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Oberzenter Nibelungenring

Oberzent, den 02. April 2020 – Schöllenbach, der zweigeteilte Ort an der hessisch-badischen Landesgrenze ist Startpunkt dieser Nibelungenringexkursion. Die Wanderplanung erfolgt nach bewährtem Muster. 20 Kilometer aufwärts entlang des Nibelungensteiges und der Rückweg auf gut gangbaren Wanderwegealternativen, die der Odenwald zur Genüge zu bieten hat. Hinter der Wallfahrtskapelle führt der Nibelungensteig in einer Schleife durch den dichtbewaldeten Langen Forst. Das Euterbachtal ist eng und es wird noch einige Stunden dauern bis hier das Sonnenlicht ein wenig Erhellung in den dunklen Waldabschnitt bringt. Moderat die Steigungen, die sich auf den nächsten sieben Kilometern verteilen. Nur noch Bäume vor Augen verpasse ich eine Landmarke des Nibelungensteigs, den Rutschstein, ein mysteriöser Buntsandsteinblock mit räselhaften Vertiefungen. Mit dieser Bildungslücke behaftet erreiche ich Gebhardshütte, eine Ortsteil-Enklave von Hetzbach-Oberzent. Fünfzehn Gehminuten von Gebhardshütte entfernt erreicht man das Ebersberger Felsenmeer, eine größere Anhäufung von Buntsandsteinfelsen. In Kriegszeiten verschanzten sich hier die Einwohner aus den umliegenden Gemeinden. Vier Kilometer hinter dem Sandsteinfelsenmeer erreicht man ein Meisterwerk deutscher Ingenieurs- und Baukunst, das Himbächel Viadukt. 1880 errichtet, 250 Meter lang, aus zehn Bögen bestehend und aus 16.400 Kubikmetern heimischen Sandstein gefertigt. Gewaltig strecken sich die 43 Meter hohen Bögen über den unten durchlaufenden Nibelungensteig. Abkürzungsfetischisten könnten hier vier Kilometer einsparen und am Viadukt die Passage zum Marbachsee deutlich kürzen. Da man aber im Regelfall des Wanderns willens wandert, ist es nicht verboten der Schleife via Ebersberg und den Heumatten zum Marbachstausee zu folgen. Einst wurde der Stausee zum Hochwasserschutz der talabwärtsliegenden Gemeinden errichtet. Mittlerweile hat sich das Areal in coronafreien [read more…]
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Hesselbacher Nibelungenring

Hesselbach, den 28. März 2020 – Auf der dritte Passage der Nibelungenringreihe steht der südöstlichste Zipfel Hessens im Zentrum, dort wo am Drei-Länder-Stein sich einmal jährlich die Bürgermeister der Grenzländerkreise aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen die Hand reichen. Ob es in 2020 zu einer Handreichung kommen wird ist aus aktuellem Anlaß höchst ungewiß. Start der Rundtour ist diesmal Ottorfszell, den Wendepunkt der vorausgegangenen Nibelungenringpassage. Standardmäßig geht es wieder aufwärts in die Mittelgebirgsregion. Nachtaktives Schwarzwild hat frische Spuren in den Wald- und Wiesenregionen hinterlassen, kein Wunder, der Tisch ist klimabedingt reich gedeckt. Der Nibelungensteig führt hinauf zum Fahrenberg , um dann im weiteren Streckenverlauf im Kastaniental anzuknüpfen. Augenfällig sind die zahlreichen Bildstöcke, die hier in der Region eingebracht wurden. Unwetter, Krankheiten, Viehseuchen, und Sühnen waren Beweggründe um sichtbare Zeichen der Frömmigkeit und Dankbarkeit zu setzen. Vor dem Anstieg in das Kastaniental kommt man am vermutlich ältesten Bildstock des Odenwaldes vorbei. Just gegenüber ist eine große Madonnenstatue an einem Feldrand angebracht. Ob 600 Jahre später einmal ein Bildstock an eine Weltseuche des 21. Jahrhunderts erinnert erscheint in unserem Zeitalter mehr als fraglich. Zwischen den Kuppen des Fahrenbergs und des Mühlschwangs führt ein Taleinschnitt zum Weiler Breitenbach. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts verteilten sich hier 120 Bewohner auf 12 Bauerngehöfte. Eine ausbrechende Hungersnot führte zur Flucht aus dem Tal, der letzte Bauer ließ seine Egge im Jahre 1836 fallen. Heute ist wieder ein Gehöft besiedelt. Ein Kleinod ist die hier im Tal befindliche Breitenbacher Kirche, von außen ein schlichter Sandsteinbau, im Innenbereich prunkvoll [read more…]
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Amorbacher Nibelungenring

Reuenthal, den 27. März 2020 – Kontaktsperrenbedingt gibt es nur eine Alternative: Ab in den Wald – vorzugsweise auf Premiumpfaden. Planungsträger war dabei der Nibelungensteig – eine der schönsten Wanderwege in unseren Landen. Der zweite Teil der Nibelungenringpassage setzt dabei in Reuenthal, ein Sackgassenweiler des Marktes Weilbach im unterfränkischen Kreis Miltenberg, ein. So gilt es zunächst die Hauptpassage auf dem Nibelungensteig bis nach Ottorfszell zu bewältigen, um dann den Rückweg auf ausgesuchten Pfaden als Ringwanderung abzuschließen. Klar auch die coronaseuchenbedingten Konventionen: Meide Stadtbesichtigungen, Sitzaufenthalte an öffentlichen Plätzen und Annäherungskontakte zu allen Zweibeinern. Es wäre schon blöde an einem Marktbrunnen die Rucksackbrotzeit auszupacken. Reuenthal – aus den Tiefen dieser Spessartregion stammte einer der bedeutensten und produktivsten Minnesänger Deutschlands, Nithard von Reuenthal, dessen Grabmal am Wiener Stephansdom eingebracht ist. Ohne Minnengesangbegleitung geht es moderat aufwärts zum knapp zwei Kilometer entfernten Gotthardsberg, dort wo in exponierter Lage eine dreischiffige Pfeilerbasilika über Amorbach trohnt. Vom Gotthardsberg geht es auf schönen Pfaden hinab nach Amorbach eine der schönsten Barockstädte Deutschlands. Unter normalen Umständen wäre eine ausgedehnte Besichtigung der unterfränkischen Stadt angezeigt. Jedoch man kommt nicht in Versuchung, denn der Nibelungensteig selbst führt am nordöstlichen Zipfel von Amorbach vorbei, dort wo einWeltmarktführer rund um die Uhr OWA-Deckensysteme produziert. OWA steht dabei für Odenwald Werk Amorbach. Unterdess kann man sich entlang des Steiges über den Stein der Region, den Sandstein, weiterbilden. Hinter Amorbach setzt eines der schönsten Abschnitte des Nibelungensteigs ein. Auf allerfeinsten Pfaden geht es durch das Morretal ohne nennenswerte Steigungen zur Zittenfeldener Quelle. Der Weg, [read more…]
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Miltenberger Nibelungenring

Freudenberg, den 24. März 2020 – Aus der Not eine Tugend machend. In Zeiten von notwendigen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ist mehr denn je Kreativität gefragt, wenn es darum geht im möglichen Rahmen den Wandersport zu frönen. Die Konventionen sind klar. Sportliche Aktivitäten Einzelner sind nach wie vor gestattet, Einkehrmöglichkeiten sind gestrichen, öffentliche Verkehrsmittel sind zu meiden. So bietet es sich im wahrsten Sinne des Wortes an, neue Wege zu erschließen. Man nehme einen zertifizierten Premiumwanderweg, wie den Nibelungensteig, insgesamt 125 Kilometer lang, garniert mit knackigen 4.000 Höhenmetern. Im Regelfall läßt sich dieser, im Jahre 2018 als drittschönster deutscher Wanderweg geadelt, in drei Etappen mit zwei Übernachtungen entdecken. Im Coronazeitalter eröffnen sich jedoch neue Perspektiven. Man teile die Strecke in 20-Kilometer-Abschnitte auf, baue einen interessanten Rückweg ein und schnüre die Wanderstiefel um altbekannte Wege neu zu entdecken. Üblicherweise beginnt man mit dem Nibelungensteig im Westen an der hessischen Bergstraße, um am Main im bayrischen Freudenberg irgendwann die Wanderstiefel aufzuschüren. Ich steige in diese “Nibelungenringpassage” bewußt in Freudenberg ein, um die Chance zu wahren, dank Richtungswechsel neue Impressionen aufzunehmen. Gestartet wird am Mainufer von Freudenberg, dort wo genügend Parkplätze vorzufinden sind. Eng ist es zwischen Main und den Anhöhen des Spessarts, die geologisch gesehen zum bayrischen Odenwald zählen. Die Häuser dicht an dicht eingepresst. Wer am Berg wohnt hat einen Keller für Wein und Vorrat, tief in den Berg eingeschlagen, kühl unter fast jedem Haus. Kaltstart am frühen Morgen – denn es sind 300 Stufen zu bewältigen, bis man nach einem Kilometer [read more…]
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Walking for future

Steinheim, den 4. Januar 2020 – Kein Thema polarisierte in 2019 mehr als die Vielzahl der …for Future-Bewegungen mit „Friday for Future“ an der Speerspitze. „Walking for Future“ als Leitthema zum Start in ein neues Wanderjahr – kein Alibibeitrag sondern eine Anregung zur Weiterentwicklung der natürlichsten Bewegungsformen des Menschens unter Schärfung der persönlichen Achtsamkeit. Thematisch begünstigt die seit 2011 eingerichtete Klimaroute des Regionalparks Rhein Main sich wandernd mit den vielschichtigen Aspekten der Klimaveränderung auseinanderzusetzen. Entwickelt wurde die Klimaroute entlang des Mains mit Designern und Künstlern der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, die sich auf kreative Weise der Visualisierung von Klimaphänomenen widmeten. Unterstützt durch Planer und Umweltexperten der umliegenden Städte und dem Deutschen Wetterdienst war es ein Anliegen komplexe naturwissenschaftliche und gesellschaftlichen Themen des Klimawandels verständlich zu machen. Obschon die Klimaroute offiziell in Mühlheim-Dietesheim einsetzt, lohnt ein Einstieg an der S-Bahn-Station des Hanauer Stadtteils Steinheim um das neue Jahr mit einem Wandermarathon starten zu können. Von der S-Bahn-Station sind es einige hundert Meter bis zum Main, der thematisch diese Tour begleiten wird. Noch in den siebziger Jahren galt der Fluss mit einer Wasserqualität „Gewässergüteklasse IV“ als einer der am stärksten verunreinigten Flüsse Europas. Auch wenn sich im Laufe der Jahre die Qualität verbessert hat – baden im Main bleibt weiterhin ein sommerlicher Traum. Angler dagegen stufen den Verzehr von im Main lebenden Fischen als unproblematisch ein, da die Schadstoffkonzentration für den gelegentlichen Verzehr unbedenklich seien. Fraglich könne es höchstens bei sehr alten Fischen werden, (die ältesten Fische sind in etwa 20 [read more…]
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Fränkische Weinperlen

Würzburg, den 26. Oktober 2019 – „Wo die Früchte in die Flasche wandern“ ist eines der Themen welches sich findige Marketingexperten ausgedacht haben, um das neu aus der Taufe gehobene ZweiUferLand in den touristischen Fokus zu rücken. So hatten sich jüngst acht nordwestlich von Würzburg gelegene Gemeinden zusammengetan, um sich vom gefühlten Rockzipfel der unterfränkischen Residenzstadt abzunabeln. Gestarter wird zur weinseligen Zeit in  Thüngersheim , welches mit rund 200 Hektar Rebflächen  zu den größten fränkischen Weinanbaugebieten zählt. Just zu Wanderbeginn hat sich im Maintal eine zähe Nebelwand festgebissen, so dass in ersten beiden Stunden auf dem Panoramaweg das Panorama zunächst ausfällt. Allemal bemerkenswert ist  jedoch die erkennbare Qualität des angelegten Weges mit aufwändig gestalteten Ruhezonen und einem informativen Weinlehrpfad. Zweckmäßigerweise folgt man den Bocksbeutelweg der mit einem grünen Bocksbeutel auf einem weißen Spiegel gekennzeichnet ist und in das benachbarte Veitshöchheim führt. Veitshöchheim, mittlerweile bundesweit bekannt durch die legendäre fränkische Fastnachtsveranstaltung einerseits und geprägt durch das auch von Balthasar Neumann mitgestaltete Schloß andererseits. Hinzu kommt eines der schönsten Rokokogärten Europas, welcher dem Schloß angesiedelt ist. So wundert es nicht, dass die Region bestrebt war sich mit der Überschrift „ZweiUferLand“ neu zu definieren um das sehens- und erlebniswerte Areal herauszustellen. Trotz nebelbedingter Tristesse wird man auch in dieser Jahreszeit von der  Anmut des Rokokogartens gefangen und kann getrost diesen Flecken Erden auf die Liste der irgendwann näher zu erkundenden  Landstriche setzen. Bei einschlägigen Wanderführern endet in Veithöchsheim die Welt, jedoch liegt es auf der Hand die hügelige Weinbergsinfrastruktur zu nutzen um dass nächste Top-Wanderziel, [read more…]
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Im fränkischen Weinparadies

Volkach, den 20.Oktober 2019 – Erdig die Weine, sanfthügelig die Landschaft, blauweiß der Himmel, herbstlich bunt die Rebstöcke. Beste Voraussetzungen also um das Epizentrum der fränkischen Weinkultur zu Fuß zu entdecken. Die Rede ist vom Maindreieck, dort wo für Liebhaber der fränkischen Weinkultur klangvolle Ortsnamen wie Volkach, Sommerach, Escherndorf und Nordheim vorzufinden sind.Sonnengeflutete Talhänge bestimmen das Landschaftsbild des Maindreiecks, welches sich zwischen Würzburg, Schweinfurt und Gemünden befindet. Der Absenkung des Oberrheingrabens ist es zu verdanken, dass in dieser Muschelkalkregion vorzugsweise Weißweine, die eine dichte Mineralität aufweisen, auf die Flaschen gezogen werden. Wandermöglichkeiten gibt es hier ohne Ende. Einschlägige Wanderführer empfehlen üblicherweise Touren bis zu einem Level von fünfzehn Kilometern, wohlweislich im Blickfeld habend, dass der Weingenuss nicht zu kurz kommen sollte. Für Langstreckenwanderer bietet sich die Kombination mehrerer Abschnitte an, was den Vorteil bietet unterschiedliche Perspektiven in einem engen Radius auf diese außergewöhnliche Kulturlandschaft aufzunehmen. Gestartet wird an der Mainbrücke, die Volkach mit Astheim verbindet, dort wo man auch am Campingplatz kostenfrei parken kann.   Jedoch der Prolog setzt nicht im Weinberg, sondern im Dschungel ein.  Unterhalb der Brücke folgt man der Mainschleife zunächst in westlicher Richtung, vorbei an der dem Main vorlagerten Mitterwehrseen, bevor man den nördlichen Mainhang der Vogelsburg erreicht. Hier setzt der „Maindschungel“ ein, der sich bis nach Kaltenhausen zieht. Uferbegleitend geht es entlang von Steilhängen durch einen naturbelassenen Waldabschnitt. Bedingt durch anhaltende Niederschläge tags zuvor hatte sich der Pfad jedoch in eine nahezu unpassierbare Schlammpiste verwandelt. Im Nachgang betrachtet ist bei derartigen Verhältnissen dringendst von einer Streckenbegehung [read more…]
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Rund um Föhr

Föhr im August 2019 – Feer, so die friesische Bezeichnung der 83 Quadratkilometer großen und damit größten deutschen Insel ohne Landverbindung. Die grüne Insel, gelegen im Windschatten von Amrum und Sylt ist eingerahmt von 22 Kilometern grachsbewachsenen Deichen und 15 Kilometer Sandstrand. Eine Stadt und 16 Ortschaften. Drei Sprachen werden hier gesprochen: Friesisch, Plattdeutsch und Hochdeutsch, Legendäre Walfänger und Grönlandschiffer waren hier im 17. und 18. Jahrhundert beheimatet und seit zehn Jahren wandern die Föhrer traditionell am Himmelfahrtstag einmal rund um die Insel, die im Herzen des UNESCO Wattenmeer-Weltkulturerbe liegt. Föhr erreicht man komfortabel via Fähre von Dagebüll aus. Die Überfahrt selbst dauert 50 Minuten und ist im Regelfall unabhängig vom Gezeitenstand, da eine Fahrtrinne ausgebaggert wurde. Hochgradig zu empfehlen ist es bereits die erste Fähre um 05.00 Uhr  zu nehmen, um den schönsten Augenblick des Tages, den Sonnenaufgang über die Wattenmeerlandschaft zu erleben. Fünfundvierzig Minuten vor Sonnenaufgang starte ich am Fähranleger der Inselhauptstadt Wyk. Dem Sonnengang folgend kann es nur eine Marschrichtung geben: gegen den Uhrzeigersinn. Zwar wird es auf den ersten zwanzig Kilometern keine Einkehrmöglichkeit geben, jedoch taucht man ein in beste Lichtverhältnisse und kann die Stille des Wattenmeeres genießen. Wanderguru Manual  Andrack wußte vor zwei Jahren in einem Beitrag zu berichten: “Man muss das ganze nicht schöner reden als es war, die Wanderung rund um Föhr war alles in allem STINKLANGWEILIG!” Jedoch ist es eben eine Frage der Einstellung wie man sich einem Naturraum nähert. Zunächst geht es rund um den kleinen Wyker Hafen inklusive Sportboothafen um [read more…]
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Blickachsen

Bad Homburg, den 10. August 2019 – Blickachsen – sofern man sie sehen möchte – sind essentieller Bestandteil einer gepflegten Wanderung. So hat es sich regelrecht angeboten, die aktuelle Skulpturenbiennale die im zweijährigen Rhythmus im Bad Homburger Umfeld stattfindet, in eine gepflegte Marathonwanderung einzubetten. 42 Blickachsen auf 42 Kilometer, so der sportliche Auftrag dieser Exkursion. Vom Startpunkt der Konstabler Wache in Frankfurt geht es zunächst zum Campus der Johann-Wolfgang-Goethe-Universtiät, dort wo sechs der insgesamt 60 Gegenwartsskulpturen installiert sind. Jedoch auch ohne Ausstellung kann man auf dem Weg entlang der Kunstobjekte genügend Blickachsen entdecken. Frankfurt als Metropole, die sich ständig weiterentwickelt, bietet hierzu genügend Entdeckungsmöglichkeiten und insbesondere am frühen Morgen, dann wenn die Mainstadt noch regelrecht entvölkert ist, und man sich auf das Stadtbild konzentrieren kann. Nach zweieinhalb Kilometern ist der Campus erreicht. Noch heute beeindruckt die scheinbar zeitlose Architektur des I.G.-Farben-Hauses. Von hier aus koordinierte der spätere US-Präsident Eisenhower den Wiederaufbau Westdeutschlands, heute ist hier eine Bildungsstätte von Weltruf untergebracht. Anläßlich der Kunstausstellung wurden auf dem Campusgelände insgesamt sechs Kunstobjekte installiert. Ohne fachliche Unterstützung ist es dabei schon eine Kunst zu verstehen was der Künstler mit seinem Werk an dem gewählten Standort ausdrücken möchte. Allemal Kunst polarisiert – in welche Richtung ist am langen Ende nicht maßgeblich und es bleibt dem Auge des Betrachters überlassen seine persönlichen Schlüsse daraus zu ziehen – frei nach der trivialen Erkenntnis: „Was wollte der Künstler uns damit sagen“ Nach den künstlerischen Blickachsen auf dem Hochschulgelände bietet es sich auf dem Gang Richtung Bad Vilbel, [read more…]
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Das Ende einer Ära

Ebernhahn, den 04. August 2019 – Man wollte es noch einmal wissen. Drei Jahre nach dem legendären Fuchskautenmarsch hatten die Wanderfreunde in Ebernhahn wieder einmal zu einem Wandermarathon eingeladen. Auch wenn in 2016 zum Leidwesen vieler Langstreckenwander das offizielle Ende der sportlichen Wanderungen verkündet wurde, die letzte Veranstaltung des amtierenden Wegewartes sollte noch einmal mit einer 42-Kilometer-Wanderung gekrönt werden. Neun!! Verpflegungsstationen, eine abwechslungsreiche Streckenführung die durch das Kannenbäckerland führt, das Ganze eingebettet in dem bewährt hohen Standard der Ebernhahner Wanderfreunde und das für ein Startgeld, das den Namen nicht wirklich verdient. Umso enttäuschender die Resonanz. Hatten sich samstags noch 106 Marathonwanderer eingeschrieben, so starteten sonntags nur noch 44 Langstreckenwanderer. Beschämend die Resonanz, grob das Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag und ernüchternd die Erkenntnis, dass scheinbar Veranstaltungen dieser Art nicht mehr zeitgemäß sind. Die Streckenführung und Wegekennzeichnung selbst – in bewährter Ebernhahner Qualität. Einzig schon die Vorbereitung der Wegekennzeichnung und Streckenmarkierung  einschließlich Nachkontrolle  ist mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden. So verwundert es nicht, dass angesichts solcher Teilnehmerzahlen die Bereitschaft nicht mehr vorhanden ist derartige Veranstaltungen auf Vereinsebene zu stemmen. Von Ebernhahn, welches in diesem Jahr als „Superdorf von Rheinland Pfalz“ gekürt wurde, ging es zunächst in nördlicher Richtung vorbei durch das ehemalige  Tongrubenareal, welches sich zwischen Ebernhahn und Siersheim befindet. Passend zum Sonnenaufgang verbreiten flache morgendliche Nebelschwaden in den Senken eine schon fast herbstlich anmutende Stimmung. Vorbei am markanten Hochbehälter Siersheim führt die Passage durch einen Waldabschnitt, den Weiler Vielbach streifend nach Quirnbach, dort wo nach insgesamt zehn Kilometern bereits die [read more…]
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Wein und Rhein in Flammen

Rüdesheim, den 6. Juli 2019 – Ab und an muß man die Gunst der Stunde nutzen um ein interessantes Wanderthema zu besetzen – so wie am ersten Juliwochenende im Rheingau, dort wo einerseits in Rüdesheim die Veranstaltung „Rhein in Flammen“ stattfand, andererseits Temperaturen jenseits der 30 Grad für ein regelrechtes Backofenklima in den Weinhängen des Rheingaus sorgten. Sicherlich, an der Mosel ist das größte zusammenhängende Rieslinganbaugebiet der Welt zu finden, nach Meinung der Rheingauer wächst jedoch am Rhein der beste Riesling (auch wenn die Pfälzer hierzu eine andere Meinung haben) zudem hier bereits nachweislich seit Mitte des 15. Jahrhunderts Riesling angebaut wird und man mit der Weinuniversiät in Geisenheim die Weinweisheit für sich per se gepachtet hat. Gestartet wird in Lorchhausen, im tiefsten Dorf Hessens,  dort wo die letzte Rebanlage des Rheingaus vor dem Beginn des Mittelrheintals liegt, und dort wo der Wisperwind vom Taunuskamm Richtung Rhein herunterbläst und dafür sorgt, dass es hier selten regnet. Zwanzig Hektar Rebfläche sind hier an den Steilhängen in Lorchhausen überwiegend mit Riesling bestückt. Lagebedingt heizen hier bereits zu früher Morgenstunde die Rebstöcke kräftig auf. Wandertechnisch durchaus eine Herausforderung in der mit Schiefer ausgekleideten Brutkammer zu einer Exkursion zu starten. Vom Bahnhof geht es aufwärts, einmal die mächtige Bonifatiuskirche umrundend, in deren Mauern stilgerecht die Grabplatten der hier einst tätigen Pfarrer angebracht wurden. Am östlichen Ende der Kirche führt ein schmaler Pfad durch das Weinanbaugebiet hinauf zur Clemenskapelle. Hier eröffnet sich eine schöne Blickachse auf dass schräg gegenüberliegende Bacharach und der gegenüberliegenden Burg Fürstenberg. Unterhalb [read more…]
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Zum Wirtshaus im Spessart

Mespelbrunn, den 15. Juni 2019 – Es hat schon Legendenstatus – das sagenumwobene Wirtshaus im Spessart. Angezettelt hatte das Ganze Wilhelm Hauff, der 1826 die Novelle „Das Wirtshaus im Spessart“ veröffentlichte. Protagonisten der Erzählung waren natürlich die Spessarträuber, die weit über die Spessartgrenzen bekannt und gefürchtet waren. Kurt Tucholsky vertiefte das Thema in einer weiteren Veröffentlichung und die Filmindustrie setzte das Thema in den 50er Jahren in bewegte Bilder um. Der Vermutung Rechnung tragend, dass die Vorlage des Handlungsstrangs im Großraum Mespelbrunn zu finden ist, startet die Exkursion im unterfränkischen Aschaffenburg.  Es empfiehlt sich die kostenfreien Parkmöglichkeiten am Festplatz zu nutzen, was zudem den Vorteil bietet dass man beim Gang über die Mainbrücke einen schönen Blick auf das Aschaffenburger Schloß hat. In nördlicher Richtung führt die Passage vorbei am kleinen Aschaffenburger Yachthafen um den kleinsten Stadtteil von Aschaffenburg, die Obernauer Kolonie zu umrunden. Entlang des Häsbachs quert man den nördlichen Zipfel des Ortsteils Schweinheim um auf einem naturbelassenen Areal entlang des Ahornwegs in die bewaldete Zone des Naturparks Spessart einzutauchen. Auf den nächsten Kilometern folgt man den mit einem roten Punkt markierten Dietzweg zum 346 Meter hohen Stengerts, dort wo ein 22 Meter Aussichtsturm vorzufinden ist. Auf der Passage hinauf Passant man ein „kleines Felsenmeer“ bestehend aus losen Granitsteinverbünden. In südöstlicher Richtung folgt man der Wegeführung durch den ehemaligen Truppenübungsplatz. Zahlreiche Schilder weisen darauf hin, dass man unbedingt auf den befestigten Pfaden bleiben soll – zu groß die Gefahr, dass man auf verstreute Munition stoßen könnte. Spessarttypisch lebendig gestaltet sich [read more…]