Marathon

Von Trullo zu Trullo

Bockenheim an der Weinstraße, den 09. September 2018 – Man erzählt sich, dass bereits im Mittelalter italienische Handwerker in die rheinhessische Region gezogen seien. Durch den heimwehbedingt hohen Alkoholkonsum und den damit verbundenen großen Zechen langte das Geld hinten und vorne nicht mehr um große Häuser zu bauen. So entstanden in den Weinbergen die apulisch-typischen Trulli als Unterkunft für die italienischen Freunde. Diese und andere Schoten ranken sich um die Entstehungsgeschichte der Trulli, die, einzigartig in Deutschland, hier seit mehr als 200 Jahren vorzufinden sind. Der Trullo, die Trulli. Vorzufinden vor allem in Apulien, aber auch in Irland, in der Schweiz, in Skandinavien, Frankreich und in Nordafrika. Die Wahrheit liegt scheinbar woanders. Mitte des 18. Jahrhunderts herrschte in der waldarmen Region Brennholzmangel. So plünderten Anwohner die Weinberge, stahlen Trauben und Pfähle die zur Sicherung der Weinstöcke dienten. Im Zuge einer 1747 erlassenen Flurbewachung wurden einfache Bauten mit einem Kraggewölbe und eingelassenen Gucklöchern errichtet. So konnte man die Weinberge überwachen, und hatte zugleich einen Schutzraum und einen Unterstellraum für Gerätschaften. Heute sind die Trulli ein Wahrzeichen, speziell im äußersten Süden Rheinhessens, dem sogenannten Wonnegau. So sind zwischen Bockenheim, dem nördlichsten Zipfel der Deutschen Weinstraße und Flörsheim-Dalsheim mehr als 20 dieser historischen Weinberghäuschen vorzufinden. Mittlerweile stehen die meisten dieser Bauten unter Denkmalschutz. Gestartet wird in Bockenheim am Haus der Deutschen Weinstraße. Leider gibt es kein explizites Lageverzeichnis der Trulli. Einzig eine Übersichtskarte der jährlich um Juni stattfindenden Trullo- Radwanderung kann als Orientierungshilfe herangezogen werden. In Ergänzung mit einer OSM-Karte, auf der die [read more…]
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Alzenauer Kulturmarathon

Alzenau, den 26. August 2018 Die Rezeptur ist einfach. Man nehme drei bestehende Europäische Kulturwanderwegsschleifen im Spessart, verzahne diese und heraus kommt ein wunderbarer Trail, der sich nicht nur hinsichtlich der Kilometeranzahl sondern auch bezüglich der kulturellen Eindrücke als regelrechter Marathon entpuppt. Alzenau – die nordwestlichste Stadt Bayerns, unmittelbar an der hessischen Grenze gelegen, bergige Einstiegsflanke in den nördlichen Spessart, östlicher Endzipfel der Mainebene, dank der Mönche des Klosters Seligenstadt seit mehr als 1.000 Jahren mit einem respektablen Weinanbaugebiet gesegnet und seit der Gebietsreform 1972 auf-, manch eine böse Zunge behauptet auch untergegangen, im unterfränkischen Kreis Aschaffenburg. Jedoch, verstecken braucht sich dieser Landschaftsstrich nicht – im Gegenteil. Reich die Geschichte dieser außergewöhnlich wirtschaftsstarke Region. Nicht umsonst sind drei Europäische Kulturwanderwegsschleifen durch die Alenauer Region gezogen, die es Wert sind näher zu betrachten. Gestartet wird am Marktplatz, unweit der markanten Burganlage, die seit 1400 das Städtebild prägt. Die Kernstadt selbst, sauber und aufgeräumt und adrett hergerichtet. Den Marktplatz querend, geht es vorbei an der St. Justinuskirche in östlicher Richtung die Kahl querend und weiter den Rückersbach folgend.  Quasi ein Katzensprung, dann ist Wasserlos erreicht, ein Stadtteil von Alzenau, der auf dem Rückweg  noch näher beleuchtet wird. Der Kulturweg zieht zunächst eine westliche Schleife um Wasserlos herum und passiert den außerhalb der Ortsteile Wsserlos und Hörstein gelegen jüdischen Friedhof, der 1810 angelegt wurde. Weiter geht, Hörstein querend, vorbei an der Pfarrkirche, deren Turm bereits im 15. Jahrhundert zunächst als Wehrturm ausgebildet wurde. Weiter ostwärts wandernd geht es steil hinauf zum Hörsteiner Abtsberg, dort wo [read more…]
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Südlich des Äppeläquators

Schollbrunn, den 5. August 2018 – Die Mischung macht es! Man nehme schattige Waldpassagen um der Sonneneinstrahlung zu entfliehen, und kombiniere zwei Kulturwege angereichert mit hin-und ausreichenden Einkehrmöglichkeiten. Die Belohnung: eine außergewöhnliche Kultur- und Naturwanderung für ambitionierte Wanderfreunde. „Pathways to Cultural Landscapes“ lautet ein EU-Projekt zur Erschließung von Kulturregionen in der Europäischen Gemeinschaft. So engagiert sich in Deutschland insbesondere die Region Spessart seit einigen Jahren und hat mittlerweile ein dichtes Netz an Kulturwegen geschaffen um diese Mittelgebirgslandschaft erlebbar und begehbar zu machen. Gestartet wird im unterfränkischen Schollbrunn, dort wo zwei europäische Kulturwege, die Mühlenstraße Haseltal (fünf Kilometer) und der Kulturweg Schollbrunn (vierzehn Kilometer) nebeneinander liegen. Verzahnt man beide Wege so kann man eine abwechslungsreiche 38 Kilometer lange Rundroute genießen. Idealerweise startet man am Wandermarktplatz der vor den Toren der 1281 erstmals erwähnten Kommune eingerichtet wurde. Neugierig macht das Leitthema des ersten Abschnittes: „Südlich des Äppeläquators“. Schollbrunn liegt nämlich an eine der bekanntesten Sprachgrenzen Deutschlands, dem main- und rheinfränkischen Dialekt – doch dazu später mehr. Empfehlenswert ist es zudem die Wanderung nicht zu früh anzugehen, damit man die reelle Chance hat, just in time zu den Öffnungszeiten der ersten Einkehrstation (11.00 Uhr) in der Kartause  Grünau aufzuschlagen. Es wäre schade, wenn man diese Gelegenheit nicht wahrnehmen würde. Man folgt zunächst der auffälligen Wegekennzeichung in nordwestlicher Richtung und erreicht nach einem Kilometer einen kleinen Wildpark. Schon im Mittelalter unterhielten die Landherren Wildparks, um die Versorgung des Hofes mit Frischfleisch sicherzustellen. Heutzutage sind Parks ein Teil des Naherholungskonzeptes und sprechen insbesondere Familien an. Weiter geht [read more…]
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Auf dem Spessartbogen nach Schlüchtern

Bad Orb, den 29. Juli 2018 – Auf erdigen Pfaden durch stille Wälder wandeln, vorbei an idyllischen Weihern. Nimmt man den Spessartbogen unter die Schuhsohle, so lässt man sich ein auf eine schattige Wanderpartie in einer naturbelassenen dichtbewaldeten Region. Wald pur, so auch das Credo der zweiten Passage von Bad Orb nach Schlüchtern, letztendlich ein Idealfall für heiße Sommertage. Seit 2012 ist der Spessartbogen als Qualitätswanderweg zertifiziert,  jedoch spektakuläre Highlights, wie sie oftmals auf diesbezüglichen Qualitätswanderwegen erwartet werden, sind fehl am Platz. Es ist die Summe der Wegtextur, die den eigentlichen Reiz des Weges ausmachen. Auf gut markierten Naturwegen steht das Genußwandern im Vordergrund. Was der Japaner als Waldbaden huldigt, firmiert in unseren Gefilden als kontrollierte Entschleunigung – allemal in beiden Fällen eine galante Art der jahreszeitbedingten  Hitzelethargie ein Schnippchen zu schlagen. Frühstarter sollten die die 43 Kilometer lange Passage mit einem gut gefüllten Rucksack antreten, denn die einzigen beiden Ortschaften, die auf der Strecke liegen werden zu Uhrzeiten erreicht, an denen die dort ansässigen Gastwirtschaften noch geschlossen haben. Gestartet wird in der Kurstadt  Bad Orb, die schon seit Jahrhunderten für ihre salzhaltigen Quellen bekannt ist. Rasch geht es aufwärts um auf den bewaldeten Einstieg in das Haseltal zu stoßen. Immer entlang der gemächlich vor sich hinplätschernden Hasel, vorbei an einer aufwändig gestalteten Kneipp-Anlage  stösst man am Ende des Tals auf das bewirtschaftete Jagdhaus Haselruhe. Wer hier einkehren möchte, sollte jedoch in Bad Orb nicht vor 10:30 Uhr starten, was für ambitionierte Langstreckenwanderer im Regelfall nicht darstellbar ist. Stetig aufwärts gehend [read more…]
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Auf dem Spessartbogen nach Bad Orb

Langenselbold, den 3. Juni 2018 – Eines vorneweg. Man muss Wald mögen. Mangelt es an dieser Voraussetzung, so sollte man einen weiten Bogen um den Spessartbogen machen, denn der seit 2012 zertifizierte Premiumwanderweg verläuft durch das größte zusammenhängende Mischlaubwaldgebiet Deutschlands uns ist geologisch auf einer bis zu 400 Meter dicken Sandsteinplatte gelagert. Neunzig Wanderkilometer liegen zwischen Langenselbold und Schlüchtern. Folgt man der Empfehlung der Naturparkverantwortlichen, so lässt sich der Spessartbogen in vier bequemen Etappen erschließen. Passionierte Langstreckenwanderer hingegen erfreuen sich an zwei Passagen über 45 Kilometer, was auch verkehrsstrategisch begünstigt wird, da just in der Mitte des Qualitätswanderweges Bad Orb als Ziel- und Anschlusspunkt gelegen ist. Gestartet wird bei hochsommerlichen Temperaturen in Langenselbold. Grundsätzlich eignet sich der Spessartbogen perfekt für eine Wandertour bei diesen Wetterbedingungen, da man sich überwiegend im dichtbewaldeten Spessart aufhält – ergo ein idealer Rückzugsort bei diesen Wetterbedingungen. Hinter dem Gleisbett des Bahnhofs taucht man rasch ein in den dichtbewaldeten Spessart. Die Wegekennzeichung ist durchgängig exzellent und aufwändig gestaltet – so dass man auch ohne Karte und GPS auf Spur bleiben kann. Die ersten Kilometer führen durch die waldreiche Region auf kleinen verschlungenen Pfaden. Obschon die Sonne bereits aufgegangen ist, ist es Dank dichtem Bewuchs relativ dunkel, was eine durchaus mystische Atmosphäre erzeugt. „Auf erdigen Pfaden durch stille Wälder wandeln“ wird im Naturparkführer Spessartbogen proklamiert. Jedoch – die Realität sieht anders aus. Die Region zwar dünn besiedelt und waldreich, jedoch der Lärmeintrag  kommt von oben. Auf der Achse zwischen Langenselbold und Bad Orb verläuft exakt der Anfluggleitwinkel des Frankfurter [read more…]
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Rheinburgenweg von Andernach zum Rolandsbogen

Andernach, den 21. Mai 2018 Finale auf dem Rheinburgenweg.- Die letzte Etappe  startet in Andernach zu früher Stunde. Vom Bahnhof aus geht es westwärts hinauf zum Krahnenberg, dort wo unterhalb der Krahnenburg ein Aussichtspunkt zum Verweilen einlädt. Durch eine schöne Waldpassage führt der weitere Wegeverlauf nach Namedy, vorbei an der architektonisch interessant gestalteten St. Bartholomäus Kirche. Gegenüber kann man über einen Wirtschaftshof Burg Namedy erschließen. Pragmatisch betrachtet kann man sich die Schleife über den Geishügelhof schenken. Durch die offene Flurlandschaft, vorbei an einem kleinen Naturschutzgebiet geht es direkt nach Brohl. Nun heißt es Kräfte sammeln, denn es geht sehr steil aufwärts. Lohn des schweißtreibenden Anstieges ist ein schöner Ausblick auf der oben befindlichen Reutersley. Vorbei an der Burg Rheineck geht es abwärts nach Bad Breisig, dort wo die Römertherme zum Badespaß einlädt, sofern man es nicht vorzieht zu Fuß durch die Lande zu ziehen. Da an diesem Tag drei offizielle Etappen absolviert werden, wird eine ökonomische Streckenwahl bevorzugt. Fernab der offiziellen Route wird ein wenig begangener Schleichpfad unterhalb des Vier-Burgenblicks gewählt. Mangels Wahdhygiene auf den wenig bis nicht begangenen Routen hat man ab und an eine Trimm-dich-Pfad-ähnliche Einlage zu bewältigen, da zahlreiche umgestürzte Bäume den Abschnitt bereichern. Rasch ist Sinzig, die Barbarossastadt erreicht. Reich die Geschichte dieser Stadt denn im Laufe der Jahrhunderte besuchten immer wieder Kaiser und Könige die heute 17.000 Einwohner zählende Kommune. Das gastronomische Angebot ist vielfältig. So eignet sich Sinzig hervorragend für eine ausgedehnte Mittagsrast. Das im neugotischen Stil errichtete Schloß Sinzig wird gerne zu Repräsentationszwecken [read more…]
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Rheinburgenweg von Koblenz nach Andernach

Koblenz, den 19.5.2018 – Szenenwechsel in mehrfacher Hinsicht auf der vierten Etappe des Rheinburgenwegs. Das Weltkulturerbeareal Oberes Mittelrheintal verabschiedet sich in Koblenz bei Rheinkilometer 593; das den Wegeverlauf begleitende Gewässer ändert sich zunächst von Rhein in Mosel; die Weinbergshänge werden steiler und in den Wirtshäusern wird verstärkt Kölsch ausgeschenkt, je näher man in den Dunstkreis von Andernach kommt. Hat man zuvor Koblenz als Endpunkt einer Etappe gewählt, ist es nicht zwingend sinnvoll den Verlauf der zweiten Schleife über den Rittersturz durch den Koblenzer Stadtwald zur Schwedenschanze und weiterführend zum Stadtteil Karthause zu folgen. Die hier verpassten Blicke auf die Mosel kann man ohne Probleme auf der anderen Seite oberhalb der Winninger Weinbergshänge mehr als hinreichend genießen. So geht es vom Koblenzer Bahnhof entlang des Hauptfriedhofs Richtung Westen um die Eisenbahnbrücke, die die Koblenzer Stadtteile Moselweiß mit Güls verbindet zu queren. Ein Stück die Mosel begleitend wandert man parallel zur Moselweinstraße durch ein ansehnliches Obstanbaugebiet um kurz darauf unterhalb des Landeplatzes Koblenz-Winningen in das ausgedehnte Weinanbaugebiet einzusteigen. Beeindruckend sind die hier befindlichen terrassierten Weinbergslagen mit Steillagen von teilweise mehr als 70%.  Man kann nur erahnen wie aufwändig die Bewirtschaftung der Rebkulturen in dieser Region sein muss. Gegenüber erhebt sich der Koblenzer Fernmeldeturm der auf den Anhöhen zwischen Rhein und Mosel steht. Schon ein Stück beschaulicher als auf der drüben befindlichen Rheinseite geht es an der Moselseite zu. Der Schiffsverkehr gemäßigt, der Bahnverkehr überschaubar. Auf den nächsten Kilometern folgt man der gemeinsamen Wegekennzeichung von Moselsteig und Rheinburgenweg. Angesichts der frühen Morgenstunde wird auf einen [read more…]
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Der Eppertshäuser Wandermarathon 2018

Eppertshausen, den 5. Mai 2018 – Durchaus gut beraten ist man, dem Ruf der OWK Ortsgruppe  Eppertshausen Folge zu leisten, wenn zur alljährlichen Marathonwanderung  eingeladen wird. Eingedenk des 20.Jubiläums hatte man dieselbe Strecke gewählt, die einst sechs Wanderfreunde bewogen hatte, solch eine sportliche Wanderung in das Wanderportfolio aufzunehmen. Von der „Perle des Odenwaldes“ Lindenfels in das mit den Anmut eines gallischen Dorfes behaftete Eppertshausen, so der Wanderauftrag für 23 Wanderfreunde. Ideal der Startort. Der Kurort Lindenfels liegt im Nukleus eines der schönsten Regionen des Odenwaldes  und verbindet die Sichtachsen vom Vorderen Odenwald hinüber zu den Anhöhen der Bergstraße. Von Lindenfels geht es zunächst aufwärts zur Litzelröder Höhe, dort wo seit 1907 eine der vielen Bismarcktürme in unserem Lande throhnt. Auf dem vielleicht schönsten Hauptwanderweg des Odenwaldklubs, dem Main-Strombergweg, hat man auf einer Höhenpassage Richtung Winterkasten Gelegenheit mit weitreichenden Blicke in die sanfthügelige Landschaft der Reichelsheimer Region einzutauchen. Fantastische Premiumwanderwege wie der Alemannenweg und der Nibelungensteig kreuzen dabei auch diese Region – ein weiterer Beleg dafür, dass man sich hier in einem wunderbar wanderbaren Areal bewegt. Weiter aufwärts gehend erreicht man den höchsten Punkt der Tour, die 605 Meter hoch gelegene Neunkirchner Höhe und damit die höchste Erhebung des hessischen Odenwaldes. Dort wo der Kaiserturm steht, dort wo die Deutsche Flugsicherung einen Radarturm betreibt und dort wo ein schmaler Rinnsal namens  Mergbach entspringt, der als Hauptquelle die Gersprenz speist, welche nach 62 Kilometer im unterfränkischen Stockstadt im Main entwässert. Von der Neunkirchner Höhe geht es hinab zum gleichnamigen Weiler Neunkirchen, vorbei an [read more…]
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Wanderparadies Wispertal

Wispertal, den 14. Aporil 2018 – Es gibt sie noch, die versteckten Wanderparadiese in unserem Lande – und diese sind oftmals näher als man glaubt. Die Rede ist vom Wispertal im Wispertaunus gelegen, der wiederum Bestandteil des Taunus ist – großräumig betrachtet im westlichen Zipfel zwischen Lahn und Rhein gelegen. Namensgeber des Tals ist die Wisper, von der Quelle bis zur Mündung immerhin 29 Kilometer lang. Schon seit geraumer Zeit beschäftigt man sich damit die Region für den Wandertourismus zu entwickeln und insgesamt 190 Kilometer Wanderwege in Premiumqualität zu erschließen, wobei zusätzlich unter dem Projektnamen „Wispertaunus-Steig“ ein Trail über die Marathondistanz von der Quelle bis zur Mündung entwickelt werden soll. Grund genug für eine Scout-Tour um diese spannende Region näher kennenzulernen. Gestartet wird in Kemel, einem Ortsteil der Kommune Heidenrod . Empfehlenswert ist es sein Fahrzeug an einem unbefestigten Parkplatz unweit der Bushaltestelle „In der Haid“ abzustellen.  Von hier aus erreicht man nach wenigen hundert Metern in westlicher Richtung den offiziellen Startpunkt , die Wisperquelle.  Ab hier geht es bergab – und zwar  elf Kilometer lang, der mäandernden Wisper folgend, wobei es empfehlenswert  ist die nördliche Seite der Wisper zu folgen. Hier wird dem Auge einfach mehr geboten. Eng, sehr eng und steil ist in diesem Areal das Rheingaugebirge ausgebildet, was dazu führt, dass hier erst zwei Stunden nach Sonnenaufgang die Sonnenstrahlen auf die Wisper treffen, zumindest in dieser Jahreszeit. Nach einigen Kilometern erreicht man den 100 Seelen zählenden Weiler Wisper, der immerhin über eine Gastwirtschaft verfügt, auch wenn diese zur [read more…]
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Auf dem Neckarsteig von Neckargerach nach Bad Wimpfen

Neckargerach, den 8. April 2018 – Prädikat „spannend“, so die Erkenntnis nach Absolvierung der dritten und letzten Etappe auf dem 126 Kilometer langen Neckarsteig der in 2012 als Qualitätswanderweg zertifiziert wurde – und das zu Recht. Im letzten Abschnitt des Trails verändert sich das Landschaftsbild zusehend. Je weiter man sich vom Geopark Bergstraße-Odenwald entfernt, desto mehr öffnet sich das Neckartal und legt spannende Blickachsen bis in das Heilbronner Land frei. Die Tour beginnt mit einem spektakulären Auftakt. Vom S-Bahnhof Neckargerach führt zunächst eine Höhenpassage mit Blick auf das untenliegende Neckartal zur drei Kilometer entfernt liegenden Margarethenschlucht.  Zu beachten ist, daß diese Passage ausschließlich bei trockenem  Wetter begangen werden soll.  Andernfalls hat man die Option just einen Kilometer vor dem Aufstieg in die Schlucht einen 1,4 Kilometer langen Bypass zu nehmen. In der Margarethenschlucht stürzt sich der Flursbach von einem 100 Meter hohen Felsplateau über Felsvorsprünge hinab Richtung Neckar. Die Steigführung ist attraktiv ausgelegt und mit Schlappseilen gesichert, so dass bei normalen Wetterbedingungen eine gefahrlose Begehung möglich ist. Bei starken Regenfall ist es an mehreren Durchgängen jedoch nicht möglich zu passieren. Zahlreiche geologische Informationstafeln, die entlang der Strecke aufgestellt sind ersetzen dabei ein Erstsemester Geologiestudium. Oben angekommen kann man zunächst die Weiten der Agrarlandschaft genießen, bevor man den Schreckberg mit einer kurzen aber nicht schrecklichen Steigung erklimmt. Die ausgewiesene Wegführung des Neckarsteigs umrundet einen auf dem Plateau gelegenen Segelflugplatz. Es ist jedoch zu empfehlen die direkte Passage zum Segelflugplatz zu wählen um parallel zur Start- und Landebahn den am Ende der Piste [read more…]
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Eine zünftige Odenwälder Hüttenwanderung

Groß-Umstadt, den 4. Februar 2018 – Im Allgemeinen verbindet man eine winterliche Hüttenwanderung eher mit der alpinen Region in schneesicherer Lage als mit der sanfthügeligen Landschaft im Vorderen Odenwald, die nicht zwingend als schneesicheres Wintersportareal bekannt ist.  Ungeachtet dessen laden die beiden OWK-Ortsgruppen Groß-Umstadt und Heubach bereits seit einigen Jahren zu einer gepflegten Hüttenwanderung  durch das heimische Waldareal ein. Unter dem bewährten Motto „Von Hütte zu Hütte durch den Umstädter Winterwald“ greift man dabei auf eine bewährte Infrastruktur zurück und sperrt alljährlich vier ehemalige Waldarbeiter und Forsthütten auf, die an diesem Tag durch rührige Odenwaldklubmitglieder aus Heubach und Groß-Umstadt bewirtschaftet werden. Das Ganze erwanderbar in einem Rundkurs über elf Kilometer.  Zur Förderung der interkommunalen Kommunikation der heimischen Bevölkerung starten dabei die Groß-Umstädter Wanderer üblicherweise am Parkplatz Hainrich oberhalb der Groß-Umstädter Weinberge, während die Heubacher Wanderfreunde am Kellergrund gegen den Uhrzeigersinn einsetzen. So ist der zwangsläufig entstehende Begegnungsverkehr durchaus ein willkommener Anlass den ein oder anderen Wanderer mit einem verspäteten Neujahrsgruß zu begrüßen. Damit es sich für eine gepflegte Langstreckenwanderung lohnt die Wanderstiefel zu schnüren, wird im heimischen Münster gestartet, um die Hüttenwanderungsrunde in eine angemessenen Tagestour zu integrieren. Zu frühen Morgenstunde kann man in den Niederungen der Dieburger Lande noch nicht wirklich von einem winterlichen Ambiente sprechen.  So geht es zunächst via Altheim durch den Dieburger Forst entlang des Semder Weges geradewegs nach Groß-Umstadt. Vorbei am Groß-Umstädter Museumshof, den Gruberhof, führt kurz vor Raibach eine Nebenpassage hinauf zur Hohen Straße, die zur ersten Hüttenstation, dem Rödelshäuschen, benannt nach dem gleichnamigen [read more…]
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Premiumwanderung auf dem Buchoniarundweg

Wüstensachsen, den 27. August 2017 – Welch ein Name – welch ein Weg. Jedoch, nicht die Buchen, sondern die Kelten waren nach Einschätzung von Sprachwissenschaftlern für die Namensgebung dieses Landstriches verantwortlich. Buchonia – eine historische Bezeichnung für die osthessische Rhön – von der Wortbedeutung als „Hügelland“ auszulegen. 2014 hob der Rhönklub diesen faszinierenden Rundwanderweg aus der Taufe. Dabei wurden vier vorhandene Wanderwege mit landschaftlichen Höhepunkten verknüpft , mit dem Ergebnis, dass seitdem eine außergewöhnliche  Wanderstrecke im Herzen der Hochrhön die Wanderherzen höher schlagen lässt. Gestartet wird am Ortsrand des hessischen Wüstensachens. Der Ortsname ist Programm. Vermutlich im 8. Jahrhundert  besiedelten Sachsen den Landstrich, verließen jedoch die Region wieder und die Ortschaft mutierte zur Wüstung, bevor sie im 12. Jahrhundert wieder besiedelt wurde. Vom Ortsrand des 1200 Seelen zählenden Weilers führt die Markierung des Buchoniarundwanderweges, einem schwarzen B auf weißem Spiegel, in das bewaldete Areal des Schafsteins, ein oberflächlich betrachtet unspektakulärer 831 Meter hohe Hügel, der es jedoch in sich hat. Bereits auf den Wiesenflächen am Waldesrand bemerkt man ausgeprägte maulwurfshügelähnliche Verwerfungen. Bei näherer Betrachtung erkennt man Basaltgestein, welches mit Moos und Flechten überzogen ist. Schon nach wenigen Metern im Bergwald eröffnet sich für den Wanderer ein außergewöhnliches und faszinierendes Spektrum. Auf dem Schafstein, in der Kernzone des Biospährenreservats Rhön gelegen, befindet sich die größte Blockgletscheransammlung der Rhön.  Eine 240 Meter lange und 100 Meter breite Basaltblockdecke kann man, wenn man oben angelangt ist, auf der Nordwestkuppe des Berges bestaunen. Der Weg dahin –einfach spektakulär. Moosbewachsene Gesteinsbrocken, Totholz welches die mystische Note der [read more…]