Odenwald

Der Alemannenring – das Finale

Alsbach-Hähnlein, den 10. Juli 2020 – Das Schönste kommt zum Schluß, sagt man im Allgemeinen, und trifft auch hier zu. Corona war der Motivator, den Alemannenweg in gangbare Rundtouren zu tranchieren, um ohne Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel den Vorderen Odenwald mit neuen Sichtweisen zu erschließen. Wir starten mit der letzten Passage dieser Serie unterhalb des Schlosses Alsbach, dort wo an der Auffahrtsstraße zum Schloß ein Wanderparkplatz eingerichtet ist. Am Waldesrand, der Bruchkante der Bergstraße zur Rheinebene entlang wandernd, ist bereits nach vier Kilometern der erste markante Punkt erreicht, der Heiligenberg. Wer kennt nicht den englischen Hochadel Mountbatten, ursprünglich aus dem hessischen Hause Battenberg stammend? Russischer, spanischer und englischer Hochadel verkehrte hier im 19. Jahrhundert. Das Wahrzeichen von Jugenheim, das imposante goldene Kreuz, welches zum Gedenken an eine Großherzogin aufgestellt wurde, trohnt seit 1866 über der Stadt, eine der ältesten Lindenbäume Deutschlands wird hier oben mit allen Mitteln noch am Leben erhalten, und im Schwarzbuch für Steuerzahler hat Schloss Heiligenberg auch seinen Niederschlag gefunden, da der Landkreis hier eine Schönheitspraxis einrichten läßt. Wanderer die hier zur Nachmittagsstunde eintreffen, können zudem bei herrlichen Aussichtsmöglichkeiten im hier eingebrachten Schloßcafe über die ganze Bandbreite des Heiligenbergs sinieren. Wir verlassen den geschichsträchtigen Ort und zunächst den Alemannenweg, um die Passage als Rundwanderung einzuleiten. Oberhalb der Landesstraße, die in das Modautal führt, geht es zwischen Marienberg und Darsberg talaufwärts, den Weiler Balkhausen querend, um das nächste Highlight der Passage, das Odenwälder Felsenmeer auf dem 514 Meter hohen Felsberg zu erreichen. Das Felsenmeer, in diesem Blog schon mehrfach [read more…]
Marathon

Lützelbacher Alemannenring

Lützelbach, den 12. Juni 2020 – Kurzsichtige Wanderfreunde sind gut beraten, sich mit einer geeigneten Sehhilfe auszurüsten, andernfalls würde man feinste Panoramasichten über die wunderbare Landschaft zwischen Modautal, Lautertal und Bergstraße verpassen. Die vierte Passage der Alemannenringexkursion startet in Lützelbach, unterhalb der Neunkirchner Höhe. Lagebedingt flutet das morgendliche Sonnenlicht das Hochplateau und gestaltet stimmungsvolle Szenarien. Von Lützelbach aus führt der Alemannenring zunächst in westlicher Richtung und legt sich um den Weiler Brandau. Man könnte geneigt sein die Strecke abzukürzen und geradeaus wandernd den Ort zu queren, jedoch würde man exzellente Weitsichten verpassen. So haben die Väter des Alemannenweges schon wohlweislich den Streckenverlauf gestaltet. Vorbei an Beedenkirchen wandern wir im Vorhof des Odenwälder Felsenmeers hinauf zur Kuralpe. Das Hotel/Restaurant liegt in exponierter Lage und neun Kilometer nach Start ist es nicht verboten sich auf einen Cappucino niederzulassen. An der Kuralpe verlassen wir zunächst den Alemannenring um über eine Querverbindung auf der östlichen Achse des Premiumwanderwegs Richtung Burg Frankenstein wieder einzusteigen. Beste Weit- und Aussichten garantiert dabei die Verbindungsachse, die Hutzelstraße. Rechter Hand erfreut man sich an weitreichende Ausblicken über die Dieburger Lande bis hinüber zum Spessart, linker Hand beeindrucken die Panoramen über das Rhein-Neckar-Areal bis hinüber zur benachbarten Pfalz. Steigerts querend folgen wir den Saar-Rhein-Main-Weg, der durch einen schönen Buchenwald zur Burgruine Tannenberg führt. Ein idealer Ort für eine Brotzeit aus dem Rucksack. Lebendig die Textur des Alemannenweges zwischen der Burgruine Tannenberg und der Burg Frankenstein. Weit verstreute Granitboliden, die wie Streuobst im Wald liegen, garnieren den Premiumwanderweg, der auf diesem [read more…]
bis 20 km

Buddhas Weitblick

Absteinach, den 07. Juni 2020 – Siddhartha Gautama, sein weltlicher Name, als Buddha in die Weltgeschichte eingegangen. In jungen Jahren entfloh der Sohn eines Adelgeschlechtes dem wohlbehüteten Leben in seinem Palast und unternahm Wanderungen durch die Umgebung. Dabei sah er sich erstmals der Realität des Lebens und dem Leiden der Menschheit gegenüber. Wandern als Schlüssel zu einem neuen Universum? Auch im Odenwald kann man hierzu den Grundstein legen. Geeignet hierzu ist der Absteinacher Panoramaweg, einer von 60 Odenwälder Qualitätsrundwanderwegen. Gestartet wird am Buddhas Weg, des Weilers Siedelbrunn im Überwald, einem besonderen Waldabschnitt im Nibelungenland. Auf dem Areal einer ehemaligen Fachklinik wird hier bereits seit zehn Jahren ein buddhistisches Kloster betrieben. Folgt man dem Qualitätswanderweg, so kann, wer möchte an der Gebäuderückseite des Klosters der Vorbeiwandernde Erstkontakt zu buddhistischen Skulpturen aufnehmen. Magisch der Klosterort – mystisch der dahinterliegende Überwald. Ein dichter Nadelwald, mit herrlichen naturbelassenen Abschnitten, ein dämpfender Waldboden, der zentimeterdick mit Baumnadeln belegt ist, fast scheint es so dass man auf Wolken schwebe. So geht es gemächlich aufwärts zum Hardberg und zur Stiefelhöhe, beides Mittelgebirgszipfel die an der 600 Höhenmetermarke kratzen. An der bewirtschafteten Stiefelhütte verschwenkt der Rundweg nach Unter-Absteinach. Man quert den Weiler und folgt dem Wanderweg, der sich auf der Gegenflanke zum Hohberg hinaufschraubt. Hier kann man beeindruckende Panoramablicke über das Gorxheimer Tal bis hinüber Richtung Mannheim/Ludwigshafen genießen. Scheinbar zum Greifen nah ist der gegenüberliegende Pfälzer Wald. Zwischen Unter- und Oberabsteinach wurde der Wanderweg als Kunstpfad angelegt. Zahlreiche Dauerinstallationen flankieren die aussichtsreiche Strecke. Unterhalb des Hohbergs verschwenkt der [read more…]
Marathon

Neunkirchner Alemannenring

Beerfurth, den 02. Juni 2020 – “Odenwald vom Feinsten” kann man erleben, wenn man sich auf die dritte Passage unserer fünfteiligen Alemannenringpassage begibt. Darin eingeschlossen sind weitreichende Panoramasichten und markante Landmarken. Wir starten in Beerfurth, dort wo schon von je her traditionelles Handwerk gepflegt wurde. Sei es die Produktion von Odenwälder Lebkuchen, die Fertigung der tradionellen Odenwälder Gäulsches und die Kelterei des hessischen Nationalgetränkes, dem Ebbelwoi, umtriebig war man hier schon immer. Der Einstieg in den Alemennenweg ist leicht zu finden, da sich Selbiger durch die Ortschaft zieht. Bereits nach wenigen hundert Metern von der Ortsmitte aus ist der Hasenbuckel erreicht und man kann einen weitreichenden 180 Grad Panoramablick, vom östlich gelegenen Otzberg bis zum Schloß Reichenberg im benachbarten Reichelsheim genießen. Den Ortsrand von Reichelsheim streifend geht es die nächsten zehn Kilometer stetig aufwärts. Die Wegestruktur ist ausgezeichnet. Kein Wunder, handelt es sich beim Alemannenweg doch um einen zertifizierten Premiumwanderweg. Nach guten sechs Kilometern ab Beerfurth ist die “sagenhafte” Burgruine Rodenstein erreicht. Um dieses Gemäuer ranken sich viele Sagen, die in diesem Blog schon hinreichend beschrieben worden sind. Die Fragmente der 780 Jahre alten Burg, die im Rodensteiner Wald regelrecht eingehaust ist, üben immer wieder einen besonderen Reiz aus. Von der Burg Rodenstein führen herrliche Pfade weiter hinauf, zum höchsten Gipfel dieser Region, der Neunkirchner Höhe, die mit 609 Meter die höchste Erhebung des hessischen Odenwaldes ist. Auf dem Berg befindet sich auch die Odenwälder Wasserscheide. Drei Quellen entspringen hier und entwässern allsamt in der Nordsee. Die Gersprenz nimmt dabei [read more…]
bis 20 km

Panoramaweg Erbach-Michelstadt

Erbach, den 29. Mai 2020 – Mehr als sechzig Qualitätsrundwanderwege hat der Odenwaldklub nach festgelegten Qualitätskriterien ausgearbeitet, geprüft und zertifiziert, einer davon ist der Panoramaweg Erbach-Michelstadt, ausgeschildert mit der treffenden Kennzeichnung “EM1” Bereits 2009 sollten nach politischem Willen die beiden schmucken Städte des Odenwaldes fusioniert werden, ein Bürgerentscheid kippte jedoch dieses Vorhaben. Topographisch sind die beiden Städte längst verschmolzen, auch wenn historisch bedingt nach wie vor gefrotzelt wird und sowohl eine Dialektgrenze als auch eine Datumsgrenze (!) besteht. Erbach ist Kreisstadt, dafür ist Michelstadt für Viele die Schönere. Dem Wanderer können diese Scharmützel egal sein, denn man kann beide Städtchen auf einem Streich entdecken. Einmal rund um Erbach-Michelstadt, geringfügig um eine Schleife um den Wildpark Brudergrund erweitert, so dass mit 21 Kilometern eine angenehme Vormittagstour eingeplant werden kann, mit nachfolgender Einkehr in einem der vielen Wirtshäuser, die hier vorzufinden sind. Gestartet wird am Friedhof in Michelstadt, um im Uhrzeigersinn wandernd den Verlauf der Sonne zu folgen, was licht- und sichttechnisch durchaus günstig ist. Kurz nach dem Eintsieg wird man daran erinnert, daß Michelstadt eine Stadt der Bienen ist. Einmal jährlich findet hier auch das zweitgrößte Volksfest des Odenwaldes, der Michelstädter Bienenmarkt statt. Es geht vorbei an einem Lehrbienenstand, hinauf zur Stockheimer Eiche, deren Stumpf überdacht wurde. Nebenan sind die Grundmauern der Heilig-Kreuz-Kapelle zu besichtigen, die erst 1938 entdeckt wurden. Weiter führt der Panoramaweg entlang der mit mächtigen Eichen flankierten Waldeskante. Bilder können das Panoramaspektrum, welches sich auf diesem Abschnitt bietet nicht wirklich wiedergeben – so sei an dieser Stelle darauf [read more…]
bis 35 km

Michelstädter Alemannenring

Michelstadt, den 26. Mai 2020 – Auf der zweiten Etappe der Alemannenringwanderungen steht der südöstlichste Zipfel des Alemannenweges im Fokus. Seit zwölf Jahren ist der Weg als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland geadelt. Zunächst war als Start-Zielpunkt Michelstadt-Steinbach fixiert, später wurde der Startpunkt nach Erbach verlegt. Einzig die logische Verknüpfung von Michelstadt nach Erbach fehlt. In den neusten topographischen Karten ist die Verbindung bereits eingearbeitet, im Material des Tourismusverbandes und in der Streckenkennzeichnung fehlt jedoch noch dieser Abschnitt. Wir starten am Wanderparkplatz der historischen Wegscheide Vierstöck um über einen Bypass, parallel der Nibelungenstraße folgend, die Tour als Rundstrecke zu verbinden. Auf der Höhe von Spreng verschwenkt der Alemannnenweg in östlicher Richtung, um nach einen acht Kilometer langen Waldgang die Einhardsquelle zu erreichen. Hinter der Einhardsquelle öffnet sich der Wald und legt herrliche Panoramen in die Senke der Odenwälder Städte Michelstadt und Erbach, die schon regelrecht verschmolzen sind, frei. Der Alemannenweg führt hinab nach Steinbach zur Einhardsbasilika und dem Schloß Fürstenau. 828 errichtete der Berater von Karl dem Großen, Einhard, eine dreischiffigen Pfeilerbasilika, um dort mit seiner Frau Imma den Lebensabend verbringen. Einhards Sekretär Ratleik reiste 827 nach Rom um zur angemessenen Kirchweihe entsprechende Reliquien zu beschaffen, ursprünglich gelockt von Versprechungen eines römischen Diakons. Nachdem sich diese als leeres Gerede herausstellten, schritt man zur Tat,  drang nach Odenwälder Faustrecht in eine Kirchengruft an der  Via Appia ein, und entwendete Gebeine der beiden prominenten Kanonheiligen Marcellinus und Petrus um diese nach Michelstadt zu verbringen. Bedingt durch zahlreiche Traumerscheinungen seiner Diener und das „Blutschwitzen“ der [read more…]
bis 20 km

Modautaler Weitblickweg

Modautal, den 22. Mai 2020 – Weitblicke! Wer den Weitblick hat, hat den Überblick, je nachdem – geistig, philosophisch oder räumlich. Wunderbar wanderbare Weitblickmöglichkeiten bietet einmal mehr der Odenwald. Mehr als sechzig Qualitätsrundwanderwege hat der Odenwaldklub nach festgelegten Qualitätskriterien ausgearbeitet, geprüft und zertifiziert. Einer davon ist der Modautaler Qualitätsrundwanderweg “Modautaler Weitblick” der schöne Aussichten und idyllische Dörfer verspricht. Auch wenn man bei Rundwanderwegen einstiegstechnisch freie Wahl hat, so empfiehlt es sich uhrzeit- tages- und jahreszeitenbedingt taktisch vorzugehen. Ideal wenn man zum krönenden Abschluß ein Weißbier ziehen kann, ideal wenn man sonnenstandsbedingt durch Lichtverhältnisse gute Aussichtsmöglichkeiten hat, ideal wenn zur Halbzeit der Wanderung eine exponierte Stelle erreicht wird. So starte ich am Rathaus in Brandau, dort wo eine regelrechte Tafelwand über die Vielzahl der Wandermöglichkeiten informiert. Vor lauter Sonnenaufgangsdramatik verpeile ich den Anstieg zur Kriegsgräberstätte Brandau, eine kurze Schleife um den Geisberg heilt jedoch diesen Mangel. 1966 wurde hier nach aufwendigen Vorarbeiten eine Ruhstätte für 461 Kriegstote aus fünfzehn Nationen, die einst in 57 Kommunen Südhessens begraben waren, an diesem beeinddruckenden Ort eingerichtet. Man zuckt innerlich schon zusammen, wenn man die wenigen Lebensjahre der meist jungen Opfer nachvollzieht. Von der Gedenkstätte führt der Rundwanderweg zunächs in nördlicher Richtung, vorbei am Brandauer Kreuz. Das 800 Jahre alte Sandsteinoriginal wurde mittlerweile in das Rathaus geschafft, nachdem es mehrfach durch landwirtschaftliches Gerät beschädigt und gebrochen wurde. An den jetzigen Granitersatz trauen sich die Treckerpiloten scheinbar nicht mehr heran. Vorbei am Modautaler Ortsteil Allertshofen, den man am südlichen Rand streift, legt sich der Qualitätswanderweg um [read more…]
Marathon

Otzberger Alemannenring

Otzberg, den 20. Mai 2020 – Odenwald pur kann man genießen, wenn man sich aufmacht, um auf dem 144 Kilometer langen, mit 4.300 Höhenmeter gespickten Qualitätswanderweg, den Alemannenweg, unter die Schuhsohlen zu nehmen. Gerne kann man der Empfehlung des Odenwälder Touristenverbandes folgen, um auf sieben Tagesetappen mit Gepäcktransport in Natur und Kultur des Odenwaldes einzutauchen, im Extremfall kann man, wie im letzten Jahr mit der legendären 36-Stunden-Wanderung des Odenwaldklubs praktiziert, eine besondere Herausforderung suchen, wir entscheiden uns diesmal auf Basis der bestehenden Wegestruktur pandemietaugliche Ringwanderungen anzugehen, um die Region aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Die erste Passage startet unweit der Veste Otzberg , welche auf einem Basaltkegel, des seit 47 Millionen Jahren erloschen Vulkans trohnt. Nur 1.800 Jahre dagegen ist es her, als hier die Alemannen die Römer auf die westliche Rheinseite zurückdrängten und dreihundert Jahre später selbst von den Franken vertrieben wurden. Karte und GPS-Gerät könnte man getrost zu Hause lassen, denn der Weg ist hervorragend beschildert, jedoch ist es grundsätzlich immer ratsam eine Karte einzupacken. Vom Wanderparkplatz geht es zunächst in südlicher Richtung hinüber in den Odenwaldkreis nach Hassenroth. Weitreichende Blicke bis hinüber zu den Anhöhen des Spessarts kann man hier genießen. Fotografisch ambitionierte Wanderer, werden auf diesem Trail mit Herausforderungen der besonderen Art zu kämpfen haben: es gibt einfach zu viele Weitsichten. Panoramaaufnahmen, Extremweitwinkel, Supertele mit Stativ – hier könnte man regelrecht austoben, oder einfach die Augen öffnen und die Eindrücke genießen. Hassenroth, Hummetroth, Ober-Kinzig – wie Perlen an einer Kette reihen sich die kleinen Odenwaldweiler hintereinander. [read more…]
Marathon

Heidelberger Burgen- und Blütenwegrunde

Heidelberg, den 15. Mai 2020 – “Zum Schluß das Beste?” Eine Million Besucher, die sich pro Jahr zum Heidelberger Schloß aufmachen, können nicht irren. Jedoch, für uns wird auch die letzte Etappe der insgesamt fünf Burgensteig-Blütenwegrunden nach der bewährten Erkenntnis “Der Weg ist das Ziel” im Fokus stehen und die Einstiegsfrage wird zum Ende dieses Beitrages zu beantworten sein. Die Strahlenburg oberhalb von Schriesheim ist der Startpunkt dieser Exkursion. Unterhalb des Ölbergs, einem stillgelegten Steinbruch, der heutzutage bei Klettersportlern sehr beliebt ist, zieht sich der Burgensteig durch die oberste Reihe der Weinberge. Bewährt die Aussicht in die Rhein-Neckar-Ebene, hinüber in das Großstadtkonglomerat Ludwigshafen/Mannheim und die sich dahinter erhebende Pfalz. Nach knapp drei Kilometern ist die Burgruine Schauenburg erreicht. Im 13. Jahrhundert errichtet, zweihundert Jahre später geschliffen, im 19. Jahrhundert zu Hausbauzwecken systematisch abgetragen. Heute erfreuen sich Wanderer über den fragilen Zustand und die Aussichtsmöglichkeiten – ein typischer Werdegang einer Burg in unseren Landen. Ein Höhenweg zieht eine ausladenden Schleife in das wasserreiche Waldgebiet. Mantelbach, Brenkenbach, Mühlbach, Eisbach, Höllenbach -alles Gewässer die irgendwann via Neckar und Rhein in der Nordsee entwässern. Studiert man die Namen einiger Schneisen, wie beispielsweise der Sargweg, über den der Burgensteig führt, so wäre es durchaus spannend die damit verbundene Geschichte in Erfahrung zu bringen. Im Wegverlauf verändert sich das Gestein, immer mehr Sandstein setzt sich auf dem Gang nach Heidelberg sichtbar durch. So erheben sich entlang des Hellenbachtalweges diesbezüglich beeindruckende Steinformationen. Wir touchieren Handschuhsheim am östlichsten Zipfel, ein Ort der uns noch auf dem Rückweg beschäftigen [read more…]
bis 20 km

Odenwälder Mundartweg

Neunkirchen, den 13. Mai 2020 – “Guure eehr Leit” schallert es aus der Babbelbox am Parkplatz des Odenwälder Höhendorfes Neunkirchen, wenn man auf die Taste “1” der Anlage drückt. Kein Geringener als der amtierende Bürgermeister des Modautals begrüßt die Wanderer, die sich aufmachen, den neu konzipierten Odenwälder Mundartweg zu begehen, angereichert mit einem umfangreichen akustischen Begleitprogramm. So haben die südhessischen Mundartfreunde gemeinsam mit dem Odenwaldklub eine geniale Idee verwirklicht. Man nehme einen qualitativ hochwertigen Wanderweg, wie den Modautauler Ufernweg, bestücke diesen mit sieben (Hör)Stationen und tauche ein in die wunderbar wanderbare Welt der heimischen Sprachkultur. Mit einer leicht angerauhten Stimme informiert zunächst der Bürgermeister, dass man den “Babbelpad” (hochdeutsch Sprechpfad) genießen soll und daß man keine Berührungsängste vor dem heimischen Volk haben muß. “Bei uns lääwe en haufe padende Leit un meer häwwe wenisch Ooakloore”, so die klare Botschaft des Verwaltungschefs. Ein weiteres Highlight dieser Station ist zudem der Beitrag des leutseligen Pfarrers, der seine prägnante Neunkirchner Kirche in einer unkonventionellen Art und Weise vorstellt. Man folgt der Beschilderung des Modauer Ufernweges, einem grünen “M” welches neuerdings auch für “Mundart” stehen könnte. Zunächst geht es einer kleinen Anhöhe folgend aufwärts. Von hier oben genießt man weitreichende Blicke hinüber zum Taunus und der vorgelagerten Skyline von Frankfurt. Ein Stückchen weiter ist schon die nächste Abhöhrstation eingerichtet, dort wo der höchstgelegenste Apfelbaum des Odenwaldes steht. Hier ist, wie bei den anderen Stationen auch, eine Tafel mit QR-Code angebracht. So kann Wandersfrau oder -mann mit einem Smartphone die standortbezogenen Beiträge vor Ort anhören [read more…]
Marathon

Schriesheimer Burgen- und Blütenwegrunde

Schriesheim, den 06. Mai 2020 – Tückisch. Nach den sattsamen Anstiegen der vorhergehenden Burgen- und Blütenwegrunde an der Bergstraße war zumindest gefühlt ein moderater Streckenverlauf zwischen Weinheim und Schriesheim zu erwarten – jedoch abgerechnet wird immer zum Schluß. Gestartet wird am Weinheimer Waldschwimmbad, in Sichtweite des Wendepunktes der vorhergehenden Ringwanderung, der Burgruine Windeck. Am östlichen Rand des Weinheimer Exotenwaldes schraubt sich der Bergsträßer Burgensteig in gemächlich anmutenden Schleifen über den Goldkopf hinauf zum Geiersberg, um oberhalb von Lützelsachsen die markante Aussichtsterasse der in diesem Abschnitt eher spärlich verteilten Weinhänge zu erreichen. Perfekt die frühmorgendliche Uhrzeit für den gewählten Streckenverlauf. Die im Osten aufgehende Sonne versorgt die Rhein-Neckar-Ebene mit feinster Lichtqualität. Von hier aus hat man weitreichende Blicke über die Industriemetropolen Mannheim/Ludwigshafen hinweg, hinüber zum Odenwälder Rheingrabenpendant, der Pfalz. Schwenkt man den Kopf um 45 Grad nach links, so hat man die Vogesen, scheinbar zum Greifen nah, auf dem Radarschirm. Lützelsachsen, Großsachsen, Hohensachsen – drei Weinheimer Stadtteile, jedoch keine, wie man vermuten könnte, behaftet mit Beziehungen zum östlichen Teil unserer Republik. Namensursprung waren eher Ableger eines hier weitverbreiteten Familiennamens wie “Sachso” oder Sahst. In Hohensachsen führt der Burgensteig am Bergfriedhof vorbei, hier bietet es sich an, dem “Chef”, dem Architekten des Wunder von Berns, die Ehre zu erweisen. Fußball begleitete ihn, Sepp Herberger, bis zum Lebensende. Kurz nach seinem 80. Geburtstag erlitt die Trainerlegende während der Fernsehübertragung eines Länderspieles gegen Nordirland einen Herzinfarkt. Von Sepp Herberger zur Marie. Marie in der Kohlbach, heißt das Blei- und Silberbergwerk, welches bereits im 15. [read more…]
Marathon

Weinheimer Burgen- und Blütenwegrunde

Weinheim, den 27. April 2020 – Auf der dritten Passage des Bergsträßer Burgen- und Blütenwegrings zwischen Darmstadt und Heidelberg liegt das bereits im Baden-Württembergischen liegende Weinheim diesmal im Wendepunkt, um die beiden Weitwanderwege als Rundwanderung zu verbinden. Gestartet wird am Wendepunkt dervorausgegangenen Exkursion, in Laudenbach. Rasch sind die Anhöhen des Burgenweges erreicht, um wiederum eintauchen in die exzellente Wegeführung die dieser Wanderweg im Gesamten aufweist. In östlicher Richtung schraubt sich der Burgenweg hinauf durch den Kreuzwald, dort wo noch Schmauchspuren der Granitboliden des fünfzehn Kilometer entfernten Felsenmeers auszumachen sind. Hinauf geht es zum Kreuzberg Hier hatten bereits 1347 Lorcher Mönche eine Wallfahrtsstätte errichtet. Noch heute findet hier an Pfingsten eine Wallfahrt statt. Weiter zieht sich der Burgenweg durch einige kleinere Felsformationen, vorbei am Steinernen Gaul. Schon 805 diente der Steinbolide als Grenzmarkierung des Kloster Lorsch. Weiter hinauf führt die Passage zum Waldner-Turm, der erst Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Ursprünglich war hier sogar eine Küche angebaut, damit hier eintreffende Jagdgesellschaften bestens verköstigt werden konnten. Gen Westen hat man weitreichende Blicke in die Rhein-Neckar-Ebene östlich kann man sich an den Ausblicken in das Weschnitztal erfreuen. Fernab von Jagdgesellschaften wäre das Plateau ein vortrefflicher Standort für einen Biergarten mit herrlichen Aussichtsmöglichkeiten über den Bierseidel hinweg. Einen Kilometer weiter stößt man auf den Vogesenblick. Von hier aus hätte man bei klarer Sicht weitreichende Blicke bis in das französische Mittelgebirge, welches letztendlich mit der vorgelagerten Pfalz eine Einheit bildet. Allemal rückt die frühmorgendliche Wetterlage das gegenüberliegende Mannheim in das Rampenlicht – ein Panorama, [read more…]