Mittelhessen

Der Residenzring

Laubach, den 24. August 2026 – Ein Residenzring, im Herzen der Natur. Klingt gut und macht neugierig. O.K. – im Herzen der Natur, abgewandelt und zweckentfremdet vom Werbeslogan einer Brauerei, die in der Residenzstadt Lich liegt und seit mehr als 50 Jahren den bundesdeutschen Wohnzimmern die Botschaft einimpft, daß dort wo das hessische Bier herkommt auch das Herz der Natur zu verorten ist. Im westlichen Vogelsberg haben sich die vier Kommunen Laubach, Grünberg, Hungen und Lich zusammengetan und vermarkten in einem Tourismusverbund die Gemeinsamkeiten, nämlich die vorhandenen Fachwerkkulissen und die mittelalterliche Historie, die von Residenzen und Klöstern geprägt wurde und zuvor schon zu römischen Zeiten annektiert wurde, obschon das Areal in dieser Ära noch unbewohnt aber bewaldet war und daher Buchonia von römischen Geschichtsschreibern genannt wurde. So lag es auf der Hand vor mehr als zwanzig Jahren den Residenzring aus der Taufe zu heben, um die vier Residenzstädtchen, die allsamt über ein eigenes Schloß verfügen, zu verbinden. Mit 73 Kilometern und 1.300 Höhenmetern lässt sich dieser Weg in zwei übersichtlichen Tagesetappen unter die Wandersohle zu nehmen. Die erste Tagesetappe führt von Laubach über Grünberg nach Lich, dort wo man idealerweise übernachten kann, um am Folgetag von Lich aus via Hungen zurück nach Laubach zu wandern. Durch den Schloßpark Laubach wandernd geht es ab in die Natur und hinein in den Wald. Moderat der Anstieg zum fünf Kilometer entfernten und 240 Meter hoch gelegen Süßkopf – ab dann geht es bis nach Lich mehr oder minder strukturell abwärts. Auf stillen Pfaden, [read more…]
Marathon

Lutherweg 1521 Friedberg – Mücke

Friedberg, den 11. Februar 2017 – Die Wetterau. Dank guter Böden als Kornkammer klassifiziert, dank der geologischen Fortsetzung der rheinischen Tiefebene eine gewachsene Kulturlandschaft, dank der noch moderaten Grundstückskosten ein beliebter Rückzugsort für Frankfurter Pendler. So führt die fünfte Passage quer durch diesen Landstrich  und bietet immer wieder Gelegenheit zu weitreichenden Aussichten in der kultivierten Agrarlandschaft. Gestartet wird in der Kreisstadt Friedberg. Vor Sonnenaufgang ist, wie nicht anders zu erwarten, die Stadtkirche noch verriegelt. So geht es weiter durch die breite Promenadenstraße vorbei am Anwesen der Kaiserstraße 32, dort wo Luther nachweislich auf seiner Passage 1521 übernachtete. Am Beginn der Kaiserstraße thront die im 12. Jahrhundert errichtete Burg Friedberg mit dem mächtigen Adolfsturm auf einem Basaltbergsporn. Namensgeber des besagten Turmes war Graf Adolf von Nassau, der von Friedberger gefangen genommen wurde. Das erpresste Lösegeld, verwandte man für den Turmbau, den man nach der freigelassenen Geisel benannte. Respektable Ganovenehre! Just vor dem Schloß residiert standesgemäß das Finanzamt im ehemaligen Renaissance-Schloss des Burggrafen.         Zwei Lutherwegspassagen führen von hier aus nach Eisennach. Gewählt wird die Ostroute Richtung Grünberg. Drei dicht an dicht gebaute Eisenbahnbrücken unterquerend geht es weiter dem Flüsschen Usa folgend Richtung Dorheim, dort wo heute noch ein Herrenhaus des ehemaligen Dornheimer Schlosses steht. Außerhalb von Dornheim, mit Blick Richtung Bad Nauheim führt die Passage vorbei an zwei Mineralbrunnen, dem Löwen- und den Sauerbrunnen. Das Wasser ist salzig und mit einer eigenwilligen Geschmacksnote unterlegt. Ein Hinweisschild weist darauf hin, dass man nicht mehr als 200 ml von diesem [read more…]