Fit mit Bier

Vom Rausch der Stille zum Geist des Hopfens

Ehingen, den 02. September 2026 – Der Gedanke ist bestechend und es wundert, dass noch niemand auf diese Verbindung gekommen ist, denn es gibt mehr Gemeinsamkeiten als man sich vorstellen kann. Vor fünfzehn Jahren wurde vor den Toren von Ehingen ein 51 Kilometer langer Besinnungsweg eingerichtet und bereits zwei Jahre zuvor eröffnete man einen vierzehn Kilometer langen Bierwanderweg in einer Stadt, die sich mittlerweile selbst als Bierkulturstadt vermarktet. Verbindet man beide Wege, so kann man in einer sportlich und mental herausfordernden zweitägigen Variante 78 Kilometer und 1.700 Höhenmeter unter die Wandersohle nehmen, und taktisch aufgeteilt fünf Brauerein frequentieren, die nach eigenen Angaben insgesamt 43 Biere im Ausschank offerieren. Vom Sinn des Lebens zum Grund des Glases. Kllingt zunächst befremdlich, ist es aber nicht. Betrachtet man die Geschichte des Bieres so läßt sich historisch belegen, dass das flüssige Gold nie nur ein Getränk des Exzesses war, sondern seit jeher auch ein Elexier der Entschleunigung und der inneren Einkehr. Bei den Mönchen diente das flüssige Brot nicht der Berauschung, sondern der Stärkung von Geist und Körper in der meditativen Fastenzeit. Zwei scheinbar konträre Themenpfade, die jedoch mehr verbindet als man glaubt. Einerseits Schweigen, Selbstprüfung und der Blick in die eigene Seele – andererseits Stammtisch, Schaumkrone und Bierfilz auf der anderen Seite. Jedoch, es ist kein Widerspruch, denn Besinnung und Bier gehören zusammen wie Geist und Körper, wie Kloster und Brauhaus, wie Buße und Brotzeit. Am langen Ende stellt man sich auf dem Besinnungsweg den großen Fragen des Daseins, während der Bierpfad verhindert, [read more…]
Themenwanderung

Premiere: Der Ries-Panoramaweg im Wandercheck

Nördlinger Ries – 07. August 2022 – Noch fixieren Schraubzwingen, die emsige Mitarbeiter des regionalen Bauhofes just 48 Stunden vor Wanderstart angebracht haben, die großflächige Informationstafel am offiziellen Startort der ersten Etappe unterhalb der mächtigen Burganlage Harburg, die über die gleichnamige schwäbische Stadt als weithin sichtbare Landmarke thront. 128 Kilometer mit 2.500 Höhenmeter aufgedröselt in sieben offizielle Etappen, so die Eckwerte des außergewöhnlichen Wanderweges, der rund um den äußeren Meteoritenkraterrand verläuft, dort wo vor 14,5 Millionen Jahren ein Asteroid mit einem Durchmesser von einem Kilometer mit einer Geschwindigkeit von 70.000 Stundenkilometer einschlug. Die Himmelsbombe formte einen Krater mit einem Durchmesser von 24 Kilometern aus. Wo sich heute Nürnberg befindet entstand nach dem Impakt ein See. Gesteinsbrocken wurden bis nach Böhmen und Mähren geschleudert. Die thermische Strahlung reichte bis in das heutige Gebiet von München und Stuttgart. Nach wissenschaftlichen Berechnungen muss noch 17 Stunden später auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel der Aufprall (von wem auch immer) noch als dumpfes Grollen zu hören gewesen sein. Übrigens konnten erst 1960 amerikanische Geologen nachweisen, dass das Ries durch einen Asteroideneinschlag entstanden ist. Bis dahin glaubte man, dass sich das Areal durch vulkanische Aktivitäten herausbildete. Spannend also die Entstehungsgeschichte der Landschaft, verlockend die Konzeptionierung des neuen Wanderweges und inspirierend die Ausblicke in das Fenster der Erdgeschichte – daher Grund genug sich dieser Herausforderung in drei langstreckentauglichen Tagestouren zu stellen. Von Harburg (Schwaben) nach Oettingen Gestartet wird unterhalb der mächtigen Burg Harburg, dort wo sich ein kostenfreier Parkplatz befindet und dort wo offiziell die erste [read more…]