bis 35 km

Lutherweg 1521 Alsheim – Nauheim

Alsheim, den 15. Januar 2017 Ob Luther mit seinem Troß auf dem Weg nach Eisenach bereits durch die berühmten  Alsheimer Lößhohlwege schreiten konnte ist nicht überliefert. Man ertappt sich jedoch immer wieder, dass man geneigt ist gedanklich 500 Jahre zurück zu springen um für sich zu ergründen, wie damals die Region hier ausgesehen haben könnte. Alsheim gab es schon damals, sogar vor der Reformation mit zwei Kirchen  ausgestattet. Das jetzige Fachwerksrathaus wurde erst 200 Jahre später errichtet und vom Anblick des weithin sichtbaren Atomkraftwerks  Biblis blieb der Reformator glücklicherweise verschont. Was sind schon 500 Jahre, wenn der Halbwertszeit von Plutonium 239 immerhin 24110 Jahren beträgt. Da in Rheinland-Pfalz die Lutherwegsbeschilderung noch nicht fertiggestellt ist, folgt man zunächst den Rheinterassenweg um nach einigen Kilometern auf die Kirchenruine St. Magdalena in Hangen-Wahlheim zu stoßen, die vermutlich im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Bereits von hier aus kann man auf das drei Kilometer entfernte Guntersblum hinabblicken . Auch wenn der Lutherweg offiziell oberhalb von Guntersblum entlang des Rheintgerassenweges verläuft, lohnt allemal ein Abstecher in das 4.000 Seelen zählende Weinstädtchen. Bemerkenswert sind die beiden markanten Türme der evanglischen Kirche. Der Stil derartiger achtseitiger Gewölbe auf quadratischem Grundriss wurde vermutlich in Persien erfunden, so dass man sie auch Sarazenentürme nennt. An allen Ecken der Kommune spürt man dass es sich hier um eine weinselige Region handelt.  Winzerhaus  an Winzerhaus reiht sich aneinander, wenn man durch den Altstadtkern schlendert. Nördlich von Guntersblum führt die Passage wiederum aufwärts in die Wíngerte.  Hinter dem Römerturm, mit der Morgensonne im Rücken,eröffnet sich eine [read more…]
bis 35 km

Auf dem Rheinterassenweg Teil II

Oppenheim 26. Juli Von Oppenheim nach Mainz, so die zweite und letzte Etappe des vor kurzem eingeweihten Rheinterassenweges. Zweifelsohne die attraktivere Strecke, wenn man beide Trails miteinander vergleicht. Konnte man im ersten Abschnitt den Rhein nur erahnen, so ist man ab Oppenheim auf den Anhöhen der Weinberge mit dem großen Fluß auch in Sichtkontakt. Zweifelsohne haben die Weinstädte Oppenheim und das unmittelbar folgende Nierstein ihren besonderen Reiz und stellen mithin die schönsten Städtchen auf der gesamten Rheinstreckentrasse dar. Startpunkt ist der Bahnhof in Oppenheim. Von hier geht es in mehreren Treppenzügen hinauf Richtung Ruine Landskrone und von dort aus hinein in die hochwertig ausgebauten Trassen der Weinberge. Hier merkt man, dass das Geld aus den Flaschen gezogen wird. Aufwändig angelegte Wege, künstlerische Gestaltungselemente, hochwertige Beschilderungen – hier lässt es sich passabel leben. Sowohl in Oppenheim als auch in Nierstein sind eine Vielzahl ansässiger Winzer und Straußenwirtschaften, die zur Einkehr einladen. Weltklasseniveau hat die Niersteiner Weinlage Roter Hang. Dabei handelt es sich um eine langgestreckte Steillage direkt am Rhein.  Geologisch stammt die rote Farbe von einem  Ton-Schiefer-Verwitterungsboden mit hohem  Eisenanteil. Solche geologischen Formationen sind seltene Glücksfälle, weil sie besonders lebendige  Weine hervorbringen. Vor hundert Jahren waren Lagenrieslinge aus dem Roten Hang wie z.B. der Ölberg oder der Heiligenbaum ständig vertreten auf den Weinkarten in London undNew York. Entlang des Weges sind markante Aussichtspunkte entlang der Weinterassen eingerichtet und bieten auch größeren Wandergruppen gute Rastmöglichkeiten. Weiter geht es Richtung Nackenheim, dort wo Resterramperäumen vom vorabendedlichenWeinfest angesagt war. Der offizielle Wanderweg touchiert Nackenheim. Bodenheim selbst wird großräumig umrundet, es [read more…]