bis 35 km

Frankfurt – From Dusk Till Dawn

Frankfurt, den 13. August 2026 – Wandern ist die Bewegungsform mit dem höchsten Kreativitätspotential. Fernab von normierten Strecken, abseits von Mainstream-Pfaden, hie und da off-the-beaten-track, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Fast zu jedem Stichwort lässt sich eine Themenwanderung generieren und anlassbezogen finden sich immer wieder gute Argumente auf die Piste zu gehen. So liefert die aktuelle Tropenhitze eine perfekte Steilvorlage um auf eine Entdeckungsreise der besonderen Art zu gehen. Frankfurt bei Nacht – vom Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen. Die Voraussetzungen hierzu sind perfekt. Das Thermometer verteidigt auch morgens um 04.00 Uhr noch hartnäckig die 20 Grad Marke, die Illuminierung der Mainmetropole lassen die Stadt förmlich in einem anderen Licht erscheinen, und zwangsläufig wird man hie und da mit einem urbanen Elend konfrontiert, das tagsüber im gleißenden Sonnenlicht vortrefflich kaschiert wird. Gestartet wird mit dieser spannenden Exkursion am lokalen Hausberg der Frankfurter, dem Lohrberg. Hier oben (oben ist knapp 200 Meter) liegt die kleinste und östlichste Weinlage des Rheingaus, hier oben entwickelt sich fast ein Central Park-Feeling und hier oben kann man im MainÄppelHaus oder in der Lohrbergschänke “einen Schoppe petze” wie man in Frankfurt so gerne zu sagen pflegt. Just zum Sonnenuntergang um 20:51 Uhr geht es los. Mit 9 Stunden und 26 Minuten ist das Zeitfenster bis zur Morgendämmerung großzügig bemessen jedoch auch notwendig, insbesondere wenn man zur Nachtzeit den Kameraauslöser malträtiert. Zeit die man jedoch auch sinnvoll nutzen kann um einzutauchen in eine der schillerndsten Metropolen Deutschlands. Kurz die Phase bis zum bürgerlichen Sonnenuntergang um 21:34 Uhr. So [read more…]
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“In naher Ferne” – Auf dem Hölderlinpfad

Bad Homburg, den 10.Juli 2016 – Friedrich Hölderlin – einer der größten Dichter unseres Landes, ein begnadeter Wanderer, den es zu Fuß bis nach Frankreich und in die Schweiz verschlug und  wohlweislich Frankfurts erster Einpendler. Jeden ersten Donnerstag machte sich der Lyriker vor über 200 Jahren von Bad-Homburg nach Frankfurt auf den Weg, um Schlag zehn  Uhr morgens am Sommersitz der reichen Kaufmannsfamilie Gontard, den Adlerflychthof, seine Geliebte Susette Gontard zu treffen. Drei Stunden benötigte der Dichter für die einfache Strecke um, damals noch ohne A5 und A661 queren zu müssen, nach Frankfurt zu gelangen. 200 Jahre später hatte der Regionalpark Rhein-Main einen Wanderweg in Gedenken an den liebestollen Wanderer angelegt.  Gestartet wird am Schloß von Bad Homburg, unweit des Sinclair-Hauses in der Löwengasse 15, dort wo Hölderlin immerhin zwei Jahre verbracht hatte.  Vorbei am Bahnhof, durch das nördlich gelegene Industriegebiet geht es zunächst der Markierung folgend auf den Pfaden des Regionalparks die A661 unterquerend das ehemalige Bergwerk Gnade Gottes passierend, dort wo von 1830 bis 1926 Braunkohle gefördert wurde. Musste sich Friedrich Hölderlin 1798 noch nach den Himmelsrichtungen orientieren, so fällt es dem Wanderer des 21. Jahrhunderts relativ  einfach, auf die  schon von weitem sichtbare Frankfurter Skyline zuzugehen. Richtung Kalbach passiert man vor dem Regenrückhaltebecken am Kätcheslachweiher ein Neubaugebiet mit postmoderner Schachtelbauweise, die eher an  Legehennenbatterien erinnern, als an komfortabler Wohnraumgestaltung. Den Kalbach folgend passiert man am Ortsende von Kalbach ein großes Industriegelände. Hier produziert seit den 20er Jahren die Firma Carbone Kohlebürsten – ergo eines der wichtigsten Bestandteile [read more…]