Marathon

Via Mattiacorum

Idstein, den 31. Mai 2021 – Für die Römer waren sie unzivilisierte stinkende Barbaren, schwach bewaffnet aber tapfer im Kampf. Die Rede ist von den Mattiakern, ein germanischer Stamm, der in der Taunusregion angesiedelt war. Zum Schutz vor diesem Barbaricum errichtete das römische Imperium den Limes, dessen Spuren noch heute im Original bzw. als Rekonstruktion sichtbar sind. Auf Veranlassung der Taunus-Touristik wurde ein neuer Qualitätswanderweg konzeptioniert, der die Gelegenheit bietet auf römischen Spuren im Großraum von Wiesbaden zu wandern. Gestartet wird am Bahnhof in Idstein, dort wo Weg namens “Via Mattiacorum” offiziell startet. Bereits nach Querung der ICE und A3-Trasse merkt man, dass die Streckenplaner bedacht waren eine attraktive Streckenführung zu wählen. Über den 402 Meter hohen Rügert schleift die Strecke zunächst durch den Taunuswald, um vor dem Weiler Niederaurorff durch ein Flußtal gen Oberauroff zu verschwenken. Kleine Weiler die im Regelfall abseits der Besucher stehen, die die die sehenswerte historische Altstadt von Idstein besichtigen. Hinter Ehrenbach wandert man auf den Spuren der Römer. Der neue Qualitätswanderweg orientiert sich dabei an der vorhandenen Infrastruktur des Limeserlebnisweges. Zahlreiche Informationstafeln dokumentieren die hier einst befindlichen Anlagen, wie Wachtürme und das römische Kastell Zugmantel, von dem jedoch heute keine sichtbaren Spuren mehr zu erkennen sind. Der Limesrundweg führt vorbei an der Aarquelle und schwenkt vor Neuhof über ausladende Ackerflächen in den gegenüberliegenden Waldabschnitt Lummach ein. Am südlichen Waldesrand blickt man auf die Sportstätten des SV Wehen/Wiesbaden. Kaum zu glauben dass hier im 7.000 Einwohner zählenden Ortsteil von Taunusstein schon Bundesligageschichte (2. Liga) geschrieben [read more…]
Marathon

Nassauisches Allgäu

Fischbach, den 23. Mai 2021 – Nassauisches Allgäu – eine Mogelpackung? Es kommt auf die Sichtweise an. Zumindest das Tourenbild des Tages – eine Fotomontage. Die Berge muss man sich wegdenken, dann kommt man der Sache schon näher. Zunächst sei dem Tourismusbüro von Bad Schwalbach ausdrücklich gedankt, denn als Dreingabe zu einer Wispertalwanderbroschüre lag ein DIN A3-Plan “Nassauisches Allgäu” bei, für mich ein weißer Fleck auf der Wanderlandkarte. Nach den Worten einer Projektinitatorin habe sich die Wortschöpfung in einem Gespräch mit einem Gastwirt ergeben. Die Anmut von Wiesen und (Mittel)gebirge und die offene Landschaft mit viel Grün, Schafen, Rindern und Pferden waren am langen Ende Quell dieser Inspiration. So hat man insgesamt neun Rundwegerwege und zwei Panoramawege entwickelt, wobei der Bad Schwalbacher Ortsteil Fischbach im Zentrum dieser Taunusrunden steht. Vollumfänglich entdeckt man eine Region, wenn man sich ihr aus allen Himmelsrichtungen nähert. Entsprechend einfach gestaltete sich die Wegeplanung. Nord, Süd, Ost, West – vier Rundwege zu einer Tagestour verknüpft mit dem Weiler Fischbach im Zentrum. Gestartet wird mit der Rundtour “Hausen vor der Höhe” in südlicher Richtung. Da Fischbach in einer Talsenke liegt, ist für diese Tour eine zusätzliche Herausforderung einzuplanen, denn steigungslos wandern kann man sich abschminken. Entweder geht es aufwärts oder abwärts, so kann man am besten den facettenreichen Wispertaunus mit Allgäufeeling entdecken. Der erste Rundwanderweg führt durch das hügelige Fischbacher Wiesental und verschwenkt in südlicher Richtung in das drei Kilometer entfernte Hausen. Der Gang zum Nachbarort, ein netter Panoramaweg, einzig der Rückweg unterhalb des Hörhecks ist derzeit [read more…]
bis 20 km

Auf dem Dach des Taunus

Falkenstein, den 03. Mai 2021 – Einmal mehr steht der Taunus auf der Wanderagenda. Wir starten am Fuße des Taunushauptkamms, dort wo sich die größten Anhöhen des Rheinischen Schiefergebirges gen Himmel strecken. Startpunkt ist Falkenstein im Hochtaunuskreis, welches von Königstein und Kronberg eingemantelt ist, dort wo auch die höchste Millionärsdichte in Deutschland zu verzeichnen ist. Drei Gipfel, nämlich die drei Höchsten des Mittelgebirges, der 879 Meter hohe Große Feldberg, der 54 Meter niedrigere Kleine Feldberg und der benachbarte Altkönig, der mit 798,2 Meter knapp an der 800er Marke kratzt, stehen auf der heutigen Tourenliste. Noch sind die Beine frisch und es spricht nichts dagegen vom Waldparkplatz am Fuchstanzweg einen Steilanstieg zum Altkönig in Angriff zu nehmen. Dramtisch ist der Baumschwund im Taunuswald. Die Fichte, der “Brotbaum” der Forstwirtschaft, hat hier so gut wie keine Lebenschance mehr. Fast apokalyptisch die Szenerie, wenn man durch die kahlen Südhänge des Berges wandert. Einzig die neuen Blickachsen auf den untenliegenden Ballungsraum Frankfurt mögen einen Moment vergessen machen, welcher waldwirtschaftliche Niedergang sich in dieser Region breit macht. Touristisch liegt der Altkönig im Schatten des Großen Feldbergs, jedoch zu Unrecht. Im Gegenteil. Historisch, geologisch und naturräumlich ist der Berg etwas besonderes. Bereits die Kelten besiedelten die Anhöhe. Noch heute beeindrucken der innere und der äußere steinerne Ringwall. Übrigens war um das Jahr 1900 das Gipfelplateau baumfrei. So konnte man damals die weißen Steinwälle vom achtzehn Kilometer entfernten Frankfurt mit bloßem Auge erkennen. Bizarre Baumformationen beeindrucken auf dem Weg zum Gipfelplateau des Altkönigs. Die nicht gekennzeichneten Pfade [read more…]
Marathon

Eine gesalzene Kirschblütenwanderung

Ockstadt, den 15. April 2020 – “Hanami” ist in Japan eine regelrechte Volkssportbewegung. Wenn im März die ersten Kirschbaumblüten sich entfalten gibt es kein Halten mehr. Alles (natürlich außerhalb der Coronazeiten) was Beine hat, ist draußen, um nach japanischer Wertvorstellung die kurze Zeit von  Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit zu genießen. Man kann das Ganze aber auch abkürzen, in dem man seine Wanderstiefel schnürt, sich in die Wetterau nach Friedberg-Ockstadt bewegt, um in die wunderbare Blütenwelt von mehr als 42.000! Kirschbäumen einzutauchen. Wie man dazu die ganzen Passage mit einer formidablen Prise Salz garnieren kann, wird sich 28 Kilometer später auflösen. Die Wetterau – jahrhundertelang mit dem Prädikat “Kornkammer des Rhein-Main-Gebietes belegt. Einst unterhielt man hier Baumwollplantagen, jedoch die Märkte brachen, ausgelöst durch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung zusammen, und man mußte sich nach Alternativen umsehen. Man versuchte es mit Kartoffeln und landete schließlich bei Kirschbäumen, und das bereits seit mehr als 200 Jahren. So verteilen sich mittlerweile 42.000 Kirschbäume auf 500 Eigentümer und rund 50 Ockstädter Kirschbauern kümmern sich um die Hege und Pflege. Es gibt keinen expliziten Kirschblütenrundwanderweg in Ockstadt. So gilt es in der Ortsmitte von Ockstadt zu starten, um zunächst einmal das größte zusammenhängende Streuobstgelände Hessens zu umrunden. Nordwärts geht es der Kapellenstraße folgend hinauf zum kleinen Funkturm. Angeblich sollen mehr als 40 Kirschsorten hier zu finden sind. Unterschiedlich dabei die Wachstumsstände der Kirschbäume. Früher baute man Kirschbäume an, die in die Höhe schossen, was für die Ernte eher hinderlich war. Heute werden viele Kulturen eher flach gehalten. Am [read more…]
bis 35 km

Rund um den Neroberg

Wiesbaden, den 19. April 2019 – Ein sommerlicher Karfreitag, 25 Grad, bei prognostizierten 12 Stunden Sonnenschein. Dort wo noch vor wenigen Tagen dürre Äste in den Himmel ragten explodiert förmlich der Wald. Blau der Himmel, krachend grün der Blättterwald – ideale Voraussetzungen für eine ausgedehnte Runde mit Weitblick- und Erlebnisgarantie. Gestartet wird im südöstlichen Zipfel der hessischen Landeshauptstadt, oberhalb des Villenviertels welches sich zwischen Kurpark und Bierstädter Straße befindet. Ein neoklassizistischer Bau reiht sich nach dem anderen auf. Rasch ist die Parkanlage “Warmer Damm” erreicht, dort wo sich das Zentrum des repräsentativen Boulevards, die Wilhelmstraße befindet. Hier ist an Werktagen Livestyleshopping im exklusiven Raum angesagt. Karfreitags gegen 8.30 Uhr jedoch ist die umsatzträchtige Straße ausgestorben. Der Autoverkehr scheint eingestellt zu sein, der gegenüberliegende Kurpark verwaist. Scheinbar hat die Stadt das Atmen eingestellt. Am Ende der Wilhelmstraße, am Kureck, folge ich der Taunusstraße, die sich Richtung Nerotal hochzieht. Prachtvolle Jugendstilbauten prägen das Straßenbild. Wiesbadenadäquat die hier vorzufindende Infrastruktur. Antiquitätengeschäfte, Edelitaliener und hochpreisige Bars verdeutlichen in welcher Liga hier  gespielt wird.  Städtebaulich formvollendet mündet die Straße in die Nerotalanlage. Würde man heute auf dem Reißbrett eine Stadt planen, perfekter könnnte man es nicht gestalten. Man schrieb das Jahr 1897, als man hier entlang des Schwarzbachs eine Parkanlage kreierte, als Verlängerung eines aus dem Taunus in die Stadt hineinreichenden Grünzuges. Artenreich der Baumbestand, großzügig die parkartigen Freiflächen und das Ganze flankiert von opulenten Villen in bester Hanglage.  Die Bebauung versammelt das gesamte Spektrum des Villenbaus im späten Historismus.  Spätklassizistischen Villen, Bauten im Stile der Neorenaissance [read more…]
Taunus

24 Stunden Naturpark Taunus 2018

Rod an der Weil, den 10. August 2018 – Mittlerweile gibt es jährlich mehr als 24-Stunden-Wanderveranstaltungen im Bundesgebiet, ausgerichtet von Tourismusverbänden,  Sportvereinen, Wandergesellschaften, Privatpersonen und sogar Großveranstalter die vereinzelt für teures Geld einen lausigen Service bieten. Gut beraten ist man daher bei Wahl derartiger Angebote auf einen Veranstalter zurückzugreifen, dem die Wanderexpertise in die Wiege gelegt wurde, wie beispielsweise dem Naturpark Taunus, der bereits zum vierten Mal eine 24 Stunden-Exkursion durch die Höhenzüge des Taunus anbot. Konzeptionell unterscheiden sich die 24-Stunden-Wanderangebote des Naturparks vom Angebot anderer Anbieter. Liegt der Fokus bei anderen Veranstaltern primär auf der  Zielgruppe sportlich ambitionierter  Wanderer, die jenseits von 75 Kilometern und 2.000 Höhenmetern die ultimativen Wanderherausforderung suchen, konzentriert man sich im Taunus auf wanderinteressierte Neueinsteiger mit Ambitionen auf ein außergewöhnliches Erlebnis, angereichert mit kulturellen und naturellen Eindrücken, die die vielschichtige Taunuslandschaft zu bieten hat. 63 übersichtliche Kilometer, unterlegt mit hin- ausreichenden Raststationen, inklusive einer 90minütigen Relaxgelegenheit verdeutlichen den Ansatz des Ausrichters. Ent – statt Beschleunigung, Genußwanderung statt Powerwalk – so das Credo des Veranstalters. Pünktlich um 19.00 Uhr begrüßte das kommunale Oberhaupt der Kommune Weilrod die vierzig Teilnehmer, darunter viele Ersttäter, die sich für diese Veranstaltungen angemeldet hatten.  Optimal die äußeren Rahmenbedingungen. Nach einem reinigenden Niederschlag am Vortag, war der Druck der wochenlang anhaltenden Mörderhitze wie weggeblasen. Satte Cumuluswolken formierten sich zu einem wohlgefälligen Gesamtbild für das Auge und die Aussicht auf eine sternenklare Nacht machten Lust auf mehr. Unter der Regie der Naturparkführerin  Susanne Weidert-Horn startete der Wandertroß zur ersten Etappe Richtung Wolfenhausen mit der [read more…]
Marathon

Wanderparadies Wispertal

Wispertal, den 14. Aporil 2018 – Es gibt sie noch, die versteckten Wanderparadiese in unserem Lande – und diese sind oftmals näher als man glaubt. Die Rede ist vom Wispertal im Wispertaunus gelegen, der wiederum Bestandteil des Taunus ist – großräumig betrachtet im westlichen Zipfel zwischen Lahn und Rhein gelegen. Namensgeber des Tals ist die Wisper, von der Quelle bis zur Mündung immerhin 29 Kilometer lang. Schon seit geraumer Zeit beschäftigt man sich damit die Region für den Wandertourismus zu entwickeln und insgesamt 190 Kilometer Wanderwege in Premiumqualität zu erschließen, wobei zusätzlich unter dem Projektnamen “Wispertaunus-Steig” ein Trail über die Marathondistanz von der Quelle bis zur Mündung entwickelt werden soll. Grund genug für eine Scout-Tour um diese spannende Region näher kennenzulernen. Gestartet wird in Kemel, einem Ortsteil der Kommune Heidenrod . Empfehlenswert ist es sein Fahrzeug an einem unbefestigten Parkplatz unweit der Bushaltestelle „In der Haid“ abzustellen.  Von hier aus erreicht man nach wenigen hundert Metern in westlicher Richtung den offiziellen Startpunkt , die Wisperquelle.  Ab hier geht es bergab – und zwar  elf Kilometer lang, der mäandernden Wisper folgend, wobei es empfehlenswert  ist die nördliche Seite der Wisper zu folgen. Hier wird dem Auge einfach mehr geboten. Eng, sehr eng und steil ist in diesem Areal das Rheingaugebirge ausgebildet, was dazu führt, dass hier erst zwei Stunden nach Sonnenaufgang die Sonnenstrahlen auf die Wisper treffen, zumindest in dieser Jahreszeit. Nach einigen Kilometern erreicht man den 100 Seelen zählenden Weiler Wisper, der immerhin über eine Gastwirtschaft verfügt, auch wenn diese zur [read more…]
Taunus

24 Stunden Wanderung im Reich des Schinderhannes

Oberursel/Hohemark 2. Juli 2016 – Der Taunus. “Der Taunus ist das schönste Mittelgebirge der Welt”, stellte bereits vor 190 Jahren der Naturforscher und Weltenbummler  Alexander von Humboldt fest. Der Taunus? Im 21. Jahrhundert schwelgen Automobilfans mit Faible für die Marke Ford in Erinnerung, eingedenk des Umstandes, dass die Kölner Autoschmiede dem damaligen  Zeitgeist entsprechend Fahrzeuge nach Städte und Landschaften benannte. So gab es einen Ford-Köln, einen Ford-Rheinland, einen Ford-Eifel und bis 1967 den Ford-Taunus inclusive der Taunomatic für Automatikfahrzeuge. Sprachhistorisch vermutet man jedoch, dass der Name “Taunus” einen keltischen Ursprung hat. Naturräumlich betrachtet, liegt das Mittelgebirge mit seiner höchsten Erhebung, dem Großen Feldberg (879 m) in Hessen und Rheinland-Pfalz, zählt zu den ältesten Gebirgszügen unseres Landes, und hat sich analog dem heimischen Odenwald durch die Absenkung des Rheingrabens ausgebildet. Eingekesselt vom westlich gelegen Hunsrück, vom nördlichen Westerwald und vom östlich gelegenen Gießener Becken läuft das Schiefergebirge im Rheingau aus. Grund genug um das Angebot des Naturparks Taunus zu nutzen, um 24 Stunden einzutauchen in eine wunderbar wanderbare Region unter der Headline “Im Reich des Schinderhannes – Taunus-Steige, tiefe Täler und tolle Türme” Ursprünglich sollte die Wanderung bereits Anfang Juni mit 60 gemeldeten Teilnehmern starten – bedingt durch schwerste Unwetter hatte der Veranstalter jedoch den Termin um vier Wochen verschoben. Immerhin 33 ambitionierte Langstreckenwanderer konnten den Ersatztermin noch wahrnehmen. Pünktlich um 19.00 Uhr bläst Wolfgang Baumann, passionierter Jäger und Naturparkführer mit seinem Jagdhorn zum Halali. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der vier Guides starten wir bei sommerlichen Temperaturen von 23 Grad vom Taunus-Informationszentrum, welches strategisch [read more…]
Marathon

Der Hahnstätter Aartalmarathon

Hahnstätten, 5. März 2016 Wenn die Natur- und Wanderfreunde aus Hahnstätten zum Wandermarathon einladen, ist man gut beraten dem Ruf Folge zu leisten.  Im Zentrum des rheinlandpfälzischen Aartals gelegen ist Hahnstätten ein ausgezeichneter Startort um die kulturreiche Areal im Großraum Limburg/Diez /Hünfeld näher zu ergründen. Frühmorgens um 7.00 Uhr haben sich schon zahlreiche Langstreckenspezialisten aus dem Bundesgebiet eingefunden. Unterwegs outet sich der ein und andere Wanderfreund mit profunder Erfahrung nationaler und  internationaler Großmärsche, vom Dodentochtmarsch bis zu diversen 24-Stunden-Märschen. Die ausgezeichnet markierte Marathonstrecke führt zunächst hinauf über den Eisenberg in die Gemarkung Gertesheck um über Kaltenholzhausen auf einem Höhenweg  via Netzbach  auf den Aarhöhenweg nach Oberneisen einzuschwenken . In den ersten beiden Stunden ist die Wetterlage mehr als bescheiden. Leichte Niederschläge und bodennahe Bewölkung mit einer Sicht von maximal 200 Metern bieten keine Chance, die ansonsten herrlichen Panoramaaussichten in die sanfthügelige Aarlandschaft zu genießen.   Oberneisen, dort wo der Kaltenbach in die Aar entwässert, ist geprägt durch zwei markante Bauwerke, die aus allen Himmelsrichtungen weithin sichtbar sind. Markant tront der “Dom des Aartals” eine Rundkirche im klassizistischen Stil.  Leider ist die Kirche frühmorgens noch verschlossen, sonst hätte man Gelegenheit gehabt, den Altarrraum zu besichtigen, da  der Sakralbau die einzige Rundkirche nördlich der Alpen ist, in der sich der Altar in der Mitte des Raumes befindet. Vis a vis der außergewöhnlichen Kirche erhebt sich eine 20 Meter hohe Wand der 1288 errichteten Burg Obereisen – als einziges Überbleibsel einer mächtigen Festungsanlage. Hart an der hessisch-rheinlandpfälzischen Grenze führt der Aarhöhenweg  vorbei an Flacht. Zögerlich legt [read more…]
Taunus

Auf dem Elisabethenpfad von Wetzlar nach Marburg

Wetzlar, den 31. Januar 2016 Es ist nicht verbrieft, wie lange die Heilige Elisabeth im 13. Jahrhundert benötigte um von Marburg nach Wetzlar pilgern um Ihre Tochter im Kloster Altenberg zu besuchen, jedoch ist anzunehmen, dass  für die 50 Kilometer lange Fußstrecke mehr als eine Tagesreise zu veranschlagen war. Mit High-Tech-Wander-Ausrüstung des 21. Jahrhunderts  sollte es jedoch machbar sein,  just vier Wochen nach Absolvierung der ersten Etappe des Frankfurter Elisabethenpfades die letzte Etappe von Wetzlar zur Grabstätte der Heiligen Frau in der Elisabethenkirche in Marburg an einem Tag zu absolvieren. Gestartet wird am Bahnhof Wetzlar – von hieraus erreicht man in zwei Kilometern den offiziellen Pfad des Elisabethenpfades im Wetzlarer Stadtteil Hermannstein. Umringt von morbiden Fachwerkhäusern ist die kleine Paulskirche, die Ende des 15. Jahrhunderts errichtet  wurde, erste Station auf diesem Pilgerabschnitt.  Sicherlich war die Kirche seinerseits sonntags um 08.00 Uhr geöffnet, was im 21.Jahrundert jedoch ausgeschlossen  ist.  Gegenüber auf dem Schwarzenberg erhebt sich die Burg Hermannstein, deren Silhouette im wolkenverhangenen Morgenduster bedingt durch die beiden mächtigen Schornsteine  wie eine alte Industrieanlage wirkt. Hinauf zum 256 Meter hoch gelegenen Simberg geht es zum Aussichtspunkt Schauinsland . Von hier aus eröffnen sich weite Blicke in den Taunus, Richtung Vogelsberg und dem Westerwald. Vorbei geht es am Steinbruch Malapertus der immer wieder im Fokus steht. So wurde letztes Jahr publik, dass angeblich Erdaushub des Stuttgarter Bahnprojektes Stuttgart 21 hier landen sollte.Durch die sanfthügelige Landschaft zwischen Lahntalsenke und dem westhessischen Bergland geht es vorbei am Hofgut Haina. Hier soll gemäß Legende  die Heilige Elisabeth [read more…]
Marathon

Elisabethenpfad von Cleeberg zum Kloster Altenberg

Butzbach, den 17. Januar 2016 Wo man aufhört, sollte man wieder einsetzen, so zumindest wenn man eine Streckenwanderung vor sich hat.  Was für den einfachen Pilger, der sein Nachtlager aufschlägt, selbstverständlich ist, gestaltet sich für den Wochenendpilger komplexer. So war es zunächst angedacht auf der dritten Etappe entlang des Elisabethenpfades von Frankfurt nach Marburg am Bahnhof in Brandoberndorf einzusetzen. Wenn man jedoch vom anavisierten Zielort Wetzlar 2 Stunden und 45 Minuten benötigt, um zum Startort via ÖVM zurückzukehren, stellt sich die berechtige Frage der Zweckmäßigkeit. Demgemäß empfiehlt es sich in der Wetteraustadt Butzbach einzusetzen, um drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Die Streckenführung ist interessanter, man darf fünf Kilometer länger wandern und fährt in 35 Minuten von Aßlar ohne umzusteigen zurück. Vom Butzbacher Bahnhof aus geht es vorbei an einem bundesweit bekannten  Bauwerk der Sicherheitsstufe 1. Der mächtige Backsteinbau ist als Kulturdenkmal deklariert und seit Errichtung im Jahre 1890 als Zellenstrafanstalt konzipiert.  Entlang der Kleeberger Straße führt der Hoffmannsweg durch den leicht eingeschneiten Butzbacher Wald zum Forsthaus Butzbach, welches seit 1911 dank Schankerlaubnis scheinbar ein beliebtes Ausflugsziel ist.Hinter dem Forsthaus wechselt man vom Regierungsbezirk Darmstadt zum Regierungsbezirk Wiesbaden. Parallel zum Kellerbach führt eine schöne Flußtalschneise zur Route des Elisabethenpfades hinein nach Cleeberg. Von östlicher Richtung kommend bietet sich ein markanter Panoramablick auf die gemeindliche Ortsmitte. Stattliche Fachwerkhäuser mit einem prägnanten Rathaus flankiert vom massiven Steinbau der evanglischen Kirche auf der einen Seite, und abgeschlossen mit der gegenüberliegenden dreieckigen Burganlage die 915 errichtet wurde und mit einem 21 Meter hohen Bergfried [read more…]
bis 35 km

Auf dem Frankfurter Elisabethenpfad nach Waldsolms

Hohemark, den 10. Januar 2016 Die komfortabelste Möglichkeit vom Vordertaunus über den Hochtaunus in den östlichen Hintertaunus zu gelangen, ist die Wegführung der zweiten Etappe des Frankfurt-Marburger Pilgerweges. Offiziell als Etappen zwei, drei und vier deklariert führt der zweite Trail des Elisabthenpfades  von Oberursel-Hohemark  nach Brandoberndorf, einem Ortsteil von Waldsolms. Ideal die Rahmenbedingung für den Start an der U-Bahnstation Hohemark, gegenüber dem ansässigenTaunusinformationszentrum. 45 Minuten vor Sonnenaufgang wird bei idealen Wetterbedingungen gestartet.  Die Luft vom Regen der letzten Stunden angefeuchtet, die Außentemperaturen mit 6 Grad am frühen Morgen jahreszeitbedingt entschieden zu warm und der Taunuswald noch eingekapselt in einen wetterlagebedingten Bodennebel.  Bereits auf dem ersten Kilometer begegnen uns im Restmorgendunkel zwei Jogger die zu früher Morgenstunde ihre Kreise durch den Taunuswald ziehen. Die erste Teiletappe dieses Trails führt über die Krausbäumchenschneise hinein in die Elisabethenschneise, deren Namenspatin allerdings die dritte Tochter des englischen Königs Georg des III. war und als Bad-Homburger Landgräfin Elisabeth umtriebig in dieser Region wirkte. Entlang der Schneise passieren wir die markante Felsgruppe Elisabethenstein um vor Bad Homburg die nächsten Kilometer bergauf gehend den höchsten Punkt der Tagestour, die 632 Meter hoch gelegenen Felsgruppe Marmorstein zu erreichen. Kahles Baumgeäst inmitten der Felsformationen, verhüllt im morgendlichen Nebel, in toto eine surreale Stimmung auf dem Taunusrücken.  Wir kreuzen den jüngst begangenen Taunushöhenweg einschließlich des Limes, um nach insgesamt zehn Kilometern das Freilichtmuseum Hessenpark zu erreichen. Zweifelsohne lohnt eine längere Besichtigung der 1974 eingeweihten Anlage, wo man vortrefflich 400 Jahre bauliche Entwicklungsgeschichte des Landes Hessen studieren kann. Vom nordhessischen Gutshof [read more…]