bis 35 km

Lindenfelser Odenwaldring

Fürth/Lindenfels, den 24. November 2020 – Aussichtslos! Jedoch – auch Wandertage wie diese entwickeln ihre eigenen Reize. Die Wegstrecke exzellent, perspektivisch gespickt mit aussichtsreichen Punkten, inmitten eine der schönsten Regionen des Odenwaldes, jedoch ein störrischer Nebelblock wird die Aussicht auf Weitsicht zunichte machen, dafür die Einsicht liefern, daß auch ein mystisch eingemantelter und fast entlaubter Herbstwald ein Wandererlebnis der besonderen Art sein kann. Auf der dritten Exkursion des von uns konzipierten Odenwaldringes, der den Main-Stromberg-Weg als Leitpfad beinhaltet, starten wir in Fürth im Odenwald. Von der Ortsmitte geht es flugs aufwärts, dem Main-Stromberg-Weg folgend, der an dieser Stelle gleichzeitig auch Zubringerweg des Nibelungensteiges ist. Bei guten Sichtverhältnissen könnte man bereits hier das nächste Teilziel, die Perle des Odenwaldes, Lindenfels, ausmachen. Die “Drachenstadt” Lindenfels im Odenwald die bereits in mehreren Beiträgen in diesem Blog vorgestellt wurde, ist allemal eine ausgezeichnete Destination für Wanderer. Bei guter Wetterlage ist eine Besichtigung der Burg zu empfehlen, von wo aus man weitreichende Blicke über den Bergsträßer Odenwald genießen kann. Über verschlungene Pfade führt der Main-Stromberg-Weg stetig aufwärts via Schenkenberg hinauf zur Bismarckwarte am Rande der Siedlung Litzelröder. An nebelfreien Tagen kann man von hier aus schönste Panoramawanderungen im Reichelsheimer Nibelungenland unternehmen. Von der Bismarckwarte geht es weiter aufwärts nach Winterkasten, der Ein- und Aufstiegspforte hinauf zur Neunkirchner Höhe, die mit 605 Meter Höhe, der höchste Hügel im hessischen Odenwald ist. Hier befindet sich im Kaiserturm auch das höchste Gasthaus des Odenwaldes, welches jedoch nur an Wochenenden geöffnet ist. Richtung Süden geht es weiter durch den [read more…]
bis 35 km

Straßburger Panoramawanderung

Straßburg, den 14. November 2020 – Immerhin 330 Stufen muß man erklimmen, um die in 66 Meter Höhe gelegene Aussichtsplattform der Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg  zu erklimmen damit man die Panorameaussicht über die elsässische Stadt genießen kann. Wer zudem ein landschaftliches Panorama der Straßburger Region der besonderen Art erleben möchte, dem sei empfohlen in den zentralen Odenwald einzutauchen, dort wo ein kleiner Weiler namens Straßburg vorzufinden ist. Wir starten am Ortsrand von Wald-Michelbach, dort wo das Wolfsloch am Geißberg auf der anderen Seite den Weiler Straßburg vom restlichen Wald-Michelbach abschottet. Auf unser zweiten Passage der Odenwaldringwanderung folgen wir zunächst dem Main-Stromberg-Weg in nordwestlicher Richtung. Über die Galgenhöhe geht es aufwärts zur Kreidacher Höhe. Ab hier setzt eine der schönsten Höhenwanderwege des Odenwaldes ein, der zudem vor zehn Jahren als Kunstwanderweg ausstaffiert wurde. Spektakulär sind die Weitsichten, sei es in die Region des Überwaldes, der sich rund um Wald-Michelbach zentriert, oder die weitreichenden Aussichten hinüber zur Bergstraße und der dortigen Rheinebene, bis hinüber zur gegenüberliegenden Pfalz. Moderat aufwärts gehend führt der Main-Stromberg-Weg hinauf zur 576 Meter hohen Tromm, dort wo einst der Ireneturm stand, der nun wegen Baufälligkeit abgetragen wurde und durch eine futuristische Himmelstreppe aus Metall ersetzt werden soll. Ausgezeichnet, zumindest in pandemielosen Zeiten, sind die Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke. Ob in Tromm selbst, am weiterführend gelegenen Naturfreundehaus Tromm, oder am Schardhof, hier lassen sich vortrefflich Odenwälder Spezialitäten, wie Kochkässchnitzel oder Handkäs mit Musik, genießen. Am Brandschneiderkreuz folgen wir dem Main-Stromberg-Weg um von hier aus steil abwärts Richtung Fürth im [read more…]
Marathon

Quer durch Korsika

Korsika, den 06. November 2020 – Am langen Ende ist alles nur eine Frage der Kreativität. Wanderziel Korsika, in Lock-down-Zeiten – durchaus machbar. Im Fokus stehen zunächst für die nächsten Wochen pandemiekonforme Tagestouren mit folgenden Vorgaben: 1. attraktive Wanderstrecken, 2. Rundtouren ohne Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und 3. Verzicht auf Einkehr und Übernachtung. Als Leitweg für die weitere Planung wurde dabei der Main-Stromberg-Weg herangezogen, der von Frankfurt am Main den Odenwald von Nord nach Süd bis in den Kraichgau hinein quert. Gestartet wird im Überwald, der inmitten des Geoparks Bergstraße-Odenwald liegt, hart an der Grenze zu Baden-Württemberg. Wald – speziell Odenwald pur- kann man hier aufsaugen. Zwei Drittel der Fläche ist bewaldet und wir werden auf der ersten Hälfte der Strecke auf mehr als zwanzig Kilometern ausschließlich durch Mischwälder wandern, Kontakt mit menschlichen Artgenossen so gut wie ausgeschlossen. Gestartet wird im Oberzenter Ortsteil Finkenbach, der in einer tiefen Talsenke von den Mittelgebirgshöhen des mittleren Odenwaldes eingebettet ist . Trotz morgendlicher Frosttemperaturen, auf den ersten fünf Kilometern fließen Schweißtropfen. Den Bergstraßen-Madonnenländchen-Weg folgend stehen kräftige und andauernde Anstiege auf dem Programm. Nach fünf Kilometern ist der Weiler Unter-Schönmattenwag erreicht, nach zwei weiteren Kilometern Korsika. Wie es zu der Namensgebung kam ist nicht wirklich geklärt. In einer Version geht man davon aus, dass eine scherzhafte Hochstapelei vorlag. So berichtete ein Heimatforscher daß beim Rückzug der französischen Truppen 1812 die Bevölkerung aus Spott und Geringschätzung die kleine Siedlung als “Korsika“ bezeichnete, um zu zeigen, wie weit der große Kaiser und Korse Napoleon gesunken sei. [read more…]
Marathon

Umstädter Panoramaweg

Groß-Umstadt, den 31.Oktober 2020 – Die Aussicht auf Aussichten – für Wanderfreunde das Non-plus-ultra. Auch wenn es diese Tour offiziell nicht gibt, sie ist wunderbar wanderbar, nutzt die bestehende Infrastruktur entlang dem südhessisch-unterfränkischen Grenzgebiet, dort wo die Nahtstelle der Bergsträßer und der Fränkischen Weinkultur vorzufinden ist. Die Rede ist von Groß-Umstadt, dem Tor zum Odenwald – ein geeigneter Startort, um bei bester Wetterlage in die bunt gefärbten Weinberge einzutauchen. Von der Stadtmitte der Odenwälder Weininsel geht es zunächst Richtung Raibacher Tal, vorbei an der Museumshofreite, dem Gruberhof, dem Sonnenaufgang entgegen hinauf zur dreizehn Hektar großen Weinlage Umstädter Steingerück. Durch den kleinen Ziegelwald auf dem Herrnberg eröffnet diese Passage weitreichende Blicke in die Rhein-Main-Ebene bis zum Spessart. Über eine Talsenke führt der Trail hinüber zum Umstädter Stachelberg von wo aus man in der Ferne Aussichten hinüber in den Taunus genießen kann. Fixpunkt ist dabei die Wendelinuskapelle, die oberhalb des Weilers Klein-Umstadt liegt, und, sofern man zu einer gewogenen Tageszeit hier aufschlägt, eine passable Haltestation ist, um bei einem Schoppen Wein aus dem Rucksack die inspirierenden Aussichten von Bergstraße über den Taunus bis hin zum Spessart wirken zu lassen. Vom Umstädter Stachelberg führt die Passage hinab, Klein-Umstadt querend, um am östlichen Ende des Weilers das Gewann Hörnig des Umstädter Stachelbergs zu erklimmen. Oberhalb des benachbarten Ortes Kleestadt schwenken wir in östlicher Richtung ein. Die Textur der Landschaft ändert sich merklich. Von den Hängen der Umstädter Weinbergslagen wandert man zunächst über eine Hochplateauebene, vorbei an zahlreichen Aussiedlerhöfen hinüber zur Schlierbacher Gemarkung. Das bereits [read more…]
Marathon

Zwischen Ölschiefer und Urpferdchen

Messel, 25. Oktober 2010 – Was der Grand Canyon in den USA oder die Galapogasinseln vor Südamerika ist die Grube Messel im Südhessischen. Allsamt handelt es sich dabei um UNESCO-Weltnaturstätten, wobei Messel speziell für Erforscher der Erdgeschichte eine einzigartige Stätte von Weltruf ist. Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenfossilien, darunter außergewöhnlich gut erhaltene Vollkörperskelette, wurden aus dem vor 48 Millionen Jahre entstandenen Maarvulkan-See geborgen. Und dass auch die Ölförderung in Messel eine nicht unwesentliche Rolle dabei spielte , (1924 wurden hier 25% der deutschen Rohölförderung erzeugt) ist eine besondere Geschichte. Wandertechnisch hat der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald das Areal rund um die Weltnaturstätte mit vier Qualitätsrundwanderwege erschlossen. So bietet es sich an, diese Rundwanderwege, die sich teilweise überschneiden, zu einer auch kulturell angereicherten knapp vierzig Kilometer langen Tagestour aufzubohren. Es bietet sich an, auf dem höchsten Punkt der Dieburger Gemarkung, der Moret, einzusteigen. Hier, am Naturfreundehaus, führt der Ölschieferweg vorbei, und hier kann man zum Abschluß der Wanderung ein schönes Wanderbier zu zivilen Preisen genießen. Zunächst kann man, dem Ölschieferweg gen Westen folgend, eine kleine Runde durch den bunten Dieburger Herbstwald drehen. Über den Herrnweg geht es via Jakobsbornschneise und Kleeplattenschneise zurück zur Moret um im Anschluß oberhalb des Steinbruchs Mainzer Berg die Fährte Richtung Darmstadt einzuschlagen. Wer auf die Runde verzichtet hat 2,5 Kilometer eingespart und kann die Zeit im Besucherzentrum der Grube Messel investieren, um dort beispielsweise an einer Grubenführung mit Naturpark-Rangern teilzunehmen. Vom Mainzer Berg, dem nördlichsten Zipfel des Odenwaldes, geht es zunächst vorbei am Areal der ehemaligen Rifle [read more…]
Odenwald

Der Alemannenring – das Finale

Alsbach-Hähnlein, den 10. Juli 2020 – Das Schönste kommt zum Schluß, sagt man im Allgemeinen, und trifft auch hier zu. Corona war der Motivator, den Alemannenweg in gangbare Rundtouren zu tranchieren, um ohne Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel den Vorderen Odenwald mit neuen Sichtweisen zu erschließen. Wir starten mit der letzten Passage dieser Serie unterhalb des Schlosses Alsbach, dort wo an der Auffahrtsstraße zum Schloß ein Wanderparkplatz eingerichtet ist. Am Waldesrand, der Bruchkante der Bergstraße zur Rheinebene entlang wandernd, ist bereits nach vier Kilometern der erste markante Punkt erreicht, der Heiligenberg. Wer kennt nicht den englischen Hochadel Mountbatten, ursprünglich aus dem hessischen Hause Battenberg stammend? Russischer, spanischer und englischer Hochadel verkehrte hier im 19. Jahrhundert. Das Wahrzeichen von Jugenheim, das imposante goldene Kreuz, welches zum Gedenken an eine Großherzogin aufgestellt wurde, trohnt seit 1866 über der Stadt, eine der ältesten Lindenbäume Deutschlands wird hier oben mit allen Mitteln noch am Leben erhalten, und im Schwarzbuch für Steuerzahler hat Schloss Heiligenberg auch seinen Niederschlag gefunden, da der Landkreis hier eine Schönheitspraxis einrichten läßt. Wanderer die hier zur Nachmittagsstunde eintreffen, können zudem bei herrlichen Aussichtsmöglichkeiten im hier eingebrachten Schloßcafe über die ganze Bandbreite des Heiligenbergs sinieren. Wir verlassen den geschichsträchtigen Ort und zunächst den Alemannenweg, um die Passage als Rundwanderung einzuleiten. Oberhalb der Landesstraße, die in das Modautal führt, geht es zwischen Marienberg und Darsberg talaufwärts, den Weiler Balkhausen querend, um das nächste Highlight der Passage, das Odenwälder Felsenmeer auf dem 514 Meter hohen Felsberg zu erreichen. Das Felsenmeer, in diesem Blog schon mehrfach [read more…]
Marathon

Lützelbacher Alemannenring

Lützelbach, den 12. Juni 2020 – Kurzsichtige Wanderfreunde sind gut beraten, sich mit einer geeigneten Sehhilfe auszurüsten, andernfalls würde man feinste Panoramasichten über die wunderbare Landschaft zwischen Modautal, Lautertal und Bergstraße verpassen. Die vierte Passage der Alemannenringexkursion startet in Lützelbach, unterhalb der Neunkirchner Höhe. Lagebedingt flutet das morgendliche Sonnenlicht das Hochplateau und gestaltet stimmungsvolle Szenarien. Von Lützelbach aus führt der Alemannenring zunächst in westlicher Richtung und legt sich um den Weiler Brandau. Man könnte geneigt sein die Strecke abzukürzen und geradeaus wandernd den Ort zu queren, jedoch würde man exzellente Weitsichten verpassen. So haben die Väter des Alemannenweges schon wohlweislich den Streckenverlauf gestaltet. Vorbei an Beedenkirchen wandern wir im Vorhof des Odenwälder Felsenmeers hinauf zur Kuralpe. Das Hotel/Restaurant liegt in exponierter Lage und neun Kilometer nach Start ist es nicht verboten sich auf einen Cappucino niederzulassen. An der Kuralpe verlassen wir zunächst den Alemannenring um über eine Querverbindung auf der östlichen Achse des Premiumwanderwegs Richtung Burg Frankenstein wieder einzusteigen. Beste Weit- und Aussichten garantiert dabei die Verbindungsachse, die Hutzelstraße. Rechter Hand erfreut man sich an weitreichende Ausblicken über die Dieburger Lande bis hinüber zum Spessart, linker Hand beeindrucken die Panoramen über das Rhein-Neckar-Areal bis hinüber zur benachbarten Pfalz. Steigerts querend folgen wir den Saar-Rhein-Main-Weg, der durch einen schönen Buchenwald zur Burgruine Tannenberg führt. Ein idealer Ort für eine Brotzeit aus dem Rucksack. Lebendig die Textur des Alemannenweges zwischen der Burgruine Tannenberg und der Burg Frankenstein. Weit verstreute Granitboliden, die wie Streuobst im Wald liegen, garnieren den Premiumwanderweg, der auf diesem [read more…]
bis 20 km

Buddhas Weitblick

Absteinach, den 07. Juni 2020 – Siddhartha Gautama, sein weltlicher Name, als Buddha in die Weltgeschichte eingegangen. In jungen Jahren entfloh der Sohn eines Adelgeschlechtes dem wohlbehüteten Leben in seinem Palast und unternahm Wanderungen durch die Umgebung. Dabei sah er sich erstmals der Realität des Lebens und dem Leiden der Menschheit gegenüber. Wandern als Schlüssel zu einem neuen Universum? Auch im Odenwald kann man hierzu den Grundstein legen. Geeignet hierzu ist der Absteinacher Panoramaweg, einer von 60 Odenwälder Qualitätsrundwanderwegen. Gestartet wird am Buddhas Weg, des Weilers Siedelbrunn im Überwald, einem besonderen Waldabschnitt im Nibelungenland. Auf dem Areal einer ehemaligen Fachklinik wird hier bereits seit zehn Jahren ein buddhistisches Kloster betrieben. Folgt man dem Qualitätswanderweg, so kann, wer möchte an der Gebäuderückseite des Klosters der Vorbeiwandernde Erstkontakt zu buddhistischen Skulpturen aufnehmen. Magisch der Klosterort – mystisch der dahinterliegende Überwald. Ein dichter Nadelwald, mit herrlichen naturbelassenen Abschnitten, ein dämpfender Waldboden, der zentimeterdick mit Baumnadeln belegt ist, fast scheint es so dass man auf Wolken schwebe. So geht es gemächlich aufwärts zum Hardberg und zur Stiefelhöhe, beides Mittelgebirgszipfel die an der 600 Höhenmetermarke kratzen. An der bewirtschafteten Stiefelhütte verschwenkt der Rundweg nach Unter-Absteinach. Man quert den Weiler und folgt dem Wanderweg, der sich auf der Gegenflanke zum Hohberg hinaufschraubt. Hier kann man beeindruckende Panoramablicke über das Gorxheimer Tal bis hinüber Richtung Mannheim/Ludwigshafen genießen. Scheinbar zum Greifen nah ist der gegenüberliegende Pfälzer Wald. Zwischen Unter- und Oberabsteinach wurde der Wanderweg als Kunstpfad angelegt. Zahlreiche Dauerinstallationen flankieren die aussichtsreiche Strecke. Unterhalb des Hohbergs verschwenkt der [read more…]
Marathon

Neunkirchner Alemannenring

Beerfurth, den 02. Juni 2020 – “Odenwald vom Feinsten” kann man erleben, wenn man sich auf die dritte Passage unserer fünfteiligen Alemannenringpassage begibt. Darin eingeschlossen sind weitreichende Panoramasichten und markante Landmarken. Wir starten in Beerfurth, dort wo schon von je her traditionelles Handwerk gepflegt wurde. Sei es die Produktion von Odenwälder Lebkuchen, die Fertigung der tradionellen Odenwälder Gäulsches und die Kelterei des hessischen Nationalgetränkes, dem Ebbelwoi, umtriebig war man hier schon immer. Der Einstieg in den Alemennenweg ist leicht zu finden, da sich Selbiger durch die Ortschaft zieht. Bereits nach wenigen hundert Metern von der Ortsmitte aus ist der Hasenbuckel erreicht und man kann einen weitreichenden 180 Grad Panoramablick, vom östlich gelegenen Otzberg bis zum Schloß Reichenberg im benachbarten Reichelsheim genießen. Den Ortsrand von Reichelsheim streifend geht es die nächsten zehn Kilometer stetig aufwärts. Die Wegestruktur ist ausgezeichnet. Kein Wunder, handelt es sich beim Alemannenweg doch um einen zertifizierten Premiumwanderweg. Nach guten sechs Kilometern ab Beerfurth ist die “sagenhafte” Burgruine Rodenstein erreicht. Um dieses Gemäuer ranken sich viele Sagen, die in diesem Blog schon hinreichend beschrieben worden sind. Die Fragmente der 780 Jahre alten Burg, die im Rodensteiner Wald regelrecht eingehaust ist, üben immer wieder einen besonderen Reiz aus. Von der Burg Rodenstein führen herrliche Pfade weiter hinauf, zum höchsten Gipfel dieser Region, der Neunkirchner Höhe, die mit 609 Meter die höchste Erhebung des hessischen Odenwaldes ist. Auf dem Berg befindet sich auch die Odenwälder Wasserscheide. Drei Quellen entspringen hier und entwässern allsamt in der Nordsee. Die Gersprenz nimmt dabei [read more…]
bis 20 km

Panoramaweg Erbach-Michelstadt

Erbach, den 29. Mai 2020 – Mehr als sechzig Qualitätsrundwanderwege hat der Odenwaldklub nach festgelegten Qualitätskriterien ausgearbeitet, geprüft und zertifiziert, einer davon ist der Panoramaweg Erbach-Michelstadt, ausgeschildert mit der treffenden Kennzeichnung “EM1” Bereits 2009 sollten nach politischem Willen die beiden schmucken Städte des Odenwaldes fusioniert werden, ein Bürgerentscheid kippte jedoch dieses Vorhaben. Topographisch sind die beiden Städte längst verschmolzen, auch wenn historisch bedingt nach wie vor gefrotzelt wird und sowohl eine Dialektgrenze als auch eine Datumsgrenze (!) besteht. Erbach ist Kreisstadt, dafür ist Michelstadt für Viele die Schönere. Dem Wanderer können diese Scharmützel egal sein, denn man kann beide Städtchen auf einem Streich entdecken. Einmal rund um Erbach-Michelstadt, geringfügig um eine Schleife um den Wildpark Brudergrund erweitert, so dass mit 21 Kilometern eine angenehme Vormittagstour eingeplant werden kann, mit nachfolgender Einkehr in einem der vielen Wirtshäuser, die hier vorzufinden sind. Gestartet wird am Friedhof in Michelstadt, um im Uhrzeigersinn wandernd den Verlauf der Sonne zu folgen, was licht- und sichttechnisch durchaus günstig ist. Kurz nach dem Eintsieg wird man daran erinnert, daß Michelstadt eine Stadt der Bienen ist. Einmal jährlich findet hier auch das zweitgrößte Volksfest des Odenwaldes, der Michelstädter Bienenmarkt statt. Es geht vorbei an einem Lehrbienenstand, hinauf zur Stockheimer Eiche, deren Stumpf überdacht wurde. Nebenan sind die Grundmauern der Heilig-Kreuz-Kapelle zu besichtigen, die erst 1938 entdeckt wurden. Weiter führt der Panoramaweg entlang der mit mächtigen Eichen flankierten Waldeskante. Bilder können das Panoramaspektrum, welches sich auf diesem Abschnitt bietet nicht wirklich wiedergeben – so sei an dieser Stelle darauf [read more…]
bis 35 km

Michelstädter Alemannenring

Michelstadt, den 26. Mai 2020 – Auf der zweiten Etappe der Alemannenringwanderungen steht der südöstlichste Zipfel des Alemannenweges im Fokus. Seit zwölf Jahren ist der Weg als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland geadelt. Zunächst war als Start-Zielpunkt Michelstadt-Steinbach fixiert, später wurde der Startpunkt nach Erbach verlegt. Einzig die logische Verknüpfung von Michelstadt nach Erbach fehlt. In den neusten topographischen Karten ist die Verbindung bereits eingearbeitet, im Material des Tourismusverbandes und in der Streckenkennzeichnung fehlt jedoch noch dieser Abschnitt. Wir starten am Wanderparkplatz der historischen Wegscheide Vierstöck um über einen Bypass, parallel der Nibelungenstraße folgend, die Tour als Rundstrecke zu verbinden. Auf der Höhe von Spreng verschwenkt der Alemannnenweg in östlicher Richtung, um nach einen acht Kilometer langen Waldgang die Einhardsquelle zu erreichen. Hinter der Einhardsquelle öffnet sich der Wald und legt herrliche Panoramen in die Senke der Odenwälder Städte Michelstadt und Erbach, die schon regelrecht verschmolzen sind, frei. Der Alemannenweg führt hinab nach Steinbach zur Einhardsbasilika und dem Schloß Fürstenau. 828 errichtete der Berater von Karl dem Großen, Einhard, eine dreischiffigen Pfeilerbasilika, um dort mit seiner Frau Imma den Lebensabend verbringen. Einhards Sekretär Ratleik reiste 827 nach Rom um zur angemessenen Kirchweihe entsprechende Reliquien zu beschaffen, ursprünglich gelockt von Versprechungen eines römischen Diakons. Nachdem sich diese als leeres Gerede herausstellten, schritt man zur Tat,  drang nach Odenwälder Faustrecht in eine Kirchengruft an der  Via Appia ein, und entwendete Gebeine der beiden prominenten Kanonheiligen Marcellinus und Petrus um diese nach Michelstadt zu verbringen. Bedingt durch zahlreiche Traumerscheinungen seiner Diener und das „Blutschwitzen“ der [read more…]
bis 20 km

Modautaler Weitblickweg

Modautal, den 22. Mai 2020 – Weitblicke! Wer den Weitblick hat, hat den Überblick, je nachdem – geistig, philosophisch oder räumlich. Wunderbar wanderbare Weitblickmöglichkeiten bietet einmal mehr der Odenwald. Mehr als sechzig Qualitätsrundwanderwege hat der Odenwaldklub nach festgelegten Qualitätskriterien ausgearbeitet, geprüft und zertifiziert. Einer davon ist der Modautaler Qualitätsrundwanderweg “Modautaler Weitblick” der schöne Aussichten und idyllische Dörfer verspricht. Auch wenn man bei Rundwanderwegen einstiegstechnisch freie Wahl hat, so empfiehlt es sich uhrzeit- tages- und jahreszeitenbedingt taktisch vorzugehen. Ideal wenn man zum krönenden Abschluß ein Weißbier ziehen kann, ideal wenn man sonnenstandsbedingt durch Lichtverhältnisse gute Aussichtsmöglichkeiten hat, ideal wenn zur Halbzeit der Wanderung eine exponierte Stelle erreicht wird. So starte ich am Rathaus in Brandau, dort wo eine regelrechte Tafelwand über die Vielzahl der Wandermöglichkeiten informiert. Vor lauter Sonnenaufgangsdramatik verpeile ich den Anstieg zur Kriegsgräberstätte Brandau, eine kurze Schleife um den Geisberg heilt jedoch diesen Mangel. 1966 wurde hier nach aufwendigen Vorarbeiten eine Ruhstätte für 461 Kriegstote aus fünfzehn Nationen, die einst in 57 Kommunen Südhessens begraben waren, an diesem beeinddruckenden Ort eingerichtet. Man zuckt innerlich schon zusammen, wenn man die wenigen Lebensjahre der meist jungen Opfer nachvollzieht. Von der Gedenkstätte führt der Rundwanderweg zunächs in nördlicher Richtung, vorbei am Brandauer Kreuz. Das 800 Jahre alte Sandsteinoriginal wurde mittlerweile in das Rathaus geschafft, nachdem es mehrfach durch landwirtschaftliches Gerät beschädigt und gebrochen wurde. An den jetzigen Granitersatz trauen sich die Treckerpiloten scheinbar nicht mehr heran. Vorbei am Modautaler Ortsteil Allertshofen, den man am südlichen Rand streift, legt sich der Qualitätswanderweg um [read more…]