Marathon

Vun allem ebbes………

………..wie die Pfälzer gerne sagen, und damit auch ein Stück Lebensgenuss beschreiben, den man sich insbesondere in diesem Landstrich nur schwer entziehen kann. “Von allem etwas”, wie man nördlich der Mainlinie zu sagen pflegt, beschreibt in diesem Beitrag ein wanderbares außergewöhnlich facettenreiches Kaleidoskop in einem zwanzig Quadratkilometer großen Areal an der rheinlandpfälzisch – hessischen Nahtstelle, dort wo die Ausläufer zweier Landeshauptstädte aufeinanderprallen. Mainz-Mombach, den 07. Februar 2025 – Für erfahrene Wanderer nichts Neues. Die besten Parkplätze findet man an einem Friedhof, denn hier kann man im Allgemeinen lange und kostenfrei auch oberirdisch parken. So auch am Mombacher Waldfriedhof einem idealen Ausgangspunkt um in den “Mainzer Sand” einzutauchen. Vor 23 Millionen Jahren war das Mainzer Becken eine gewaltige Meeresbucht und 18 Millionen Jahre später ging das Meer zurück, der Ur-Rhein fräste sich durch die Landschaft und an den Flussterrassen häuften sich Sande und Kiese an, die später als Flugsand vom Wind hierher geweht wurden. Und wenn man just zum Sonnenaufgang startet, dann kann man sich bereits zu früher Stunde von einer mediterran anmutenden Landschaft verzaubern lassen. Hinter dem Dünenareal taucht man ein in den Lennebergwald ein beliebtes Naherholungsgebiet zwischen Gonsenheim und Budenheim. Forstwirtschaftlich ist der Wald kaputt, denn die vor siebzig Jahren eingebrachten Baumkulturen haben im trockenen Sandboden, gepaart mit den klimatischen Veränderungen, keine Überlebenschance. Im Auge des Betrachters entwickelt sich jedoch eine besondere Atmosphäre im morbiden Gehölz. “Vun allem ebbes” – der Lennebergwald steckt voller Überraschungen. Nach der der kleinen Westernstadt erreicht man nach zwei weiteren Kilometern den Lennebergturm, der [read more…]

Urban Walks

Von Hauptstadt zu Hauptstadt

Mainz/Wiesbaden 19. Dezember 2015. 8 Stunden 8 Minuten – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verschärfte Bedingungen für eine  Langstreckenwanderung bei gemischten Wetterverhältnissen. Startpunkt ist der Mainzer Bahnhof mit der Zielsetzung auf historischen römischen Pfaden diesseits des Rheins und auf neuzeitlichen Kulturpfaden jenseits des Rheins die Landeshauptstädte von  Hessen und Rheinland-Pfalz zu erkunden. Zwei Städte, an der Wassergrenze namens Rhein liegend, die unterschiedlicher nicht sein können.  Das lebensfrohe Mainz, die alte Römerstadt, die scheinbar 365 Tage von Fußball und Karneval regiert wird und  das “Nizza des Nordens“, das mondäne Wiesbaden, ausgestattet mit heißen Quellen und Kasinobetrieb. Gepflegt wird eine gewachsene Städterivalität. Das Beste an Wiesbaden ist der Bus nach Mainz” wissen die Mainzer zu berichten. Verschärft der Ton nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Amerikaner ordneten die Mainzer Vororte rechts des Rheins Mainz-Kastel, Mainz-Kostheim und Mainz-Amöneburg dem Stadtkreis Wiesbaden zu.  Übrigens behaupten die Wiesbadener auch umgekehrt, dass das Beste an Mainz der Bus nach Wiesbaden sei. Wie eine Stadt tickt, lässt sich am besten ergründen wenn man zeitig startet. Eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang geht es via Binger Straße zum bedeutensten neuzeitlichen Kulturdenkmal von Mainz, den Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz. Normal ist dieser Brunnen nicht. Inmitten eines Wasserbeckens richtet sich ein knapp neun Meter hoher Turm auf, in dem über 200 bronzene Figuren und sinnbildliche Darstellungen miteinander verwoben sind. Die Stadtgöttin Moguntia, Vater Rhein mit Tochter Mosel, Till Eulenspiegel, der Narr Bajazz mit seiner Laterne, der Mann mit dem Brett vor dem Kopf, der Kater am Aschermittwoch, Hanswurst, Schwellköpp, Weck, Worscht un Woi und und und …  So tront er [read more…]