Odenwald

Odenwälder Drachenwege

Mossautal, 24. Juli 2026 – Vogelgezwitscher statt Hitzeflimmern, der Duft von Harz und Erde statt Asphaltwüsten.So ist es im wohltemperierten Hochsommer durchaus empfehlenswert sich in die natürliche Klimaanlage namens Wald zurückzuziehen, dort wo die Bäume Schatten spenden und dort wo sich der Waldboden kaum aufheizt. Ideal für eine sommerliche Waldexkursion ist dabei der heimische Odenwald. So gibt es im Mossautal rund um die Waldhufendörfer Ober- und Unter-Mossau seit 2012 vier Drachenwege, die der Odenwaldklub nach eigenen Richtlinien mit dem Qualitätssiegel “Wanderbarer Odenwald” zertifiziert hat. Drachen kommen nicht von ungefähr, denn entlang der vier Drachenwege, die allsamt nach mystischen und literarischen Vorlagen benannt wurden, gibt es auch zwei Brunnen, die beanspruchen der tatsächliche Siegfriedbrunnen zu sein. Zwei Drachenwege, der Weg MD 1(Triumphalis) und der Weg MD 2 (Fafnir), starten im Mossautaler Ortsteil Hüttenthal, ein Weiler der überregional für eine alteingessene Molkerei bekannt ist, die in der Slow-Food-Szene für ihre regionaltypischen Produkte besonders geschätzt wird. Von Hüttenthal führt der Wanderweg hinauf zum 406 Meter hohen Vogelherd und verzieht sich strukturell immer sanft aufwärts führend über das Naturschutzgebiet Rotes Wasser hinauf zum höchsten Punkt aller Drachenwege, dem 548 Meter hohen Spessartkopf. Jedoch, der Name hat nichts mit dem benachbarten Spessart zu tun, sondern referenziert auf eine altdeutsche Bezeichnung, die nichts anderes bedeutet als “Gipfel des Spechtswaldes” Der einzig wahre Siegfriedbrunnen steht natürlich bei Grasellenbach – sagen zumindest die Grasallenbacher. Schuld ist am langen Ende die vage Ortsbeschreibung im Nibelungenlied. Im Kapitel 16 heißt es lediglich, dass die Jagdgesellschaft von Worms aus über den [read more…]
International

Der South West Coast Path

Cornwall, 1. Juli 2026 – Bei vielen Langstreckenwanderer steht er auf der Bucket-Liste – und das zu Recht. Internationale Hiker-Magazine haben ihn als einen der zehn weltbesten Küstenwanderwege gelistet – und das vermutlich auch zu Recht. Und gerade in Deutschland hat Cornwall einen besonders guten Ruf. Denn hier kann man das Landschaftsbild inklusive Rosamunde Pilcher-Feeling aufsaugen, hier kann man auf den Spuren Raynor Winns Buches “Der Salzpfad” wandeln, hier kann man auf Spurensuche der keltischen Mystik gehen, hier kann an feinen Sandbuchten entspannen, hier kann man Steilküsten bewundern und hier kann man dank Golfstrom das subtropische Klima genießen. Ursprünglich wurde der 1.014 Kilometer lange Pfad im 19. Jahrhundert als Patrouillenweg für die Coast Guard angelegt, um die Schmugglerei zu unterbinden. Denn Cornwall war von jeher schon ein Armenhaus Englands und Landschaft, Fischerei und Bergbau waren die einzigen wirtschaftlichen Tragpfeiler. Und so war die Schmuggelerei für die Bevölkerung ein willkommenes Zubrot. In den siebziger Jahren erkannte man den touristischen Nutzwert dieses Küstenweges und so gründete man 1973 eine Gesellschaft, die fünf Jahre später den South West Coast Path (SWCP) 1978 offiziell eröffnete. Laut dem letzten Impact Report 2024 verzeichnet man jährlich neun Millionen Wanderer, die einen Wertschöpfungsbeitrag von 520 Millionen Pfund im Land gelassen haben. So müssten täglich 25.000 Wanderer auf dem Pfad unterwegs sein. Die Zahl ist im höchsten Maße anzuzweifeln und beinhaltet vermutlich Gäste, die vom Campingplatz zur Strandbucht laufen und die endlosen Besucher, die vom Parkplatz von Lands End zu den einschlägigen Hotspots laufen. Seriöse Schätzungen hantieren mit [read more…]