Qualitätswanderwege

WinterRheinsteigFinale

Kamp-Bornhofen, den 04. Februar 2026 Finale am Rheinsteig. So ungewöhnlich die Jahreszeit, so außergewöhnlich die Eindrücke. Auf den letzten Etappen zwischen Kamp-Bornhofen und Schlangenbad verdichten sich die Impressionen in besonderer Art und Weise . Kein Wunder, denn hier durchwandert man den Kern des Kerns des UNESCO-Welterbeabschnittes “Oberes Rheinmitteltal” , welches offiziell im Rheinkilometerabschnitt 526-593 liegt. Schon die Daten sind beeindruckend, denn 29 historische Schlösser, Burgen und Ruinen kann man im Tal der Loreley bestaunen, und 165 Weinanbautriebe bewirtschaften im Areal knapp 500 Hektar Rebfläche. Hier am Mittelrhein werden charaktervolle Weine unter dem Signet “Spektakulär fürs Auge – fein für das Glas” angebaut, wobei allerdings Weinexperten der Ansicht sind, das die besten Weine außerhalb des Welterbekorridors, nämlich im Rheingau zwischen Rüdesheim und Wiesbaden, angebaut werden. Aber das ist wie immer Geschmackssache. Die nächste Rheinsteigschicht startet in Kamp-Bornhofen. Zwei Dinge haben historisch den Ort geprägt. Die mittelalterliche Flößertradition und das Marien-Wallfahrtskloster Bornhofen, welches seit dem 13. Jahrhundert als eines der wichtigsten Wallfahrtsstätten am Rhein gilt. Und hier kommt es zu einer Begegnung der besonderen Art, denn just am frühen Morgen begrüßt mich der Guardian des Klosters, Pater Eryk, persönlich mit Handschlag. Der Franziskaner ist just vor 24 Stunden aus dem indonesischen Dschnungel zurückgekehrt, dort wo er, wie jedes Jahr, einige Wochen missionarisch unterwegs war. Auf schönen Pfaden wandert man oberhalb des 328 Meter hohen Hundsley zunächst gen Lykershausen um mehr oder minder auf der Höhe bleibend oberhalb von Kestert gen Oberkestert zu laufen. Die trübe Wetterlage an diesem Tag verhüllt die gegenüberliegenden [read more…]
Rheingau

Auf den Spuren des Rieslings

Oestrich-Winkel, den 07. September 2025 – Zweifelsohne – hier bewegt man sich in der Herzkammer des Rieslings. Hier wird der König der Weine seit Jahrhunderten angebaut. Hier hat das erste Rieslingweingut der Welt sein Domizil. Hier wurde just vor 250 Jahren die Spätlese erfunden. Hier wird Lebensfreude im Glas definiert. Hier bietet eine renommierte Hochschule sinnvolle Studiengänge rund um die Oenologie an, und hier bezeichnet man sich im Lokalkolorit selbst gerne als Rheingauner, behaftet mit den drei wichtigsten Eigenschaften: freiheitsliebend, heimatverbunden und rieslingfest. 2023 hatte man insgesamt vierzehn Rieslingschleifen als Ersatz für die mittlerweile niedergelegte Rheingauer Rieslingroute geschaffen. Sieben dieser Rundwege wurden bereits auf diesem Blog als Kombinationswanderung vorgestellt . Mit der Kombination von vier weiteren Rieslingschleifen in der Kernzone der reichen Rieslinggeschichte des Rheingaus wird hier eine genuß- und erlebnisreiche 32 Kilometer lange Tour empfohlen. Man sollte sich jedoch nicht von der sanfthügeligen Weinlandschaft blenden lassen, denn am langen Ende standen mehr als 1.000 Höhenmeter auf dem Wandertacho, die sich jedoch sehr moderat über die gesamte Strecke legten. Hochgradig zu empfehlen ist als Einstiegspunkt Oestrich-Winkel. Bewußt gewählt, denn drei gepflegte Einkehrstationen, wohlweislich dosiert, kann man entlang dieser Streckenempfehlung sinnvoll in diese Wandertour integrieren. Schon der Name Oestrich-Winkel strahlt etwas Elitäres aus. Kein Wunder dass sich hier auch eine sehr renommierte Privatuniversität angesiedelt hat, die international einen exzellenten Ruf hat, in den Straußenwirtschaften aber eher als Schnöselverein abgetan wird. Dem Rieslingschleifenwanderer kann das egal sein, man erfreut sich an den sanft sich über den Rhein erhebenden Weinlagen und wandert Schloß [read more…]
Marathon

Rheinische Flachwasserwanderung

Budenheim, den 17. November 2018 – Leere Schiffe – tote Fische. Besorgniserregend – so die Akutmeldungen all derjenigen, die vom Wassernotstand eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen des Erdballs betroffen sind. Ob Tankstellen, Zementwerke, oder Stahlproduzenten, ganze Branchen leiden unter dem erheblichen Wegfall von Transportkapazitäten per Schiff. Aktuell sind die großen Binnenschiffe, die auf dem Rhein unterwegs sind maximal mit einem Drittel der Ladekapazitäten nutzbar. Betrachtet man die aktuellen Pegelstände im Vergleich zu den gemittelten Langzeitwerten, dann verdeutlicht sich das ganze Ausmaß des Wassernotstandes. Aktuell liegt der Rheinpegel in Bingen bei 59 cm. Der Mittelwert liegt bei 208 cm, der höchste bekannte Wasserstand wurde 1988 mit 619 cm gemessen – und der niedrigste bekannte Wasserstand im Jahre 1985 bei 32 cm. Jedoch, aus  der Wanderbrille betrachtet bietet die derzeitige Wasserlage einen spannenden Ansatzpunkt für eine interessante Exkursion entlang der teilweise freigelegten Rheinauen. Gestartet wird um die Ecke von Mainz, in Budenheim, dort wo sich in westlicher Richtung rheinaufwärts das Naturschutzgebiet Hader Aue –Königsklinger Aue erstreckt. Das Naturschutzgebiet besteht aus ausgedehnten Weichholzauewäldern, extensiv genutzten Wiesen und naturnahe Ufer- und Strandabschnitte und dehnt sich auf einer Fläche von 165 Hektar aus. Durch die angespannte Wasserlage eröffnen sich interessante Sichtachsen über die ansonsten unter Wasser stehenden Areale. Spannend der Wegeverlauf. Man passiert mächtige Stieleichen, Silberweiden und Pappeln, teilweise in bizarren Formen und Formationen. Fernab der Mainstreamwandewege Rheinburgenweg auf dieser Seite und Rheinsteig auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich ein herrliches Wandergebiet zwischen Budenheim und Bingen. Das einzige Manko: die Steigungen fehlen. Den Weiler Heidenfahrt passierend geht es [read more…]
bis 35 km

Im deutschen Wanderparadies

Hattenheim, den 03. Oktober 2017 – 3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit. Beste Gelegenheit diesen denkwürdigen Tag in angemessener Art und Weise  durch eine außergewöhnliche Wanderung in einer der schönsten Regionen unseres Landes zu würdigen. Der Rheingau – Sinnbild für den Begriff  “Heimat”.  Während im Tagesverlauf die Politprominenz im 23 Kilometer entfernten Mainz, den Ort der diesjährigen Zentralfeier, angestrengt über die Begrifflichkeit “Heimat debattiert, startet in Hattenheim just nach einem kräftigen Regenguß und einem sich öffnenden Schönwetterfenster eine Heimat-Entdeckertour. Hattenheim, nach eigener Einschätzung die heimliche Haupstadt des Rheingaus, ist gesegnet mit den besten Weinlagen des Rheingaus und das schon seit dem 13. Jahrhundert, dank dem benachbarten Kloster Eberbach. Bemerkenswert sind die im Ortszentrum befindlichen Fachwerksbauten, deren Gefache mit Jugendstilelementen aus den 20er Jahren angereichert wurden. Wenige Minuten nach Sonnenaufgang rücken die ersten Winzer in die Weinberge aus, um die Trauben zu lesen. Angesichts der drohenden Niederschläge in den nächsten Tagen ist durchaus Eile geboten. Viele Winzer haben dieses Jahr schon außergewöhnlich früh die Weinlese abgeschlossen.  Die Prognose für dieses Jahr: Sehr gute Qualität bei einem rückläufigen Ertrag von 20%. Wie eine Dunstglocke stülpt sich ein aromatischer Mostgeruch über die  sanfthügelige Weinbergslandschaft, die in diesem Rheinabschnitt vorzufinden ist.  So geht es durch die Weinberge,  Oestrich-Winkel vor Augen, Ingelheim auf der gegenüberliegenden Rheinseite im Blickwinkel und als Zielmarke Schloß Vollrads in nordwestlicher Richtung auf dem Radarschirm. Die Reste des Tiefausläufers schuben sich über das hessische Rheingaugebirge auf die Rheinland-Pfälzer Seite hinüber und von Westen kommend drückt ein Hochdruckgebiet sichtbar durch – auch [read more…]