Walking Special

Im Wandercheck: Die Loreley Spuren

Oberes Mittelrheintal im September 2026 – “Entdecke die Möglichkeiten” gilt nicht nur für einen schwedischen Möbelhersteller, sondern offensichtlich auch für die Loreley Touristik GmbH. Denn grundsätzlich mangelt es nicht an Wanderwegen in der Region. Im Gegenteil. Mehr als 40 namentlich bezeichnete Wege, angefangen vom Rheinsteig, über den Rheinhöhenweg, Loreleypfade, Loreley-Extratouren, Schieferrunden, Kirchenpfade und und und… findet man im Wanderportfolio der Region. Und nun auch noch zehn Loreley Spuren, die allesamt im UNESCO-Welterbeareal Oberes Mittelrheintal liegen? Interessant sind die Beweggründe, die zu dieser Entscheidung führten. So wird das bereits bestehende und sehr umfangreiche Wanderangebot um diese Alternativen bewusst erweitert, wobei man einerseits die Bundesgartenschau 2029 im Fokus hat, darüber hinaus vorhandene Wege aufwerten und optimieren möchte und das Ziel hat, den Durchgangstourismus auf dem Loreleyfelsen und dem Rheinsteig selbst zu entzerren. Konzeptionell hat man dabei vier spezifische Zielgruppen-Cluster entwickelt, um die Segmente Kultur & Burgen, Panorama & Fels, Geologie & Bergbau sowie Natur & Erholung abzudecken, mit der klaren Ausrichtung, das touristisch bisher mäßig frequentierte Rheinhinterland attraktiv in Szene zu setzen. Insgesamt wurden zehn Loreley Spuren mit Streckenlängen zwischen fünf und 18 Kilometern als Rundwanderwege konzipiert, die hier in diesem Beitrag durch wanderbare Transitstrecken auf fünf Wanderungen zusammengeführt wurden, so dass man im Gesamten auf 121 wunderbar wanderbaren Kilometern, unterlegt mit durchaus anspruchsvollen 4.100 Höhenmetern, das Hinterzimmer des Oberen Mittelrheintals neu entdecken kann. Loreley Spur Braubacher Ritterpfad kombiniert mit der Loreley Spur Kamper Hüttentour Eine Kombination der Superlative, denn als Verbindungsstrecke zwischen den beiden Pfaden wurde der attraktivste Teil des Wanderweges [read more…]
Marathon

Der Taunushöhenweg von Schlangenbad nach Kaub

Schlangenbad, den 19. Dezember 2015 Exakt 8 Stunden und 2 Minuten liegen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. An und für sich Zeit genug um die restlichen 40 Kilometer des Taunushöhenweges Richtung Rhein zu absolvieren. Wir starten bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang um 7.30 Uhr im hessischen Heilbad Schlangenbad, bei immerhin unglaublichen 10 Grad Außentemperatur zu frühen Morgenstunde. Schlangenbad selbst noch im Dämmerschlaf. Einzig die Kücheneinrichtungen in den Kurkliniken und Hotels sind bereits hell erleuchtet, um sich einzurüsten für die hungrigen Klinik- und Hotelgäste. Zunächst folgen wir den Überlauf der Schlangenbadener Thermalquellen, dem Warmen Bach. Noch ist es dunkel, Stirnlampeneinsatz ist angesagt. Am Parkplatz hinter dem Parkhotel befindet sich eine Informationstafel die auf den Wanderweg Rheingauer Gebück hinweist. Hierbei handelt es sich um eine aus „gebückten“ Buchen bestehende Grenzbefestigung, die den Rheingau 600 Jahre lang bis zum Ende des 18. Jahrhunderts umschloss. Dicht an dicht wurden Triebe und Zweige von gekappten Bäumen verflochten, um eine meterhohe, undurchdringbare Hecke anzulegen. Dadurch entstand ein engmaschiger natürlicher Zaun aus Bäumen, der stellenweise bis zu hundert Meter breit war. Bei einem vergeblichen Angriff des  Erzbischofs von Isenburg im Jahre 1461 begutachtete Selbiger die Naturverteidigungsanlage und  befand sie für uneinnehmbar. Vorbei an Hausen von der Höhe geht es dem markanten Rheingauer Gebück-Zeichen (zwei verflochtene Bäume) folgend, dem Förster-Bitter-Weg entlang  zur Mapper Schanze. Hier kann man das letzte erhaltene Torbollwerk des Gebücks besichtigen, welches 1494 zur Sicherung der Straße von Oestrich in Richtung Geroldstein errichtet wurde. Unterhalb  der  Kalten Herberge (619m), dem höchsten Gipfel des Rheingau-Gebirges, geht es [read more…]