Marathon

Auf dem Spessartbogen nach Schlüchtern

Bad Orb, den 29. Juli 2018 – Auf erdigen Pfaden durch stille Wälder wandeln, vorbei an idyllischen Weihern. Nimmt man den Spessartbogen unter die Schuhsohle, so lässt man sich ein auf eine schattige Wanderpartie in einer naturbelassenen dichtbewaldeten Region. Wald pur, so auch das Credo der zweiten Passage von Bad Orb nach Schlüchtern, letztendlich ein Idealfall für heiße Sommertage. Seit 2012 ist der Spessartbogen als Qualitätswanderweg zertifiziert,  jedoch spektakuläre Highlights, wie sie oftmals auf diesbezüglichen Qualitätswanderwegen erwartet werden, sind fehl am Platz. Es ist die Summe der Wegtextur, die den eigentlichen Reiz des Weges ausmachen. Auf gut markierten Naturwegen steht das Genußwandern im Vordergrund. Was der Japaner als Waldbaden huldigt, firmiert in unseren Gefilden als kontrollierte Entschleunigung – allemal in beiden Fällen eine galante Art der jahreszeitbedingten  Hitzelethargie ein Schnippchen zu schlagen. Frühstarter sollten die die 43 Kilometer lange Passage mit einem gut gefüllten Rucksack antreten, denn die einzigen beiden Ortschaften, die auf der Strecke liegen werden zu Uhrzeiten erreicht, an denen die dort ansässigen Gastwirtschaften noch geschlossen haben. Gestartet wird in der Kurstadt  Bad Orb, die schon seit Jahrhunderten für ihre salzhaltigen Quellen bekannt ist. Rasch geht es aufwärts um auf den bewaldeten Einstieg in das Haseltal zu stoßen. Immer entlang der gemächlich vor sich hinplätschernden Hasel, vorbei an einer aufwändig gestalteten Kneipp-Anlage  stösst man am Ende des Tals auf das bewirtschaftete Jagdhaus Haselruhe. Wer hier einkehren möchte, sollte jedoch in Bad Orb nicht vor 10:30 Uhr starten, was für ambitionierte Langstreckenwanderer im Regelfall nicht darstellbar ist. Stetig aufwärts gehend [read more…]
Walking Special

Der Kerry Way

Irland im Juli 2018 – Failte!  Failte – der irische Ausdruck für Willkommen. Nicht nur zu lesen auf jedem Ortsschild, aufgedruckt auf zahllosen Fußabtretern in den B&B-Lokationen und  angebracht in den einschlägigen Gasträumen von Pubs sondern auch praktizierte Willkommenskultur eines herzlichen irischen Volkes. Irland ein grüner Inseltraum mit unkomplizierten gastfreundlichen und lebensfrohen Menschen ist als Wanderinsel noch relativ jung. 1982 wurde als erster Wanderweg der Wicklow Way eingerichtet. Mittlerweile verfügt  man über mehr als 40 markierte Wanderwege mit einer Streckenlänge von über 4.000 Kilometern  und der Längste von allen, der Kerry Way beläuft sich in der Langversion auf 230 Kilometer. Irlandbesucher schwärmen vom legendären Ring of Kerry, die spektakulärste Autoroute, die die grüne Insel zu bieten hat.  So hat es sich angeboten, entlang alter historischer Pfade auf der Iveragh-Halbinsel eine Low-Level-Long-Distance-Walking-Route, kurz LDWR genannt, zu entwickeln. LDWR,s zeichnen sich dadurch aus, dass man in der Regel unter 300 Höhenmeter bleibt, und die Textur der Strecke keine größeren Schwierigkeiten beinhaltet,  was beim Kerry Way grundsätzlich der Fall ist. Jedoch, man sollte sich nicht täuschen lassen.  Durchschnittlich an 230 Tagen regnet es mindestens einmal täglich an der Westküste Irlands. Die Konsequenz: die torf- und moorhaltigen Bodenschichten verwandeln sich sumpfige Schlamm-und Matschlandschaften. Alle einschlägigen Wanderführer weisen eindringlich darauf hin, sich auf knöcheltiefe Schlammexkursionen einzustellen und sich wohlweislich zu präparieren. Aber:  auf der Insel gilt die Lebensweisheit: „Wenn dir das Wetter nicht passt, so warte einfach fünf Minuten“.  Startet man mit  dieser Einstellung, dann sind die besten Voraussetzungen für eine rundherum gelungene Wanderexkursion gegeben. [read more…]