bis 35 km

Wo der Wanderweg im Weinfass endet

Bad Dürkheim, den 15. September 2026 – Der Landstrich ist schon speziell. Sogar sehr speziell. Ein Weinfest, welches als Wurstmarkt firmiert; 0,5 Liter große Dubbegläser als rustikales Surrogat für edle Weinkelche und Woiknorze, Saumaachee und Lewwerknepp als absolute Highlight auf der Speisekarte. Willkommen in der Pfalz und willkommen im Bad Dürkheim, dort wo alljährlich das größte Weinfest der Welt ausgerichtet wird, welches offiziell unter dem Titel “Bad Dürkheimer Wurstmarkt firmiert” – ein Pfälzer Spektakel, welches nunmehr zum 610. Mal stattfindet. Der ungewöhnliche Name dieses Festes ist historisch geprägt, den der schiere Appetit der Festbesucher hat die Ursprungsbezeichnung St. Michaelsmarkt schlichtweg verdrängt. Ursprünglich pilgerten Wallfahrer bereits im 12. Jahrhundert alljährlich zum Michelsberg um dort am Michaelistag den Gottesdienst zu feiern. Historisch belegt begannen Bauern und Winzer ab 1417 die Wallfahrer mit Speis und Trank zu versorgen. Mit der Zeit artete der Wallfahrtsbetrieb jedoch zu einem Volksfest aus, denn derb ausgedrückt “gefressen und gesoffen” wurde schon seit jeher in der Pfalz. Bereits 1750 wurden Aufzeichnung zufolge mehr als 11.000 Würste verzehrt, 1835 waren es schon 64.000 Stück. So bürgerte sich zwangsläufig der Name “Wurstmarkt” ein. So kaschierte man sehr geschickt, dass es im Kern des Festes nicht wirklich um die Wurst geht, sondern dass gepichelt wird was das Zeugs hält. Aktuell werden 300 Weinsorten ausgeschenkt, allesamt aus Bad Dürkheimer Lagen und nach amtlichen Angaben rinnen dabei jährlich 320.000 Liter Wein durch die durstigen Besucherkehlen. So lag es auf der Hand eine Rundwanderung durch die Pfälzer Weinlandschaft mit einem Besuch des spektakulärsten Weinfestes [read more…]
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Durch das Pfälzer Felsenmeer

Neustadt An der Weinstraße, den 3. November 2018 Seitenwechsel –  50 Kilometer westwärts. Just eine Woche nach der spektakulären Felsenmeerrunde durch den Odenwald stand eine nicht minder faszinierende Tour – diesmal durch  den Pfälzer Wald an der Südlichen Weinstraße an. Gestartet wird im Epizentrum der deutschen Weinkultur, in Neustadt an der Weinstraße. Alljährlich wird hier das Deutsche Weinlesefest ausgerichtet und alljährlich wird hier die Deutsche Weinkönigin gewählt. Mit 53.000 Einwohnern zählt die Weininsel zudem zu den zehn größten Städten von Rheinland Pfalz. Bereits bei Anfahrt kann man die zu erwartende Textur des Wanderwegverlauf studieren. Mit 136 Höhenmeter schmiegt sich die Kommune an den östlichen Rand des Pfälzer Waldes, dort wo es gleich steil bergauf geht, zu den höchsten Erhebungen des Pfälzer Waldes. Vom Neustädter Bahnhof aus folgt man zunächst dem Pfälzer Weinsteig gen Süden Richtung Sankt Martin. Die herbstliche Jahreszeit vielleicht sogar die Schönste für diese Exkursion. Zunächst geht zügig aufwärts über den Nollensattel Richtung Zigeunerfels. Entlang des Römerweges passiert man ein gewaltiges Mauseleum der Familie Freytag. Conrad Freytag ein Sohn der Stadt, war im 19. Jahrhundert ein Pionier des deutschen Eisenbetonbaus. Vom 269 Meter hoch gelegenen Zigeunerfels, einer markanten Buntsandsteinformation, hat man eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Pfälzer Mittergebirgslagen einschließlich der gegenüberliegenden Wolfsburg. Weiter geht es moderat, aber ständig aufwärts hinauf zum 490 Meter hoch gelegenen Nollenkopf. Hier oben kann man drei beschriftete Sandsteine besichtigen, die 1697 in der Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges angelegt wurden. Zweifelsohne hat dieser Ort eine magische Ausstrahlung. Vom Nollenkopf führtendie nächsten Kilometer über eine ansehnliche [read more…]