Marathon

Der Taunushöhenweg von Schlangenbad nach Kaub

Schlangenbad, den 19. Dezember 2015 Exakt 8 Stunden und 2 Minuten liegen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. An und für sich Zeit genug um die restlichen 40 Kilometer des Taunushöhenweges Richtung Rhein zu absolvieren. Wir starten bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang um 7.30 Uhr im hessischen Heilbad Schlangenbad, bei immerhin unglaublichen 10 Grad Außentemperatur zu frühen Morgenstunde. Schlangenbad selbst noch im Dämmerschlaf. Einzig die Kücheneinrichtungen in den Kurkliniken und Hotels sind bereits hell erleuchtet, um sich einzurüsten für die hungrigen Klinik- und Hotelgäste. Zunächst folgen wir den Überlauf der Schlangenbadener Thermalquellen, dem Warmen Bach. Noch ist es dunkel, Stirnlampeneinsatz ist angesagt. Am Parkplatz hinter dem Parkhotel befindet sich eine Informationstafel die auf den Wanderweg Rheingauer Gebück hinweist. Hierbei handelt es sich um eine aus „gebückten“ Buchen bestehende Grenzbefestigung, die den Rheingau 600 Jahre lang bis zum Ende des 18. Jahrhunderts umschloss. Dicht an dicht wurden Triebe und Zweige von gekappten Bäumen verflochten, um eine meterhohe, undurchdringbare Hecke anzulegen. Dadurch entstand ein engmaschiger natürlicher Zaun aus Bäumen, der stellenweise bis zu hundert Meter breit war. Bei einem vergeblichen Angriff des  Erzbischofs von Isenburg im Jahre 1461 begutachtete Selbiger die Naturverteidigungsanlage und  befand sie für uneinnehmbar. Vorbei an Hausen von der Höhe geht es dem markanten Rheingauer Gebück-Zeichen (zwei verflochtene Bäume) folgend, dem Förster-Bitter-Weg entlang  zur Mapper Schanze. Hier kann man das letzte erhaltene Torbollwerk des Gebücks besichtigen, welches 1494 zur Sicherung der Straße von Oestrich in Richtung Geroldstein errichtet wurde. Unterhalb  der  Kalten Herberge (619m), dem höchsten Gipfel des Rheingau-Gebirges, geht es [read more…]
bis 35 km

Der Taunushöhenweg von Eppstein nach Schlangenbad

Schlangenbad, den 13. Dezember 2015 „Advent, die besinnliche Zeit und beste Gelegenheit sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen und bei Kerzenlicht und wohliger Wärme das heimische Umfeld zu genießen“ rieselte es gegen 6.45 Uhr aus den Autolautsprechern auf der Fahrt nach Eppstein im Taunus, dort wo die dritte Etappe des Taunushöhenwegtrails einsetzt. Nicht gerade die zweckdienstliche Art der HR1-Moderatorin, den Organismus in den Zustand zu versetzen, den man Motivation nennt. Noch sackedunkel ist es, wie man im Odenwald zu sagen pflegt, gegen 7.20 Uhr im Main-Taunus-Kreis-Städtchen. Die Burgruine verschluckt vom Dunkel der Nacht. Stirnlampe sei Dank geht es vom S-Bahnhof hinauf zum Clara-Hild-Felsen aufwärts Richtung Wurzelhof. Der unten liegende Eppsteiner Ortsteil Vockenhausen schlummert im sonntäglich nebelverhangenen Dezemberdunkel vor sich hin. Entlang des  410 Meter hohen Judenkopfes schlängelt sich der Taunushöhenweg in das drei Kilometer entfernte Wildsachsen, der kleinste Stadtteil  von Hofheim. Aus dem Eppsteiner Forst kommend hat man hier bei klarem Wetter einen wunderbaren Ausblick auf Wiesbaden/Mainz und die dahinter liegende Rheinebene bis in den Ried/Bergstraße hinein. Durch den Steinwald, die Kreisgrenze Wiesbaden/Main-Taunus-Kreis querend, geht es unterhalb der A3 an einem unter Autofahrern markanten Rastpunkt  nach  Medenbach, welches nördlich gequert wird. Hart Kante vorbei an dem bereits zur Landeshauptsstadt Wiesbaden zählenden Auringen passiert man die Auringer Mühle und folgt zunächst unspektakulär der Kreisstraße 661. Im Gegensatz zur ansonsten ausgezeichneten Wegekennzeichnung ist hier die Streckenmarkierung  nicht vorhanden. Schlichtweg urig und naturbelassen ist die folgende  Wegführung durch das Alsbach-Tal. Rechter Hand des Alsbaches ist nachweislich seit Längerem kein Zweibeiner gegangen. Erhebliche [read more…]
bis 35 km

Der Taunushöhenweg von Saalburg nach Eppstein

Saalburgsiedlung am 5. Dezember 2015 Wandermonat Dezember –  im landläufigen Sprachgebrauch nur in Verbindung mit kontrollierten Verdauungsspaziergängen im Dunstkreis des eigenen Gartenzaunes als Kompensation einer überbordernden Völlerei verankert, eröffnet allerdings auch außergewöhnliche Ein- und Ausblicke durch ein markantes Zusammenspiel von Nebel, Sonnenlicht und Wolkenszenarien in blattlosen skelettierten Waldzonen. Unter diesen Vorzeichen startet Teil II des Taunushöhenweges an der Bahnstation Saalburg-Lochmühle. Zeitig vor Sonnenaufgang starten wir entlang des Limes stetig aufwärts gehend, um nach drei Kilometer das einzig rekonstruierte Kastell am gesamten Limes-Verlauf, das historische Römerkastell Saalburg zu erreichen. Weitblickend veranlasste Wilhelm der II. um die 20. Jahrhundertwende eine aufwändige Restaurierung der Festung, die in Spitzenzeiten 2000 Römern aufnahm. Da man natürlich frühmorgens am Römermuseum noch nicht auf morgendliche Besucher eingestellt ist, ziehen wir  weiter immer dem markanten Limeswall folgend. Besonders zu erwähnen ist , dass an der Saalburg der deutschen Motorsport begründet wurde. 1904 donnerten erstmals die Rennboliden an dem hier installierten Start- Zielpunkt unter den Augen von einer  Million Zuschauer, darunter Kaiser Wilhelm II vorbei. Kurz hinter dem Kastell erreicht man an einer Waldkreuzung eine 12,5 Meter hohe Jupitersäule als Replikat der  Großen Mainzer Jupitersäule, der größten in Deutschland gefundenen Säule zu Ehren des höchsten römischen Gottes, Jupiter Optimus Maximus. Vorbei an stattlichen Buchen und Nadelbäumen geht es stetig aufwärts gehend hinauf zum Naturdenkmal Marmorstein. Die marmorartige Maserung des Quarzitgesteins hat dieser Felsgruppe, die von alten knorrigen Eichen eingerahmt wird, den Namen gegeben. Hier trifft man übrigens auch auf den 135 Kilometer langen Elisabethenweg, der einer historischen Route folgt, der von [read more…]
bis 35 km

Der Taunushöhenweg von Butzbach zur Saalburg

Butzbach, den 14. November 2015 Der Taunus. Automobilfans mit Faible für die Marke Ford schwelgen in Erinnerung, eingedenk des Umstandes, dass die Kölner Autoschmiede dem damaligen  Zeitgeist entsprechend Fahrzeuge nach Städte und Landschaften benannte. So gab es einen Ford-Köln, einen Ford-Rheinland, einen Ford-Eifel und bis 1967 den Ford-Taunus inclusive der Taunomatic für Automatikfahrzeuge. Kulturhistorisch betrachtet liegt das Mittelgebirge mit seiner höchsten Erhebung, dem Großen Feldberg (879 m) in Hessen und Rheinland-Pfalz, zählt zu den ältesten Gebirgszügen unseres Landes, und hat sich analog dem heimischen Odenwald durch die Absenkung des Rheingrabens gebildet. Eingekesselt vom westlich gelegen Hunsrück, vom nördlichen Westerwald und vom östlich gelegenen Gießener Becken läuft das Schiefergebirge im Rheingau aus. Zwischen Vordertaunus und Hintertaunus liegt der Taunuskamm, und hier speziell der Taunushöhenweg als Ziel der kommenden Wanderexkursionen. Durchaus rauh ist das Klima des dünn besiedelten Landstrichs. Aus meteorologischer Sicht bildet der Taunuskamm eine Wetterscheide, was man durchaus merkt, wenn man sich auf dem Höhenkammniveau bewegt. Offiziell ist der vom Taunusclub sehr gut markierte Wanderweg (Schwarzes T auf weißem Spiegel) in acht Etappen, ausweisend 141 Kilometer und knapp 7.000 Höhenmeter, eingeteilt. Als Teil des Europäischen Fernwanderweges E 3, der Ardennenweg, startet man idealerweise in Butzbach. Die Stadt beheimatet mehr als 12.000 Seelen und war einst Residenz- und Kasernenstadt. Eine weitreichende Kulturhistorie wird durch den Umstand belegt, dass Butzbach an der Limes-Straße und an der Deutschen Fachwerkstraße liegt. Bemerkens- und sehenswert ist allemal der historische Marktplatz mit Fachwerkbauten aus dem 16. Jahrhundert. Von Butzbach aus wird die Fährte auf den 75 Kilometer [read more…]
Marathon

Von Frankfurt zum Großen Feldberg

Rödelheim, den 08. November 2015 „Von Kindheit an so fern und ernsthaft vor mir gestanden“. Man schrieb das Jahr 1763 als der 14jährige Johann Wolfgang von Goethe zusammen mit Frankfurter Knaben den Großen Feldberg im Hochtaunus gelegen erklomm. 252 Jahre später machte sich ein Wanderer aus dem Vorderen Odenwald auf, um von Frankfurt aus die höchsten Höhen des Hochtaunus zu erklimmen. Unter spätspätsommerlichen 20 Grad in der Spitze und der Aussicht auf ein zu genießendes Gipfelbier im Freien waren die Rahmenbedingungen Anfang November hervorragend für eine derartige Wanderexkursion, auch wenn der herbstliche Farbenrausch seinen Zenit im Blätterwald überschritten hatte. Eine Stunde vor Sonnenaufgang wurde in Frankfurt-Rödelheim am dortigen S-Bahnhof gestartet. Mithin die herrlichste Zeit. Die Nacht zieht sich zurück, Großvorstadttypisch ist auch sonntags schon ein reger Betrieb am Bahnhofsgelände zu verzeichnen, manch ein Nachtschwärmer torkelt noch sediert durch die Straßen, während Early-Bird-Starter von ihren Hunden durch die Straßenzüge gezogen werden. Ein Blick gen Osten verspricht einen grandiosen Sonnenaufgang. Selbst Schuld wer zu dieser Zeit noch im Bett liegen bleibt. Rasch ist der Gründungsort der Apfelweinkelterei Possmann in nordwestlicher Richtung verlassen. Die A66 am Eschborner Dreieck überquerend, geht es hinein in die Bürostadt Eschborn. Am Ortsschild wird bereits dokumentiert, da man das Frankfurter Stadtgebiet verlassen hat und den östlichen Rand des Maintaunuskreises überschritten hat. Nicht zwingend zur Freude des Frankfurter Stadtkämmerers, da Eschborn durch eine aggressive Gewerbearealerschließungspolitik seit 1968 hochkarätige Gewerbetreibende ansiedelt. Architektonisch interessant, sowohl im Positiven als auch im Negativen die vielfältigen Ausgestaltungsformen der Büro- und Zweckbauten. Auf dem Weg Richtung Sulzbach [read more…]
Marathon

Marathonrunde auf dem Nibelungensteig

Erbach, den 1.November 2015 Qualitätsweg Wanderbares Deutschland. 4.000 Höhenmeter, 124 Kilometer. Vom Rhein zum Main, quer durch den Geopark Bergstraße/Odenwald, frisch geadelt zur „Schönsten Wandertour 2015 im Hessenland“ und just vor vier Monaten erweitert um eine Alternativstrecke via Erbach/Odenwald waren ausschlaggebend die neue Streckenalternative mit der südlich verlaufenden Hauptroute zu einer außergewöhnlichen Rundwanderung zu kombinieren. Gestartet wurde in der Kreisstadt Erbach am historischen Marktplatz kurz vor Sonnenaufgang. Noch beherrschte der herbstliche Morgennebel die Odenwaldregion, jedoch war es schon absehbar, dass sich ein goldener Novembertag abzeichnete. Am Marktplatz ist eine aufwändig gestaltete Informationstafel angebracht, die auch das markante Steigungsprofil des gesamten Steiges eindrucksvoll belegt. Unter Eingeweihten steht die Wegemarkierung (ein rotes „N“ auf weißem Spiegel) für die südhessische Bezeichnung „Nuff un Nunner“, als Anspielung auf die anspruchsvolle Streckenführung. Vom Ortszentrum der sehenswerten Elfenbeinstadt geht es zunächst vorbei am Erbacher Sport- und Festgelände, dort wo jährlich im Sommer das größte südhessische Volksfest, der Wiesenmarkt, abgehalten wird, entlang des Erdbaches nach Dorf-Erbach. Vorbei kommt man an der markanten Erdbachversickerung, dem Erbach-Michelstädter Graben, dort wo vor 50 Millionen Jahren ein Grabenbruch, ähnlich dem Rheingraben entstand. Gegenüber dem weitreichenden Sportfeld ist die Muschelkalkwand deutlich zu sehen. Immer dem Erdbach entlang, geht es vorbei an weitläufigen Pferdekoppeln zum Dreiseental, dort wo der Bach seinen Ursprung hat. In den 80er Jahren wurde das Areal auf Basis historischer Unterlagen wieder hergerichtet und ist heute ein beliebtes Nacherholungsgebiet. Sorgsam ausgewählt ist der Streckenverlauf der frisch ausgezeichneten Nibelungensteigsstrecke. Herrliche naturbelassene Wege durch ein weitreichendes Mischwaldareal, mit eine abwechslungsreichen Streckenführung kennzeichnet [read more…]
Ultra

Auf Traumpfaden entlang der Mosel

Winningen, 25. Oktober 2015 Während manch ein Wanderer Ende Oktober als Vorbereitung zum Winterschlaf in den Energiesparmodus wechselt, hatten 400 ambitionierte Langstreckenwanderer zu dieser Jahreszeit Koblenz als herbstliches Highlight auf der Wanderagenda stehen – und das zu Recht. Tradionsgemäß laden die „Schnellen Füße“ in Winningen am letzten Oktoberwochenende eines Jahres zu einem bemerkenswerten Wanderwochenende ein. Neben der üblichen Haushaltsmischung (5 km, 10 km und 20 km) wurden bereits zum 22. mal eine Marathonwanderung und ein 50-Kilometer-Ultra angeboten. Jedes Jahr überrascht der Veranstalter mit einer neuen Streckenführung im weitläufigen Rhein-Moselareal. Dieses Jahr entschied man sich für eine außergewöhnliche und anspruchsvolle Routenführung – Wandern auf höchsten Niveau.  Für 50 Kilometer stand ein Zeitfenster von 11 Stunden zur Verfügung, wobei bei den neun eingerichteten Kontroll- und Verpflegungsstellen eine ausgezeichnete  Versorgungslogistik für die Teilnehmer sichergestellt wurde. Vom Startlokal in Winningen führte bei zunächst stark bedecktem sonntäglichen Himmel der sehr gut markierte Wegverlauf entlang der Steilhänge der Moselweinberge in westlicher Richtung nach Kobern. Kaskadierende Weinbergterassen, die mit einer Neigung von bis zu 65% zu den steilsten Weinlagen Deutschlands zählen, hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Scheinbar jeder erschließbare Vorsprung wird in den Schiefersteinfelsen zum Weinanbau genutzt. Als Laie kann man nur mutmaßen, wie hart die Arbeit für die Winzer in diesen Lagen ist. Nachvollziehbar aber auch, daß das hier gezogene Rieslinggewächs, dank der exponierten Steilhanglage und des thermischen Schieferbodenspeichers, von besonders bemerkenswerter Qualität sein muß. Die Moselbrücke der A61 unterquerend verlassen wir zunächst die Mosel um im Delta des Langentalbaches und des Beltalbaches in den Moselhöhenweg einzusteigen, der sich serpentinenartig durch [read more…]
bis 35 km

Fränkischer Rotwein Wanderweg Trail II

Erlenbach am Main, den 24.10.2015 Einen goldenen Oktobertag hatte der Wetterdienst  versprochen – geliefert wurden eingenebelte Rotweinhänge im Unterfränkischen.  Ungeachtet dessen ist der zweite Abschnitt der fränkischen Rotweinwanderwegpassage allemal eine dicke Empfehlung für ein interessantes Wandererlebnis. Gestartet wurde in Erlenbach am Main um den Höhenwanderweg Richtung Klingenberg, vorbei an einem Esskastanienlehrpfad zu erklimmen. Rasch ist der markante und nachts illuminierte Pavillon erreicht, von dem aus Erlenbach nebst Schiffswerft und das gegenüberliegende Wörth von oben überblickt werden kann. Durch die sonnenverwöhnten Terassen des Erlenbacher Hochberges ist nach vier Kilometern das sehenswerte Klingenberg erreicht. Hier bietet der Rotweinwanderweg zwei Optionen an – die Route über die Burg Clingenburg  oder den Gang durch die sehenswerte historische Altstadt. Wir wählen die Burgvariante und genießen die Blicke auf das unten liegende Klingenberg und den mäandernden Main. Von der ehemals  staufischen Burg, die vor 900 Jahren errichtet wurde, sind heute nur noch  Torbogen und massiven Fundamente des runden Bergfrieds erhalten.  Seit 1970 befindet sich hier eine Restauration, die Gelegenheit bietet, sich ab 11.30 Uhr (außer montags und dienstags) einen „Klingerberger Roten“ kredenzen zu lassen. Da entschieden zu früh unterwegs, geht es unverrichteter Dinge weiter entlang des Johannesweges  durch Röllfeld, vorbei an der Kreuzkapelle und hinauf, zur Weinbergsanlage Restberg. Von hier aus gelangen wir  auf dem Großheubacher Weinbergsweg.  Auch wenn der Nebel den Blick auf die Spessartlandschaft verschleiert, kann man von weitem das markante Kloster Engelberg erkennen, dort wo ein ausgezeichnetes Klosterbier ausgeschenkt wird.  Der Rotweinwanderweg führt hinab nach Großheubach, umrahmt von den Ausläufern des Odenwaldes und des Spessarts. Hier lohnt sich ein [read more…]
bis 35 km

Fränkischer Rotwein Wanderweg

Großostheim, den 18.10.2015 Wenn nicht jetzt wann dann? Schlichtweg prädestiniert ist der Oktober für Wanderungen durch Weinlagen. Die Trauben sind gelesen, die Weinblätter verfärben sich und die Straußenwirtschaften öffnen ihre Tore. Anreize genug im benachbarten unterfränkischen Areal, den seit 1990 aus der Taufe gehobenen Fränkischen Rotweinwanderweg zu begehen. Offiziell beträgt die Streckenlänge, die durch Churfranken führt, 77 Kilometer, beginnend in  Großwallstadt und nach sechs offiziellen Etappen und mehr als 1.500 Höhenmetern in Bürgstadt endend. Bemerkenswert ist, dass die geografische Begrifflichkeit „Churfranken“ sinnfrei ist, da historisch nicht belegt, auch wenn Kurmainzer Fürstbischöfe diesen Landstrich zwischen Aschaffenburg und Wertheim einst verwalteten. Vielmehr handelt es sich um eine Marketingerfindung, die unter dem Signet „Churfranken – Dort wo der Main am schönsten ist“ das Gebiet touristisch aktivieren soll– eine schon bemerkenswerte Art der Geschichtsklitterung. Entgegen der offiziellen Wegeführung wird empfohlen mit der Tour im benachbarten Großostheim zu starten und nicht in Großwallstadt, dem offiziellen Startpunkt, einzusetzen. Auch wenn Großwallstadt eine lange Weinanbautradition (vermutlich schon zu römischen Zeiten) aufweist,  so ist die Wegeführung der immerhin 17 Kilometer langen Flachlandetappe uninteressant. Einsetzend am historischen Marktplatz in Großostheim empfiehlt es sich dagegen die letzten fünf Kilometer der Erstetappe aufzunehmen, um vorbei an der Alt-Heiligkreuzkapelle über die Weinlage „Harstell“ zur Wendelinuskapelle zu wandern um von dort aus in die zweite offizielle Etappe Richtung Elsenfeld einzusteigen. Im Mittelalter reichten die Großostheimer Weinberge bis an die Stadtbefestigung. Die Weinqualität spielte damals eine untergeordnete Rolle. Oftmals  wurde er mit Gewürzen und Honig vermischt getrunken. Eine der ertragreichsten Weinlagen war der »Reischklinger«, die als [read more…]
Ultra

24 Stunden Potsdam Haveland 2015

Caputh, den 09. Oktober 2015 Kaputt waren schon Einige. Brennende Füße, Blasenherde, ziehende Muskel, schwere Beine, Rücken – aber zumeist glücklich die Gesichter bei den Extremwanderern, die in 24 Stunden 100 Kilometer im Havelland erfolgreich absolviert hatten. Caputh selbst 12 Punkte – Höchstnote nach der Grand-Prix-Eurovision-Wertung für ein bemerkenswertes und  außergewöhnliches Wanderevent. Caputh, mutmaßlich aus dem Slawischen abgeleitet (Huf – und daher Hufform des Caputher Sees beschreibend), zur Gemeinde Schwielowsee gehörend, und unmittelbar vor den Toren Potsdam gelegen, war Ausrichter der ersten 24-Stunden-Potsdam-Havelland-Wanderung gewesen. Als Veranstalter zeichnete dabei der Heimatverein Petzow e.V. verantwortlich. Dank der umtriebigen Wanderexpertin Petra Rauschenbach, die nebenbei auch Wolfswanderungen durch das Brandenburger Wolfsgebiet anbietet, und dem Chef-Organisator „Kalle“ Karl-Heinz-Friedrich, ist es mit Unterstützung vieler Helfer gelungen, eine bestens organisierte Wanderveranstaltung auf die Beine zu stellen. Mit 10 – 20 – 50 – und 100 Kilometern wurden insgesamt vier geführte Wanderungen für unterschiedliche Zielgruppen angeboten. Für die Königsdisziplin, dem 100 Kilometer-Trail, lagen 85 Anmeldungen vor, wobei 67 zum Start antraten, da Einige noch kurzfristig auf eine überschaubarere Distanz umbuchten oder nicht antraten. Auch wenn der Oktober mit 11 Stunden Dunkelheit nicht allzu optimal für eine 24-Stunden-Wanderung ist, waren die Rahmenbedingungen ideal. 11 Stunden Sonne pur bei 10 Grad in der Spitze, strahlend blauer Himmel, tagsüber ein gemäßigter Ostwindeintrag, eine markant einsetzende Einfärbung des Herbstlaubes, ringsherum eine prachtvolle Seen- und Parklandschaft und entlang der Tagestrecke eine Reizüberflutung an kulturhistorischen Bauten und Monumente. Kurz vor dem Start um 09.00 am Caputher Schloß war die  Betriebsamkeit am gegenüberliegenden Startpunkt groß. Unter den [read more…]
Marathon

IML Marathon Fulda 2015

Fulda, 4. Oktober 2015 Wenn einmal jährlich die  International-Marching-League-Walker  in Fulda zum Marsch antreten, ist man gut beraten daran teilzunehmen – und zwar in mehrfacher Hinsicht. Jährlich werden durch den Ausrichter, die Volkssportfreunde in Fulda, immer wieder neue Strecken angeboten und jährlich tritt immer wieder ein illusterer Kreis von internationalen Wanderprofis an. Traditionell wird die Veranstaltung als Zivil-Militärischer Marsch angeboten. Auch wenn die Militärpräsenz  durch den Abzug der amerikanischen Truppen nicht mehr so ausgeprägt ist, wie in früheren Jahren, ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis an der Veranstaltung teilzunehmen. Ob internationale Militärgruppen,  Polizeiabordnungen, Reservisten, Masterwalker aus den Niederlanden, Belgien, den skandinavischen und den osteuropäischen Ländern, Teilnehmer aus Übersee, Einheimische, angereiste Odenwälder, Engländer,  Schotten oder Haspelmoorer – gerade diese Mixtur macht den Reiz dieser Veranstaltung aus. Babylonisch das Stimmgewirr  entlang der Piste. Eine Vielzahl von Wanderern sind hoch dekoriert und schwer beflaggt mit Abzeichen internationaler  Veranstaltungen, wie Dodentocht, 4-Daagse-von Nijmwegen o.a., unterwegs. Eines ist auch ablesbar: hier treten internationale Walking-Spezialisten an. Langstrecken- und Ausdauerwanderer, High-Speed-Walker und Kilometerfresser, rüstige Pensionäre die mit Minimalausrüstung im maximalen Speed unterwegs sind, skandinavische Kampfwalker, die an jeder Kontrollstelle ein deutsches Bier genießen um dann mit Hochgeschwindigkeit wieder auf die Marathonstrecke zu gehen, Nordic-Walking-Stock-Besitzer, die mit unterschiedlichster Fortbewegungstechnik  unterwegs sind, Hybridwalker die sich nicht zwischen Wandern und Joggen entscheiden können  – das ganze Spektrum der Wanderszene kann man hier vortrefflich studieren. Bereits 30 Minuten vor dem offiziellen Start sind die ersten Walker bereits auf der Piste. Eine Vielzahl von Langstreckenwanderer haben bereits am Vortag den Ein-Strecken-Marathon von Rasdorf nach [read more…]
Ultra

24 Stunden Wanderabenteuer Edersee 2015

Bad Wildungen, 18. September 2015 „Es wird ein unvergessenes Wanderabenteuer, versprochen!“ so Klaus Hamel von der Edersee-Tourstic in seiner Präparationsmail, die Ende August an die über 200 angemeldeten Teilnehmer versandt wurde. Nach dem erfolgreichen Debüt im Vorjahr startete am dritten Septemberwoche eine Zweitauflage im Naturpark und Nationalpark Kellerwald-Edersee. Wiederum hatte der Veranstalter mit Unterstützung des Extremwanderers Thorsten Hoyer zwei Wanderpakete geschnürt. 40 Kilometer für  interessierte Langstreckenwanderer und 80 Kilometer für Extremwanderer, und all diejenigen die ein Stück Grenzerfahrung im Rahmen einer 24-Stunden-Wanderung erleben möchten. Verlockend auch das Angebot des Veranstalters: Wandern auf den zertifizierten Qualitätswanderwegen Urwaldsteig Edersee, Ederhöhenpfad und Kellerwaldsteig Im Nuklus der Tagesstrecke stand dabei der sagenhafte Urwaldsteig. Letzte Urwälder, krüppelige Eichenwälder, urige Buchenareale, Felsen, Moos- und Flechtgürtel, Blockhalden, verschlungene Pfade, bizarre Baumskulpturen. Insgesamt waren 40 Kilometer des 70 Kilometer langen Urwaldsteiges eingeplant. Ehrensache natürlich, dass der Veranstalter für die diesjährige Tour eine neue Streckenführung ausgearbeitet hatte, auch um den vielen Wiederholungstätern des vergangenen Jahres eine interessante Alternative zu bieten. Ab 7.15 Uhr hatten die Teilnehmer Gelegenheit die Startunterlagen in der repräsentativen Wandelhalle von Bad Wildungen in Empfang zu nehmen und ein Early-Bird-Frühstück einzunehmen, Jedoch nicht wandeln sondern wandern – das hatten sich 65 Marathonwanderer und 139 24-Stunden-Wanderer vorgenommen. Wurde in 2014 noch direkt an der Wandelhalle gestartet, hieß es diesmal aufsitzen. Per Bus wurden die Protagonisten nach Hemfurth zum Sperrmauervorplatz, gefahren. Sichtlich erfreut war der anwesende Bürgermeister, der auf Nachfrage freudig zur Kenntnis nahm, dass ein Südhesse aus dem Vorderen Odenwald es sich nicht nehmen lässt, bereits am Vorabend anzureisen, abends das durchaus empfehlenswerte [read more…]