Ultra

24h von Rheinland-Pfalz 2022

Hennweiler, den 18. Juni 2022 “Da muss man bekloppt sein! Da muss man total bekloppt sein! 75 Kilometer in 24 Stunden bei 35 Grad – das ist einfach bescheuert!” Auch der argumentative Ansatz, dass sich 443 weitere Wanderinnen und Wanderer sich dieser Herausforderung stellen und dass man mit entsprechender Ausrüstung durchaus diese Anforderung angehen kann, trägt nicht zur Besänftigung bei. Das Urteil der Ehefrau ist in Stein gemeißelt. “Nur Bekloppte tun sich so etwas an”. Sicherlich die Wetterprognose trieb durchaus Sorgenfalten in die Stirn. Tagestemperaturen von 35 Grad in der Spitze und eine Nachtsenke von tropischen 22 Grad dürfen nicht vernachlässigt werden. So war es durchaus nachvollziehbar, dass letztendlich 298 Teilnehmer am Startort in Hennweiler begrüßt werden konnten – ein Aspekt der im Nachgang und überflüssigerweise am häuslichen Tisch mit dem Beitrag “Es gibt doch noch Einige, die einen klaren Verstand haben” kommentiert wurde. Im bewährten Rahmen lud der Veranstalter nach einer zweijährigen Abstinenz zum achten Mal zu einer spektakulären Wanderveranstaltung ein. Ein zentraler Wandermarktplatz, drei Strecken – eine Tagestour, eine Dämmerungssschleife und eine Nachtstrecke – so die Rahmenbedingung des Gesamtkonzeptes. Die Eintrittsgebühr, eine Mindestspende von 72 Euro, die an zwei Kinderhilfsorganisationen fließen, nebst einer vor Ort zu entrichtenden Startgebühr in Höhe von 20 Euro. Prägnant und unmissverständlich haben es die Veranstalter auch im Roadbook niedergelegt: Denken Sie immer daran, wenn Sie völlig erschöpft und übermüdet ins Ziel stolpern: Ihre Kilometerspende hilft mit, Kinder in großer Not zu unterstützen. Premiere in Hennweiler. Erstmals war für die Tagesschleife eine Streckenwanderung eingeplant. [read more…]
Marathon

Ein Wandertraum

Mörsdorf, den 06. Juni 2022 – Es gibt Prädikatswege, Qualitätswanderwege, Premiumwanderwege. Und wenn man zwei mit Bestnoten zertifizierte Premiumwanderwege kombiniert und zusätzlich mit einem Sahnehäubchen garniert, dann kann man sich auf eine spektakuläre Hammertour einstellen. Gestartet wird in Mörsdorf, ein bis zum 3. Oktober 2015 beschaulicher 600-Seelen-Hunsrückweiler. Die Zeitwende setze zu diesem Zeitpunkt ein, als eine Schweizer Spezialfirma mit einem Kostenaufwand von 1,1 Millionen Euro die damals längste Hängeseilbrücke Deutschlands fertigstellte. Rechnete man in einer Machbarkeitsstudie mit jährlich 180.000 Besucher, so wurden seit Einweihung bereits 1,7 Millionen Hängebrückenbegeher gezählt. Der Preis der Popularität: Mörsdorf hat vermutlich die höchste Dichte an Absolute-Halteverbots-Schilder pro Straßenzug. Jeder Straßenmeter ist für Gebietsfremde tabu. Über ausgewiesene und kostenpflichtige Parkzonen wird als Quasimaut die Hängeseilbrücke unterhalten. Von der Hunsrücker Hochebene wandert man abwärts in einen regionaltypischen Taleinschnitt. Bereits auf den ersten Metern bekommt man als Wanderer verdeutlicht, was die Faszination dieser Region als außergewöhnliche Wanderdestination ausmacht. Als vermutlich Erster von insgesamt 2.968 Besuchern an diesem Tag quere ich die Hängeseilbrücke die das Mörsdorfer Bachtal in der Gemarkung Geierlay quert. Von der Hängebrücke Geierlay geht es zunächst der Geierlayschleife als Transferweg folgend entlang, um nach zwei weiteren Kilometern in die Traumschleife Masdacher Burgherrenweg einzutauchen, die mit stattlichen 92 von 100 möglichen Punkten als Premiumwanderweg zertifiziert und 2018 sogar als Deutschlands schönster Wanderweg geadelt wurde. Günstig wenn man zu früher Stunde startet. Man genießt die Stille in den Bachtalsenken, die einzig von den leise vor sich hin murmelnden Bächen, die durch die Täler mäandern, unterbrochen wird, und lässt [read more…]