Marathon

Nassauisches Allgäu

Fischbach, den 23. Mai 2021 – Nassauisches Allgäu – eine Mogelpackung? Es kommt auf die Sichtweise an. Zumindest das Tourenbild des Tages – eine Fotomontage. Die Berge muss man sich wegdenken, dann kommt man der Sache schon näher. Zunächst sei dem Tourismusbüro von Bad Schwalbach ausdrücklich gedankt, denn als Dreingabe zu einer Wispertalwanderbroschüre lag ein DIN A3-Plan “Nassauisches Allgäu” bei, für mich ein weißer Fleck auf der Wanderlandkarte. Nach den Worten einer Projektinitatorin habe sich die Wortschöpfung in einem Gespräch mit einem Gastwirt ergeben. Die Anmut von Wiesen und (Mittel)gebirge und die offene Landschaft mit viel Grün, Schafen, Rindern und Pferden waren am langen Ende Quell dieser Inspiration. So hat man insgesamt neun Rundwegerwege und zwei Panoramawege entwickelt, wobei der Bad Schwalbacher Ortsteil Fischbach im Zentrum dieser Taunusrunden steht. Vollumfänglich entdeckt man eine Region, wenn man sich ihr aus allen Himmelsrichtungen nähert. Entsprechend einfach gestaltete sich die Wegeplanung. Nord, Süd, Ost, West – vier Rundwege zu einer Tagestour verknüpft mit dem Weiler Fischbach im Zentrum. Gestartet wird mit der Rundtour “Hausen vor der Höhe” in südlicher Richtung. Da Fischbach in einer Talsenke liegt, ist für diese Tour eine zusätzliche Herausforderung einzuplanen, denn steigungslos wandern kann man sich abschminken. Entweder geht es aufwärts oder abwärts, so kann man am besten den facettenreichen Wispertaunus mit Allgäufeeling entdecken. Der erste Rundwanderweg führt durch das hügelige Fischbacher Wiesental und verschwenkt in südlicher Richtung in das drei Kilometer entfernte Hausen. Der Gang zum Nachbarort, ein netter Panoramaweg, einzig der Rückweg unterhalb des Hörhecks ist derzeit [read more…]
Flußwanderung

Auf dem ZweiUfer-Panoramaweg

Zell am Main, den 14. Mai 2021 – Ein ZweiUfer-Panoramaweg – klingt durchaus widersprüchlich, ist es aber nicht. Man schrieb das Jahr 2017 als acht Kommunen im sogenannten “Nördlichen Würzburger Land” sich zusammentaten um die Region zwischen Zell am Main und Retzbach aus dem touristischen Dornröschenschlaf zu wecken. Gemeinsam mit Marketingexperten kreierte man einen neuen Regionalbegriff namens ZweiUferLand – wobei schon die unterschiedlichen Schreibweisen eine gewisse Ambivalenz erzeugen, so wie die neue territoriale Bezeichnung selbst. Unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur lag es dabei auf der Hand, auch den Wandertourismus als gangbaren Einstieg in die bemerkenswerte Region zu bedienen. So wurde ein 47 Kilometer langer Panoramaweg entwickelt, angereichert mit Zu- und Abwegen und Rundwanderwegen zu den jeweiligen ZweiUfer-Gemeinden. Sonnenverlaufsunterlegt wird empfohlen frühmorgens in Zell am Main zu starten, um den Weg im Uhrzeigersinn zunächst von Süd nach Nord auf der linken Mainuferseite zu erwandern, um dann am nördlichsten Zipfel auf der gegenüberliegenden Mainseite Richtung Würzburg einzuschwenken. Als Mainstromwanderer ist mir die Region durchaus wohlvertraut, jedoch das Wandern auf den höheren Spessartetagen bietet die Chance auf neue Ausblicke. Der “Perle des Mains”, wie Zell am Main oftmals genannt wird, haftet folgende Schote an: “Frage: „Woran erkennt man zwei Zeller in Würzburg?“ Antwort: „Sie laufen nicht neben-, sondern hintereinander.“ Kein Wunder, selbst für den Autoverkehr ist die schmale Hauptstraße von Zell eine Herausforderung. Gut wenn man am frühen Morgen einen Müllwagen hinter sich weis, der den gesamten Verkehrsstrom einschließlich Busverkehr lahmlegt, und man komfortabel durch den langgezogenen historischen Ortskern ungestört und in aller [read more…]
Marathon

Traum-Traumschleifen

WARN- UND SICHERHEITSHINWEIS! Das Lesen dieses Beitrags gefährdet die Gesundheit. Insbesondere Wandernovizen sind einem erhöhten Infektionsrisiko durch den Befall mit dem Wanderbazillus des Virenstammes Wandersucht [Poriomanie] ausgesetzt. Eine eventuelle Nachahmung wird ausschließlich sach- und fachkundigen Wanderinnen und Wanderern empfohlen, die über eine entsprechende Expertise verfügen. Beulich, den 08. Mai 2021 – Kann man Superlative toppen? Scheint machbar! Man öffne die Wanderkiste, suche sich das Beste vom Besten aus, verzahne und verdichte es zu einer mehr als außergewöhnlichen Tagesexpedition. Die Rezeptur liegt auf der Hand, beziehungsweise auf der Wanderkarte. Die Traumschleife Ehrbachklamm, 2015 zum zweitschönsten Wanderweg Deutschlands gewählt und vom Marburger Wanderinstitut mit sagenhaften 96 Punkten geadelt; die Traumschleife Murscher Eselsche, 88 hervorragende Punkte und Platz 4 im Jahre 2013; sowie die Traumschleife Baybachklamm, mit 95 Erlebnispunkten ausgestattet und 2011 als drittschönster Wanderweg Deutschlands ausgezeichnet, das Ganze verzahnt mit Transferstrecken auf dem Saar-Hunsrück-Steig der als Qualitätswanderweg selbst in der Wanderchampionsleague vertreten ist, fertig ist ein Wandermenue, von dem man noch im fortgeschrittenen Alter mit Genuss seinen Enkeln berichten kann. Gestartet wird am Ortsrand von Beulich, einem kleinen Weiler der im Rhein-Hunsrück-Kreis gelegen, eingebettet im Hunsrücker Rhein-Mosel-Delta und zudem mit mit weitreichenden Panoramablickmöglichkeiten in alle Himmelsrichtungen gesegnet ist. Ein puristisches Holzschild verweist auf die Marschrichtung in nordöstlicher Richtung. Es geht abwärts, deutlich abwärts in die tiefe Talsenke, den Mühlchesbach querend, um auf einer Gegenflanke steil aufwärts zum Mermuther Eck aufzusteigen. Das Mermuther Eck liegt oberhalb der offiziellen Traumschleife und nach einem weiteren Kilometer ist die wunderbare Welt der Ehrbachklamm erreicht. Kein Wunder, [read more…]
bis 20 km

Auf dem Dach des Taunus

Falkenstein, den 03. Mai 2021 – Einmal mehr steht der Taunus auf der Wanderagenda. Wir starten am Fuße des Taunushauptkamms, dort wo sich die größten Anhöhen des Rheinischen Schiefergebirges gen Himmel strecken. Startpunkt ist Falkenstein im Hochtaunuskreis, welches von Königstein und Kronberg eingemantelt ist, dort wo auch die höchste Millionärsdichte in Deutschland zu verzeichnen ist. Drei Gipfel, nämlich die drei Höchsten des Mittelgebirges, der 879 Meter hohe Große Feldberg, der 54 Meter niedrigere Kleine Feldberg und der benachbarte Altkönig, der mit 798,2 Meter knapp an der 800er Marke kratzt, stehen auf der heutigen Tourenliste. Noch sind die Beine frisch und es spricht nichts dagegen vom Waldparkplatz am Fuchstanzweg einen Steilanstieg zum Altkönig in Angriff zu nehmen. Dramtisch ist der Baumschwund im Taunuswald. Die Fichte, der “Brotbaum” der Forstwirtschaft, hat hier so gut wie keine Lebenschance mehr. Fast apokalyptisch die Szenerie, wenn man durch die kahlen Südhänge des Berges wandert. Einzig die neuen Blickachsen auf den untenliegenden Ballungsraum Frankfurt mögen einen Moment vergessen machen, welcher waldwirtschaftliche Niedergang sich in dieser Region breit macht. Touristisch liegt der Altkönig im Schatten des Großen Feldbergs, jedoch zu Unrecht. Im Gegenteil. Historisch, geologisch und naturräumlich ist der Berg etwas besonderes. Bereits die Kelten besiedelten die Anhöhe. Noch heute beeindrucken der innere und der äußere steinerne Ringwall. Übrigens war um das Jahr 1900 das Gipfelplateau baumfrei. So konnte man damals die weißen Steinwälle vom achtzehn Kilometer entfernten Frankfurt mit bloßem Auge erkennen. Bizarre Baumformationen beeindrucken auf dem Weg zum Gipfelplateau des Altkönigs. Die nicht gekennzeichneten Pfade [read more…]
Marathon

270 Erlebnispunkte

Bad Salzig, den 28. April 2021 – Erlebnispunkte sammeln, durchaus eine motivierende Inspiration für alle, die diese Welt zu Fuß entdecken möchten. Erlebnispunkte, erfunden vom Deutschen Wanderinstitut in Marburg und integrativer Bestandteil eines ausgeklügelten Bewertungssystems. 34 Hauptkriterien, granuliert in über 200 Merkmalen, werden dabei zur Zertifizierung entsprechender Premiumwanderwege herangezogen. Mittlerweile sind 650 Wanderwege, vornehmlich in Deutschland, zertifiziert. Vierzig davon haben dabei eine Punktzahl von über 80 und zwölf davon mehr als 90 von 100 möglichen Punkten erreicht. Auf dieser Tour wurden drei hochprämierte Wege zu einer außergewöhnlichen Premiumwandertour verknüpft. Die Rede ist dabei von der Traumschleife Rheingold, zertifiziert mit 83 Erlebnispunkten, der Traumschleife Elfenlay, bewertet mit 82 Punkten, sowie der Traumschleife Marienberg, die mit einer Traumnote von 95 Punkten bedacht wurde. Startpunkt dieser speziellen Tour ist der Kurpark in Bad Salzig, dort, wo man kurstadtunüblich kostenfreie Parkplätze in der Salzbornstraße vorfindet. Die erste Traumschleife dieser Exkursion ist die Traumschleife Rheingold, die man von Bad Salzig aus über ein Teilstück der Traumschleife Fünfseenblick mit Marschrichtung gen Weiler erreichen kann. Hinter dem Bopparder Ortsbezirk Weiler geht es vorbei an der Weilerbachmühle und aufwärts zum Niederwald, dort wo die Reste einer Keltenringwallanlage vorzufinden sind. Schon vor zweihundert Jahren wußte der Dichter Friedrich Schlegel zu berichten, dass hier der Rhein am schönsten sei. Und fürwahr – schönste Panoramablicke auf den Vater Rhein erinnern an diesen historisch belegten Eindruck. Nicht umsonst ist diese Traumschleife 2016 zum drittschönsten Wanderweg Deutschlands gewählt worden und nicht umsonst wurde hier eine Heimatschnulze gedreht, wie auf eine der hier zahlreich [read more…]
Marathon

Deutschlands schönster Wanderweg

Deutschland, den 23. April 2021 – Die Jagd nach Superlativen, ein Phänomen, welches in vielen Bereichen unserer Gesellschaft Einzug gehalten hat. So auch im Wandersport. Der höchste Gipfel, der längste Weitwanderweg, die härteste Extremwanderung, die urigste Jausenstation, der schönste Wanderweg. So führt alljährlich die renommierte Zeitschrift Wandermagazin einen Wettbewerb unter dem Signet “Deutschlands schönster Wanderweg” durch. Regionen haben dabei die Chance sich zu bewerben, über ein Wahlstudio kann abgestimmt werden und ein sachkundiges Gremium entscheidet final über die Spartengewinner. In 2020 wurde der 45 Kilometer lange Panoramaweg Baden Baden als Deutschlands schönster Wanderweg im Segment Mehrtagestouren prämiert. Grund genug dem Preisträger auf die Spur zu gehen und die Mehrtagestour in eine Tagestour umzuwidmen. Das mondäne Baden Baden, in der Senke des Oostals gelegen, ist eingebettet in die stark bewaldeten Anhöhen des Nordschwarzwaldes und beeindruckt durch ein vielfältiges und reizvolles Landschaftsbild. Berücksichtigt man das Höhenprofil der Gesamtstrecke, dann ist der Waldparkplatz, der direkt an der cts-Klinik gelegen ist, ein idealer Startpunkt. Hier steigt man direkt in den Panoramaweg ein. Parallel zur Moltkestraße führt der gut gangbare Waldpfad zum Rosenneuheitengarten Beutig. Noch ist es jahreszeittechnisch zu früh für die Rosenblüte, jedoch bereits von hier kann man einen ersten Panoramablick auf das unten liegende Baden Baden erhaschen. Den Waldpfad über den Friesenberg folgend gelangt man zunächst in die obere Etage des Baden Badener Kurgartens, dort wo die mächtige Stourdza-Kapelle steht. Schade dass eine Besichtigung derzeit nicht möglich ist – das Innere der fürstlichen Grabkapelle muss im orientalisch anmutenden Stil ausgestaltet sein. Von der [read more…]
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Mandelblütenfinale

Kirrweiler, den 13. April 2021 Mandelblüte 2021 – für viele Naturfreunde in diesem Jahr ein Wunschtraum. Ende Januar hoben noch keine Jets Richtung Mallorca ab dort wo in Europa traditionell die europäische Mandelblütensaison eingeläutet wird, im Hinterland der Costa Blanca vernichtet das Feuerbakterium Xylella den dortigen Mandelbaumbestand und im Epizentrum der deutschen Mandelblüte, in der Pfalz, wurden für Tagestouristen partielle Betretungsverbote an Wochenenden ausgesprochen. Pandemiebedingt ist zudem der 100 Kilometer lange Mandelpfad in diesem Jahr nicht die erste Wahl. Rund um Edenkoben/Maikammer existieren jedoch drei Rundwege, die sich zu einer tagesfüllenden Tour kombinieren lassen. Ideal als Startpunkt ist dabei der Mitfahrerparkplatz Neustadt Süd II, unweit der A65. Lichttechnisch begünstigt geht es, die aufgehende Sonne im Rücken, südwärts in das vier Kilometer entfernte Kirrweiler. Rechter Hand blickt man auf das Hambacher Schloß, die Wiege der deutschen Demokratie. Rund um Kirrweiler sind einige Wanderpfade angelegt. So gibt es einen Biblischen Weinpfad, den Blücher Rundweg und natürlich den Mandelpfad-Rundweg. Und wer noch weitere Beschäftigungen sucht kann hier auch zum Wanderweg Deutsche Weinstraße und zum Pfälzer Weinsteig einsteigen. Von Kirrweiler führt der Mandelpfad mit Blick auf die Pfälzer Mittelgebirgslandschaft in westlicher Richtung nach Edenkoben. Wein und Mandelbäume prägen Edenkoben und das dortige Umfeld. Im Epizentrum der Pfälzer Mandelwochen steht dabei unter anderem die Villastraße mit ihrer prachtvollen Mandelblütenallee. Hier wird, das letzte Mal in 2019, alljährlich im März ein rauschendes Mandelblütenfest gefeiert. Wer hier schon einmal die Gelegenheit hatte daran teilzunehmen wird als begeisterter Wiederholungstäter immer wieder gerne hierher kommen. Jedoch Mitte April hat die [read more…]
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Der Zellertalweg

Monsheim, den 9. April 2021 – Wandern im Zellertal. Sprachlich ist man durchaus verleitet sich darunter eine gepflegte Wanderung im alpinen Bereich mit Einkehr in urigen Almhütten vorzustellen. Jedoch, die Wahrheit liegt mehr oder minder um die Ecke. Das Zellertal, vom Donnersberg-Touristikverband als kleines Paradies beworben, dort wo edle Weine wachsen und kulinarische Genüsse gepflegt werden, verbindet zwei Weinanbaugebiete – das Pfälzer und das Rheinhessische. Der Westen des Tals wird vom Donnersberg markiert, gen Osten schließt sich der südliche Wonnegau an und gen Norden verschwenken sich die Weinberge in das Alzeyer Hügelland. Durch das Tal schlängelt sich die Pfrimm, die in der Nähe des Donnersbergs entspringt und bei Worms im Rhein entwässert. Rheinhessische. Wandertechnisch sind insgesamt sechs Rundwege mit einer Gesamtlänge von 45 Kilometern zusammengekettet, wobei zehn Kilometer davon auf fünf Teilabschnitten gedoppelt sind. Wer den äußeren Ring umrundet, kann diesen in 35 Kilometern absolvieren, und wer dieser Wanderempfehlung folgt, kann inklusive einem Sahnehäubchen insgesamt 44 Kilometer unter die Schuhsohle nehmen. Gestartet wird in Monsheim, dort wo rheinhessischer Wein gezogen wird. Von der Ortsmitte geht es sanft aufwärts steigend in das weitläufige Weinbergareal. Bereits nach zwei Kilometern kann man an einem regionaltypischen Weinberghäuschen, einem Trullo, weite Blicke zurück in den Odenwald oder über das weitläufige Zellertal genießen. Nach einem kurzen Schwenk über einen weiteren Trullo-Standort geht es weiter westwärts durch die Anhöhen des Zellertals. Stromerzeugende Windmühlen sind hier weit verbreitet, wie die fünf Windparkanlagen, die hier in der Wachenheimer Region errichtet wurden, markant belegen. Auch das benachbarte Mölsheim zählt noch [read more…]
Marathon

Hütten, Basalt und Kuppen

Riedenberg, den 01. April 2021 – Wohlweislich verbinden lassen sich Hütten, Basalt und Kuppen dann, wenn man drei Qualitätswanderwege der Rhön, die unter dem Segment “Extratouren” eingetragen sind, zu einer beeindruckenden und aussichtsreichen Tour verbindet. Die Rede ist von den drei Extratouren Hüttentour, Basaltweg und Kuppenweg – jeder Rundweg für sich schon ein Wandererlebnis, als Kombination jedoch sowohl für die Kondition als auch für das Auge eine Herausforderung. Gestartet wird in der unterfränkischen Gemeinde Riedenberg. Hier setzt man zunächst in den insgesamt sechzehn Kilometer langen Rundweg namens Hüttentour ein. Stilgerecht der Einstieg. Von der Ortsmitte geht es gleich steil aufwärts über dreihundert Stufen hinauf zum Riedenberger Kapelli. So nennen die Einheimischen das in 1723 errichtete Heiligenhäuschen. Von hier oben kann man exzellente Blicke auf die unten liegende Gemeinde genießen. Dem Flußverlauf der Sinn folgend führt die Hüttentour zunächst in das benachbarte Oberbach. Hier verlassen wir die Extratour um in den benachbarten Qualitätswanderweg, den Basaltweg, einzusteigen. Das Höhenniveau der Rhöner Hügel liegt ringsherum auf einem Niveau von 800 Höhenmetern. So geht es von Oberbach zunächst steil aufwärts, vorbei an der Basaltformation “Die Klubbe”, um weiterführend an der Hudebuche zu einem Highlight des Tages, dem Lösberg aufzusteigen. Rund um den Gipfel des Lösershag führt dabei ein Urwaldpfad durch Basaltblockhalden, die als Zeitzeugen früherer Vulkantätigkeiten ein Stück Erdgeschichte vermitteln. Uralte verwachsene Bäume, moosüberzogene Felsbrocken, vor sich hin modernde Baumgerippe, kurzum ein Weg voller Kontraste. Dank des noch lichten Waldes eröffnen sich immer wieder weitreichende Blicke in die umliegende Rhönlandschaft. Nach der knapp zwei [read more…]
Marathon

Donnersberg

Imsbach, den 29. März 2021 – Fast schon Himalaya-Feeling könnte man meinen, wenn man über den K2 das Dach der Region erklimmt. Jedoch, die Rede ist von der Pfalz, dort wo eine markante Landmarke, das Donnersbergmassiv das Landschaftsbild prägt. Eingebettet im Bergmassiv ist die höchste Erhebung der Pfalz, die Felsformation Königsstuhl, die sich mit 686 Metern in die Höhe streckt. Gemeinsam mit weiteren Anhöhen streckt sich das gesamte Donnersbergmassiv über eine Fläche von 24 Quadratkilometer, eine Fläche, die sich für eine marathontaugliche Wanderung regelrecht anbietet. Wandertaktisch empfiehlt es sich in Imsbach zu starten. Der Vorteil: man hat den ganzen Tag licht- und aussichtstechnisch günstig stets die Sonne im Rücken und die Höhenmeter verteilen sich angenehm auf die ersten ersten drei Viertel der 42 Kilometer langen Strecke. Unweit der ehemaligen Rollbahn des früheren Bergbaubetriebes führt ein schmaler Pfad vom Neubaugebiet Am Kupferberg hinauf zur Kupferberghütte, die im Regelfall bewirtschaftet ist. Bereits von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick in das Bioreservat Pfälzer Wald und die dahinter liegenden Vogesen. Gut beraten ist man die Strecke sorgfältig zu planen. Die Markierungen der zahlreichen Wege und Schneisen konzentrieren sich lediglich auf die Hauptwanderwege, jedoch gibt es durchaus interessante Nebenpfade, die entdeckt werden wollen. Dass die Region Imsbach zudem als Pfälzer Bergbauzentrum bekannt ist, belegen die auf der Strecke liegenden Erzlagerstätten Grüner Löwe, Katharina I und Katharina II. Vom Bergbauareal gelangt man über einen schönen Bergpfad zum oberen Einstieg der Falkensteiner Schlucht, einem Highlight dieser Exkursion. Weder der Schluchteneingang noch der Schluchtenpfad ist als [read more…]
bis 35 km

Haubentour und Mottener

Motten, den 24. März 2021 – Es ist die etwas stillere Kante der Rhön durch die die beiden Rhöner Qualitätswanderwege, die “Haubentour” und “Der Mottener” verlaufen, die sich auf der bayrisch/hessischen Grenze auf insgesamt drei Kilometer vereinen. So bietet es sich an, die beiden Wanderwege, die unter dem regionalen Qualitätsnamen “Extratouren” vermarktet werden, im Rahmen einer Exkursion unter die Wandersohle zu nehmen. Gestartet wird am Wanderparkplatz Wasserscheide Rhein/Weser, dort wo das hier entspringende Gewässer in westlicher Richtung nach Rotterdam und in östlicher Richtung nach Bremerhaven reist. Überschaubarer dagegen der Einzugskreis dieser Tour, der sich mehr oder minder rund um die Große Haube bewegt, dort wo ein mächtiger Ausgangsturm, der im Zentrum beider Wege steht, weitreichende 360 Grad Aussichten bei entsprechender Wetterlage bietet. Diesbezüglich ist es, wie von uns praktiziert, taktisch unklug den nur vier Kilometer entfernten Aussichtsturm bereits am frühen Morgen anzusteuern, da nach Sonnenaufgang in der Diesigkeit des Morgens die möglichen Fernsichten beschränkt sind. Wer die Aussicht auf Weitsichten bevorzugt, sollte diese Tour daher umgekehrt angehen. Rauf auf die Große Haube und wieder runter. Nach dieser Devise folgen wir zunächst den Wegweisern der Haubentour. Durch den noch kahlen Mischwald wandernd passieren wie die halb ausgebrannte Jägereiche, und unterqueren die A7 um die hessische Ortschaft Heubach großflächig von Ost nach West zu umrunden. Das markante Naturdenkmal Frauenstein, ein Doloritblock, der bereits sehr eintausend Jahren als Grenzstein fungiert, ist dabei ein geeigneter Platz um nach dreizehn Kilometern eine Frühstückspause einzulegen. Vom Frauenstein zieht die Haubentour eine Schleife bis zum Ortsrand des [read more…]
Marathon

Pfälzer Heide- und Hinkelsteintour

Winnweiler, den 20. März 2021 – Die Pfalz – eine Region der Superlative. Dort wo Weingläser größer sind als üblich, dort wo sich eines der größten Heidegebiete Süddeutschlands befindet und dort wo man den zweitgrößten Sakralbau der Pfalz besichtigen kann, dort bietet es sich an auf Basis eines bestehenden Prädikatswanderweges, dem Hinkelsteinweg, die Region, die im Randbereich des Donnersberges liegt, zu erkunden. Wandertaktisch gibt es zwei gute Gründe in Winnweiler zu starten. Zum einen kann man zur Streckenmitte im historisch reizvollen Otterberg eine Mittagsrast einlegen und andererseits setzt man im zweiten Drittel mit der Mehlinger Heide dem Hinkelsteinweg noch ein zusätzliches Sahnehäubchen auf. Just fünfhundert Meter von der Igelborner Hütte entfernt, dort wo zu normalen Zeiten ein Biergarten geöffnet ist, kann man sein Fahrzeug parken, ein idealer Ausgangsort zum Einstieg in den Hinkelsteinweg. So geht es zunächst durch einen Mischwald, die Igelborner Höhe nördlich umrundend auf guten Wirtschaftswegen tendentiell abwärts gen Westen. Am Waldesrand öffnet sich die Landschaft und man kann die Blicke über die dünnbesiedelte und sanft hügelige Landschaft schweifen lassen. Nach vier Kilometern ist der erste kleine Weiler, Höringen, erreicht. Hinter Höringen verschwenkt der Hinkelsteinweg in den Staasforst Otterberg. Zwei Dinge prägen den weiteren waldreichen Streckenverlauf: eine Vielzahl von Grenzsteinen und eine stattliche Anzahl kreativer Waldkunstwerke. Was die Grenzsteine anbelangt, so bewegt man sich auf einem Territorium mit einer wechselhaften Geschichte. Vorderösterreicher, Franzosen, Bajuwaren – sie alle waren schon Besitzer dieser waldreichen Region. Heute markiert dieser Abschnitt die Landkreisgrenze zwischen Kaiserslautern und dem Donnersbergkreis. Zusätzlich haben Höringer Bürger [read more…]