bis 35 km

Frühlingsstart im Leiningerland

Neuleiningen, den 18.März 2026 – Wo dann sonst – wenn nicht in der Pfalz? Hier klopft in der Regel der Frühling schon vorzeitig an der Pforte. Kein Wunder. Denn das Klima hier ist mild und bis Anfang April tauchen unzählige Mandelbäume den Landstrich in ein rosarotes Blütenmeer. Spektakulär und sehr zu empfehlen ist natürlich eine Wanderung entlang des Pfälzer Mandelpfades über den auf diesem Blog schon mehrfach berichtet wurde. Diesmal steht eine gepflegte Tagestour auf dem Wanderplan – als Einstimmung in den Frühling 2026. Ideal hierfür ist der Einstieg im Leiningerland, dem Tor zur Pfalz. Basis für diese Tagestour ist ein Premiumwanderweg, der Leininger Burgenweg. Wir es sich einfachen machen will fährt hoch nach Neuleiningen und steigt hier in den zertifizierten Wanderweg ein. Empfehlenswerter ist es jedoch die Tour mit einem Anlauf zu starten um Schritt für Schritt einzutauchen in eine Landschaft, die zwischen der Deutschen Weinstraße und dem Pfälzerwald eingebettet ist. So bietet es sich an, die A6 an der Ausfahrt Grünstadt zu verlassen, dort wo an der verkehrsreichen Drehscheibe A6/B271 der Mitfahrerparkplatz Grünstadt ausreichend Parkmöglichkeiten bietet. “Meistens ist es Liebe auf den ersten Blick. Denn schon von weitem bezaubert Neuleiningen seine Gäste. Wer von der Rheinebene hinaufschaut zu den Ausläufern des Haardtgebirges, der sieht es schon von weitem: Kirche, Mauern, Türme und Häuser drängen sich da auf einem Bergvorsprung eng zusammen und überragen das weite Hügelland rings umher.” Eine markige aber durchaus zutreffende Botschaft die das Weindorf selbst setzt. Klein aber fein – und durchaus eine Ortschaft zum Wohlfühlen. [read more…]
International

Streek-GR Kust

De Panne – 2. März 2026 – Schon der Gedanke ist verlockend. Zu Fuß von Frankreich in die Niederlande. Sicherlich, man könnte einen Teil des Europäischen Fernwanderweges E2, der von Nizza nach Hoek von Holland führt, nutzen, jedoch passend zum diesjährigen Frühlingsintermezzo gibt es eine spannende Alternative, nämlich einen der belgischen Grote Routepaden, den 103 Kilometer langen Streek GR Kust. Bart de Ruytter, der verantwortliche Streckenkordinator hat es auf den Punkt gebracht: “Die belgische Küste ist ein 67 Kilometer langer Sandstreifen mit einer Reihe von gut ausgebauten Badeorten und einigen Hafengebieten. Das Ganze wird von einer stark befahrenen Küstenstraße begrenzt. Und ja, manchmal findet man sogar noch einen schmalen Dünenstreifen. Auf den ersten Blick klingt das nicht besonders einladend für eine mehrtägige Wanderung! Aber wir von Grote Routepaden denken ganz anders. Die Küste: Wasser, Strand und Deich, aber noch so viel mehr! Unsere Freiwilligen kennen die Küste wie ihre Westentasche und haben mit viel Liebe zum Detail einen wunderschönen Wanderweg angelegt: den Streek-GR Kust. Dieser 103 km lange Weg bietet abwechslungsreiche und kontrastreiche Wanderungen. Er ist zudem vollständig mit den bekannten gelb-roten Streifen ausgeschildert. Von De Panne bis Het Zwin in Knokke führt der Streek-GR Kust über wunderschöne, größtenteils unbefestigte Wege durch Dünen, Dünenwälder und andere Naturschutzgebiete. Stellen Sie sich auf anspruchsvolle Sandabschnitte über die Dünenkämme ein. Die natürliche Umgebung bildet einen starken Kontrast zu den Deichen, deren geschmacklose Hochhäuser uns zum Nachdenken über unseren Umgang mit dem historischen Erbe aus der Zeit des Küstentourismus anregen. Glücklicherweise finden sich in [read more…]
Qualitätswanderwege

WinterRheinsteigFinale

Kamp-Bornhofen, den 04. Februar 2026 Finale am Rheinsteig. So ungewöhnlich die Jahreszeit, so außergewöhnlich die Eindrücke. Auf den letzten Etappen zwischen Kamp-Bornhofen und Schlangenbad verdichten sich die Impressionen in besonderer Art und Weise . Kein Wunder, denn hier durchwandert man den Kern des Kerns des UNESCO-Welterbeabschnittes “Oberes Rheinmitteltal” , welches offiziell im Rheinkilometerabschnitt 526-593 liegt. Schon die Daten sind beeindruckend, denn 29 historische Schlösser, Burgen und Ruinen kann man im Tal der Loreley bestaunen, und 165 Weinanbautriebe bewirtschaften im Areal knapp 500 Hektar Rebfläche. Hier am Mittelrhein werden charaktervolle Weine unter dem Signet “Spektakulär fürs Auge – fein für das Glas” angebaut, wobei allerdings Weinexperten der Ansicht sind, das die besten Weine außerhalb des Welterbekorridors, nämlich im Rheingau zwischen Rüdesheim und Wiesbaden, angebaut werden. Aber das ist wie immer Geschmackssache. Die nächste Rheinsteigschicht startet in Kamp-Bornhofen. Zwei Dinge haben historisch den Ort geprägt. Die mittelalterliche Flößertradition und das Marien-Wallfahrtskloster Bornhofen, welches seit dem 13. Jahrhundert als eines der wichtigsten Wallfahrtsstätten am Rhein gilt. Und hier kommt es zu einer Begegnung der besonderen Art, denn just am frühen Morgen begrüßt mich der Guardian des Klosters, Pater Eryk, persönlich mit Handschlag. Der Franziskaner ist just vor 24 Stunden aus dem indonesischen Dschnungel zurückgekehrt, dort wo er, wie jedes Jahr, einige Wochen missionarisch unterwegs war. Auf schönen Pfaden wandert man oberhalb des 328 Meter hohen Hundsley zunächst gen Lykershausen um mehr oder minder auf der Höhe bleibend oberhalb von Kestert gen Oberkestert zu laufen. Die trübe Wetterlage an diesem Tag verhüllt die gegenüberliegenden [read more…]
Qualitätswanderwege

Zwischen Reif und Rhein

Rheinbrohl den 20. Januar 2026 – Der Rheinsteig im Winter. Weiter geht es durch das das Obere Mittelrheintal auf eine 107 Kilometer langen Exkursion, angereichert mit knackigen 3.200 Höhenmetern Von Rheinbrohl bis nach Kamp-Bornhofen so der Wanderplan. Bevor man jedoch die Eintrittspforte zum UNESCO-Welterbeareal in Ehrenbreitstein erreicht, ist zunächst der vielleicht unspektakulärste Abschnitt des gesamten Rheinsteigs von Rheinbrohl bis nach Sayn zu absolvieren. Sicherlich – die Talweitung im Neuwieder Becken ist traditionell ein bedeutender Industriestandort. So erschließt es sich von selbst, daß sowohl der Erfinder des Rheinhöhenweges vor mehr als einhundert Jahren, als auch die Entwickler des Rheinsteiges vor einundzwanzig Jahren eine ausladende nordöstliche Schleife, die durch die Anhöhen des Naturparks Rhein-Westerwald führen, gezogen haben. Gestartet wird in der Römerstadt Rheinbrohl. Flugs erreicht man die Anhöhe des Rheinbrohler Leys. Der Gang durch die entlaubten Schiefersteinhügel hat zu dieser Jahreszeit durch etwas mystisches und bildet auf diesem Abschnitt das eigentliche Highlight. Unterhalb der Burgruine Hammerstein wandert man oberhalb der Weinterassen zum Weinort Leutesdorf. Hier lohnt es einen Abstecher einzulegen, um dem historischen Weinort einen Besuch abzustatten und selbst in der kargen Winterzeit hat man hier die Chance ein Gläschen von dem hochwertigen Leutesdorfer Rheinriesling zu genießen. Von Leutesdorf aus umrundet man die Ortsteile der Großkommune Neuwied großflächig. So geht es vorbei an den Ortsteilen Feldkirchen, Rodenbach und Segendorf nach Altwied, dort wo der längste Fluß des Westerwaldes, die 102 Kilometer lange Wied vor sich hingurgelt. Unspektakulär die Streckenführung in diesem Abschnitt. Man quert Rengsdorf und wandert über den 182 Meter hohen [read more…]
Qualitätswanderwege

Der Rheinsteig im Winter – ein leiser Zauber

Bonn, den 05. Januar 2026 – Unstet die Wetterlage zum Jahreanfang. Jedoch, das Startsignal zur Rheinsteig-Winterexkursion war eindeutig. Ein dreitägiges Wetterfenster hatte sich angeboten, um die erste Tranche einer außergewöhnlichen Winter-Wandertour anzugehen. Der Rheinsteig von Norden nach Süden, beginnend am offiziellen Startpunkt in Bonn bis nach Rheinbrohl im ersten Paket, wobei bereits der erste Wandertag mit markanten Eindrücken und einem besonderen Jubiläum bereichert wird. 06.49 Uhr am Bonner Rathaus. Es zieht wie Hechtsuppe. Offiziell hat sich das Thermometer auf – 4 Grad abgesenkt. Jedoch der Finne hat im Norden die Türe aufgelassen und so ist zapfig. Es hat einen guten Grund, bereits eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang zu starten, denn in Rhöndorf wartet just an diesem Tag ein besonderes Ereignis zum Wanderabschluß. Wie bereits beim Winterprolog am Endpunkt des Rheinsteigs in Wiesbaden festgestellt, hat man es tunlichst vermieden auch in der guten Stube Bonns, am dortigen Marktplatz, einen würdigen Hinweis auf den hier einsetztenden Rheinsteig anzubringen. Nachvollziehbar – denn unter den beleuchteten Kleinstelen mit dem Kürzel BTHVN setzt man hier andere Prioritäten. Auf der anderen Rheinseite verzieht sich der Rheinsteig zunächst entlang der Rheinpromenade von Bonn-Beuel um hinter dem Telekom-Campus in die ersten Anhöhen des Naturparks Siebengebirge zu führen. Vor 30 Millionen Jahren brodelten hier noch Vulkane und heute kann man an exponierten Stellen die deutlichen Spuren des Basaltabbaus besichtigen, der hier schon zu Römerzeiten betrieben wurde. Am Rabenlay Skywalk, der über eine Abbruchkante des Oberkasseler Steinbruchs eingebracht wurde, hat man einen schönen Panoramablick, vom Bonner Einzugsgebiet bis zum Drachenfels am [read more…]
bis 20 km

Rein in den Winter – Rhein im Winter

Schlangenbad, der 21. Dezember 2025 – Wintersonnenwende – just der geeignete Zeitpunkt mit einem neuen Wanderprojekt zu starten. Der Rheinsteig, einer der bekanntesten und schönsten Fernwanderwege unseres Landes. Was weniger bekannt ist: der Rheinsteig ist zwölf Monate im Jahr geöffnet. Von Januar bis Dezember. So ist man landläufig der Meinung dass ein Fernwanderweg eher ein saisonales Produkt ist, verfügbar von Frühling bis Herbst. Jedoch es gibt gute Gründe solch ein Vorhaben im Winter anzugehen. Die Bäume sind laubfrei und Sichtachsen öffnen sich an Stellen, die im Sommer komplett zugewachsen sind. Die skelettierte Landschaft im Winter ermöglicht Einblicke in die Natur- und Kulturlandschaft, wie man sie in dieser Prägnanz in anderen Jahreszeiten nicht wahrnehmen kann. Vorgesehen ist die winterliche Rheinsteigexkursion von Nord nach Süd, also von Bonn bis nach Wiesbaden anzugehen. Aus “naheliegenden” Gründen wurde als Auftakt just zum Winteranfang die “letzte” Etappe von Schlangenbad bis nach Wiesbaden als Prolog der besonderen Art vorgezogen. Gerade einmal 940 Seelen wohnen im Kurort Schlangenbad, nach offzieller Leseart Startpunkt der 21. Rheinsteigsetappe. Bereits vor dreihundert Jahren kurten hier dank Thermalquellen Gäste von europäischen Königshäusern bis hin zur russischen Zarin, für die sogar ein Teehaus errichtet wurde. Dank dem gemäßigten Klima in diesem Abschnitt des Unteren Taunus konnte sich hier sogar eine Äskulapnatterpopulation ansiedeln, eine der wenigen in Europa, die am langen Ende auch zur Namensgebung des Kurortes führte. Vom Kurpark verzieht sich der Rheinsteig südwärts und schlängelt sich im Stil einer Äskulapnatter vorbei am benachbarten Georgenbrunn und dem Wiesbadener Bestattungswald, bevor es über den [read more…]
Urban Walks

Bremer StadtRANDwege

Bremen, den 01. Dezember 2025 – Dezember, ein idealer Monat für stadtnahe Exkursionen. Die Schmauchspuren des Herbstes haben sich verzogen, das Tageslicht reduziert sich auf acht Stunden. Karg, ja fast trostlos das Landschaftsbild, und eine vorweihnachtliche Hektik bestimmt die Schlagzahl in den kommunalen Zentren. So bietet es sich regelrecht an im urbanen Umfeld neue Eindrücke zu sammeln, nicht alltägliche Wege zu beschreiten und die Welt für sich neu entdecken. 2024 hat der Bremer Ullrich Horstmann einen Wanderführer mit dem Titel “Bremer Stadtrandwege”aufgelegt. 125 Kilometer, einmal rund um Bremen, konfektioniert in zwölf Etappen. Klingt spannend und verlockt in das Umfeld außerhalb der schönen Hansestadt einzutauchen. In knapp einer halben Stunde gelangt man vom Bremer Hauptbahnhof mit der Tramlinie No. 4 zum empfohlenen Startort Borgfeld. Auch wenn die Sonne erst um 8.15 Uhr über den Horizont steigt, ist es nicht verboten zum meteoroligischen Winterfang bereits eine Stunde vorher die morgendliche Stimmung einzufangen, denn es lohnt sich, wie der Gang durch denBorgfelder Ortsrand Richtung Borgfelder Wümmewiesen und den nachfolgenden Wümmeniederungen unter Beweis stellen wird. Vorbei an einigen imposanten reetsgedeckten Anwesen schwenkt man ein in den Flurweg der bezeichnender Weise “Auf der Alten Weide” heißt, und einmal mehr vermittelt, dass man sich hier im ländlichen Raum befindet. Zwei Landschaftsparks flankieren dabei die Wanderstrecke. Rechter Hand der Park Höpkers Ruh und linker Hand der Muhles Park. Ein Kurzabstecher durch den Ortsteil Oberneuland führt zur gleichnamigen Mühle und weiter zum Gut Hodenberg, ursprünglich als Adelshof errichtet, später als “Irrenanstalt” wie man damals umgangsprachlich psychiatrische Kliniken bezeichnete, [read more…]
Qualitätswanderwege

Herbstfinale an der Mosel

Edinger-Eller am 04. November 2025 – Finale! Ein Finale hat etwas Endgültiges. Sicherlich, es sind noch einundvierzig Tage bis zum offiziellen Winteranfang. Jedoch, die Geschäfte quellen über mit überteuerten Schokoladenweihnachtsmännern, die ersten Weihnachtsmärkte starten in zwei Wochen, Großstädte haben schon gewaltige Weihnachtsbäume an exponierten Plätzen aufgestellt und die Farbenpracht des goldenen Herbstes hat ihren Rubikon zwar überschritten, aber mangels Frosttage ist der bunte Herbst noch präsent. Wenn sich zudem ein Wetterfenster Anfang November öffnet und den ansonst tristen November mit den Attributen eines goldenen Monats ausstattet, dann gibt es nur eine Alternative. Raus auf die Wanderpiste – am besten dorthin wo es besonders attraktiv ist – nämlich an den Steilhängen der Mosel. Gestartet wird in Beilstein, dort wo vor drei Jahren eine farbenprächtige Moselsteig-Weinlagenwanderung endete, über die im Beitrag “Farbenrausch im Wingert” auf diesem Blog berichtet wurde. Gerne bezeichnet man Beilstein auch als “Dornröschen der Mosel – und das zu Recht. Gerade einmal 140 Einwohner hat die kleine Ortschaft, aber die Präsenz ist beeindruckend Eine Vielzahl historischer Gebäude, verwinkelte Gassen und die Burgruine Metternich haben dazu beigetragen, das die Moselsiedlung schon öfters als Filmkulisse in Anspruch genommen wurde. Mächtig ins Zeug gelegt hat sich der Nachbarort Mesenich mit dem aufwändig gestalteten Kulturweg Steinreichskäpp, der im Jahr 2006 eröffnet wurde und seitdem ständig mit in Stein gehauenen Kunstobjekten erweitert wird. 2014 wurde der Weg mit dem 2,50 Meter hohen Steinreichskopp bereichert, einen eindrucksvolles Kunstwerk. Bedeutende Winzerfamilien der Region, lokale Prominenz, aber auch “sagenhafte” Gestalten, wie der Hakenmann, eine in der Mosel [read more…]
bis 35 km

Indian Summer am Urwaldpfad

Eberbach, den 31. Oktober 2025 – Die Hoffnung stirbt zuletzt. Am letzten Tag eines Monats der schon voreilig die Novembertristesse ausgerufen hatte, öffnete sich nochmals ein Wetterfenster. Wenn man zudem noch eine passable Strecke aus dem Wanderarchiv herausholt dann kann man zumindest den Hauch eines goldenen Oktobers ernten. Los geht es in der Stauferstadt Eberbach am Neckar. Dort wo Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sich an den Ausläufern des Odenwaldes begegnen. Für Wanderer ist das Umfeld hervorragend. Die höchste Erhebung des Odenwaldes ist just in “walking distance” und mit dem sehr zu empfehlenden Neckarsteig ist die Region zudem mit einem attraktiven Wanderweg bestückt. “Niemand hat das höchste Ausmaß dieser sanften Schönheit begriffen, der nicht auf einem Floß den Neckar hinabgefahren ist” wußte bereits Mark Twain zu berichten, der 1878 in der Region unterwegs war. Den Neckar querend geht es zunächst aufwärts, hinauf zur Marienhöhe. Während in den Flußauen sich noch eine Nebelwand über den Fluß legt, illuminiert oberhalb das Sonnenlicht die steilen Mittelgebirsflanken am Neckar und verdeutlicht einmal mehr wie bunt der Herbst sein kann, wenn das Wetter mitspielt. Im Regelfall verbindet man einen Urwaldpfad mit einem Waldareal in dessen Entwicklung der Mensch nicht mehr eingreift – könnte man meinen. Wieso man den Abschnitt oberhalb von Eberbach mit diesem Namen bedacht hat erschließt sich nicht wirklich. Mag sein, dass der zur Burg Stolzeneck abwärts führende Pfad, der in der zweiten Hälfte durch schöne moosbezogene Felsbrocken, die hier die Landschaft bereichern, mit dem Anmut einer naturbelassenenen Landschaft behaftet ist. Allemal beeindruckt der [read more…]
Marathon

Edersee – Atlantis

Edersee, 19. September 2025 – Das Geheimnis einer gelungenen Wanderung? Sei zur rechten Zeit am rechten Ort – das ist schon die halbe Miete. Beste Unterstützung hierzu erfährt man im Vorfeld der Planung am Edersee. Ein Blick auf das täglich aktualisierte Dashboard, beinhaltend die aktuellen Pegelstände nebst den wasserstandsbedingt freigelegten markanten Bauwerke und Bodenerhebung, genügt. Zur Abrundung ist ein telefonischer Gegencheck bei der Edersee Marketing GmbH empfehlenswert, ob das markanteste Bauwerk von Edersee Atlantis, die Brücke von Asel, komplett freigelegt ist. Kompetent die Auskunft des Mitarbeiters der auf den Dezimeter genau zu berichten weiß, dass man fußläufig über die Brücke von der Asel-Bucht nach Asel Süd queren kann, was nämlich die Grundvoraussetzung für diese außergewöhnliche Rundtour ist. Edersee Atlantis – eine Zeitreise in die Vergangenheit, denn bei entsprechendem Niedrigwasser tauchen versunkene Brücken und Dörfer wieder auf, die vor über 111 Jahren, als die Edertalsperre die zur Wasserversorgung der Weser und des Mittellandkanals errichtet wurde, aufgegeben und geschliffen wurden. Deutlich früher als sonst sank der Pegel in diesem Jahr auf aktuell 12 Prozent Wasserstand und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Talsperre ist in diesem Jahr mangels ausreichender Niederschläge nie richtig voll geworden und die anhaltende Trockenheit beschleunigte das Absinken des Pegels. Zwar hat man einen Flyer “Edersee Atlantis” für interessierte Besucher aufgelegt, jedoch gibt es explizit keinen Atlantis-Wanderweg. So lag es auf der Hand eine Rundwanderung zu konzipieren, um die markanten Atlantis-Standorte unter die Wandersohle zu nehmen. Sinnvollerweise startet man an der [read more…]
Rheingau

Auf den Spuren des Rieslings

Oestrich-Winkel, den 07. September 2025 – Zweifelsohne – hier bewegt man sich in der Herzkammer des Rieslings. Hier wird der König der Weine seit Jahrhunderten angebaut. Hier hat das erste Rieslingweingut der Welt sein Domizil. Hier wurde just vor 250 Jahren die Spätlese erfunden. Hier wird Lebensfreude im Glas definiert. Hier bietet eine renommierte Hochschule sinnvolle Studiengänge rund um die Oenologie an, und hier bezeichnet man sich im Lokalkolorit selbst gerne als Rheingauner, behaftet mit den drei wichtigsten Eigenschaften: freiheitsliebend, heimatverbunden und rieslingfest. 2023 hatte man insgesamt vierzehn Rieslingschleifen als Ersatz für die mittlerweile niedergelegte Rheingauer Rieslingroute geschaffen. Sieben dieser Rundwege wurden bereits auf diesem Blog als Kombinationswanderung vorgestellt . Mit der Kombination von vier weiteren Rieslingschleifen in der Kernzone der reichen Rieslinggeschichte des Rheingaus wird hier eine genuß- und erlebnisreiche 32 Kilometer lange Tour empfohlen. Man sollte sich jedoch nicht von der sanfthügeligen Weinlandschaft blenden lassen, denn am langen Ende standen mehr als 1.000 Höhenmeter auf dem Wandertacho, die sich jedoch sehr moderat über die gesamte Strecke legten. Hochgradig zu empfehlen ist als Einstiegspunkt Oestrich-Winkel. Bewußt gewählt, denn drei gepflegte Einkehrstationen, wohlweislich dosiert, kann man entlang dieser Streckenempfehlung sinnvoll in diese Wandertour integrieren. Schon der Name Oestrich-Winkel strahlt etwas Elitäres aus. Kein Wunder dass sich hier auch eine sehr renommierte Privatuniversität angesiedelt hat, die international einen exzellenten Ruf hat, in den Straußenwirtschaften aber eher als Schnöselverein abgetan wird. Dem Rieslingschleifenwanderer kann das egal sein, man erfreut sich an den sanft sich über den Rhein erhebenden Weinlagen und wandert Schloß [read more…]
Walking Special

Deutscher Mittelgebirgs-Trail: Das Finale

Schwarzwald – 19. August 2025 – Ein Finale der Superlative. Auf dem Weg, quer durch Deutschland von Nord nach Süd, ausschließlich über die Deutsche Mittelgebirgsschwelle und dem südwestdeutschen Schichtstufenland war der krönende finale Abschluß eine Wanderung durch den Mittleren Schwarzwald und dem Hochschwarzwald bis zur Schweizer Grenze bei Waldshut-Tiengen. Frei nach dem Motto “Das Beste zum Schluß” war diese Tour wahrlich nicht das Sahnehäubchen, sondern die gewaltige Sahnehaube, dieser außergewöhnlichen Deutschlandquerung. 206 eindrucksvolle Schwarzwaldkilometer, 6.630 Höhenmeter im Anstieg, 7.150 Höhenmeter im Abstieg, darunter eine Extremtour mit 60 Leistungskilometern und dem härtesten Abstieg auf dem gesamten Deutschen Mittelgebirgs-Trail (DMT). Unterstmatt – Kniebis Gestartet wird in Unterstmatt, eine insbesondere im Winter bei Skifahrern und ansonsten bei Motorradfahrern beliebte Häusergruppe auf 928 Meter Höhe. Theoretisch ideal der Ausgangspunkt, denn bereits nach knapp vier Kilometern hätte man einen der schönsten Aussichtspunkte des Nordschwarzwaldes die 1.164 Meter hoch gelegene Hornisgrinde, abgepflücken können. Hätte. “Einzigartig die Panoramen” bekommt man überall vorgeschwärmt, jedoch an diesem Morgen stellen die Regenschauer des Vortages eine Rechnung aus – ein störrischer Nebeleintrag ummantelt den kahlen Bergrücken, der auf seiner Höhe ein Moor trägt. Just am Hochplateau setzt das Hochmoor auf der Hornisgrinde ein und trotz fehlender Aussicht begeistert insbesondere bei den aktuellen Wetterverhältnissen der Gang durch das Moor. Hier oben befindet sich auch der Fürstenstein, eine repräsentative Felsplatte, die 1722 zur Markierung der endgültigen Grenzen zwischen den Markgrafschaften Baden, dem Herzogturm Württemberg und dem Fürstbistum Strassburg herangezogen wurde. Vom Hochmoor geht es steil abwärts und es bietet sich regelrecht an, trotz [read more…]