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In den Weinbergen der Rheinhessischen Toskana

Alzey, den 3. September 2018 – Verrückt ist es schon. Ein Bundesland im Namen tragend, jedoch einem Anderen zugehörend, immer wieder verglichen mit einer namhaften italienischen Region, Schutzhütten apulischer Wanderarbeiter aus dem 18. Jahrhundert als Wahrzeichen habend, zeitweise zu Frankreich gehörend und nebenbei Deutschlands größtes Weinanbaugebiet zu sein. Die Rede ist von Rheinhessen, dem Bundesland Rheinland-Pfalz angehörend,  behaftet mit dem Beinamen „Toskana Deutschlands“  265 Quadratkilometer, respektive 20 Prozent der vorhandenen Fläche als Weinanbaugebiet ausgewiesen, bestehend aus 139 Kommunen, wobei in 136 insgesamt Weinanbaubetriebe angesiedelt sind. Hinzu kommt eine ausgezeichnete Wanderinfrastruktur, angereichert durch neun „Hiwweltouren“ alle ausgewiesen als zertifizierte Prädikatswanderwege. „Hiwwel“ heißt übrigens Hügel und steht als Bezeichnung für die sanfthügelige toskanisch anmutende Mittelgebirgslandschaft. Ergo – beste Voraussetzungen einzusteigen in eine spannende Wanderregion. Gestartet wird in Heimersheim, einen Stadtteil von Alzey. Sehr viele Ortschaften enden hier im rheinhessischen  auf –heim, ein historischer Beleg für die einstige fränkische Ansiedlung in dieser Region. Vom  Osten kommend geht es zunächst durch die schier endlosen Weinbergstöcke hinauf in westlicher Richtung um auf die Weinberglagen oberhalb von Lonsheim zu kommen. Die aufgehende Sonne im Rücken habend erheben sich weitreichende Blicke in die Pfälzer Region. Augenfällig sind die zahlreichen Windkraftanlagen. Aktuell werden im Landkreis Worms-Alzey 153 Windräder betrieben – ein gewaltiger Zankapfel zwischen Umwelt-, Arten- und Klimaschützer. Ausgezeichnet ist die Wegeführung durch die weitreichende Weinlandschaft. Bald ist der Kuckucksturm, ein kleiner  Aussichtstum erreicht. Hier wird zwischen Mai und Oktober an Wochenenden Wein ausgeschenkt. Erkennungsmerkmal: „Wenn die Fahne hängt, wird ausgeschenkt“. Doch dazu später mehr.Noch ist die Fahne nicht [read more…]
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Rheinburgenweg von Hirzenach nach Koblenz

Hirzenach, den 12. Mai 2018 Rheinburgenwegeinstieg mit Nordseefeeling bei Boppard-Hirzenach, aber nur wetterbedingt ausgelöst. Mit einem Temperaturspread von 20 Grad zwischen  Tag und Nacht schwebte am frühen Morgen noch eine gewaltige Dunstglocke über das Obere Rheintal, die sich jedoch relativ rasch auflöste. So war die Entscheidung zweckmäßig auf der dritten Etappe Richtung Koblenz zunächst die Passage entlang des Rheins Richtung Bad  Salzig zu nehmen, um erst dort in das Rheingebirge einzusteigen. Von hier aus führen gute Wege oberhalb der Hanglage Elsenbolz zum rheintouristischen Hotspot Boppard. Das Weinstädtchen ist eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Drehscheibe für die Personenschifffahrt im Dunstkreis der Loreley. Entsprechend großzügig ist die Rheinpromenade mit einer Vielzahl von Einkehrmöglichkeiten angelegt. Bereits zur frühen Morgenstunde reihen sich Tagestouristen in die Schlangen vor den Schiffsanlegestellen ein. Als Rheinburgenwegwanderer hat man aber in Boppard andere Prioritäten.  Der Markierung „Sesselbahn Boppard“ folgend  erreicht man  den Einstiegspunkt, der zum 302 Meter hohen Hirschkopf hinauf führt. Drei Möglichkeiten gibt es die Hänge des Rheins  zu erschließen.  Für den bequemen Tagestouristen die Seilbahn, für den anspruc hsvollen Wanderer ein herrlicher Felsgehsteig und für ambitionierte Sportler den anspruchsvollen Klettersteig, der zweckmäßigerweise mit entsprechender Kletterausrüstung begangen werden sollte. Unterhalb der Seilbahn führt die Passage stetig aufwärts gehend zum legendären Gedeonseck und den in unmittelbarer Nähe befindlichen Vierseenblick.  „Die größte Rheinschleife der Welt“ so wird auf der Terrasse der spektakuläre Blick auf die markante Schleife beworben. Für wahr – der Gang hinauf lohnt allemal – und der Blick auf die gegenüberliegende Rheinseite ist sicherlich eines der [read more…]
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Rheinburgenweg von Bacharach nach Hirzenach

Bacharach, den 1. Mai 2018 – Prädikat:  „Best of Wandern“ so die Erkenntnis nach der zweiten Langstreckenetappe auf dem Rheinburgenweg von Bacharach nach Boppard-Hirzenach. Wenn idealerweise zum Wanderstart, wie an diesem 1. Mai, ein bedrohliches Wolkenszenario Richtung Osten entschwindet und auf dem Weg von Süd nach Nord, immer die Sonne im Rücken habend, spannende Licht-und Schattenspiele die außergewöhnliche Strecke besonders in Szene setzt, dann hat man das Wandernirwana erreicht. Bereits der Start beginnt fulminant.  Vom Bahnhof Bacharach geht es einmal quer durch die historische Altstadt des schmucken Weinortes, um nördlich steil aufwärts führend hinauf zum Postenturm,  und darüber hinaus noch weiter steil aufwärts steigend, den vielleicht herrlichsten Aussichtspunkt auf die „heimliche Haupstadt der Rheinromantik“ zu erreichen. Würde nur noch eine Flasche gekühlter Riesling nebst Käseteller fehlen, um das Wohlbefinden zu perfektionieren… Jedoch, der Tag ist noch zu frisch um bereits in diesen Hemisphären zu schweben. So geht es weiter auf dem Rheinhöhenplateau, um zwischen Wiesen und Rebhängen immer wieder herrliche Blicke auf das untenliegende Rheintal zu genießen. Bereits zu früher Stunde ist ein reger Schiffsverkehr auf dem Rhein zu beobachten. Frachtschiffe, die schwer beladen von der Nordsee kommend Richtung Süden schippern, zahlreiche Flußkreuzfahrtschiffe die Tages- bzw. Streckentouristen durch das Weltkulturerbetal bringen. Kein Wunder – denn hier befindet man sich wenige Flußkilometer  vor der Loreley. Zwischendurch bietet es sich an einem der zahlreichen Aussichtspunkte eine Frühstückspause mit Blick auf die Burg Pfalzgrafenstein einzulegen, die mitten in einer Felsinsel vor Kaub gelegen ist. Weiter auf dem Hochplateau erreicht man gefühlt viel zu [read more…]
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Rheinburgenweg von Bingen nach Bacharach

Bingen, der 28. März 2018 – Am langen Ende ist nur eine Entscheidung zu treffen: links oder rechts? Die Rede ist von einem der spektakulärstenWandergebiete in unserem Land. Geadelt als Weltkulturerbe, besungen und bedichtet,  das Obere Mittelrheintal. Linksrheinisch vom Rheinburgenweg und rechtsrheinisch vom Rheinsteig flankiert. So steht in den nächsten Wochen der 195 Kilometer lange Rheinburgenweg von Bingen bis nach Remagen im Fokus. Die Etappenplanung gestaltet sich einfach. Offiziell ist der Premiumwanderweg in 13 Etappen eingeteilt, die je nach persönlicher Vorliebe variiert werden können. Ausstiegs- bzw. Rückfahrtsoptionen via Bahn  gibt es entlang des Rheins zur Genüge. Wer bereits den Rheinsteig absolviert hat, wird die Erkenntnis gewinnen können, dass der Blick vom Rheinburgenweg auf die rechtsrheinische Seite der Schönere ist. Zu empfehlen ist es auch die Passage von Süd nach Nord zu absolvieren. So hat man die Sonne im Rücken und kann unter wunderbaren Sichtverhältnissen die wunderbare Rheinregion förmlich aufsaugen. Gestartet wird am Binger Hauptbahnhof, welcher außerhalb am Bingerbrück gelegen ist. Oberhalb des Bahnhofs  stehen kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Der Einsteig setzt auf der Höhe des  Bingener Mäuseturms ein.   Auf dem „Schlangenpfad“ geht es zunächst steil bergauf in den Binger Wald hoch zum Prinzenkopf. Auf naturbelassenen Pfaden windet sich der Premiumwanderweg durch den felsendurchsetzten Wald. Oberhalb des Forsthauses Heilig Kreuz, führt die Passage vorbei an der römischen Ausgrabungsstätte „Villa Rustica“.Nach einem weiteren Kilometer erreicht man den Einstieg in die  Steckeschlääferklamm. Dieser Name stammt von den Wanderern die ihre „Stecke“ (Stöcke) über den Boden schläääfe (schleifen). 15 Holzstege, die den Haselbach gangbar machen [read more…]
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Regionalpark Rhein Main Mainspitze – Bulau

Gustavsburg – Ostern 2018 Idealerweise hat sich das verlängerte Osternwochende zur finalen Runde der 190 Kilometer langen Regionalparkrundweges angeboten. Gestartet wird unweit der Mainspitze bei Ginsheim-Gustavsburg, dort wo man entlang der Rheinauen auf einem Deich durch das Naturschutzgebietes der Altrheinlandschaft hervorragend wandern kann. Die durch den Altrhein und dem Hauptstrom gebildete Insel trägt im südlichen Teil den Namen Langenau, und im nördlichen Teil heißt sie Nonnenaue, wobei die Nonnenaue vom Festland mit einer Fähre erreicht werden kann. Vorbei geht es am Ginsheimer Kiesbagger, der mittlerweile als technisches Kulturdenkmal an die lange Kiesabbautradition in diesem Gefilde erinnert.  Über die weitläufige flache Agrarlandschaft führt die Passage zwischen Trebur und Nauheim entlang des Nauheimer Rundweges vorbei an den ehemaligen Baggersee, den Hegbachsee. Die mittagszeitbedingte Querung von Nauheim ist nicht zwingend erfolgsversprechend. Mit Ausnahme eines Kebabladens und einer Pizzastehbude verweigert im Zentrum von Nauheim die ortsansässige Gastronomie kollektiv den Zutritt. So ist ab April eher der Gang zum fünf Kilometer entfernten Jagdschloss Mönchbruch zu empfehlen, dort wo man bei schönem Wetter auch im Biergarten einkehren kann. Vom Treburer Unterwald führt die Passage in das Naturschutzgebiet Mönchbruch. Just 700 Luftmeter von der Startbahn West entfernt wird man zwangsläufig Ohrenzeuge des permanenten Flugbetriebes am größten deutschen Flughafen.  Reisezeitbedingt heben hier im 45 Sekunden-Takt die Flugzeuge ab. Ungestört und wahrscheinlich schon mit tumben Ohren ausgestattet kann man jedoch hier auch am hellichten Tag den hier ansässigen Rotwildbestand bei der Atzung beobachten. Nach 34 Kilometern und unspektakulären 54 Höhenmetern wird die erste Passage am S-Bahnhof im Mörfelden beendet.  Am Folgetag erfolgt [read more…]
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Regionalpark Rhein-Main Kriftel-Mainspitze

Krifrtel, den 11. März 2018 – Die vierte Exkursion der 190 Kilometer langen Regionalparkrundroute startet am letzten Ausgangsort, in Kriftel. Rasch ist die A66 gequert um zwei Kilometer später das gegenüberliegende Hattersheim am Main zu erreichen. Wer noch keine profunde Erfahrung in Sachen Fluglärm gesammelt hat, kann hier vertiefende Erfahrungen einholen. Sicherlich auch wetterlagenbedingt ist bereits zu früher Morgenstunde ein permanent dröhnender Lärmeintrag zu verzeichnen. Kein Wunder – liegen denn die Landebahn Nord-West und die beiden primären Start- und Landebahnen just vis a vis der anderen Mainseite.  Es verwundert nur, dass auch hier der Bauboom noch ungebrochen ist. Vorbei am Hattersheimer Rosarium, welches um diese Jahreszeit zwangsläufig unspektakulär ist, folgt man der historischen Wasserwerksallee um in das Regionparksportal, die Weilbacher Kiesgruben einzutauchen. Hier befindet sich neben dem  zentralen Besucherzentrum des Regionalparks eine  spektakulärer 40 Meter hoher Aussichtsturm, der eine weitreichende Aussicht ermöglicht, allerdings nur von April bis August.  Teilweise sind die Kiesgruben renaturiert und als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Aufwändig gestaltete  Exponate, wie der Eiserne Rabe, das Haus des Dichters oder die Aussichtsbastion A3 bereichern das Naherholungsgebiet. So muss man diese zonale Erschließung am langen Ende als moralischen Ausgleich für den naheliegenden Flughafenbetrieb werten. Fast schon obsolet erscheint die bei Weilbach angebrachte Lärmschutzwand der A3, angesichts des massiven Fluglärms in dieser Region – jedoch zu Nachtzeiten mag auch diese Maßnahme ihre Existenzberechtigung haben. Von Weilbach führt die Passage vorbei am nahegelegenen Wicker und weiterführend durch einen Weinlaubengang zur markanten Flörsheimer Warte, die einst als Verteidigungsfestung zur Sicherung der Mainpassage errichtet wurde. Heute kann [read more…]
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Regionalpark Rhein Main Seulberg – Kriftel

Seulberg, den 4. März 2018 – Nicht zwingend der  prickelndste Abschnitt des 190 Kilometer langen Regionalparktrails rund um den Großraum Frankfurt – aber schon die Frischluftdosis an einem zunächst trist startetenden Märzmorgen ist auch schon etwas wert. Nach bitterkalten Wochen schwenkt das Thermometer um. Ein Wintergruß der Nacht zieht sich über die Landschaft des Vorderen Taunus bei Bad Homburg und  der dichte Nebelvorhang macht die Sicht auf die Frankfurter Skyline und die Anhöhen des Taunus zunichte. Flach wie ein Pfannkuchen ist der Landstrich in dieser Region um Seulberg. So folgt man der ausgeschilderten Regionalparkrundroute und quert idealerweise Gonzenheim, statt der tatsächlichen Streckenführung zu folgen, die eine Umrundung der Kommune mit integrativem Besuch eines Lernbauernhofs vorsieht, was jedoch jahres- und uhrzeitbedingt nicht sinnvoll erscheint. Rasch ist der Ortsrand von Ober-Eschbach erreicht, wo man den Taunengraben quert. Hier stößt man auch auf den bekannten Höderlinpfad, der bereits in diesem Blog beschrieben wurde, ein  interessanter geschichtsträchtiger Weg, der von Frankfurt nach Bad-Homburg den Spuren des großen Dichters folgt.  Man folgt der Agrar-Kultur-Achse, an der blaue und rote Rohrskulpturen installiert wurden und den Anbau  und die Verwendung der Kulturpflanze Mais veranschaulichen. Vorbei an Steinbach, den markanten Wasserturm der Kommune im Auge habend, quert man bald das wahrscheinlich weltweit einzige Äppelwoibrückchen am gleichnamigen Bach. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten Ausflügler aus Frankfurt eine Querungsmöglichkeit des Steinbachs gesucht um den hier produzierten Apfelwein zu verköstigen. So beschloss man just an dieser Stelle eine Brücke zu errichten. Weiterhin befand sich hier auch eine Offenbacher Exklave auf preußischem Gebiet.  [read more…]
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Regionalpark Rhein Main Dörnigheim-Seulberg

Dörnigheim, der 24. Februar 2018 – Runde Zwei des Regionalparktrails startet auf der anderen Seite des Mains, vis a vis des letztmaligen Zielortes Mühlheim in  dem gegenüberliegenden Dörnigheim, ein Stadtteil von Maintal. In Dörnigheim folgt man dem alten Leinpfad entlang des Mains, dort wo man früher mit schweren Tauen Schiffe getreidelt hatte.  Heutzutage ist aus dem  Leinpfad ein gut ausgebauter Weg geworden, der von Radfahrern, Inlineskatern und Spaziergängern gerne frequentiert wird. Prächtig der Tagesanfang mit insgesamt zehn prognostizierten Sonnenstunden bei jedoch eisigen Konditionen. Die Russenpeitsche schleust kalte Luftböen nach Zentraleuropa – gefühlter Temperatureintrag : minus 10 Grad. Jedoch bereits am frühen Morgen sind einige eisenharte Jogger und Hundebesitzer unterwegs. Entlang des Mainweges sind einige Kunstobjekte als integrativer Bestandteil der Regionalparkroute installiert. Nach vier Kilometern entlang des Mains ist die Kesselstadt in Hanau erreicht.  Von hinten erschließt man Schloß Philipsruhe, ein Barockschloß mit angegliederten englischen Garten.  Ab Frühjahr empfiehlt sich hier durchaus eine Einkehr an den hier befindlichen Mainterrassen, die von einem hier ansässigen gastronomischen Betrieb bewirtschaftet werden. Vom Schloß quert man den Hanauer Stadtteil Kesselstadt, dessen Namensgebung einem ehemaligen römischen Castell zu verdanken ist, um zum zweieinhalb Kilometer entfernten Park Wilhelmsbad zu gelangen. Angeblich fanden hier 1709 zwei Kräuterfrauen eine mineralhaltige Quelle. Siebzig  Jahre später errichtete man hier eine Bade-, Park-und Kuranlage.  1815 versiegte die Mineralquelle und vierzig Jahre später wurde der Kurbetrieb eingestellt. Heute ist das Areal ein beliebtes Naherholungsgebiet und beheimatet unter anderem das Hessische Puppenmuseum. Dem historischen Simmelsweg folgend geht es weiter durch eine kurze Waldpassage in [read more…]
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Regionalpark Rhein Main Rödermark-Mühlheim

Rödermark, den 18. Februar 2018 – Auch in der tristen Jahreszeit gibt es genügend Anreize für interessente Exkursionen.  „Regionalpark Rhein Main“ so der Wanderauftrag der nächsten Wochen, auch wenn die seit 2011 bestehende 190 Kilometer umfassende Rundtour ursprünglich als Radroute konzeptioniert wurde. Regionalpark – schon die Begrifflichkeit beinhaltet unterschiedliche Facetten, die es lohnenswert machen, näher betrachtet zu werden. Ende der 90er Jahre fanden sich mehrere Kommunen im Umlandverband Frankfurt zusammen, um das Rhein-Maingebiet als Wohnumfeld und als Naherholungsgebiet aufzuwerten.  Kommunen, aber auch Wirtschaftsunternehmen, wie insbesondere der Flughafenbetreiber Fraport waren einerseits gesetzlich gezwungen aber auch moralisch verpflichtet entsprechende Ausgleichsflächen für die vollzogene Flächenversiegelung zu schaffen. Das Ergebnis kann sich mittlerweile sehen lassen. Aktuell sind 700 Kilometer von insgesamt 1.000 geplanten Regionalparkrouten realisiert, wobei die hier im Fokus stehende Regionalpark-Rundroute mit einer Länge von 190 Kilometern, der längste Routenabschnitt ist.  So bietet es sich regelrecht an, den quasi vor der Haustüre vorbei führende Weg näher zu erkunden, getreu dem Credo dieses Blogs den kulturellen und naturkundlichen Lebensraums bewusst zu entdecken. Offiziell startet die Rundroute bei Kilometer 0 an der Mainspitze bei Mainz-Kastel, dort wo sich Rhein und Main vereinen. Da es jedoch beim  Rundkurs unerheblich  ist, wo man beginnt, bietet sich ein heimatnaher Einstieg im benachbarten Ober-Roden/Rödermark an. Vom dortigen Bahnhof  führt die Passage in das benachbarte Urberach hinauf zur Bulau, dort wo einer von insgesamt 43 Aktionspunkten entlang der Strecke vorzufinden ist.  Neben diesen Punkten gibt es darüber hinaus noch eine Vielzahl von Informationsstelen, die Kurzinformationen zur Landschaft oder zu ortgeschichtlichen Hintergründen [read more…]
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Pilgerweg Hildegard von Bingen [Braunweiler – Bingen]

Braunweiler, der 27. Januar 2018 Die vierte und letzte Etappe des Pilgerweges Hildegard von Bingen, nach offizieller Leseart die siebte und achte Etappe, startet im Weinort Braunweiler an der Nahtstelle des Nahelandes zum Hunsrück. Braunweiler, dort wo auf der letzten Etappe nach über 100 Kilometern auf dem Pilgerpfad erstmals eine geöffnete Kirche vorgefunden wurde (!) liegt verkehrsstrategisch nicht zwingend günstig.  Sonntags wird der Weiler nur im Vier-Stunden-Takt von Bad-Kreuznach aus bedient, was man bei der Tourenplanung geflissentlich berücksichtigen sollte. Knapp eine Stunde vor Sonnenaufgang geht auf die Strecke. man merkt sofort dass die Region ab hier katholisch geprägt sind. Eine Vielzahl von Wegkreuzen wird man auf den kommenden Kilometern vorfinden können. Jedoch auch hier  läuft die blumige Ankündigung des Tourismusverbandes Nahe “ Die heutige Etappe ist in ihrer Länge und auch mit ihren Inhalten etwas für „echte“ Pilgerwanderer bzw. Wallfahrer“ ins Leere, denn auch auf dieser Route ist keine der avisierten Meditationstafeln die sich konzentriert mit den Schriften der Universalgelehrten auseinandersetzen, vorzufinden. Über Wald und Wiese  des Braunweiler Heegwaldes vorbei führt die Passage in das knapp vier Kilometer entfernte Dalberg. Am Rande von Dalberg findet man eine Mariensäule von 1726  vor. Hier setzt der Anstieg  zur 1150, also noch zu Hildegards Lebzeiten errichten Burg Dalburg ein. Auch heute noch beeindrucken die imposanten Steinfragmente der 60 x 45 Meter großen Burganlage, die sich mächtig über den unterhalb liegenden Weiler in die Höhe recken. Weiter auf dem Europäischen Fernwanderweg E8 Irland-Bulgarien gehend gelangt man nach zwei Kilometern zum Wallfahrtsort  Spabrücken, dort wo sich die Klosterkirche „Maria Himmelfahrt“ befindet [read more…]
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Pilgerweg Hildegard von Bingen [Staudernheim-Braunweiler]

Staudernheim, den 21. Januar 2018 – Eindrucksvoll und aussichtsreich– so das Resümee der dritten Etappe auf dem 137 Kilometer langen Pilgerpfad, wobei sich diese Wertung ausschließlich auf das Landschaftsbild dieser Teiletappe bezieht. Würde man das Ganze unter Pilgeraugen betrachten, so würde die Wertung „mangelhaft“ lauten. Wie auch bei den vorangegangenen Etappen steht man vor verschlossen Kirchenpforten und vermisst die avisierten Informationstafeln. So gilt es frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ die Landschaft des Naturparks Soonwald/Nahe bewusst aufzunehmen. Die Wegeführung des Pilgerweges folgt in weiten Teilen dem Nahehöhenweg und bietet exzellente Weitblicke über die Weinhügel der Nahelandschaft. Gestartet wird am S-Bahnhof in Staudernheim. Nachdem bereits auf der letzten Passage das Kloster Disibodenberg hin- und ausreichend besichtigt wurde erreicht man nach drei Kilometern Odernheim am Glan, 1.700 Einwohner zählend, seit mehr als 650 Jahren die Stadtrechte inne habend und behaftet mit einer reichen Geschichte. Historisch betrachtet befindet man sich auf ehemaligen bayrischen Gebiet (von 1816 bis 1945). Zahlreiche hier errichtete Gebäude wurden aus Bruchsteinen, die vom ehemaligen Kloster Disibodenberg stammen, errichtet. Auch im Rathausturm  befindet sich eine Originalglocke die aus dem Kloster stammt. Eine unscheinbare Hildegardskulptur in der Ortsmitte ist der einzige Erinnerungsposten auf dieser Etappe, der sichtbar daran erinnert, dass man sich auf einem Pilgerpfad befindet. Der Wegekennzeichnung folgend geht es in nordöstlicher Richtung aufwärts den Humberg umrundend um in den Naturpark Soonwald/Nahe einzusteigen. Fantastische Rund- und Weitblicke in die Hunsrücker Landschaft machen diese Tour zu einem echten Wandererlebnis, auch wenn man überwiegend auf Asphalt läuft. Die Streckenführung ist jedoch abwechslungsreich [read more…]
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Pilgerweg Hildegard von Bingen [Kirn – Kloster Disibodenberg]

Kirn, den 14. Januar 2018 Kirn – weit über die Grenzen von Rheinland-Pfalz als Bierstadt bekannt ist Start der zweiten Etappe auf dem Pilgerweg Hildegard von Bingen. Aus diesem Grunde sollte auch hier an zentraler Stelle seit Herbst vergangenen Jahres zum Thema „Bier und andere Getränke“ vorzufinden sein. Analog der ersten Etappe jedoch sind die avisierten Informationstafeln noch nicht installiert, obschon der Weg bereits im September offiziell eingeweiht wurde. Gestartet wird im historischen Zentrum vom Kirn. Das Thema Bier ist auch ohne begleitende Darlegungen der Streckenverantwortlichen in Kirn omnipräsent.  Zahlreiche gastronomische Einrichtungen flankieren den Weg durch die Stadt. Dass Hildegard von Bingen eine weise Frau war, dokumentiert ihre Einlassungen zu hopfenhaltigen Getränken:  Cerevisiam bibat „Man trinke Bier“ schrieb sie  in ihrer Schrift  Causae et Curae. In den Klöstern wurde Bier, hergestellt aus Hafer und angereichert mit Honig bereits  seit 650 n. Chr. gebraut.  Obschon dieser Trunk deutlich weniger Alkohol enthielt als das heutiges Bier, riet Hildegard zu einem maßvollen Genuss. Sie ging davon aus, dass es im Übermaß genossen dazu führe, die guten Säfte im Körper zu sehr zu verdünnen. Auch sollten Menschen, die Bier und Wein im Winter trinken möglichst auf Wasser verzichten, denn die Gewässer seien dann wegen der Erdfeuchtigkeit nicht gesund. Insbesondere schwermütigen Menschen riet Hildegard zum Bier, weil es den Mut hebe und die Regeneration der Seelenkräfte fördere. Hildegard von Bingen erkannte bereits die konservierende Wirkung des Hopfens, den sie als Pflanze sehr schätzte. Mit der Feststellung „Das Bier aber macht das Fleisch des Menschen fett und [read more…]