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Wandern im 3B-Land

Bietigheim-Bissingen, den 16. August 2020 Wandern im 3B-Land – eine Exkursion behaftet mit zahlreichen Unbekannten. Das 3B-Land, auf einer physischen Karte nicht zu lokalisieren, ist seit einiger Zeit unter dem werblichen Schutzschirm des Kraichgaus als Wanderdestination auszumachen. Der Kraichgau selbst, eingemantelt zwischen Odenwald und Schwarzwald, ist eine bemerkenswerte Wanderregion und firmiert bei Eingeweihten unter dem Begriff “Badische Toskana“. Scheinbar über die Hintertüre hat man seit geraumer Zeit das “Land der 1.000 Hügel“, wie der Kraichgau zudem auch genannt wird, um die touristische Zweckgemeinschaft Bietigheim-Bissingen, Bönigheim und Besigheim erweitert. Grund genug, der Sache auf den Grund zu gehen. Im Rahmen der Vorplanung wurden zwei Tourenangebote des 3b-Tourismusverbandes, die 25-Kilometer lange Besentour, sowie die 15 Kilometer lange Enztaltour zu einer gepflegten Tageswanderung verknüpft. Gestartet wird in Löchgau, einem gepflegten Weiler im Landkreis Ludwigsburg. Regionaltypisch prägen Fachwerkbauten und die Weinkultur das Ortsbild der 5.000 Seelen zählenden Gemeinde. Zunächst geht es in nördlicher Richtung, die benachbarte Ortschaft Erligheim am Rande streifend, hinein in die weitläufige Agrarlandschaft. Zwischen Erligheim und Freudental breitet sich das 45 Hektar große Weinanbaugebiet, die Erligheimer Reblagen aus. Überwiegend wird hier Rotwein angebaut, angereichert mit großen Apfel-Spindelanlagen, wie man sie beispielsweise aus Südtirol kennt. Gesegnet ist die Region mit Sonnenschein, üppig tragen die Apfelbäume – zumindest apfelertragstechnisch scheint 2020 ein sehr gutes Jahr zu werden. Vor dem kleinen Waldabschnitt, der der Weinlage Richtung Freudental folgt, entfaltet sich ein neun Hektar großes Kirschgartenareal, eine weitere Säule der landwirtschaftlichen Kultivierung dieser Region. Verheißungsvoll der Auftakt in der weitläufigen Agrarlandschaft. Auch wenn das Land [read more…]
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Lützelbacher Alemannenring

Lützelbach, den 12. Juni 2020 – Kurzsichtige Wanderfreunde sind gut beraten, sich mit einer geeigneten Sehhilfe auszurüsten, andernfalls würde man feinste Panoramasichten über die wunderbare Landschaft zwischen Modautal, Lautertal und Bergstraße verpassen. Die vierte Passage der Alemannenringexkursion startet in Lützelbach, unterhalb der Neunkirchner Höhe. Lagebedingt flutet das morgendliche Sonnenlicht das Hochplateau und gestaltet stimmungsvolle Szenarien. Von Lützelbach aus führt der Alemannenring zunächst in westlicher Richtung und legt sich um den Weiler Brandau. Man könnte geneigt sein die Strecke abzukürzen und geradeaus wandernd den Ort zu queren, jedoch würde man exzellente Weitsichten verpassen. So haben die Väter des Alemannenweges schon wohlweislich den Streckenverlauf gestaltet. Vorbei an Beedenkirchen wandern wir im Vorhof des Odenwälder Felsenmeers hinauf zur Kuralpe. Das Hotel/Restaurant liegt in exponierter Lage und neun Kilometer nach Start ist es nicht verboten sich auf einen Cappucino niederzulassen. An der Kuralpe verlassen wir zunächst den Alemannenring um über eine Querverbindung auf der östlichen Achse des Premiumwanderwegs Richtung Burg Frankenstein wieder einzusteigen. Beste Weit- und Aussichten garantiert dabei die Verbindungsachse, die Hutzelstraße. Rechter Hand erfreut man sich an weitreichende Ausblicken über die Dieburger Lande bis hinüber zum Spessart, linker Hand beeindrucken die Panoramen über das Rhein-Neckar-Areal bis hinüber zur benachbarten Pfalz. Steigerts querend folgen wir den Saar-Rhein-Main-Weg, der durch einen schönen Buchenwald zur Burgruine Tannenberg führt. Ein idealer Ort für eine Brotzeit aus dem Rucksack. Lebendig die Textur des Alemannenweges zwischen der Burgruine Tannenberg und der Burg Frankenstein. Weit verstreute Granitboliden, die wie Streuobst im Wald liegen, garnieren den Premiumwanderweg, der auf diesem [read more…]
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Neunkirchner Alemannenring

Beerfurth, den 02. Juni 2020 – “Odenwald vom Feinsten” kann man erleben, wenn man sich auf die dritte Passage unserer fünfteiligen Alemannenringpassage begibt. Darin eingeschlossen sind weitreichende Panoramasichten und markante Landmarken. Wir starten in Beerfurth, dort wo schon von je her traditionelles Handwerk gepflegt wurde. Sei es die Produktion von Odenwälder Lebkuchen, die Fertigung der tradionellen Odenwälder Gäulsches und die Kelterei des hessischen Nationalgetränkes, dem Ebbelwoi, umtriebig war man hier schon immer. Der Einstieg in den Alemennenweg ist leicht zu finden, da sich Selbiger durch die Ortschaft zieht. Bereits nach wenigen hundert Metern von der Ortsmitte aus ist der Hasenbuckel erreicht und man kann einen weitreichenden 180 Grad Panoramablick, vom östlich gelegenen Otzberg bis zum Schloß Reichenberg im benachbarten Reichelsheim genießen. Den Ortsrand von Reichelsheim streifend geht es die nächsten zehn Kilometer stetig aufwärts. Die Wegestruktur ist ausgezeichnet. Kein Wunder, handelt es sich beim Alemannenweg doch um einen zertifizierten Premiumwanderweg. Nach guten sechs Kilometern ab Beerfurth ist die “sagenhafte” Burgruine Rodenstein erreicht. Um dieses Gemäuer ranken sich viele Sagen, die in diesem Blog schon hinreichend beschrieben worden sind. Die Fragmente der 780 Jahre alten Burg, die im Rodensteiner Wald regelrecht eingehaust ist, üben immer wieder einen besonderen Reiz aus. Von der Burg Rodenstein führen herrliche Pfade weiter hinauf, zum höchsten Gipfel dieser Region, der Neunkirchner Höhe, die mit 609 Meter die höchste Erhebung des hessischen Odenwaldes ist. Auf dem Berg befindet sich auch die Odenwälder Wasserscheide. Drei Quellen entspringen hier und entwässern allsamt in der Nordsee. Die Gersprenz nimmt dabei [read more…]
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Otzberger Alemannenring

Otzberg, den 20. Mai 2020 – Odenwald pur kann man genießen, wenn man sich aufmacht, um auf dem 144 Kilometer langen, mit 4.300 Höhenmeter gespickten Qualitätswanderweg, den Alemannenweg, unter die Schuhsohlen zu nehmen. Gerne kann man der Empfehlung des Odenwälder Touristenverbandes folgen, um auf sieben Tagesetappen mit Gepäcktransport in Natur und Kultur des Odenwaldes einzutauchen, im Extremfall kann man, wie im letzten Jahr mit der legendären 36-Stunden-Wanderung des Odenwaldklubs praktiziert, eine besondere Herausforderung suchen, wir entscheiden uns diesmal auf Basis der bestehenden Wegestruktur pandemietaugliche Ringwanderungen anzugehen, um die Region aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Die erste Passage startet unweit der Veste Otzberg , welche auf einem Basaltkegel, des seit 47 Millionen Jahren erloschen Vulkans trohnt. Nur 1.800 Jahre dagegen ist es her, als hier die Alemannen die Römer auf die westliche Rheinseite zurückdrängten und dreihundert Jahre später selbst von den Franken vertrieben wurden. Karte und GPS-Gerät könnte man getrost zu Hause lassen, denn der Weg ist hervorragend beschildert, jedoch ist es grundsätzlich immer ratsam eine Karte einzupacken. Vom Wanderparkplatz geht es zunächst in südlicher Richtung hinüber in den Odenwaldkreis nach Hassenroth. Weitreichende Blicke bis hinüber zu den Anhöhen des Spessarts kann man hier genießen. Fotografisch ambitionierte Wanderer, werden auf diesem Trail mit Herausforderungen der besonderen Art zu kämpfen haben: es gibt einfach zu viele Weitsichten. Panoramaaufnahmen, Extremweitwinkel, Supertele mit Stativ – hier könnte man regelrecht austoben, oder einfach die Augen öffnen und die Eindrücke genießen. Hassenroth, Hummetroth, Ober-Kinzig – wie Perlen an einer Kette reihen sich die kleinen Odenwaldweiler hintereinander. [read more…]
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Heidelberger Burgen- und Blütenwegrunde

Heidelberg, den 15. Mai 2020 – “Zum Schluß das Beste?” Eine Million Besucher, die sich pro Jahr zum Heidelberger Schloß aufmachen, können nicht irren. Jedoch, für uns wird auch die letzte Etappe der insgesamt fünf Burgensteig-Blütenwegrunden nach der bewährten Erkenntnis “Der Weg ist das Ziel” im Fokus stehen und die Einstiegsfrage wird zum Ende dieses Beitrages zu beantworten sein. Die Strahlenburg oberhalb von Schriesheim ist der Startpunkt dieser Exkursion. Unterhalb des Ölbergs, einem stillgelegten Steinbruch, der heutzutage bei Klettersportlern sehr beliebt ist, zieht sich der Burgensteig durch die oberste Reihe der Weinberge. Bewährt die Aussicht in die Rhein-Neckar-Ebene, hinüber in das Großstadtkonglomerat Ludwigshafen/Mannheim und die sich dahinter erhebende Pfalz. Nach knapp drei Kilometern ist die Burgruine Schauenburg erreicht. Im 13. Jahrhundert errichtet, zweihundert Jahre später geschliffen, im 19. Jahrhundert zu Hausbauzwecken systematisch abgetragen. Heute erfreuen sich Wanderer über den fragilen Zustand und die Aussichtsmöglichkeiten – ein typischer Werdegang einer Burg in unseren Landen. Ein Höhenweg zieht eine ausladenden Schleife in das wasserreiche Waldgebiet. Mantelbach, Brenkenbach, Mühlbach, Eisbach, Höllenbach -alles Gewässer die irgendwann via Neckar und Rhein in der Nordsee entwässern. Studiert man die Namen einiger Schneisen, wie beispielsweise der Sargweg, über den der Burgensteig führt, so wäre es durchaus spannend die damit verbundene Geschichte in Erfahrung zu bringen. Im Wegverlauf verändert sich das Gestein, immer mehr Sandstein setzt sich auf dem Gang nach Heidelberg sichtbar durch. So erheben sich entlang des Hellenbachtalweges diesbezüglich beeindruckende Steinformationen. Wir touchieren Handschuhsheim am östlichsten Zipfel, ein Ort der uns noch auf dem Rückweg beschäftigen [read more…]
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Schriesheimer Burgen- und Blütenwegrunde

Schriesheim, den 06. Mai 2020 – Tückisch. Nach den sattsamen Anstiegen der vorhergehenden Burgen- und Blütenwegrunde an der Bergstraße war zumindest gefühlt ein moderater Streckenverlauf zwischen Weinheim und Schriesheim zu erwarten – jedoch abgerechnet wird immer zum Schluß. Gestartet wird am Weinheimer Waldschwimmbad, in Sichtweite des Wendepunktes der vorhergehenden Ringwanderung, der Burgruine Windeck. Am östlichen Rand des Weinheimer Exotenwaldes schraubt sich der Bergsträßer Burgensteig in gemächlich anmutenden Schleifen über den Goldkopf hinauf zum Geiersberg, um oberhalb von Lützelsachsen die markante Aussichtsterasse der in diesem Abschnitt eher spärlich verteilten Weinhänge zu erreichen. Perfekt die frühmorgendliche Uhrzeit für den gewählten Streckenverlauf. Die im Osten aufgehende Sonne versorgt die Rhein-Neckar-Ebene mit feinster Lichtqualität. Von hier aus hat man weitreichende Blicke über die Industriemetropolen Mannheim/Ludwigshafen hinweg, hinüber zum Odenwälder Rheingrabenpendant, der Pfalz. Schwenkt man den Kopf um 45 Grad nach links, so hat man die Vogesen, scheinbar zum Greifen nah, auf dem Radarschirm. Lützelsachsen, Großsachsen, Hohensachsen – drei Weinheimer Stadtteile, jedoch keine, wie man vermuten könnte, behaftet mit Beziehungen zum östlichen Teil unserer Republik. Namensursprung waren eher Ableger eines hier weitverbreiteten Familiennamens wie “Sachso” oder Sahst. In Hohensachsen führt der Burgensteig am Bergfriedhof vorbei, hier bietet es sich an, dem “Chef”, dem Architekten des Wunder von Berns, die Ehre zu erweisen. Fußball begleitete ihn, Sepp Herberger, bis zum Lebensende. Kurz nach seinem 80. Geburtstag erlitt die Trainerlegende während der Fernsehübertragung eines Länderspieles gegen Nordirland einen Herzinfarkt. Von Sepp Herberger zur Marie. Marie in der Kohlbach, heißt das Blei- und Silberbergwerk, welches bereits im 15. [read more…]
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Weinheimer Burgen- und Blütenwegrunde

Weinheim, den 27. April 2020 – Auf der dritten Passage des Bergsträßer Burgen- und Blütenwegrings zwischen Darmstadt und Heidelberg liegt das bereits im Baden-Württembergischen liegende Weinheim diesmal im Wendepunkt, um die beiden Weitwanderwege als Rundwanderung zu verbinden. Gestartet wird am Wendepunkt dervorausgegangenen Exkursion, in Laudenbach. Rasch sind die Anhöhen des Burgenweges erreicht, um wiederum eintauchen in die exzellente Wegeführung die dieser Wanderweg im Gesamten aufweist. In östlicher Richtung schraubt sich der Burgenweg hinauf durch den Kreuzwald, dort wo noch Schmauchspuren der Granitboliden des fünfzehn Kilometer entfernten Felsenmeers auszumachen sind. Hinauf geht es zum Kreuzberg Hier hatten bereits 1347 Lorcher Mönche eine Wallfahrtsstätte errichtet. Noch heute findet hier an Pfingsten eine Wallfahrt statt. Weiter zieht sich der Burgenweg durch einige kleinere Felsformationen, vorbei am Steinernen Gaul. Schon 805 diente der Steinbolide als Grenzmarkierung des Kloster Lorsch. Weiter hinauf führt die Passage zum Waldner-Turm, der erst Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Ursprünglich war hier sogar eine Küche angebaut, damit hier eintreffende Jagdgesellschaften bestens verköstigt werden konnten. Gen Westen hat man weitreichende Blicke in die Rhein-Neckar-Ebene östlich kann man sich an den Ausblicken in das Weschnitztal erfreuen. Fernab von Jagdgesellschaften wäre das Plateau ein vortrefflicher Standort für einen Biergarten mit herrlichen Aussichtsmöglichkeiten über den Bierseidel hinweg. Einen Kilometer weiter stößt man auf den Vogesenblick. Von hier aus hätte man bei klarer Sicht weitreichende Blicke bis in das französische Mittelgebirge, welches letztendlich mit der vorgelagerten Pfalz eine Einheit bildet. Allemal rückt die frühmorgendliche Wetterlage das gegenüberliegende Mannheim in das Rampenlicht – ein Panorama, [read more…]
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Starkenburger Burgen- und Blütenwegrunde

Heppenheim, den 23. April 2020 – Die zweite Tour der fünfteiligen Bergsträßer Burgen- und Blütenwegexkursion startet am Wendepunkt des vorhergehenden Trails in Bensheim-Auerbach, just am dortigen Fürstenlager. Einst sprudelten hier mineralhaltige Quellen, einst wandelte der Darmstädter Großherzog Ludwig mit seiner Entourage durch die stilvollen Parkanlagen und heutzutage hat man die Chance, ob Burgenweg, Blütenweg, Alemannenweg oder Nibelungensteig dieses herrliche Fleckchen in seine Wanderroute einzubauen. Bereits zu früher Morgenstunde ziehen angeleite Vierbeiner ihre Frauchen bzw. Herrchen durch den Park und drehen Jogger ihre morgendliche Fitnessrunden. Man folgt dem ausgeschilderten Wegeverlauf des Burgensteigs, der zunächst auf die schönste Ausssichtsplattform der Bergstraße, dem Kirchberghäusl, führt. Zu früher Morgenstunde hat man auf dem Bensheimer Hausberg, die östlich aufgehende Sonne im Rücken habend, beste Aussichten auf die Höhenzüge der Bergstraße, auf Mannheim und Ludwigshafen, auf den Pfälzer Donnersberg nebst dahinterligenden Vogesen und auf die Anhöhen des Kraichgaus in der südlichen Achse. Vom Kirchberghäuschen führt der Burgenweg hinab nach Bensheim, eine wunderschöne Stadt, für die man sich in regulären Zeiten hin-. und ausreichenden Zeit nehmen sollte. So gut wie jeder Bundesbürger hatte auch schon ein Bensheimer Produkt in seinem Munde, denn hier befindet sich Europas größte Eismanufaktur, die einst von einem Hamburger Keksfabrikbesitzer namens Viktor Emil Heinrich Langnese in Hamburg gegründet wurde. Bensheim querend führt der Burgenweg über die Weinlage Hemsberg, durch das Hambacher Tal. Blickt man zurück, so kann man die nördlich gelegenen Höhenzüge der Bergstraße, vom Felsberg, dort wo das Felsenmeer beheimatet ist bis zum Melibokus und dem davor liegenden Schloß Auerbach studieren. Prägnante [read more…]
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Auerbacher Burgen- und Blütenwegrunde

Auerbach, den 20.April 2020 – “Strata montana” nannten schon die Römer dieses herrliche Stückchen Erde zwischen Darmstadt und Heidelberg, dort wo gegenüber dem Pfälzer Mittelgebirge die Rheinebene in die Höhenzüge des Odenwaldes aufsteigt, dort wo Mandel- und Pfirsichbäume blühen, dort wo das geologische Herz der Region freigelegt ist, dort wo sich zwölf Burgen- und Schlösser aneinander reihen und dort wo zwei exzellente Weitwanderwege, nämlich der Burgensteig auf den Anhöhen und der unterhalb verlaufende Blütenweg, der sich durch die blühenden Vorgärten der Ortschaften zieht, eingerichtet wurden. So bietet es sich an den die “Strata montana“, die Bergstraße, durch eine Kombination von Burgenweg und Blütenweg zu erschließen. Das Grundprinzip ist einfach. Von Nord nach Süd, zunächst über den Burgenweg, und dann zurück über den im Schnitt 200 Meter niedriger gelegen Terassenweg, dem Blütenweg, das Ganze gesplittet in fünf Exkursionen in Marathonqualität, gespickt mit hin- und ausreichenden Höhenmetern. Gestartet wird in am Ortsrand von Darmstadt-Eberstadt. Eine Infotafel des Odenwaldklubs listet akribisch die Schlösser- und Burgenpracht auf, die entlang der Strecke liegen. Ein Handikap muß man allerdings in der Coronapandemiezeit einkalkulieren. Sämtliche Burgen und Schlösser, die bewirtschaftet sind, sind abgeriegelt, um aus verständlichen Gründen die Besucherströme zu unterbinden. Schon die ersten Kilometer auf dem Burgenweg, die durch den Darmstädter Stadtwald führen, gestalten sich von feiner Qualität. Gute Pfade mit einer lebendigen Textur. Bereits nach den ersten Kilometern merkt man, daß man sich im Vorhof des Odenwälder Felsenmeers befindet. Nach drei Kilometern ab Start erreicht man die Burg Frankenstein, die weit über die Landesgrenzen hinaus [read more…]
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Eine gesalzene Kirschblütenwanderung

Ockstadt, den 15. April 2020 – “Hanami” ist in Japan eine regelrechte Volkssportbewegung. Wenn im März die ersten Kirschbaumblüten sich entfalten gibt es kein Halten mehr. Alles (natürlich außerhalb der Coronazeiten) was Beine hat, ist draußen, um nach japanischer Wertvorstellung die kurze Zeit von  Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit zu genießen. Man kann das Ganze aber auch abkürzen, in dem man seine Wanderstiefel schnürt, sich in die Wetterau nach Friedberg-Ockstadt bewegt, um in die wunderbare Blütenwelt von mehr als 42.000! Kirschbäumen einzutauchen. Wie man dazu die ganzen Passage mit einer formidablen Prise Salz garnieren kann, wird sich 28 Kilometer später auflösen. Die Wetterau – jahrhundertelang mit dem Prädikat “Kornkammer des Rhein-Main-Gebietes belegt. Einst unterhielt man hier Baumwollplantagen, jedoch die Märkte brachen, ausgelöst durch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung zusammen, und man mußte sich nach Alternativen umsehen. Man versuchte es mit Kartoffeln und landete schließlich bei Kirschbäumen, und das bereits seit mehr als 200 Jahren. So verteilen sich mittlerweile 42.000 Kirschbäume auf 500 Eigentümer und rund 50 Ockstädter Kirschbauern kümmern sich um die Hege und Pflege. Es gibt keinen expliziten Kirschblütenrundwanderweg in Ockstadt. So gilt es in der Ortsmitte von Ockstadt zu starten, um zunächst einmal das größte zusammenhängende Streuobstgelände Hessens zu umrunden. Nordwärts geht es der Kapellenstraße folgend hinauf zum kleinen Funkturm. Angeblich sollen mehr als 40 Kirschsorten hier zu finden sind. Unterschiedlich dabei die Wachstumsstände der Kirschbäume. Früher baute man Kirschbäume an, die in die Höhe schossen, was für die Ernte eher hinderlich war. Heute werden viele Kulturen eher flach gehalten. Am [read more…]
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Der Nibelungenring – das Finale

Knoden, den 08. April 2020 – Finale – sprachlich gesehen etwas abschließendes, im sportlichen Bereich ein Höhepunkt als Schlußakzent einer Reihe von vorausgegangenen Aktivitäten. Als würdiges Finale gestaltete sich die letzte Etappe der ringförmig ausgebauten Nibelungensteigexpedition. Sportlich ambitioniert und hochattraktiv bezüglich der Streckenführung. Gestartet wird in Knoden, dem Wendepunkt der vorausgegangenen Expedition. Nicht umsonst prangt am Ortseingang des 100-Seelen-Weilers ein großer Stein mit eingemeiselter Aufschrift “Hüte dich für Knoden” Für mit dem Auto anreisende Wanderer ist Knoden schlichtweg nicht ausgelegt – Parkplätze sind Mangelware. So bleibt es in das benachbarte ein Kilometer entfernte Schannenbach zu fahren, um dort hinter dem Dorfgemeinschaftshaus das Auto abzustellen. Von Knoden aus führt der Nibelungensteig zunächst rund um den 511 Meter hohen Knodener Kopf. Bereits hier stößt man auf Granitsteinformationen – ein Vorgeschmack zum gewaltigen Felsenmeer, welches nach acht Kilometern erreicht wird. In weitreichenden Schleifen führt der Steig hinab nach Reichenbach, dort wo sich dank Granitreichtum eine florierende Steinmetzindustrie angesiedelt hat. Da nach amtlichen Veröffentlichungen das Informationszentrum des Felsenmeers am Nibelungensteig geschlossen hat, wähle ich von Reichenbach den Direktauftstieg über einen lokalen Wanderweg. Ansonsten empfiehlt sich durchaus ein Gang zum Infozentrum, um sich aus erster Hand über die Geschichte des Felsenmeers zu informieren. Die ehemalige “Werkstadt der Römer” ist immer wieder beeindruckend. Mehr als dreihundert von römischen Steinmetzen bearbeitete Steine sind hier mittlerweile dokumentiert und katalogisiert, der Rest liegt einfach so herum. Gut angelegte Pfade, die mit zahlreichen Rastmöglichkeiten bestückt wurden, ermöglichen eine gefahrlose Besichtigung des imposanten Areals. Oberhalb des Felsenmeers steht auf dem Felsberg [read more…]
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Ostertaler Nibelungenring

Ober-Ostern, den 06. April 2020 – Just in time zur Karwoche steht bei dieser Nibelungenringrunde das Ostertal, eines der schönsten Täler des Odenwaldes im Fokus. Gestartet wird in Ober-Ostern, ein Reichelsheimer Ortsteil, der unterhalb der Walburgis-Kapelle liegt. Standardmäßig geht es von Anbeginn hinauf, zunächst in nordwestlicher Richtung über den Stotz, um an der anderen Seite der Bergflanke steil hinab zum Gumpener Kreuz zu wandern. Leicht ansteigend geht es vom Gumpener Kreuz, zur “Perle des Odenwaldes”. Unter diesem Begriff firmiert Lindenfels im Odenwald. In exponierter Hanglage gelegen war Lindenfels schon von je her ein strategischer Standort. Zu normalen Zeiten sollte man sich für die Stadt Zeit nehmen, denn hier gibt es Vieles zu entdecken. Diesmal geht es zügig durch den Stadtkern, die markante Burrg umrundend um dann den hässlichsten An- beziehungsweise Abstieg, (gefühlt 30 Prozent) des Nibelungensteiges hinab nach Schlierbach zu folgen. Auch für Schlierbach, eines der schönsten Flecken des Odenwaldes, sollte man sich Zeit lassen. In der Ortsmitte führt der Nibelungensteig am vielleicht interessantesten Friedhof des Odenwaldes vorbei. Calvinisten aus der Schweiz brachten damals die Stickel-Bretter mit, weiße Kreuze mit einem Dach und aufgemalten Blumen. Ein Brauch welcher heute noch gepflegt wird. Hinter Schlierbach geht es stramm aufwärts, zum Krehberg, der eine im Odenwald eine gute Landmarke ist, denn auf der Spitze befindet sich eine 100 Meter hohe UKW-Sendemastanlage. Hier betritt man auch eine neue geologische Zone. Granitgestein löst hier den Buntsandstein-Odenwald ab. Zieht man gedanklich eine Linie von Heidelberg nach Seligenstadt, so hat man die Achse wo der Granit-Odenwald [read more…]