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Wein und Rhein in Flammen

Rüdesheim, den 6. Juli 2019 – Ab und an muß man die Gunst der Stunde nutzen um ein interessantes Wanderthema zu besetzen – so wie am ersten Juliwochenende im Rheingau, dort wo einerseits in Rüdesheim die Veranstaltung „Rhein in Flammen“ stattfand, andererseits Temperaturen jenseits der 30 Grad für ein regelrechtes Backofenklima in den Weinhängen des Rheingaus sorgten. Sicherlich, an der Mosel ist das größte zusammenhängende Rieslinganbaugebiet der Welt zu finden, nach Meinung der Rheingauer wächst jedoch am Rhein der beste Riesling (auch wenn die Pfälzer hierzu eine andere Meinung haben) zudem hier bereits nachweislich seit Mitte des 15. Jahrhunderts Riesling angebaut wird und man mit der Weinuniversiät in Geisenheim die Weinweisheit für sich per se gepachtet hat. Gestartet wird in Lorchhausen, im tiefsten Dorf Hessens,  dort wo die letzte Rebanlage des Rheingaus vor dem Beginn des Mittelrheintals liegt, und dort wo der Wisperwind vom Taunuskamm Richtung Rhein herunterbläst und dafür sorgt, dass es hier selten regnet. Zwanzig Hektar Rebfläche sind hier an den Steilhängen in Lorchhausen überwiegend mit Riesling bestückt. Lagebedingt heizen hier bereits zu früher Morgenstunde die Rebstöcke kräftig auf. Wandertechnisch durchaus eine Herausforderung in der mit Schiefer ausgekleideten Brutkammer zu einer Exkursion zu starten. Vom Bahnhof geht es aufwärts, einmal die mächtige Bonifatiuskirche umrundend, in deren Mauern stilgerecht die Grabplatten der hier einst tätigen Pfarrer angebracht wurden. Am östlichen Ende der Kirche führt ein schmaler Pfad durch das Weinanbaugebiet hinauf zur Clemenskapelle. Hier eröffnet sich eine schöne Blickachse auf dass schräg gegenüberliegende Bacharach und der gegenüberliegenden Burg Fürstenberg. Unterhalb [read more…]
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Zum Wirtshaus im Spessart

Mespelbrunn, den 15. Juni 2019 – Es hat schon Legendenstatus – das sagenumwobene Wirtshaus im Spessart. Angezettelt hatte das Ganze Wilhelm Hauff, der 1826 die Novelle „Das Wirtshaus im Spessart“ veröffentlichte. Protagonisten der Erzählung waren natürlich die Spessarträuber, die weit über die Spessartgrenzen bekannt und gefürchtet waren. Kurt Tucholsky vertiefte das Thema in einer weiteren Veröffentlichung und die Filmindustrie setzte das Thema in den 50er Jahren in bewegte Bilder um. Der Vermutung Rechnung tragend, dass die Vorlage des Handlungsstrangs im Großraum Mespelbrunn zu finden ist, startet die Exkursion im unterfränkischen Aschaffenburg.  Es empfiehlt sich die kostenfreien Parkmöglichkeiten am Festplatz zu nutzen, was zudem den Vorteil bietet dass man beim Gang über die Mainbrücke einen schönen Blick auf das Aschaffenburger Schloß hat. In nördlicher Richtung führt die Passage vorbei am kleinen Aschaffenburger Yachthafen um den kleinsten Stadtteil von Aschaffenburg, die Obernauer Kolonie zu umrunden. Entlang des Häsbachs quert man den nördlichen Zipfel des Ortsteils Schweinheim um auf einem naturbelassenen Areal entlang des Ahornwegs in die bewaldete Zone des Naturparks Spessart einzutauchen. Auf den nächsten Kilometern folgt man den mit einem roten Punkt markierten Dietzweg zum 346 Meter hohen Stengerts, dort wo ein 22 Meter Aussichtsturm vorzufinden ist. Auf der Passage hinauf Passant man ein „kleines Felsenmeer“ bestehend aus losen Granitsteinverbünden. In südöstlicher Richtung folgt man der Wegeführung durch den ehemaligen Truppenübungsplatz. Zahlreiche Schilder weisen darauf hin, dass man unbedingt auf den befestigten Pfaden bleiben soll – zu groß die Gefahr, dass man auf verstreute Munition stoßen könnte. Spessarttypisch lebendig gestaltet sich [read more…]
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Perlen der Kurpfalz

Heidelberg, den 8. Juni 2019 – Die Kurpfalz.  Historisch betrachtet eines der spannendsten Territorien der deutschen Geschichte. Einst angesiedelt zwischen Mosel und Kraichgau, bestehend aus Exklaven und Enklaven, regiert von Pfalzgrafen, dominiert von Wittelsbachern, geprägt vom Calvinismus und knöcheltief verstrickt mit dem dreißigjährigen Krieg.  Um die Grenzen Frankreichs Ende des 17. Jahrhunderts an den Rhein vorzuschieben, praktizierte Ludwig XIV. eine brutale Kriegsführung: Er ließ ganze Städte und Dörfer dem Erdboden gleichmachen, jagte das Heidelberger Schloß in die Luft und leitete damit das Ende dieser  geschichtsträchtigen Region ein. Am langen Ende waren es die Amerikaner  (Mark Twain und eine Broadwayaufführung in 1924 sei Dank), die den „Mythos Heidelberg“ prägten. Während sich internationale Touristen mit einer Stippvisite in Heidelberg  zwischen Rom, London, Paris und Hofbräuhaus begnügen ist es allemal eine Empfehlung wert, die Region unter die Schuhsohlen zu nehmen. Reist man zu früher Stunde an, so empfiehlt es sich das Auto am Parkhaus Kornmarkt/Schloss abzustellen. Sozial verträglich sind für Wanderer die länger unterwegs sind die Parkgebühr von durchschnittlich einem Euro pro Stunde und ideal der Einstieg am Fuße des Schlosses. Da das Schloss selbst erst ab 08.00 Uhr zu besichtigen ist, beschränkt sich die Inaugenscheinnahme von außen durch eine östliche Umrundung. Oberhalb der Scheffelterrasse stattet man dem in die Jahre gekommenen Vater Rhein einen Besuch ab und genießt, die aufgehende Sonne im Rücken, die  perfekten Lichtverhältnisse die die untenliegende Heidelberger Altstadt und das weitläufige Rhein-Neckarareal besonders in Szene setzen. Beste Voraussetzungen für postkartenverdächtige Aufnahmen. Vorbei an Bier- und Weinstuben die sich hier oben angesiedelt [read more…]
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Groß-Umstädter Weinlagenwanderung 2019

Groß-Umstadt, den 19. Mai 2019 – Weinlagenwanderung mit Marathonqualität inklusive Anlauf und Auslauf. Bereits zum 25. Mal richtete der Odenwaldklub Groß-Umstadt in bekannt-bewährter Art und Weise eine Weinlagenwanderung in den Hanglagen der  Odenwälder Weininsel Groß-Umstadt aus. Rot, blau, grün, gelb – so die ausgewiesene Farbskale der vier Wanderrouten, die zwischen fünf und 14 Kilometern dimensioniert waren. So kann die weinselige Wanderfrau oder Wandermann je nach Kondition in den Beinen und  Standfestigkeit an den aufgebauten Weinständen die geeignete Streckenlänge wählen. Idealerweise löst man am Startort, der am Parkplatz Altstadt gelegen ist, die Eintrittskarte in das Weinparadies in Form einer Weinprobenkarte im Wert von 16 Euro zum Preis von 15 Euro inklusive einem Probierglas. Der Vorteil: man erspart sich und den Standbetreibern das Kleingeldhandling. Selbstverständlich ist der Kauf einer Weinprobenkarte nicht verpflichtend und es bleibt jedem Wein- und Wanderfreund frei an den Ständen direkt Wein, Wasser oder Brötchen zu beziehen. Aus Sicht eines Langstreckenwanderers bietet sich natürlich eine Erweiterungsrunde an. So wird am frühen Morgen im heimatlichen Münster gestartet um via Altheim durch den Dieburger Mittelforst die Odenwälder Weininsel zu erreichen. Nach einer zweiten Frühstückspause  im ortsansässigen Cafe als gesunde Grundlage für die anstehende  Weinlagenwanderung geht es nach Lösung der Weinprobenkarte auf den rot beschilderten Weinlagenwanderweg. Die Vorbereitung des Odenwaldklubs ist schlichtweg ausgezeichnet.  Jeder Teilnehmer erhält eine ausführliche Streckenbeschreibung und kann sich bereits im Vorfeld darüber informieren, an welchen Weinständen welche Weinssorten ausgeschenkt werden. Unterwegs ist die die Streckenmarkierung selbsterklärend, so dass selbst nach dem Konsum einiger Weinpröbchen die Orientierung gewährleistet ist. Vom Parkplatz [read more…]
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Eppertshäuser Wandermarathon 2019

Eppertshausen, den 4. Mai 2019 – Traditionell startet der Odenwaldklub Eppertshausen am ersten Maiwochenende zu einem Wandermarathon, jedes Jahr mit einer neuen Strecke und einer attraktiven Einkehrmöglichkeit. So auch in diesem Jahr.  Das Ziel war vielversprechend. Der Hofstadel in der Gemarkung des unterfränkischen Mönchberg sollte der Schlußpunkt der zunächst auf  44 Kilometer ausgelegten Strecke sein. Einzig das Wetter spielte an diesem Tag nicht mit. Böige Windeinträge aus nördlicher Richtung, ein unangenehmer Graupelschauer und ein Temperatursturz auf 4 Grad stellte die Protagonisten auf eine harte  Probe. So entschied der Veranstalter  kurzfristig den Start von Eppertshausen in das benachbarte  Hergershausen zu verlegen. Bei anständigen Wetterkonditionen hätte der Streckenverlauf  schöne Ausblicke garantiert. Durch die Babenhäuser Gemarkung, dort wo alles auf Sand gebaut ist, dort wo sich Kiesseen befinden, dort wo südhessentypisch Spargelanbau auf hohem Niveau betrieben wird, führte die Passage zunächst über Flurwege nach Langstadt und von dort entlang des Schlierbachs in den gleichnamigen Weiler. Zwischen Schlierbach und dem Schaafheimer Wartturm, der im Regelfall eine herrliche Rundumsicht ermöglicht, erreichte die Schlechtwwetterfront ihren Höhepunkt. So war in Mosbach für mehr als ein Drittel der Teilnehmer die Tour zu Ende. Für die Unentwegten ging es weiter aufwärts entlang der hessisch-bayrischen Grenze bis nach 20 Kilometern das unterfränkische Mömlingen erreicht war. Mit Betreten der bayrischen Gefilde verzog sich das Regengebiet  Durch den Königswald führte die weitere Passage oberhalb von Eisenbach über den Roten Busch hinab nach Obernburg, dort wo der Main gequert wurde.  Hinter dem Weiler Schippach folgte man der Wegeführung des Fränkischen Marienweges durch den Klosterwald. [read more…]
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Hessenweg Nr. 7 von Erbach nach Bensheim

Erbach, den 1. Mai 2019 – Eine fast perfekte Wanderung mit einem unrühmlichen Schlußakzent. Aber zunächst der Reihe nach. Anfang der 80er Jahre schickte sich der Hessische Wanderverband an Fernwanderwege auf Basis bestehender Hauptwanderwege zu konzipieren, um ohne vorheriges größeres Karten- und Quellenstudium- Verbindungen aufzeigen, die ohne Umwege, jedoch trotzdem auf attraktiven Wegen zum Ziel führen. So entstand ein Netz von insgesamt elf Wanderwegen, die Hessen von Nord nach Süd und von Ost nach West durchziehen. Gestartet wird mit dem Hessenweg Nummer 7, der sich vom südhessischen Erbach im Odenwald bis nach Kaub am Mittelrheintal entlangzieht. 200 Kilometer und 3.700 Höhenmeter, so die Eckdaten der Gesamtstrecke, wobei bereits auf der ersten Passage zwischen Erbach und Bensheim, Odenwald sei Dank, mehr als 1.200 Höhenmeter zu absolvieren sind. Gestartet wird am Bahnhof in Erbach, der oberhalb der historischen Kernstadt der Kreisstadt liegt. Ortsunkundigen sei dringendst eine Besichtigung der Stadt empfohlen, die unter anderem auch das Deutsche Elfenbeinmuseum beheimatet. Vom Bahnhof aus geht es aufwärts, dem Verlauf des Roßbächleins folgend, durch den Wildpark Brudergrund. WWW ist hier angesagt: Wild, Wasser und Wald – so das Szenario, was man kostenfrei genießen kann. Ein kleiner Lehrpfad informiert dabei über Flora und Fauna. Hinter dem Wildpark öffnet sich das Tal und man erreicht ein Reiterparadies, den Roßbacher Hof, wunderschön im Brudergrund gelegen. Seit dem 18. Jahrhundert wird hier ein Gestüt unterhalten. Die zahlreichen Pferdekoppeln garnieren die sanfthügelige Landschaft in einer besonderen Art und Weise. Hier verläuft auch die historische „Hohe Straße“ die sich Richtung Mossauer Höhe [read more…]
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Heubacher Wandermarathon 2019

Heubach, den 30. März 2019 – „8 Grad 57 51.16 Länge 49 Grad 50 30.96 Breite.  Eingebettet in einem romantischen Seitental des Vorderen Odenwald lebt eine verschworenen Dorfgemeinschaft, behaftet mit der Anmut eines gallischen Dorfes. In diesem Umfeld bläst der zweite Vorsitzende der OWK-Ortsgruppe Heubach, Michael Pohl, einmal jährlich zum sportlichen Wanderhalali.“, so die einleitende Worte meines Blogbeitrages vor drei Jahren. Geändert hat sich per se nichts, aber auch rein gar nichts, an der damaligen Aussage. So hat getreu dieser Erkenntnis der Heubacher Wanderexperte wiederum der heimatlichen Verbundenheit Rechnung tragend eine Strecke ausgearbeitet, die einen Radius von 4,76 Kilometer ausgehend  vom Heubacher Dorfbrunnen  ausweist und über Mehrschleifen sich zu einem ausgewachsenen Wandermarathon mit knapp 44 Kilometern und knapp 1.160 Höhenmetern entwickelt. Dem Sonnenverlauf entsprechend ist die Route nach bewährtem Raster gestrickt. Gestartet wird zur besten Wanderzeit um 6.30 Uhr, um zügig die ersten Hügel im Umfeld des Groß-Umstädter Weilers Richtung Kissinger-Wünziger-Hütte zu marschieren, die Sonne dabei im Rücken – die Blicke frei  über die Groß–Umstädter Weininsel, den seit 22 Millionen Jahren erloschene Vulkan namens Otzberg, den Anhöhen der Bergstraße, der Reinheimer Bucht und den Dieburger Ebene. Grundsätzlich könnte man hier sitzenbleiben, die Ausblicke genießen, über sich und die Welt nachdenken und die Hoffung hegen, dass irgendwann oberhalb der hier angelegten Weinrebenhänge vielleicht ein Grauburgunder aus den hier gezogenen Lagen nebst Käseteller vorbeifliegt.  Jedoch, der Wanderführer beendet diese Illussion rasch, um über eine verschlungene Pfadführung den Weg zurück nach Heubach zu finden, dort wo nach 14 Kilometern auf die 37 Teilnehmer ein opulentes Frühstück [read more…]
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Bayrisch Schanz

Lohr, den 24. Februar 2019 – Bayrisch Schanz. Für einen Oberpfälzer oder Niederbayern  sicherlich nicht einzuordnen, ist die Bayrisch Schanz, im nördlichen Zipfel des Freistaates, in Unterfranken gelegen, durchaus ein Begriff. Bayrisch Schanz – als ehemalige historische Zollstation an der hessisch-bayrischen Grenze errichtet, heute das höchstgelegene Wirtshaus im Spessart, nach eigenem Bekunden Wirtshauskulturstätte mit urgemütlicher Atmosphäre. Gestartet wird in Lohr am Main, welches auf halber Strecke zwischen Aschaffenburg und Würzburg gelegen ist. Lohr selbst bleibt bei dieser Tour außen vor, denn es wird am Bahnhof gestartet der im nördlichen Bereich der Kommune liegt, dort wo das Industriegebiet angesiedelt ist. Obschon man sich auf bayrischem Territorium befindet, folgt man zunächst der Wegwesiung „Hessenweg 9“, der von Lohr am Main bis nach Limburg an die Lahn führt. Stetig aufwärts steigend ist rasch der berühmt-berüchtigte Spessartwald erreicht. Vorbei am Beilstein und am Mittelberg folgt man den ausgewiesenen Wanderwegen. Geologisch befinden wir uns hier Sandsteinspessart, eingekesselt zwischen Fränkischer Platte und Odenwald. Bewegt man sich im Spessart, so kann man sich auf stundenlange Waldwanderungen ohne nennenswerte Aussichtsmöglichkeiten einstellen. Selbst in der blätterkargen Zeit, dann wenn sich die Baumskelette konturenreich in den weißblauen Himmel strecken, sind die Weitsichten sehr begrenzt. Dicht bis sehr dicht der Baumbewuchs, hoch der Bestand an Schwarzwild, wie die Spuren am Wegesrand verdeutlichten. Ideal eben die Waldstruktur für die Schwarzkittel, die sich hier im wahrsten Sinne des Wortes sauwohl fühlen. Man merkt zudem dass man hier in einer überwiegend katholischen Region unterwegs ist. Wegekreuze und Sühnekreuze flankieren die zahlreichen Waldschneisen. Am Wegekreuz Katharinenbild hat [read more…]
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Der Rheinauenweg von Riedstadt nach Mainz

Riedstadt, den 09. Februar 2019 – Alarmstufe Rot! Zwei Drittel der Auen sind in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert verlorengegangen. Am Oberrhein sogar 90 Prozent. Nur ein Prozent ist hier naturnah und dass ist weitgehend das Areal Kühkopf/Knoblochsaue, Einstiegspunkt der letzten Passage des  Rheinauenweges, der je nach Vorliebe von Karlsruhe nach Mainz – oder  umgekehrt- führt. Anzumerken sei jedoch daß es bei Flußwanderungen grundsätzlich von Vorteil ist, mit der Sonne im Rücken zu wandern, da in diesem Falle die Lichtverhältnisse am Besten sind und man nicht permanenten Lichtreflektionen ausgesetzt ist. Gestartet wird am Bahnhof Riedstadt Goddelau. Gäbe es eine Auszeichnung für Deutschlands versifftesten Bahnhof, Goddelau hätte gute Chancen in die engere Auswahl zu kommen. So geht es zunächst hinüber in das benachbarte Erfelden um entlang des Altrheins zwischen Kühkopf und der Knoblochsaue einzutauchen in die wunderbare Welt der Rheinauen. Der auentypische durch zeitweise Überflutung gekennzeichnete Lebensraum geizt nicht mit Superlativen. Mit 2.400 Hektar das größte Naturschutzgebiet Hessens, eines der größten Aueschutzgebiete Deutschlands, Europareservat und Heimat von 700 unterschiedlichen Pflanzenarten, 400 Großschmetterlings-, 47 Libellen- und mehr als 40 Fischarten. Dazwischen  urwaldanmutende Gebiete durchsetzt von Ulmen, Eschen, knorrigen Kopfweiden und Eichen. Jahreszeitenbedingt übt die skelettierte Landschaft ihren besonderen Reiz aus. Strukturell empfiehlt es sich eher am Verlauf des Flusses als am gekennzeichneten Hochwasserdammweg zu orientieren. Belohnt wird man mit gut gangbaren Pfaden im naturbelassenen Bereich. Dort wo in den Knoblochsauen der Altrheinbogen in den Rhein mündet ist eine markante Stelle, die Schwedensäule erreicht. Man schrieb den 7. Dezember 1631 als der Schwedenkönig [read more…]
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Der Rheinauenweg von Worms nach Riedstadt

Worms, den 02. Februar 2019 – Erneut ist die Nibelungenstadt Ausgangspunkt einer Rheinauenexkursion – jedoch diesmal in nördlicher Richtung. Hatte der Odenwaldklub bis vor kurzem zwei Hauptwanderwege zwischen Mainz und Karlsruhe im Wanderportfolie, der eine mit einem roten „R“ von Mainz bis Worms, der andere von Mannheim bis nach Karlsruhe, so erfolgte nunmehr im Rahmen einer Flurbereinigung eine durchgänge Streckenmarkierung von Mainz bis nach Karlsruhe – entsprechend der Farbe des Rheinwassers in einem blauen „R“ gehalten. Nachdem die südliche Rheinauenpassage bis nach Karlsruhe absolviert war,  stand nun der Trail in das Hessische Ried an. Die imposante Nibelungenbrücke mit dem gewaltigen Brückenturm passierend geht es aus der Wormser Innenstadt über den Rhein, der aktuell mit 146 cm einen relativ niedrigen Wasserpegel ausweist. Exakt vor 100 Jahren wurde an dieser Stelle im Jahre 1919 ein Hochwasserstand von 710 vermeldet. Geradeaus führt die Bundesstraße in dass sechs Kilometer entfernte Bürstadt, linker Hand folgt man dem markierten Wanderweg in nördlicher Richtung um das Areal des Maulbeerauer Altrheins zu erreichen. Die Auen enstanden am Ende der letzten Eiszeit aus abgelagertem Kies, Lehm und Sand, die der mächtige Rhein anschwemmte. Längst verschwunden sind die hier gepflanzten namensgebenden Maulbeerbäume. Heute ist das Gebiet Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und dient der Erhaltung wertvoller Arten und Lebensräume. Auf der gegenüberliegenden linksrheinischen Seite zieht sich das weitläufige Wormser Industriegebiet entlang. Vorbei an Nordheim und dem gegenüberliegenden Rheindürkheim ist bald der Steinerwald erreicht – wobei angesichts des lichten Baumbewuchses die Bezeichnung „Wald“ deutlich übertrieben erscheint. Auf der Höhe des Damms [read more…]
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Der Rheinauenweg von Germersheim nach Karlsruhe

Germersheim, der 19. Januar 2019 – Flussaue sind dynamische Lebensräume die vom Wechsel zwischen niedriger und hoher Wasserführung geprägt sind. Exzellent kann man solch eine Auelandschaft auf der dritten Etappe des Rheinauenweges zwischen Germersheim und Karlsruhe studieren. Die Germersheimer Rheinbrücke passierend taucht man sofort in die naturbelassene Auelandschaft ein. Ideal die Rahmenbedingungen. Eine gesunde winterliche Grundkälte, ein sich abzeichnender blauer Himmel und seit Wochen erstmals Sonne pur. Die Jahreszeit bedingten Baumskelette prägen dabei das landschaftliche Bild in einer besonderen Art und Weise. Zunächst folgt man dem weit ausladenden Bogen des Rußheimers Altrhein um die Insel Elisabethenwört zu umrunden. 1825 schlossen Bayern und Baden eine Übereinkunft an dieser Stelle mittels Durchstich den Rhein zu begradigen – so entstand die Insel. Weiter geht es in südlicher Richtung, immer den Rhein entlang, Alt-Dettenheim links liegend lassen. Ausgewiesene Gemarkungsflächen mit den Namen wie  Weichau und Torfwiesen belegen dabei den Bezug zum wässrigen Areal im Unfeld des mächtigen Rheins.  Baggerseen und ein Rheinentwässerungskanal  Ergänzen zudem das landschaftliche Bild in diesem Landstrich. Bald ist die Insel Rott erreicht, ein idyllisches Naherholungsgebiet, beliebt bei Radfahrern, Wanderer, Angler und Bootsfahrern. Zudem haben Tagesgäste hier die Möglichkeit in zwei Fischrestaurants einzukehren. Was folgt ist der vielleicht spektakulärste Abschnitt dieser Passage. Zwischen der Insel Rott  und Leopoldshafen erstreckt sich das „Lange Loch“. Studiert man die Karte entdeckt man in diesem Areal ein wasserreiches Geflecht. Bis 1772 mäanderte der Rhein durch diesen Landschaftsstrich. Nach einem Bruch des alten Wasserbettes und zahlreichen Nebenarmausbildungen erfolgte eine Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert. Was fortan blieb [read more…]
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Der Rheinauenweg von Mannheim nach Germersheim

Mannheim/Rheinau, den 12. Januar 2019 – Die zweite Etappe auf dem vom Odenwaldklub ausgewiesenen Wanderweg setzt in Rheinau südlich des Mannheimer Zentrums ein. Man merkt, dass Richtung Süden die starke industrielle Ausprägung, die sich insbesondere am Wirtschaftsstandort Ludwighafen/Mannheim konzentriert, langsam ausläuft. Studiert man die Wanderkarte so verdeutlicht sich insbesondere auf  dieser Passage im Abschnitt zwischen Rheinau und Rheinsheim der mäandernde Verlauf des Altrheins. Im 19. Jahrhundert war es Ziel, den Rhein für die Schifffahrt auszubauen. Um möglichst wenig Erde zu bewegen arbeitete man seinerseits mit Durchstiche um den Fluß zu verbreitern und zu beegradigen. Das Durchstechen der Mäander verkürzte die Strecke zwischen Basel und Bingen um immerhin 81 km. Vom Bahnhof Rheinau geht es zunächst drei Kilometer durch das am Rheinauhafen angesiedelte Industriegebiet, um direkt in das 650 Hektar große  Naturschutzgebiet Schwetzinger Wiesen einzutauchen. Eine handvoll ehemaliger Tongruben prägen dabei diesen Naturraum. Heute sind die Schwetzinger Wiesen eine vom Rhein geprägte Auenlandschaft, die reich strukturiert ist und ein vielfältiges Mosaik verschiedenster Biotope aufweist. Das Spektrum reicht von Altrheinarmen, Auwald und Verlandungsbereichen, über ehemalige Tongrubengelände, die heute mit Wasser gefüllt sind, Röhrichte und Schilfareale bis hin zu weiten Pfeifengraswiesen, die von artenreichen Buschsäumen begrenzt sind. Das Gebiet ist geprägt durch jahrhundertelange Nutzung (Landwirtschaft, Tongruben, Ziegeleien, Waldrodung, Wiesenwirtschaft und Kiesabbau), die nach der Ausweisung als Natur- und Landschaftsschutzgebiet in den meisten Bereichen zum Erliegen kam. Seither wird versucht, das Gebiet möglichst naturnah zu gestalten. So entstand beispielsweise der heutige Anglersee des ASV Rohrdorf 1965 durch das Ausbaggern von 1,7 Millionen Kubikmeter Kies, die für den Ausbau der Autobahnstrecke Mannheim-Walldorf [read more…]