Oberhessen

Im Wandercheck: Der Oberhessensteig

Büdingen, den 08. April 2026 – Genial der Gedanke, gelungen die konzeptionelle Umsetzung und begeisternd der Streckenverlauf des neuen Oberhessensteiges, der sich aktuell im Finalisierungszustand befindet – so das vorweggenommene Fazit zum neuen Wanderweg. Anlässlich der hessischen Landesgartenschau, die 2027 in Oberhessen stattfinden wird, hat man die Einrichtung eines Fernwanderweges durch Oberhessen beschlossen. Bereits 2022 hat der rührige Vogelsberger Höhen Club eine Konzeption entwickelt, um einerseits die an der Landesgartenschau beteiligten Kommunen wanderwegstechnisch zu verbinden und andererseits die oberhessische Kultur- und Naturregion zu positionieren. Schon die Kelten ließen sich in der Region nieder, die Römer hinterließen mit dem Limes hier ihre Spuren, die Via Regia, ein historischer Handelsweg, der einst Frankfurt mit Leipzig verband, führte durch die Region und spirituell markiert der hier durchführende Bonifatiusweg den Verlauf des Leichenzugs des Heiligen, der von Mainz vor mehr als 1.270 Jahren zu seiner letzten Ruhestätte nach Fulda überführt wurde. Stellts sich zunächst die Frage: Wo genau liegt eigentlich Oberhessen? Die Bezeichnung ist im Allgemeinen durchaus geläufig, jedoch gibt es nach amtlicher Leseart keine offizielle Regionsbezeichnung. Historisch gab es einmal eine Provinz Oberhessen, als Bestandteil des Großherzogtums Hessen-Darmstadt. Nach heutiger Leserart verortet man die Region im Landkreis Fulda, in Teilen des Kreises Hersfeld-Rothenburg, dem Wetteraukreis, und in Teilen des Vogelsbergkreises eingewebt zwischen der Rhön und dem Taunus, nördlich begrenzt vom Kellerwald und westlich vom Gladenbacher Bergland. Und um die Verwirrung komplett zu machen ordnet man geografisch Oberhessen der Verwaltungsregion Mittelhessen zu. Jedoch gefühlt bewegt man sich im geologischen Korridor des Vogelsberges, dort wo [read more…]
bis 35 km

In Teufels Küche

Ilbeshausen, den 28. Februar 2024 – Ob Teufelstisch, ob Teufelsspitze, Teufelsstein, Teufelskanzel oder Teufelsmühle – der Vogelsberg ist ein sagenreicher aber auch sagenhafter Naturraum, der schon von je her die menschliche Phantasie beflügelte. Und selbst der Name Vogelsberg hatte einen teuflischen Ursprung, so zumindest nach Überlieferung einer Sage. Wobei der Vogelsberg kein Berg, sondern aus geologischer Warte das größte vulkanische Gebirge Europas mit mehr als fünfzig Berge oberhalb der 500-Metermarke, ist. Kurzum ein Basaltriese mit heißer Vergangenheit, denn vor fünfzehn Millionen Jahren brodelte es hier noch mächtig. Heute kann man auf der erkalteten Vulkanplatte ohne Gefahr tanzen, beziehungsweise, wenn man sich einige Tage Zeit nimmt, die Region auf dem 120 Kilometer langen Vulkanring entdecken. Diese Exkursion, die als Tagestour zu teuflischen Ecken und den höchsten Gipfeln des Vogelsbergmassivs führt, startet in Ilbeshausen-Hochwaldhausen, einem perfekten Ausgangsort für Touren im Epizentrum des Vulkanmassivs. Ideal auch die Jahreszeit. Im noch laublosen Wald eröffnen sich immer wieder spannende Blickachsen im Oberwald. Schon zum Tourenstart wird mächtig aufgetischt. So geht es vorbei an den Uhuklippen, einem Alkalibasaltblock, der sich an der einstigen Erosionskante des Vulkans befindet. Zudem plätschert es an allen Ecken und Enden. Kein Wunder, denn mehr als hundert Quellen entspringen im Hohen Vogelsberg und vereinen sich zu wilden Bächen die talabwärts strömen. Der bekannteste Fluss ist dabei die Nidda und das beeindruckendste Gewässer ist der Schwarze Fluss den man auf dem Weg zu den höchsten Gipfeln der Gebirges begleitet. Am langen Ende waren es die zahlreichen Schmelzstätten, Schmieden und Köhlereien die dem Gewässer [read more…]