrigste bekannte Wasserstand im Jahre 1985 bei 32 cm. Jedoch, aus  der Wanderbrille betrachtet bietet die derzeitige Wasserlage einen spannenden Ansatzpunkt für eine interessante Exkursion entlang der teilweise freigelegten Rheinauen. Gestartet wird um die Ecke von Mainz, in Budenheim, dort wo sich in westlicher Richtung rheinaufwärts das Naturschutzgebiet Hader Aue –Königsklinger Aue erstreckt. Das Naturschutzgebiet besteht aus ausgedehnten Weichholzauewäldern, extensiv genutzten Wiesen und naturnahe Ufer- und Strandabschnitte und dehnt sich auf einer Fläche von 165 Hektar aus. Durch die angespannte Wasserlage eröffnen sich interessante Sichtachsen über die ansonsten unter Wasser stehenden Areale. Spannend der Wegeverlauf. Man passiert mächtige Stieleichen, Silberweiden und Pappeln, teilweise in bizarren Formen und Formationen. Fernab der Mainstreamwandewege Rheinburgenweg auf dieser Seite und Rheinsteig auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich ein herrliches Wandergebiet zwischen Budenheim und Bingen. Das einzige Manko: die Steigungen fehlen. Den Weiler Heidenfahrt passierend geht es [read more…]
bis 35 km

Durch das Pfälzer Felsenmeer

Neustadt An der Weinstraße, den 3. November 2018 Seitenwechsel –  50 Kilometer westwärts. Just eine Woche nach der spektakulären Felsenmeerrunde durch den Odenwald stand eine nicht minder faszinierende Tour – diesmal durch  den Pfälzer Wald an der Südlichen Weinstraße an. Gestartet wird im Epizentrum der deutschen Weinkultur, in Neustadt an der Weinstraße. Alljährlich wird hier das Deutsche Weinlesefest ausgerichtet und alljährlich wird hier die Deutsche Weinkönigin gewählt. Mit 53.000 Einwohnern zählt die Weininsel zudem zu den zehn größten Städten von Rheinland Pfalz. Bereits bei Anfahrt kann man die zu erwartende Textur des Wanderwegverlauf studieren. Mit 136 Höhenmeter schmiegt sich die Kommune an den östlichen Rand des Pfälzer Waldes, dort wo es gleich steil bergauf geht, zu den höchsten Erhebungen des Pfälzer Waldes. Vom Neustädter Bahnhof aus folgt man zunächst dem Pfälzer Weinsteig gen Süden Richtung Sankt Martin. Die herbstliche Jahreszeit vielleicht sogar die Schönste für diese Exkursion. Zunächst geht zügig aufwärts über den Nollensattel Richtung Zigeunerfels. Entlang des Römerweges passiert man ein gewaltiges Mauseleum der Familie Freytag. Conrad Freytag ein Sohn der Stadt, war im 19. Jahrhundert ein Pionier des deutschen Eisenbetonbaus. Vom 269 Meter hoch gelegenen Zigeunerfels, einer markanten Buntsandsteinformation, hat man eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Pfälzer Mittergebirgslagen einschließlich der gegenüberliegenden Wolfsburg. Weiter geht es moderat, aber ständig aufwärts hinauf zum 490 Meter hoch gelegenen Nollenkopf. Hier oben kann man drei beschriftete Sandsteine besichtigen, die 1697 in der Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges angelegt wurden. Zweifelsohne hat dieser Ort eine magische Ausstrahlung. Vom Nollenkopf führtendie nächsten Kilometer über eine ansehnliche [read more…]
bis 35 km

Best of Odenwald – Die Felsenmeerrunde

Alsbach-Hähnlein, den 27. Oktober 2018 – Der Odenwald. Im Herzen Deutschlands gelegen,  für Geologen ein Mittelgebirgsareal mit Weltruf,  „Sagenhaft“ im wahrsten Sinne des Wortes und für Wanderer ein absoluter Geheimtipp.  Wer sich mit dem Odenwaldvirus infizieren möchte, dem sei diese Exkursion hochgradig empfohlen. Hier hat man beste Gelegenheit ein breites Spektrum der Erdgeschichte und die kulturelle Prägung dieses Landstriches mit den Wanderschuhen zu entdecken. Recherchiert Wandersfrau/-mann  über das Odenwälder Felsenmeer in Wanderführern und Outdoorforen so werden einige Rundrouten im Spektrum zwischen neun und fünfzehn Kilometern angeboten, zumeist mit dem Anspruchsgrad „schwierig“ klassifiziert. Langstreckenwanderer, für die es ein Stückchen mehr in jeglicher Hinsicht sein darf, sei jedoch die hier  vorgestellte Passage ausdrücklich empfohlen. Gestartet wird an der Burgruine Schloß Alsbach, oberhalb der noch im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg gelegenen Kommune Alsbach-Hähnlein.  Ein Wanderparkplatz steht direkt unterhalb der Burg zur Verfügung, wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kann von Alsbach aus direkt eine moderate Bergwertung  hinauf zum Schloß einplanen. Die ehemalige Trutzburg, die früher Burg Bickenbach genannt wurde, ist zu früher Morgenstunde noch nicht zugänglich. So kann man idealerweise eine Besichtigung des Areals nebst Einkehr in die hier befindliche Burgschänke als Schlußpunkt dieser Tour einplanen.  Augenfällig bereits zum Start, die Vielzahl der markierten Premiumwanderwege, die hier an der Odenwälder Bergstraße vorzufinden sind. Burgenweg, Blütenweg, Nibelungensteig, Alemannenweg. Darüber hinaus eine Vielzahl lokaler Rundwanderwege die es erlauben diese Region in vielschichtiger Art und Weise kennenzulernen. Gefolgt wird zunächst dem Alemannenweg, ein zertifizierter Qualitätswanderweg „Wanderbares Deutschland“.   Als erstes Teilziel steht zunächst die größte Erhebung der südhessischen Bergstraße, der 517 [read more…]