Waldkunst 2020

Darmstadt, den 02. Oktober 2020. Kunst im Wald – kein ungewöhnliches Thema für Wanderinnen und Wanderer. Immer wieder findet man Gelegenheiten sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. In konzentrierter Form kann man auf dem Internationalen Waldkunstpfad alte und neue Arbeiten von Künstlern aus allen Herren Ländern besichtigen. Veranstalter ist das Internationale Waldkunstzentrum in Darmstadt , welches im Rhythmus von zwei Jahren diese Frischluftkunstveranstaltung durchführt.

Der Waldkunstpfad selbst ist drei Kilometer lang. Damit es sich lohnt, die Wanderstiefel zu schnüren wird an der Rosenhöhe in Darmstadt gestartet, dort wo der der Sieben-Hügel-Steig einsetzt.

Seit 93 Jahren blecken sechs Löwen von den Klinkenpfeilern die Besucher des Park Rosenhöhe an

Im Park selbst befindet sich ein historischer Rosengarten, der derzeit ertüchtigt wird, aber allemal ein Besuch zur Blütezeit wert ist. Der Sieben-Hügel-Steig führt vorbei am Hofgut Oberfeld, am Botanischen Garten und am Vivarium der Stadt Darmstadt. Vorbei an der Lichtwiese führt die Passage durch den Darmstädter Stadtwald, über die Anhöhen Dachsberg, Dommersberg und Herrgottsberg.

Das Kunstobjekt “Flüchtender Erdenbürger” drückt, wie hier im Rosengarten festgehalten durchaus, die Realität aus
Kunst ist eine Ausdrucksform menschlicher Kreativität – die Natur jedoch setzt sich na-tür-lich selbst in Szene….
…wie diese Aufnahmen unter Beweis stellen
Unverkennbar Jugendstil – ein Teilausschnitt des Bismarckturms, der hier seit 1908 auf dem Dommersberg steht

An der Klappacher Straße, gegenüber dem südhessischen Polizeipräsidium, startet man mit dem Einstieg in den Waldkunstpfad. Der Weg wurde grundsätzlich als Rundkurs angelegt, mit der südlichen Spitze auf der Ludwigshöhe. Im Laufe der Veranstaltungsreihe hat man einige Verästelung eingefügt, allerdings ist es dem Veranstalter bis heute nicht gelungen eine klare und eindeutige Wegekennzeichnung umzusetzen. Manch ein Besucher irrt umher um den Pfad der Künste zu folgen. So sind sie halt die Kunstveranstalter : ab und an entrückt in der Welt der Künste und gleichzeitig die wesentlichen Dinge ausblendend.

Im Allgemeinen sind die meisten Kunstobjekte auf Dauer installiert. Einzig im Aktionszeitraum ist ein Infostand aufgeschlagen, der allerdings nur an Wochenenden geöffnet ist
“Meditation place” – Arbeit eines bulgarischen Künstlers
“Mother Mandala” 30 gebrauchte Kleidungsstücke kommen symbolisch noch einmal zu Ehren und wurden als Mandala verbunden
Bereits 2004 wurde ein U-Boot installiert, welches 14 jahre lang an der Alten Waldschneise stand und wegen Baufälligkeit abgebaut werden mußte. Zur zehnjährigen Veranstaltung taucht das U-Boot wieder im Odenwald auf
“Observe(d)” so der vielschichtige Titel dieser Arbeit. “Who ist watching whom” der Untertitel. Durchaus treffend wenn man bedenkt: der Wald als Gesamtorganismus…
“Big Wheel” das Friedensrad bereits 2014 installiert
Das “Wald Canopy” bringt die Lebenskreise des Waldes an das Licht. Die Lichtzeichen eröffnen Einblicke in die Natur- und Kulturgeschichte. Canopy bedeutet dabei Baumkrone, Baldachin und Himmelsgewölbe.
Der Wald, die Bäume, der Himmel, der Boden, der Wanderer.. allsamt reflektiert in den Spiegelflächen des Spiegelbaums – und das bereits seit 2010
“The Viewing Temple 3” – unter Garantie nicht vom TÜV abgenommen
“Swing Bridge”. Um die Worte des Künstlers zu rezitieren: “Diese Brücke ist eine Illusion unserer heutigen Realität auf schwankendem Boden muss jeder sein inneres und äußeres Gleichgewicht finden”.
Das “Forrest House” steht hier bereits seit 2010. Vorausschauend die damalige Bauweise – coronakonforme Durchlüftung ist jederzeit gewährleistet.
Offensichtlich ist hier alles Willkommen was Flügel hat -und daß die Mönchsgrasmücke keine Mücke ist lernt man spätestens hier. Ergo – Wandern bildet…..
Eine Ikone der Ausstellung – das Luftschloß

Die hier gezeigte Auswahl einiger Objekte zeigt durchaus die Intensität mit der sich internationale Künstler mit dem Thema “Wald und Kunst” auseinandergesetzt haben. Auch wenn die Beschreibung des Darmstädter Internationalen Waldkunst Zentrums ” Zu Kunst/Natur/Identität haben 15 KünstlerInnen aus 7 Ländern (Bulgarien, Cote Ivoire, Japan, Niederlande, Portugal, Türkei und Deutschland) eine künstlerische Feldforschung über Erfahrungen und das Erleben im Wald durchgeführt.” durchaus schwülstig klingt – die gesetzten Botschaften hinterlassen ihren Eindruck – für jeden individuell und unterschiedlich. Die Rückpassage dieser 21 Kilometer langen, kunstzentrierten Runde findet stilgerecht ihren Abschluß auf der Darmstädter Mathildenhöhe -eines der weltweit bedeutensten Jugendstilzentren – aber dies ist ein anderes Thema.

Gestaltungskunst am Rückweg: Ein kunstvoll gestalteter Schrebergarten
Akustik-Kunst am Rückweg: Just an diesem Tag konnte man in der kunstvollen Kuppelkirche am Wilhelminenplatz einer spektakulären Klanginstallation des Darmstädter Festivals Performing Arts&Digitalität lauschen
Baukunst am Rückweg: Die Russische Kapelle und der prägnante Fünffinger-Turm auf der Mathildenhöhe

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