Frühlingsstart im Leiningerland

Neuleiningen, den 18.März 2026 – Wo dann sonst – wenn nicht in der Pfalz? Hier klopft in der Regel der Frühling schon vorzeitig an der Pforte. Kein Wunder. Denn das Klima hier ist mild und bis Anfang April tauchen unzählige Mandelbäume den Landstrich in ein rosarotes Blütenmeer. Spektakulär und sehr zu empfehlen ist natürlich eine Wanderung entlang des Pfälzer Mandelpfades über den auf diesem Blog schon mehrfach berichtet wurde. Diesmal steht eine gepflegte Tagestour auf dem Wanderplan – als Einstimmung in den Frühling 2026. Ideal hierfür ist der Einstieg im Leiningerland, dem Tor zur Pfalz. Basis für diese Tagestour ist ein Premiumwanderweg, der Leininger Burgenweg. Wir es sich einfachen machen will fährt hoch nach Neuleiningen und steigt hier in den zertifizierten Wanderweg ein. Empfehlenswerter ist es jedoch die Tour mit einem Anlauf zu starten um Schritt für Schritt einzutauchen in eine Landschaft, die zwischen der Deutschen Weinstraße und dem Pfälzerwald eingebettet ist. So bietet es sich an, die A6 an der Ausfahrt Grünstadt zu verlassen, dort wo an der verkehrsreichen Drehscheibe A6/B271 der Mitfahrerparkplatz Grünstadt ausreichend Parkmöglichkeiten bietet.

Zimperlich darf man nicht sein. Der Mitfahrerparkplatz Grünstadt ist im hinteren Bereich ein Dreckloch und auf den ersten zwei Wanderkilometern ist der Lärmpegel der von der Autobahn und der Bundesstraße abstrahlt mächtig
Jedoch mit Blick nach vorne öffnet sich eine andere Welt….
Rechter Hand blickt man auf das erste Etappenziel – Neuleiningen….
linker Hand blickt man auf die Gutsschenke Burg Battenberg, die zum krönenden Schluß der Burgentour besucht werden wird….
…..und mittendrin wandert man durch das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands
Trennt man sich von den Blicken in die Landschaft und fokussiert bodennah so ist es eindeutig – der Frühling annektiert das Land. Langsam aber sicher
..auch wenn an einigen Ecken noch die Schmauchspuren der vorhergehenden Jahreszeiten zu sehen sind

Meistens ist es Liebe auf den ersten Blick. Denn schon von weitem bezaubert Neuleiningen seine Gäste. Wer von der Rheinebene hinaufschaut zu den Ausläufern des Haardtgebirges, der sieht es schon von weitem: Kirche, Mauern, Türme und Häuser drängen sich da auf einem Bergvorsprung eng zusammen und überragen das weite Hügelland rings umher.” Eine markige aber durchaus zutreffende Botschaft die das Weindorf selbst setzt. Klein aber fein – und durchaus eine Ortschaft zum Wohlfühlen. Spätestens wenn man oben am Burghof steht kann man nachvollziehen wie schön es sein muß, wenn hier oben in gediegener Atmosphäre der Ausschank geöffnet hat und man einfach die Seele in der Pfälzer Hemisphäre baumeln lassen kann.

Indigenhe Kulturen verwendeten gerne das Totem, ein Zeichen der Verbundenheit eines Stammes oder eines Clans. Kein Wunder dass man auch in der Pfalz zu solchen Mitteln greift, denn die Pfälzer Lebenskultur ist schon etwas Besonderes
Und ungeachtet jeglicher politischer Strömungen. Eines eint Alle – die Verbundenheit zum Wein…
Vorbei am Ortsrand von Sausenheim
….geht es hinauf nach Neuleiningen, dort wo der Leininger Burgenweg startet
…und dort wo der historische Ortskern das Ortsbild prägt
Im Innenhof der Burg finden regelmäßig Veranstaltungen, wie beispielsweise der Neuleininger Burgsommer, statt
Das Gemäuer hat schon fast 800 Jahre auf dem Buckel…
und bietet noch heute eine angenehme Aufenthaltsqualität
Schlendert man durch die Gassen, so kann man den morbiden Charme der alten Gebäude aufsaugen
..und Wein wird hier schon seit 1.200 Jahren angebaut und getrunken…..

Unterhalb der A6, die gen Kaiserslautern führt, wandert man zunächst auf einem Panoramaweg westwärts. Nach knapp zehn Kilometern erreicht man den Leininger Felsenweg in der Gemarkung Altleiningen. Granitgestein, wie man ihn auch im gegenüberliegenden Odenwald vorfindet prägt, dabei das Waldszenario. Der Burgenweg führt zunächst hinab in das Amseltal um auf Höhe eines Blumenhofs auf der Gegenflanke zur Burg Altleiningen anzusteigen.

Es grünt so grün….
Von Neuleiningen wandert man nach Altleiningen
Der Frühling drückt gewaltig herein…. man kann es auch förmlich riechen
…und natürlich sehen
Ein Blick hinüber zum Donnersberg – das Höchste was die Pfalz zu bieten hat
..da freut sich doch jeder Gaul…..
Steinreich ….
Eine typische Wollsackverwitterung, wie sie überwiegend bei grobkristallinen Gesteinen auftritt
Drei Burgen können am Burgenweg besucht werden
Eine davon (Altleiningen) inklusive Schwimmbad
Wieso heißt die Trauerweide eigentlich Trauerweide? Vielleicht weil sie traurigerweise die Äste hängen lässt….
Auch in Altleiningen geht es idyllisch zu
Vorbei am untergegangenen Dorf Zwingweiler

Hinter Altleiningen ist Waldeinsatz pur angesagt. So wandert man auf stillen Wegen zunächst abwärts zum Wanderparkplatz Höningen um sich auf der Gegenflanke hochzuschrauben in das Bioreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Augenscheinlich ist hier der Baumbestand noch relativ intakt. Rund um den Kupferbergfelsen wandert man durch einige markante Felsformationen, wobei hier der Kamelkopf als besonders geformtes Prachtesxemplar heraussticht. Im noch entlaubten Wald lässt es sich zwar aussichtslos aber dennoch angenehm wandern, denn der starke Lichteintrag im entblätterten Wald sorgt für eine lebendige Stimmung. Nach einer längeren Waldpassage eröffnet sich oberhalb von Battenberg in der Battenberger Hochebene ein spektakuläres Panorama. Linker Hand reckt sich der Donnersberg in die Höhe und im gen Südwesten durchgezogenen 270-Grad-Panorama faltet sich die Rhein-Neckar-Ebene auf, die am diesigen Horizont von den Anhöhen des Odenwaldes begrenzt wird. Dieses aussichtsreiche Panorama wird am langen Ende den Rückweg bis zum Parkplatz dominieren.

Baumskulpturen die sich auf dem Granitgestein festgebissen haben, eingebettet in einem ausgeprägten Licht-Schattenkino,
Blick auf den markanten Kamelkopf
Im Herbst empfiehlt sich hier der 185 Kilometer lange Pfälzer Weinsteig
Zu diesem Sühnekreuz gibt es vier abenteuerliche Versionen des Entstehungsgrundes – nachzulesen auf der gegenüberstehenden Tafel
Wie Kraut und Rüben….
Oberhalb von Battenberg wird es aussichtsreich
Es wird bunt…..
Dank Teletüte ein Blick vom Mannheimer Fernsehturm bis zur Ludwigshafener Rheinbrücke….
Fit für das Frühjahr – es wird angerichtet…
…und der Seniorentreff ist auch startklar….
Eindeutig: die Pfalz im beginnenden Mandelrausch
und die ersten fliegenden Einheiten sind auch schon unterwegs
……und immer wieder wird man dezent auf das Leitthema des Landstrichs hingewiesen….
Ein finaler Ruheplatz in allerbeste Lage von Battenberg
Hofgut Battenberg
..und vis a vis betritt man eine andere Welt….
Toskanafeeling im Gutshof Burg Battenberg
..dort wo man seine Blicke schweifen lassen kann…
..und dort wo eine Rieslingschorle im Pfälzer Dubbeglas besonders mundet….

Offiziell schleift der Leininger Burgenweg von Battenberg zurück nach Neuleiningen. Wenn man jedoch, wie hier vorgestellt, die erweiterte Variante aus der Ebene angeht, so kann man hinter dem Gutshof Burg Battenberg einen undokumentierten lokalen Promilleweg, der abwärts gen Kirchheim führt, nutzen, um zum Ausgangsort zurückzukehren. Die Fußspuren belegen, dass Weinselige, die aus den umliegenden Dörfern den Gutshof ansteuern, hier gerne diesen Weg nutzen.

Abwärts gen Kirchheim
..inklusive Blick hinüber nach Neuleiningen…..
Zurück zum Parkplatz. Die Graffitiinterpretation liegt auf der Hand: Schade dass die Tour schon zu Ende ist

Ein gelunger Start in den Frühling. Der Leininger Burgenweg selbst ist mit 22 Kilometern eingepreist, die hier vorgestellte Variante beläuft sich auf insgesamt 32 Kilometer mit wohldosierten und gut gangbaren 820 Höhenmetern. Darüber hinaus kann man in eine Vielzahl weiterer Varianten in diese herrliche Region eintauchen, was einmal mehr bestätigt, daß die wunderbar wanderbare Pfalz immer wieder gut für eine Entdeckungstour ist.

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