Regionalpark Rhein Main Seulberg – Kriftel

Seulberg, den 4. März 2018 –

Nicht zwingend der  prickelndste Abschnitt des 190 Kilometer langen Regionalparktrails rund um den Großraum Frankfurt – aber schon die Frischluftdosis an einem zunächst trist startetenden Märzmorgen ist auch schon etwas wert. Nach bitterkalten Wochen schwenkt das Thermometer um. Ein Wintergruß der Nacht zieht sich über die Landschaft des Vorderen Taunus bei Bad Homburg und  der dichte Nebelvorhang macht die Sicht auf die Frankfurter Skyline und die Anhöhen des Taunus zunichte.

Flach wie ein Pfannkuchen ist der Landstrich in dieser Region um Seulberg. So folgt man der ausgeschilderten Regionalparkrundroute und quert idealerweise Gonzenheim, statt der tatsächlichen Streckenführung zu folgen, die eine Umrundung der Kommune mit integrativem Besuch eines Lernbauernhofs vorsieht, was jedoch jahres- und uhrzeitbedingt nicht sinnvoll erscheint.

Trister Start im März
Orientierungspunkt  Bad Homberger Kreuz

Rasch ist der Ortsrand von Ober-Eschbach erreicht, wo man den Taunengraben quert. Hier stößt man auch auf den bekannten Höderlinpfad, der bereits in diesem Blog beschrieben wurde, ein  interessanter geschichtsträchtiger Weg, der von Frankfurt nach Bad-Homburg den Spuren des großen Dichters folgt.  Man folgt der Agrar-Kultur-Achse, an der blaue und rote Rohrskulpturen installiert wurden und den Anbau  und die Verwendung der Kulturpflanze Mais veranschaulichen.

Man muss sie schon suchen – die optischen Highlights entlang der Strecke
Ein alter Bildstock – 1992 neu eingefaßt
Kilometerangabe der Regionalparkrundroute – gerechnet ab der Mainspitze bei Mainz
Sitzkiesel – heute nicht gerade einladend….
Baum- an Stahlskelett
Willkommen an der Agrar-Kultur-Achse-
..dem ersten Farbtupfer des Tages

Vorbei an Steinbach, den markanten Wasserturm der Kommune im Auge habend, quert man bald das wahrscheinlich weltweit einzige Äppelwoibrückchen am gleichnamigen Bach. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten Ausflügler aus Frankfurt eine Querungsmöglichkeit des Steinbachs gesucht um den hier produzierten Apfelwein zu verköstigen. So beschloss man just an dieser Stelle eine Brücke zu errichten. Weiterhin befand sich hier auch eine Offenbacher Exklave auf preußischem Gebiet.  Heute hat man noch einige lose Grenzsteine, der insgesamt 95 damals gesetzten Grenzmarkierungen an der Äppelwoibrücke zusammengetragen.

Verheißungsvolle Landmarken
Hier verläuft auch ein sehr spannender Pilgerweg
Schon interessant, wie sich die politischen Ansichten drehen….
Sinnfreie Bankinstallation
Grenzsteinsammlung an der ehemaligen Exklave Steinbach….
….unmittelbar an der Äppelwoibrücke gelegen

Im weiteren Wegeverlauf kreuzt man zwei Pilgerwege, den Elisabethenpfad der nach Marburg führt , und den Bonifatiussweg der von Mainz nach Fulda verläuft – beides sehr zu empfehlende Strecken. Bald ist Eschborn erreicht, wo man ausreichende Einkehrmöglichkeiten vorfindet.

Schimmel auf Schnee – passend zur Jahreszeit
Kunstobjekt „Schiefer Wald“. Das Werk erinnert an die Schlacht der Kronberger Ritter gegen die Frankfurter Bürger im Jahre 1389, die hier auf dem Flurstück „Streitplacken“ stattfand. Es war ein Kampf um Einfluß in der Region, zwischen Stadt und Land. Die Künstler übetrugen den Konflikt in ein wachsendes lebendiges Kunstwerk.
Kein Kunstwerk sondern realtriste Ansicht Richtung Eschborn
Sehr zu empfehlen – eine alteingessene Wirtschaft in Eschborn
Hier kann man den heißen Äppelwoi nur mit Handschuhe anfassen….
…haut- und magenfreundlicher hingegen ein wunderbar kühles Bier

Langsam setzt sich die Sonne durch und legt die Blickachse Richtung Frankfurt-Hoechst, wo ein gleichnamiges Chemieunternehmen angesiedelt ist, frei. Zwischen Eschborn und Sulzbach quert man das Arboretum. Der lateinische Begriff steht für „Platz für Pflanzen“ Hier kann man auf 76 Hektar mehr als 600 Baum- und Straucharten aus dem gesamten Gebiet der nördlichen Halbkugel bewundern – jedoch nicht zwingend um diese Jahreszeit.

Das Arboretum – zu fast allen Jahreszeiten zu empfehlen
Na endlich – der blaue Himmel drückt durch und die ersten Frühlingsboten ebenso
Weit verbreitet in der Region – ausgedehnte Schrebergartenareale
Dieser Bildstock, der „Steinerne Jakob“ steht hier bereits 503 Jahre. Das Loch in der Mitte läßt auf ein ehemaliges Andachtsbild schließen.
Diese Zuckerrüben haben den Winter nicht überlebt
Einer der vielen Hofgüter entlang der Route
2009 haben die Chinesen die 1911 errichtete Villa in Liederbach erworben. Strategisch günstig, da die Vorwahl der Telefonnummer identisch ist mit der Frankfurter Vorwahl.
Blick auf den Chemieriesen Hoechst, nebst Jahrhunderthalle
Willkommen im Ziegeleipark Kriftel…
Hier war einst eine Tongrube, die später mit Industriemüll verfüllt wurde. Heute erinnert ein Landschaftspark an das ehemalige Areal

So quert man zielgerichtet Sulzbach, kreuzt das darauffolgende Liederbach und schwenkt vor Hofheim am Taunus zum Tagesendziel nach Kriftel ein, welches nach geruhsamen 31 Kilometern und unspektakulären 209 Höhenmetern erreicht ist.  Was bleibt ist die Aussicht auf eine spannende Folgepassage, die zur Mainspitze nach Mainz führt und einige interessante Wegestationen beinhaltet.

 

 

 

 

 

 

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