Regionalpark Rhein Main Dörnigheim-Seulberg

Dörnigheim, der 24. Februar 2018 –

Runde Zwei des Regionalparktrails startet auf der anderen Seite des Mains, vis a vis des letztmaligen Zielortes Mühlheim in  dem gegenüberliegenden Dörnigheim, ein Stadtteil von Maintal. In Dörnigheim folgt man dem alten Leinpfad entlang des Mains, dort wo man früher mit schweren Tauen Schiffe getreidelt hatte.  Heutzutage ist aus dem  Leinpfad ein gut ausgebauter Weg geworden, der von Radfahrern, Inlineskatern und Spaziergängern gerne frequentiert wird.

Prächtig der Tagesanfang mit insgesamt zehn prognostizierten Sonnenstunden bei jedoch eisigen Konditionen. Die Russenpeitsche schleust kalte Luftböen nach Zentraleuropa – gefühlter Temperatureintrag : minus 10 Grad. Jedoch bereits am frühen Morgen sind einige eisenharte Jogger und Hundebesitzer unterwegs.

Gestartet wird am Main bei Maintal/Dörnigheim
Eiskalter aber sonnendurchfluteter Tagestart
Mächtige Platanen flankieren den Leinpfad
Der Leinpfad mäandert entlang des Mainufers
Noch zu kalt für eine Sitzpause an den Regionalparkkieseln

Entlang des Mainweges sind einige Kunstobjekte als integrativer Bestandteil der Regionalparkroute installiert. Nach vier Kilometern entlang des Mains ist die Kesselstadt in Hanau erreicht.  Von hinten erschließt man Schloß Philipsruhe, ein Barockschloß mit angegliederten englischen Garten.  Ab Frühjahr empfiehlt sich hier durchaus eine Einkehr an den hier befindlichen Mainterrassen, die von einem hier ansässigen gastronomischen Betrieb bewirtschaftet werden.

Stilleben am Mainufer
Des Rätsels Lösung: Die Kirche am Fluss. Mit dem Ausbau der Elektroversorgung entstand 1921 mitten im Main an dieser Stelle ein Wasserkraftwerk, welches 1989 abgerissen wurde. Diese Installation am Leinpfad erinnert an dieses Industriedenkmal
„Beliegbar“ heißt diese Installation. Bunte Betonhandtücher sind ausgebreitet und laden ein zum hinlegen – aber nicht zwingend bei minus 7 Grad
ein(fach) kreativ
Das Areal von Schloß Phillipsruhe ist erreicht
Zuvor geht es noch vorbei an der Installation „Begehbar“
Keine Installation sondern pralle Natur – ein mächtiger Mistelballen hat als Halbschmarotzer den Baum besetzt
Hinein in den Schloßpark
Das mächtige Barosckschloß von vorne
Imposant das vergoldete Eingangstor, welches allerdings erst einhundert Jahre nach Errichtung des Schlosses angebracht wurde.

Vom Schloß quert man den Hanauer Stadtteil Kesselstadt, dessen Namensgebung einem ehemaligen römischen Castell zu verdanken ist, um zum zweieinhalb Kilometer entfernten Park Wilhelmsbad zu gelangen. Angeblich fanden hier 1709 zwei Kräuterfrauen eine mineralhaltige Quelle. Siebzig  Jahre später errichtete man hier eine Bade-, Park-und Kuranlage.  1815 versiegte die Mineralquelle und vierzig Jahre später wurde der Kurbetrieb eingestellt. Heute ist das Areal ein beliebtes Naherholungsgebiet und beheimatet unter anderem das Hessische Puppenmuseum.

Und hier in der Region befindet sich das Epizentrum hessischer Apfelweinproduzenten
Willkommen im historischen Kurpark
Diese „Burgruine“ – schlichtweg als Fake errichtet und integrativer Bestandteil der damaligen Kurparkanlagen
Nur noch das Äußere….
…erinnert an den damaligen Kurbetrieb
Auch wenn es knacke kalt ist – Brotzeit muß sein

Dem historischen Simmelsweg folgend geht es weiter durch eine kurze Waldpassage in der Gemarkung Hohe Tanne, um sich dann für den Rest des Tages auf offenem Areal den eisigen Windböen zu stellen.

Lediglich in diesem kurzen Waldstück kann man sich vor den eisigen Windböen schützen
Rundrum ausgezeichnet beschildert ist die gesamte Regionalparkrundroute
Auf den Spuren alter Römer

Vorbei an Wachenbuchen geht es nordwärts Richtung Wetterau und stößt nach einigen Kilometern auf die Hohe Straße, einem uralten Handelsweg, der seinerseits die Messestädte Leipzig und Frankfurt verband. Mit viel Engagement und Aufwand wurde der Regionalparkabschnitt „Hohe Straße“ mit markanten Aussichtspunkten, Rastplätzen und aufwändiger Gestaltung historischer Stätten entwickelt. So ist der Abschnitt der Hohen Straße auch integrativer Bestandteil des römischen Fernweges Via Regia.

Die Tageslosung :East“. Wenn der Russe die Türe aufläßt zieht es wie Hechtsuppe
..und mächtig rotieren die Windräder auf der Hochebene Richtung Wetterau
Wenn der Flintenmann unterwegs ist…
…kratzt man am besten sehr schnell die Kurve
Mächtiger Schattenwurf…
..von mächtigen Anlagen…
Ein Eldorado speziell für Radler
Ein markanter Fixpunkt an der „Hohen Straße“. Hier am Lausbaum war für Messeleute die letzte große Raststation auf dem langen Weg von Leipzig nach Frankfurt
Das Kraftwerk Staudinger bei Hanau
Die Leseecke – ein Methapher an die jährlich stattfindenden Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Denn eine wichtige Handelsware zwischen den beiden Messestädten war das Buch.
Und über die Große Loh kann man schon die Skyline von Frankfurt erblicken
Westwärts geht es weiter…

In der Gemarkung des Lohfeldes schwenkt man nördlich Richtung Niederdorfelden ein, dort wo sich die Gewässer Nidder und Nidda verschmelzen.  Durch Gronau führt die Passage Richtung Karben, immer der renaturisierten Nidda entlang.  Die vier Kilometer lange Schleife zum Dottenweiler Hof, kann man sich allerdings als Wanderer auch in Anbetracht der Jahreszeit getrost ersparen.

…mit Blick auf die Ausläufer des Taunus
Bester Lehmboden

Technisch führt der Regionalparkrundweg, der grundsätzlich als Radweg konzipiert wurde,  in einer Großschleife über Okarben. Mangels lohnens- und bemerkenswerter Streckenpunkte empfiehlt es sich für Langstreckenwanderer über fußfreundliche Feld- und Wiesenwege  die Passage westwärts unterhalb von Petterweil einzuschlagen.  So stößt man an der Schlappermühle bei Erlenbach wieder auf die ursprüngliche Regionalparkroute.

Dort wo sich Nidda und Nidder vereinen
Und immer wieder tolle Raststationen entlang der Regionalparkrundroute….
….zwischendurch angereichert mit den bewährten Sitzkieseln
Über den Erlenbach
Vorbei am offiziellen Kilometer 57 der insgesamt 190 Kilometer langen Passage
Die A5 querend mit Blick auf Downtown Frankfurt

 

Am Wegepunkt Sonnendeck am Rehlingsbach ist Seulberg erreicht, um von dort aus via S-Bahn mit Umstieg in Frankfurt Süd nach einer weiteren Stunde den Ausgangsort in Dörnigheim wieder zu erreichen.  Facettenreiche 37 Kilometer mit einer Vielzahl von interessanten Eindrücken und weitreichenden Ausblicken in die Regionalparklandschaft Rhein-Main.

Das Sonnendeck bei Seulberg ist erreicht

 

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