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Deutschlands häßlichste Stadt?

25. November 2018 – Deutschlands häßlichste Stadt? Schon der Titel  provozierend und anmaßend. Die Steilvorlage hierzu lieferte das NDR-Magazin „extra 3“ Die Redaktion hatte in diesem Jahr die Zuschauer  dazu aufgerufen, die nach ihrer Meinung hässlichste Stadte der Republik zu küren. Der „Sieger“ dieser zweifelhaften Ehre:  Ludwigshafen, welches sich  mit deutlichem Abstand gegen Konkurrenten wie Gießen, Dortmund und Saarbrücken durchsetzte Ludwigshafen – die zweitgrößte Stadt der Pfalz, eine sehr junge Stadt hervorgegangen aus der ehemaligen Mannheimer Rheinschanze, 1853 erstmalig amtlich als eigenständige Gemeinde deklariert,  Heimat des größten zusammenhängenden Chemiestandortes der Welt, vormals in bayrischer Hand gewesen (der Städtename wurde zu Ehren von König Ludwig den I. von Bayern vergeben)und in ständiger Dauerfehde mit der auf der anderen Seite des Rheins gelegenen badischen Stadt Mannheim. Aus Mannheimer Sicht wird die Ansiedlung jenseits des Rheins abfällig „Lumpenhafen“ genannt, es grassiert die Einstellung „Das Schönste an Ludwigshafen ist die Straße nach  Mannheim“ und der Spruch „Wen der liebe Gott will strafen, den schickt er nach Ludwigshafen. Jedoch die Faktenlage sieht anders aus. Nach einer aktuellen Untersuchung des Wirtschaftsmagazins „Wirtschaftswoche“ belegt Ludwigshafen unter der Rubrik „Industrie der Zukunft“ Platz 8 von 71 kreisfreien Städten über 100.000 Einwohner.  Mannheim, welches „nur“ auf Platz 13 ausläuft hatte es bereits 1865 versemmelt. Just in diesem Jahr wurde eine Konzession  zur Ansiedelung der Badischen Anilin- und Sodafabrik erteilt. Diese war kurz zuvor gegründet worden, hatte aber vom Mannheimer Gemeinderat kein Gelände zugebilligt bekommen, weshalb die „badische“ Firma in die Pfalz übersiedelte. Bald wurde der lange Firmenname in BASF abgekürzt, ein Weltkonzern der [read more…]
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Durch das Pfälzer Felsenmeer

Neustadt An der Weinstraße, den 3. November 2018 Seitenwechsel –  50 Kilometer westwärts. Just eine Woche nach der spektakulären Felsenmeerrunde durch den Odenwald stand eine nicht minder faszinierende Tour – diesmal durch  den Pfälzer Wald an der Südlichen Weinstraße an. Gestartet wird im Epizentrum der deutschen Weinkultur, in Neustadt an der Weinstraße. Alljährlich wird hier das Deutsche Weinlesefest ausgerichtet und alljährlich wird hier die Deutsche Weinkönigin gewählt. Mit 53.000 Einwohnern zählt die Weininsel zudem zu den zehn größten Städten von Rheinland Pfalz. Bereits bei Anfahrt kann man die zu erwartende Textur des Wanderwegverlauf studieren. Mit 136 Höhenmeter schmiegt sich die Kommune an den östlichen Rand des Pfälzer Waldes, dort wo es gleich steil bergauf geht, zu den höchsten Erhebungen des Pfälzer Waldes. Vom Neustädter Bahnhof aus folgt man zunächst dem Pfälzer Weinsteig gen Süden Richtung Sankt Martin. Die herbstliche Jahreszeit vielleicht sogar die Schönste für diese Exkursion. Zunächst geht zügig aufwärts über den Nollensattel Richtung Zigeunerfels. Entlang des Römerweges passiert man ein gewaltiges Mauseleum der Familie Freytag. Conrad Freytag ein Sohn der Stadt, war im 19. Jahrhundert ein Pionier des deutschen Eisenbetonbaus. Vom 269 Meter hoch gelegenen Zigeunerfels, einer markanten Buntsandsteinformation, hat man eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Pfälzer Mittergebirgslagen einschließlich der gegenüberliegenden Wolfsburg. Weiter geht es moderat, aber ständig aufwärts hinauf zum 490 Meter hoch gelegenen Nollenkopf. Hier oben kann man drei beschriftete Sandsteine besichtigen, die 1697 in der Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges angelegt wurden. Zweifelsohne hat dieser Ort eine magische Ausstrahlung. Vom Nollenkopf führtendie nächsten Kilometer über eine ansehnliche [read more…]
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Best of Odenwald – Die Felsenmeerrunde

Alsbach-Hähnlein, den 27. Oktober 2018 – Der Odenwald. Im Herzen Deutschlands gelegen,  für Geologen ein Mittelgebirgsareal mit Weltruf,  „Sagenhaft“ im wahrsten Sinne des Wortes und für Wanderer ein absoluter Geheimtipp.  Wer sich mit dem Odenwaldvirus infizieren möchte, dem sei diese Exkursion hochgradig empfohlen. Hier hat man beste Gelegenheit ein breites Spektrum der Erdgeschichte und die kulturelle Prägung dieses Landstriches mit den Wanderschuhen zu entdecken. Recherchiert Wandersfrau/-mann  über das Odenwälder Felsenmeer in Wanderführern und Outdoorforen so werden einige Rundrouten im Spektrum zwischen neun und fünfzehn Kilometern angeboten, zumeist mit dem Anspruchsgrad „schwierig“ klassifiziert. Langstreckenwanderer, für die es ein Stückchen mehr in jeglicher Hinsicht sein darf, sei jedoch die hier  vorgestellte Passage ausdrücklich empfohlen. Gestartet wird an der Burgruine Schloß Alsbach, oberhalb der noch im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg gelegenen Kommune Alsbach-Hähnlein.  Ein Wanderparkplatz steht direkt unterhalb der Burg zur Verfügung, wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kann von Alsbach aus direkt eine moderate Bergwertung  hinauf zum Schloß einplanen. Die ehemalige Trutzburg, die früher Burg Bickenbach genannt wurde, ist zu früher Morgenstunde noch nicht zugänglich. So kann man idealerweise eine Besichtigung des Areals nebst Einkehr in die hier befindliche Burgschänke als Schlußpunkt dieser Tour einplanen.  Augenfällig bereits zum Start, die Vielzahl der markierten Premiumwanderwege, die hier an der Odenwälder Bergstraße vorzufinden sind. Burgenweg, Blütenweg, Nibelungensteig, Alemannenweg. Darüber hinaus eine Vielzahl lokaler Rundwanderwege die es erlauben diese Region in vielschichtiger Art und Weise kennenzulernen. Gefolgt wird zunächst dem Alemannenweg, ein zertifizierter Qualitätswanderweg „Wanderbares Deutschland“.   Als erstes Teilziel steht zunächst die größte Erhebung der südhessischen Bergstraße, der 517 [read more…]
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In den Weinbergen der Rheinhessischen Toskana

Alzey, den 3. September 2018 – Verrückt ist es schon. Ein Bundesland im Namen tragend, jedoch einem Anderen zugehörend, immer wieder verglichen mit einer namhaften italienischen Region, Schutzhütten apulischer Wanderarbeiter aus dem 18. Jahrhundert als Wahrzeichen habend, zeitweise zu Frankreich gehörend und nebenbei Deutschlands größtes Weinanbaugebiet zu sein. Die Rede ist von Rheinhessen, dem Bundesland Rheinland-Pfalz angehörend,  behaftet mit dem Beinamen „Toskana Deutschlands“  265 Quadratkilometer, respektive 20 Prozent der vorhandenen Fläche als Weinanbaugebiet ausgewiesen, bestehend aus 139 Kommunen, wobei in 136 insgesamt Weinanbaubetriebe angesiedelt sind. Hinzu kommt eine ausgezeichnete Wanderinfrastruktur, angereichert durch neun „Hiwweltouren“ alle ausgewiesen als zertifizierte Prädikatswanderwege. „Hiwwel“ heißt übrigens Hügel und steht als Bezeichnung für die sanfthügelige toskanisch anmutende Mittelgebirgslandschaft. Ergo – beste Voraussetzungen einzusteigen in eine spannende Wanderregion. Gestartet wird in Heimersheim, einen Stadtteil von Alzey. Sehr viele Ortschaften enden hier im rheinhessischen  auf –heim, ein historischer Beleg für die einstige fränkische Ansiedlung in dieser Region. Vom  Osten kommend geht es zunächst durch die schier endlosen Weinbergstöcke hinauf in westlicher Richtung um auf die Weinberglagen oberhalb von Lonsheim zu kommen. Die aufgehende Sonne im Rücken habend erheben sich weitreichende Blicke in die Pfälzer Region. Augenfällig sind die zahlreichen Windkraftanlagen. Aktuell werden im Landkreis Worms-Alzey 153 Windräder betrieben – ein gewaltiger Zankapfel zwischen Umwelt-, Arten- und Klimaschützer. Ausgezeichnet ist die Wegeführung durch die weitreichende Weinlandschaft. Bald ist der Kuckucksturm, ein kleiner  Aussichtstum erreicht. Hier wird zwischen Mai und Oktober an Wochenenden Wein ausgeschenkt. Erkennungsmerkmal: „Wenn die Fahne hängt, wird ausgeschenkt“. Doch dazu später mehr.Noch ist die Fahne nicht [read more…]
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Rheinburgenweg von Hirzenach nach Koblenz

Hirzenach, den 12. Mai 2018 Rheinburgenwegeinstieg mit Nordseefeeling bei Boppard-Hirzenach, aber nur wetterbedingt ausgelöst. Mit einem Temperaturspread von 20 Grad zwischen  Tag und Nacht schwebte am frühen Morgen noch eine gewaltige Dunstglocke über das Obere Rheintal, die sich jedoch relativ rasch auflöste. So war die Entscheidung zweckmäßig auf der dritten Etappe Richtung Koblenz zunächst die Passage entlang des Rheins Richtung Bad  Salzig zu nehmen, um erst dort in das Rheingebirge einzusteigen. Von hier aus führen gute Wege oberhalb der Hanglage Elsenbolz zum rheintouristischen Hotspot Boppard. Das Weinstädtchen ist eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Drehscheibe für die Personenschifffahrt im Dunstkreis der Loreley. Entsprechend großzügig ist die Rheinpromenade mit einer Vielzahl von Einkehrmöglichkeiten angelegt. Bereits zur frühen Morgenstunde reihen sich Tagestouristen in die Schlangen vor den Schiffsanlegestellen ein. Als Rheinburgenwegwanderer hat man aber in Boppard andere Prioritäten.  Der Markierung „Sesselbahn Boppard“ folgend  erreicht man  den Einstiegspunkt, der zum 302 Meter hohen Hirschkopf hinauf führt. Drei Möglichkeiten gibt es die Hänge des Rheins  zu erschließen.  Für den bequemen Tagestouristen die Seilbahn, für den anspruc hsvollen Wanderer ein herrlicher Felsgehsteig und für ambitionierte Sportler den anspruchsvollen Klettersteig, der zweckmäßigerweise mit entsprechender Kletterausrüstung begangen werden sollte. Unterhalb der Seilbahn führt die Passage stetig aufwärts gehend zum legendären Gedeonseck und den in unmittelbarer Nähe befindlichen Vierseenblick.  „Die größte Rheinschleife der Welt“ so wird auf der Terrasse der spektakuläre Blick auf die markante Schleife beworben. Für wahr – der Gang hinauf lohnt allemal – und der Blick auf die gegenüberliegende Rheinseite ist sicherlich eines der [read more…]
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Rheinburgenweg von Bacharach nach Hirzenach

Bacharach, den 1. Mai 2018 – Prädikat:  „Best of Wandern“ so die Erkenntnis nach der zweiten Langstreckenetappe auf dem Rheinburgenweg von Bacharach nach Boppard-Hirzenach. Wenn idealerweise zum Wanderstart, wie an diesem 1. Mai, ein bedrohliches Wolkenszenario Richtung Osten entschwindet und auf dem Weg von Süd nach Nord, immer die Sonne im Rücken habend, spannende Licht-und Schattenspiele die außergewöhnliche Strecke besonders in Szene setzt, dann hat man das Wandernirwana erreicht. Bereits der Start beginnt fulminant.  Vom Bahnhof Bacharach geht es einmal quer durch die historische Altstadt des schmucken Weinortes, um nördlich steil aufwärts führend hinauf zum Postenturm,  und darüber hinaus noch weiter steil aufwärts steigend, den vielleicht herrlichsten Aussichtspunkt auf die „heimliche Haupstadt der Rheinromantik“ zu erreichen. Würde nur noch eine Flasche gekühlter Riesling nebst Käseteller fehlen, um das Wohlbefinden zu perfektionieren… Jedoch, der Tag ist noch zu frisch um bereits in diesen Hemisphären zu schweben. So geht es weiter auf dem Rheinhöhenplateau, um zwischen Wiesen und Rebhängen immer wieder herrliche Blicke auf das untenliegende Rheintal zu genießen. Bereits zu früher Stunde ist ein reger Schiffsverkehr auf dem Rhein zu beobachten. Frachtschiffe, die schwer beladen von der Nordsee kommend Richtung Süden schippern, zahlreiche Flußkreuzfahrtschiffe die Tages- bzw. Streckentouristen durch das Weltkulturerbetal bringen. Kein Wunder – denn hier befindet man sich wenige Flußkilometer  vor der Loreley. Zwischendurch bietet es sich an einem der zahlreichen Aussichtspunkte eine Frühstückspause mit Blick auf die Burg Pfalzgrafenstein einzulegen, die mitten in einer Felsinsel vor Kaub gelegen ist. Weiter auf dem Hochplateau erreicht man gefühlt viel zu [read more…]
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Rheinburgenweg von Bingen nach Bacharach

Bingen, der 28. März 2018 – Am langen Ende ist nur eine Entscheidung zu treffen: links oder rechts? Die Rede ist von einem der spektakulärstenWandergebiete in unserem Land. Geadelt als Weltkulturerbe, besungen und bedichtet,  das Obere Mittelrheintal. Linksrheinisch vom Rheinburgenweg und rechtsrheinisch vom Rheinsteig flankiert. So steht in den nächsten Wochen der 195 Kilometer lange Rheinburgenweg von Bingen bis nach Remagen im Fokus. Die Etappenplanung gestaltet sich einfach. Offiziell ist der Premiumwanderweg in 13 Etappen eingeteilt, die je nach persönlicher Vorliebe variiert werden können. Ausstiegs- bzw. Rückfahrtsoptionen via Bahn  gibt es entlang des Rheins zur Genüge. Wer bereits den Rheinsteig absolviert hat, wird die Erkenntnis gewinnen können, dass der Blick vom Rheinburgenweg auf die rechtsrheinische Seite der Schönere ist. Zu empfehlen ist es auch die Passage von Süd nach Nord zu absolvieren. So hat man die Sonne im Rücken und kann unter wunderbaren Sichtverhältnissen die wunderbare Rheinregion förmlich aufsaugen. Gestartet wird am Binger Hauptbahnhof, welcher außerhalb am Bingerbrück gelegen ist. Oberhalb des Bahnhofs  stehen kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Der Einsteig setzt auf der Höhe des  Bingener Mäuseturms ein.   Auf dem „Schlangenpfad“ geht es zunächst steil bergauf in den Binger Wald hoch zum Prinzenkopf. Auf naturbelassenen Pfaden windet sich der Premiumwanderweg durch den felsendurchsetzten Wald. Oberhalb des Forsthauses Heilig Kreuz, führt die Passage vorbei an der römischen Ausgrabungsstätte „Villa Rustica“.Nach einem weiteren Kilometer erreicht man den Einstieg in die  Steckeschlääferklamm. Dieser Name stammt von den Wanderern die ihre „Stecke“ (Stöcke) über den Boden schläääfe (schleifen). 15 Holzstege, die den Haselbach gangbar machen [read more…]
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Regionalpark Rhein Main Mainspitze – Bulau

Gustavsburg – Ostern 2018 Idealerweise hat sich das verlängerte Osternwochende zur finalen Runde der 190 Kilometer langen Regionalparkrundweges angeboten. Gestartet wird unweit der Mainspitze bei Ginsheim-Gustavsburg, dort wo man entlang der Rheinauen auf einem Deich durch das Naturschutzgebietes der Altrheinlandschaft hervorragend wandern kann. Die durch den Altrhein und dem Hauptstrom gebildete Insel trägt im südlichen Teil den Namen Langenau, und im nördlichen Teil heißt sie Nonnenaue, wobei die Nonnenaue vom Festland mit einer Fähre erreicht werden kann. Vorbei geht es am Ginsheimer Kiesbagger, der mittlerweile als technisches Kulturdenkmal an die lange Kiesabbautradition in diesem Gefilde erinnert.  Über die weitläufige flache Agrarlandschaft führt die Passage zwischen Trebur und Nauheim entlang des Nauheimer Rundweges vorbei an den ehemaligen Baggersee, den Hegbachsee. Die mittagszeitbedingte Querung von Nauheim ist nicht zwingend erfolgsversprechend. Mit Ausnahme eines Kebabladens und einer Pizzastehbude verweigert im Zentrum von Nauheim die ortsansässige Gastronomie kollektiv den Zutritt. So ist ab April eher der Gang zum fünf Kilometer entfernten Jagdschloss Mönchbruch zu empfehlen, dort wo man bei schönem Wetter auch im Biergarten einkehren kann. Vom Treburer Unterwald führt die Passage in das Naturschutzgebiet Mönchbruch. Just 700 Luftmeter von der Startbahn West entfernt wird man zwangsläufig Ohrenzeuge des permanenten Flugbetriebes am größten deutschen Flughafen.  Reisezeitbedingt heben hier im 45 Sekunden-Takt die Flugzeuge ab. Ungestört und wahrscheinlich schon mit tumben Ohren ausgestattet kann man jedoch hier auch am hellichten Tag den hier ansässigen Rotwildbestand bei der Atzung beobachten. Nach 34 Kilometern und unspektakulären 54 Höhenmetern wird die erste Passage am S-Bahnhof im Mörfelden beendet.  Am Folgetag erfolgt [read more…]
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Regionalpark Rhein-Main Kriftel-Mainspitze

Krifrtel, den 11. März 2018 – Die vierte Exkursion der 190 Kilometer langen Regionalparkrundroute startet am letzten Ausgangsort, in Kriftel. Rasch ist die A66 gequert um zwei Kilometer später das gegenüberliegende Hattersheim am Main zu erreichen. Wer noch keine profunde Erfahrung in Sachen Fluglärm gesammelt hat, kann hier vertiefende Erfahrungen einholen. Sicherlich auch wetterlagenbedingt ist bereits zu früher Morgenstunde ein permanent dröhnender Lärmeintrag zu verzeichnen. Kein Wunder – liegen denn die Landebahn Nord-West und die beiden primären Start- und Landebahnen just vis a vis der anderen Mainseite.  Es verwundert nur, dass auch hier der Bauboom noch ungebrochen ist. Vorbei am Hattersheimer Rosarium, welches um diese Jahreszeit zwangsläufig unspektakulär ist, folgt man der historischen Wasserwerksallee um in das Regionparksportal, die Weilbacher Kiesgruben einzutauchen. Hier befindet sich neben dem  zentralen Besucherzentrum des Regionalparks eine  spektakulärer 40 Meter hoher Aussichtsturm, der eine weitreichende Aussicht ermöglicht, allerdings nur von April bis August.  Teilweise sind die Kiesgruben renaturiert und als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Aufwändig gestaltete  Exponate, wie der Eiserne Rabe, das Haus des Dichters oder die Aussichtsbastion A3 bereichern das Naherholungsgebiet. So muss man diese zonale Erschließung am langen Ende als moralischen Ausgleich für den naheliegenden Flughafenbetrieb werten. Fast schon obsolet erscheint die bei Weilbach angebrachte Lärmschutzwand der A3, angesichts des massiven Fluglärms in dieser Region – jedoch zu Nachtzeiten mag auch diese Maßnahme ihre Existenzberechtigung haben. Von Weilbach führt die Passage vorbei am nahegelegenen Wicker und weiterführend durch einen Weinlaubengang zur markanten Flörsheimer Warte, die einst als Verteidigungsfestung zur Sicherung der Mainpassage errichtet wurde. Heute kann [read more…]
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Regionalpark Rhein Main Seulberg – Kriftel

Seulberg, den 4. März 2018 – Nicht zwingend der  prickelndste Abschnitt des 190 Kilometer langen Regionalparktrails rund um den Großraum Frankfurt – aber schon die Frischluftdosis an einem zunächst trist startetenden Märzmorgen ist auch schon etwas wert. Nach bitterkalten Wochen schwenkt das Thermometer um. Ein Wintergruß der Nacht zieht sich über die Landschaft des Vorderen Taunus bei Bad Homburg und  der dichte Nebelvorhang macht die Sicht auf die Frankfurter Skyline und die Anhöhen des Taunus zunichte. Flach wie ein Pfannkuchen ist der Landstrich in dieser Region um Seulberg. So folgt man der ausgeschilderten Regionalparkrundroute und quert idealerweise Gonzenheim, statt der tatsächlichen Streckenführung zu folgen, die eine Umrundung der Kommune mit integrativem Besuch eines Lernbauernhofs vorsieht, was jedoch jahres- und uhrzeitbedingt nicht sinnvoll erscheint. Rasch ist der Ortsrand von Ober-Eschbach erreicht, wo man den Taunengraben quert. Hier stößt man auch auf den bekannten Höderlinpfad, der bereits in diesem Blog beschrieben wurde, ein  interessanter geschichtsträchtiger Weg, der von Frankfurt nach Bad-Homburg den Spuren des großen Dichters folgt.  Man folgt der Agrar-Kultur-Achse, an der blaue und rote Rohrskulpturen installiert wurden und den Anbau  und die Verwendung der Kulturpflanze Mais veranschaulichen. Vorbei an Steinbach, den markanten Wasserturm der Kommune im Auge habend, quert man bald das wahrscheinlich weltweit einzige Äppelwoibrückchen am gleichnamigen Bach. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten Ausflügler aus Frankfurt eine Querungsmöglichkeit des Steinbachs gesucht um den hier produzierten Apfelwein zu verköstigen. So beschloss man just an dieser Stelle eine Brücke zu errichten. Weiterhin befand sich hier auch eine Offenbacher Exklave auf preußischem Gebiet.  [read more…]
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Regionalpark Rhein Main Dörnigheim-Seulberg

Dörnigheim, der 24. Februar 2018 – Runde Zwei des Regionalparktrails startet auf der anderen Seite des Mains, vis a vis des letztmaligen Zielortes Mühlheim in  dem gegenüberliegenden Dörnigheim, ein Stadtteil von Maintal. In Dörnigheim folgt man dem alten Leinpfad entlang des Mains, dort wo man früher mit schweren Tauen Schiffe getreidelt hatte.  Heutzutage ist aus dem  Leinpfad ein gut ausgebauter Weg geworden, der von Radfahrern, Inlineskatern und Spaziergängern gerne frequentiert wird. Prächtig der Tagesanfang mit insgesamt zehn prognostizierten Sonnenstunden bei jedoch eisigen Konditionen. Die Russenpeitsche schleust kalte Luftböen nach Zentraleuropa – gefühlter Temperatureintrag : minus 10 Grad. Jedoch bereits am frühen Morgen sind einige eisenharte Jogger und Hundebesitzer unterwegs. Entlang des Mainweges sind einige Kunstobjekte als integrativer Bestandteil der Regionalparkroute installiert. Nach vier Kilometern entlang des Mains ist die Kesselstadt in Hanau erreicht.  Von hinten erschließt man Schloß Philipsruhe, ein Barockschloß mit angegliederten englischen Garten.  Ab Frühjahr empfiehlt sich hier durchaus eine Einkehr an den hier befindlichen Mainterrassen, die von einem hier ansässigen gastronomischen Betrieb bewirtschaftet werden. Vom Schloß quert man den Hanauer Stadtteil Kesselstadt, dessen Namensgebung einem ehemaligen römischen Castell zu verdanken ist, um zum zweieinhalb Kilometer entfernten Park Wilhelmsbad zu gelangen. Angeblich fanden hier 1709 zwei Kräuterfrauen eine mineralhaltige Quelle. Siebzig  Jahre später errichtete man hier eine Bade-, Park-und Kuranlage.  1815 versiegte die Mineralquelle und vierzig Jahre später wurde der Kurbetrieb eingestellt. Heute ist das Areal ein beliebtes Naherholungsgebiet und beheimatet unter anderem das Hessische Puppenmuseum. Dem historischen Simmelsweg folgend geht es weiter durch eine kurze Waldpassage in [read more…]
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Regionalpark Rhein Main Rödermark-Mühlheim

Rödermark, den 18. Februar 2018 – Auch in der tristen Jahreszeit gibt es genügend Anreize für interessente Exkursionen.  „Regionalpark Rhein Main“ so der Wanderauftrag der nächsten Wochen, auch wenn die seit 2011 bestehende 190 Kilometer umfassende Rundtour ursprünglich als Radroute konzeptioniert wurde. Regionalpark – schon die Begrifflichkeit beinhaltet unterschiedliche Facetten, die es lohnenswert machen, näher betrachtet zu werden. Ende der 90er Jahre fanden sich mehrere Kommunen im Umlandverband Frankfurt zusammen, um das Rhein-Maingebiet als Wohnumfeld und als Naherholungsgebiet aufzuwerten.  Kommunen, aber auch Wirtschaftsunternehmen, wie insbesondere der Flughafenbetreiber Fraport waren einerseits gesetzlich gezwungen aber auch moralisch verpflichtet entsprechende Ausgleichsflächen für die vollzogene Flächenversiegelung zu schaffen. Das Ergebnis kann sich mittlerweile sehen lassen. Aktuell sind 700 Kilometer von insgesamt 1.000 geplanten Regionalparkrouten realisiert, wobei die hier im Fokus stehende Regionalpark-Rundroute mit einer Länge von 190 Kilometern, der längste Routenabschnitt ist.  So bietet es sich regelrecht an, den quasi vor der Haustüre vorbei führende Weg näher zu erkunden, getreu dem Credo dieses Blogs den kulturellen und naturkundlichen Lebensraums bewusst zu entdecken. Offiziell startet die Rundroute bei Kilometer 0 an der Mainspitze bei Mainz-Kastel, dort wo sich Rhein und Main vereinen. Da es jedoch beim  Rundkurs unerheblich  ist, wo man beginnt, bietet sich ein heimatnaher Einstieg im benachbarten Ober-Roden/Rödermark an. Vom dortigen Bahnhof  führt die Passage in das benachbarte Urberach hinauf zur Bulau, dort wo einer von insgesamt 43 Aktionspunkten entlang der Strecke vorzufinden ist.  Neben diesen Punkten gibt es darüber hinaus noch eine Vielzahl von Informationsstelen, die Kurzinformationen zur Landschaft oder zu ortgeschichtlichen Hintergründen [read more…]