Wainwright,s Coast to Coast Walk

GB 13.7. – 25.7.2015

Auf dem zweitschönsten Weitwanderweg der Welt – so zumindest nach Meinung des Country-Walking-Magazines im Jahre 2004 –  begibt man sich, wenn man den  Spuren von Alfred Wainwright folgt, um in Nordengland von der Irischen See bis zur  Nordsee zu wandern. Auf der 190 Meilen oder 309 Kilometer langen Strecke quert man dabei drei Nationalparks und überwindet mehr als 10.000 Höhenmeter. Jährlich stellen sich tausende Wanderer dieser Herausforderung, um Teile der Strecke oder den kompletten Trail von St. Bees in der Grafschaft Cumbria bis nach Robin Hood,s Bay in Yorkshire zu absolvieren.

Wer war eigentlich dieser Alfred Wainwright? Der 1907 geborene Brite war gelernter Buchhalter und ein begnadeter Illustrator. Wainwright,s Passion war das Wandern. Im Laufe seines Lebens legte er mehr als 100.000 Meilen zurück. Begeistert von der Schönheit des Lake Districts entwickelte er die Vision einen Weitwanderweg zu entwickeln, der die Nationalparks Lake District, Yorkshire Dales und North York Moors verbindet, nach Möglichkeit jeden aussichtsreichen Berggipfel berücksichtigt und sich fern ab jeglicher Zivilisation befindet. Der Komplexität des britischen Grundstücksrechts geschuldet, dass es grundsätzlich nicht gestattet ist fremde Grundstücke zu betreten, war es eine besondere Herausforderung gangbare Passagen zu finden, um von der Irischen See im Westen zur Nordsee im Osten zu gelangen. 1974 publizierte der Engländer sein Skizzenbuch nebst akribischer Beschreibung, welches heute noch als Faksimileausgabe nachgedruckt wird und allgemein als Bibel für Coast-to-Coast Walker gilt.

Die Route  selbst wurde von Wainwright in zwölf Etappen eingeteilt, wo bei es sich bis heute um keinen offiziellen Fernwanderweg handelt. Grundsätzlich ist der gesamte Weg nicht markiert und unterliegt einem permanenten Wandel, abhängig von Jahreszeit, Witterungsbedingungen und bedarfsbezogener Umlegung eingelaufener Pfade durch lokale Farmer. So ist jeder Coast-to-Coast-Trail als Individualwanderung auszulegen, wobei es High-Speed-Walker gibt, die den kompletten Trail in acht Tagen absolvieren.

Einige Anbieter bieten dabei professionelle Unterstützung zur Durchführung dieses Trails. Wir entschieden uns für Sherpa Expedition um im Rahmen einer geführten Wanderung mit begleitendem Gepäcktransport auf einem komfortablen Niveau uns auf die Schönheit des nordenglischen Trails zu konzentrieren. Von Deutschland aus empfiehlt es sich über Manchester einzufliegen. Weiter geht es von Manchester Airport per Bahn aus über Carlisle nach St. Bees (sonntags via Whitehaven und von dort per Taxi aus nach St.Bees). Analog die Rückfahrt vom Zielort Robin Hood,s Bay. Hier fährt man per Bus nach Scarborough, dort via Bahn nach York und weiter zum Flughafen in Manchester. Ein Tipp: bereits zwei Monate vor Antritt der Reise kann man Online die Bahntickets erwerben und spart dabei 70 Prozent der Ticketkosten.

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Welcome in Manchester

Sonntag, 12. Juli 2015

Reibungslos und unproblematisch die Anreise nach St. Bees unter Nutzung der logistischen Kette Flugzeug-Zug-Zug-Taxi). Hochkomfortabel die Bahnticketentnahme am Bahnsteig des Flughafens. Nach Eingabe des Referenzcodes und Validierung durch eine Debit/oder Creditkarte spuckt der Prepaid-Ticket-Automat Reservierungskarten und Bahnkarten für Hin- und Rückfahrt aus.

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Prepaid Tickets: Online geordert und zum Schnäppchenpreis aus dem Automaten gezogen
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Und per Zug Richtung St. Bees

Während sich über Deutschland eine Brutglocke mit Temperaturen oberhalb von 30 Grad ausgebreitet hat, werden wir in St. Bees mit milden 17 Grad, leichtem Windgang und einem Wolken-Sonne-Wolken-Ambiente empfangen. Dank der vorausgegangenen Regenfälle erkennt man deutlich von der Küste die Gebirgszüge der 33 Meilen entfernten Isle of Man.

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Die Küste von St. Bees
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Steinvielfalt am Strand

Nachdem in der vorgebuchten Unterkunft das Gepäck abgelegt  ein Begrüßungs-Ale  verzehrt und ein Stadtrundgang  absolviert wurde, begrüßt uns unser Guide, Will Copestake zusammen mit zwölf weiteren Weitwanderbegeisterten. International die Zusammensetzung, spannend die Vorstellungsrunde. Sechs Australier, zwei US-Amerikaner, eine Kanadierin, eine Britin, zwei Norweger und wir zwei Hessen aus dem Vorderen Odenwald, so die Mixtur der aus neun Frauen und fünf Männer bestehenden Wandergemeinschaft, die in dreizehn Tagen England zu Fuß durchqueren möchte. Zwei Ausstralierinnen berichten von Ihren Erfahrungen bei einer Killimandscharobesteigung, das norwegische Pärchen war bereits im Himalaya unterwegs. Jack aus Los Angeles absolviert den C2C bereits das zweite Mal und die Britin Carol startet zum vierten Mal. Der ganze Trupp angeführt von einem 24jährigen Schotten, der sich als  Outdoorexperte entpuppt, ein weitgereister Weltenbummler ist und sich als Kenner von Land, Leute Natur und Kultur präsentiert. Allerbeste Voraussetzungen um aus diesem Schmelztiegel eine eingeschworene Wandergemeinschaft zu formen.

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Vorstellungsrunde am Vorabend

Vorurteilsbestätigend auch die Ersterfahrung, die beim abendlichen Dinner zum Tagesausklang gesammelt wird. Hatte die englische Küche im 19. Jahrhundert noch einen ausgezeichneten Ruf so gilt im Allgemeinen, dass die Küche langweilig, schwer verdaulich und mit unsäglichen Geschmackskombinationen belegt ist. So bestätigt die zum Abendgang kredenzte Tomatensuppe, die durchaus das Prädikat „Schlechteste Tomatensuppe der Welt“ verdient hätte, diese Einschätzungen. Gut gekühlt, wenn auch geschmacksschwach das eingeschenkte  Lagerbier. Auch in diesem Segment ist der Ruf des englischen Bieres eher schlecht.  Per se zu schal, wenig spritzig und zu warm so der allgemein verbreitete Tenor. Die Lagerbiere werden im Allgemeinen von ausländischen Großkonzernen gebraut und gut gekühlt ausgeschenkt . Je geringer der Alkoholgebiet (bspw. Alebiere um 3,5%) umso wärmer fließt der Gerstensaft aus dem Zapfhahn. Alles in allem anspruchsvolle Herausforderungen für die nächsten Tage.

 

Montag, 13. Juli 2015

St. Bees – Ennerdale

Und der Herr hatte ein Einsehen. Zum Start herrschen optimale Wetterbedingungen. Ein mächtiges Tief vom Atlantik breitet sich über das Festland aus, um das allseits bekannte englische Regenwetter zu entfalten. Vom Zentrum des kleinen Küstenortes geht es zunächst zur Irischen See. Der Wind bläst kräftig, die Niederschläge werden von Minute zu Minute heftiger, was grundsätzlich zu begrüßen ist, da wir ja schließlich für dieses Wetter bezahlt haben. So zumindest die optimistische Variante, die ich mit unserem Guide diskutiere.

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Start in St. Bees bei typisch britischem Wetter

Einer Tradition folgend nehmen wir bei Mile Zero Steine auf, um selbige am Zielort in Robin Hood,s Bay in der Nordsee zu versenken, Ich sinniere darüber, wie groß der Steinhaufen am anderen Ende sein muss, angesichts der nicht unbeträchtlichen Anzahl an Walkern, die Jahr für Jahr diesen Trail absolvieren. Üblicherweise taucht man hier auch die Wanderstiefel in der rauhen See an –angesichts der schon vorhandenen Aussenbefeuchtung verzichten wir darauf.Noch sind die Gesichter beim ersten Gruppenfoto bei Mile Zero entspannt,  welche Spuren der Trip in 13 Tagen hinterlassen wird, darauf darf man gespannt sein.

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Mile Zero an der Irischen See
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Harald aus Oslo hat sich seinen Stein gesichert
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Jedes Wetter hat seine Reize
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Hinauf zum Cliff mit Stephe aus Australien und Tammy aus Florida

Weiter geht es hinauf zum 75 Meter hoch gelegenen Cliff. Trotz wetterbedingter mangelhafter Sicht (üblicherweise kann man von hier aus die Isle of Man sehen) ist der Walk oberhalb des Cliffs spektakulär.  Vorbei an Fleswick Bay, einer kleinen Bucht mit herrlich ausgewachsenen Steinformationen queren wir herrliche Ginster bewachsene Pfaden um unterhalb St. Bees Lighthouse weiter auf dem Cliffweg zu wandern.  Auf der Höhe von Tarnflatt Hall zeigt uns Will ein schönes Brutareal von Vögeln, direkt in den Felsnischen oberhalb des Meeres. Das Areal um St. Bees gilt mithin als eines der größten Vogelparadiese in Europa.

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Bereits zum Start herrlichste Pfade entlang der Klippen
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…mit markanten Taleinschnitten im roten Sandsteinareal
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Spektakuläre Vogelnistplätze an der Irischen See
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Dieser Leuchtturm von St. Bees steht 1822, sein abgebrannter Vorgänger bereits seit 1718. Vor Umstellung auf Strom mußte der Leuchtturmwärter für das Feuer die Kohle auf den Turm bringen. Das Kohlenfeuer führte zu Klagen der Schiffseigner, da es bei windigem Wetter sehr unregelmäßig in der Stärke war und oft von dichtem Rauch verdeckt wurde.
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Die australischen Geschwister Kim und Vanessa – mit viel Freude dabei
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Prädikat: wunderbar – wandern oberhalb des Cliffs
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Public Foothpath

 Wir verabschieden uns von der See, die wir heute wetterbedingt nicht mehr sehen werden, und kehren zu einer kurzen Kaffeepause in einer Bar in Sandwith an. Das Klima mild  bei angenehmen 16 Grad. Hier ist die Hälfte der Tagesstrecke erreicht. Auf naturbelassenen Pfaden, vorbei an unzähligen Weiden und Schafen queren wir einen  Railway-Tunnel um das nächste Ort, Moore Row, einer ehemaligen Arbeitersiedlung der Kohlengrubenindustrie zu erreichen.  Weiter geht es durch Feuchtgebiete mit Sumpfcharakter nach Cleator, dem Little Ireland, dort wo früher irische Arbeiter in Eisenerzminen schufteten. Heute ist der größte Arbeitgeber die Atomaufbereitungsanlage Sellafield, die sich an der nahen Küste befindet. Mittlerweile hat der Regen aufgehört und die Sonne drückt sich langsam durch den dichten Wolkenverbund. Allemal sind alle Schuhe und Socken naß, was jedoch nicht daran hindert an einer idyllischen Steinbrücke bei Cleator eine Lunchpause abzuhalten.

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Walk and talk……
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The orange sheep – eine spezielle Rasse…..
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..und hier geht es lang…
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Kleiderstudie: Jack aus L.A. mit Handschuhen
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Kleiderstudie II: Kim aus Australien mit Rock
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Weideschutz: Sehr schmal gehalten die Brücken an den Übergangszonen
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Der Baumbewuchs zwar spärlich aber sehr markant
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Der alte Kohlewagen erinnert an die Blütezeit der Minen
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Langsam verzieht sich der Regen
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Einfach britisch: Selbst die Brückenbezeichnungen sind stilvoll
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Nach einem Regenguß wirkt alles frischer
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Typische Arbeitersiedlung in Moore Row
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Kreativwegweiser
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Who let the dogs out…..

Weiter geht es durch einen dichten Nadelwald zum höchsten Punkt der Tagesetappe dem 353 Meter hohe  Dent Hill, einem schönen Aussichtspunkt, Wetter vorausgesetzt.. Hier sollte man bei gutem  Wetter die Isle of Man, Schottland und den Lake District überblicken. Schneller als wir wandern können zieht ein mächtiges Wolkenband stetig aufwärts um den Aussichtshügel vollständig einzunebeln. Aussicht Null. Guide Will versäumt es nicht zu berichten, was wir hier alles sehen hätten können. Will entscheidet sich angesichts der massiven Bodendurchfeuchtung nicht den steilsten Abstieg der gesamten Tour zum Nannycatchgate zu bevorzugen, sondern über einen etwas längeren Bypass über ein dichtes Waldgebiet zu gehen.

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Lunchtime in Cleator
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Eines der wenigen C2C Beschilderungen
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Boggy conditions: Lackmustest für Jack
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Dent Hill – Sicht Null
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Beeindruckende Nadelwälder beim Steilabstieg von Dent Hill

Im Taleinschnitt eröffnet sich ein spektakuläres Panorama, wasserreich und eingebettet in imposanten Felsformationen. Auf einem schmalen Fußpfad, der parallel zur Districtstraße verläuft geht es hinab nach Ennerdale Bridge zum Shephard Arms, unserer Übernachtungsstätte, dort wo gutes lokales Lakeland Lagerbier aus dem Zapfhahn rieselt und wir eine ausgezeichnete Küche (!) genießen dürfen. Vorurteile sind auch dazu da, widerlegt zu werden!

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Nicht mehr weit bis zum Tagesziel

 

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Nannycatchgate ein herrlicher Taleinschnitt
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Typische Gräserkultur

 

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..yes we,ll do it….
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..und eins, zwei, drei im Gänseschritt…
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Welcome in Ennerdale
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ein wohlverdientes Dinner..
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Superb das Essen im Shephards Arm in Ennerdale

Herzerfrischend auch die internationale Zusammensetzung des Wandertrupps. Stephe aus Australien und Guide Will halten grundsätzlich deutsches Weißbier für das beste Getränk (gute Jungs), Tammy aus Florida bekennt, dass die heutige Tour mit 28 Kilometern und 880 Höhenmetern die Längste je von ihr gelaufene gewesen sei (Respekt!). Von Harald aus Norwegen lernen wir, dass der norwegische Begriff „bakerüs“ gleichzusetzen ist, mit „to have an hangover“, Jack aus Los Angeles behauptet steif und fest, dass Cola gesünder sei als Bier und Will unser Guide verinnerlicht sich die Bedeutung der Aussage „Ich bin unterhopft“. Ein außergewöhnlicher Expeditionstag geht zu Ende.

Traildaten:
27 Kilometer  –826 Höhenmeter Aufstieg-  –762 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 9:39-  Regendauer: 4h

 

Dienstag 14.7. 2015

Ennerdale- Stonethwaite

Groß-Britannien ist schon eine bemerkenswerte Insel, außerhalb jeder Norm. So auch am heutigen Tag  – Anachronismus pur. Heute erreichen wir das regenreichste Gebiet von ganz England, mit einem Jahresniederschlagswert im Durchschnitt von 200 cm und im Extremfall bis zu 600 cm. Wider jeglicher Erwartungshaltung startet der Tag trocken und endet in einen herrlichen Sonnentag mit exzellenten Fernblicken.

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Full English Breakfast – eine ordentliche Grundlage für eine ausgedehnte Tour
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Ready for walking: Keren and Louise aus Australien und Linn aus Norwegen
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Gut gelaunt in den Tag hinein

Zunächst geht es zum zwei Meilen entfernten Ennerdale Water. Bereits hier das erste Highlight des Tages. Eine außergewöhnliche Pfadführung, durchsetzt mit Wurzelstöcken, Mooshügeln, kleine Steinformationen entlang der Küste des Ennerdale Wasser, unterhalb des Berges Angler,s Crag geht es zum Robin Hood,s Seat, einem schönen Aussichtspunkt am See mit dem dahinterliegenden Bergpanorama. Ein kurzer aber anspruchsvoller Steigabschnitt verleiht der Passage dabei eine besondere Note. Zwei Meilen purste Wanderfreude entlang der Südseite des Gewässers.

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Will Copestake unser schottischer Guide läuft mit der Präzision eines Uhrwerks
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Abwechlungsreiche Pfade entlang des Ennerdale Waters
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..durchsetzt mit Farnen
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..durchtränkt mit kleinen Wasserfällen…
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..die bei Starkregen diese Passage unpassierbar macht
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…auf weiter auf  traumhaften Pfaden
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Landestypische Impression
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Achtsamkeit bei jedem Schritt ist unabdingbar
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..wo ist das Seeende….?
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Ein Blick zurück nach einem großartigen Ufertrail

Nach einem Breakfastbreak am Seeende geht es auf ruhigen Waldpfaden entlang des Flusses Liza durch einen Mischwald zur  kleinsten Jugendherberge Englands dem Black Sail,  einer ehemaligen Schäferhütte. An der Herberge selbst herrscht reger Betrieb. Eine Vielzahl von Wanderern sind unterwegs, wobei die Wenigsten den kompletten C2C absolvieren.

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Schöne Mittelgebirgspanoramen
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Wandern macht hungrig…..
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Guide Will in seinem Element

Nach einem ausgedehnten Lunch aus dem Rucksack geht es hinauf zum 600 Meter hoch gelegenen Grey Knotts, dem Lieblingsplatz von Wainwhright. Die Aussicht im regenreichsten Areal Englands sind an diesem Tag optimal.  Oben angekommen eröffnet sich ein unbeschreiblich schönes Berg/Seepanorama mit Blick zurück zum Ennerglade Lake, weiter Richtung Schottland über die See hinweg und linker Hand zum  Buttermere, einem weiteren See im Lake District. Fehlt nur noch eine zünftige Einkehrmöglichkeit an diesem Primiumplatz und es bestünde kein Grund mehr weiter zu gehen. Auf einem angenehmen Panoramapfad genießen wir die weiten Blicke in der umliegenden Mittelgebirgslandschaft.

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Einmal mehr bergauf
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Pyramidenhügel als eiszeitbedingte Restanten
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kein Wunder, dass am Ende des Tages 715 absolvierte Höhenmeter angezeigt werden
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Oben angekommen eröffnet sich ausgezeichnete Panoramablicke in den Lake District
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Der Lieblingsblick von Alfred Wainwright: Ennerdale Water links, Buttermere Lake rechts
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Bestes Wetter im Regenloch Englands
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… – und am Horizont die Irische See und Schottland

Weiter geht es zur Honister Mine – der letzten noch aktiven  Schiefergrube Englands mit dem vielleicht schönste Tal am Lake District übersät mit Farnen Felsen und Laubbäume und Blick auf die untenliegenden Weiler von Seatoller (der nasseste Ort in England),  Longthwaite, Rossthwaite und Stonethwaite. Hier beginnt auch offiziell der Lake District National Park. Die Ortsbezeichnungen –thwaite heißt übrigens Koppel.

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Auffahrt zur Honister Mine
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Die Gebirgsregion ist ein beliebter Übungsplatz für die britische Luftwaffe – nichts für schwache Nerven wenn urplötzlich eine Kampfmaschine über die Köpfe hinwegfegt
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Abwärts zum Honister Besucherzentrum
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Honister Visitorcenter
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ein Blick in die Werkstatt wo Schiefer bearbeitet wird

Abweichend von der „original“ C2C-Route wandern wir einen Bypass nach Stonethwaite um in einem 450 Jahre alten historischen B+B zu übernachten. Ein herrliches Haus, sowohl innen als auch außen. Die äußerst zuvorkommende Inhaberin berichtet, dass Sie nun seit 50 Jahren Wanderer im Hause beherbergt und dass es ihr eine ausgesprochenen Freude bereitet Gäste aus aller Herren Länder begrüßen zu dürfen. Sie selbst hatte nie Gelegenheit Wainwhright kennen zu lernen, berichtet jedoch, dass der englische Wanderexperte als verschroben und kontaktscheu galt und lieber mit Zeichenbrett am Hügel saß, als im Pub biertrinkend über die Schönheit des Lake Districts zu schwelgen.

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Wandergenuß pur
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Die typischen Steinmauern
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..und immer wieder außergewöhnliche Landschaftsbilder
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Stilvolles Ensemble gestaltet von Marianne aus Australien
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behind the wall
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es grünt so grün….
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Ausgelaufen……
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Strahlende Gesichter in einem herrlichen Umfeld
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Bemerkenswert: ein offener Doppeldecker im Regenloch Englands
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Knott,s View – 450 Jahre alt –

Feine Küche und gute Biere erwarten uns im benachbarten Pub. Besonders zu erwähnen der idyllisch gelegene Biergarten. Stephe unser Australier erinnert sich dabei gerne an die german beergardens und der unfassbaren Tatsache, dass in München mehr als 8.000 Menschen in Selbige sitzen. Ich erinnere ihn daran dass es nicht ungewöhnlich bereits Morgens Weißbier und Weißwurst zu verzehren, was Stephe veranlasst dem good old Germany den Status „Paradies“ zu verleihen“ Vanessa, ebenso aus Australien kommend stiftet im Vorgriff zu ihrem am Samstag kommenden Geburtstag eine gehaltvolle Schokoladentorte für die gesamte Mannschaft. Zum Tagesausklang schwingen die üblichen Verdächtigen das pint of beer um zu resümieren „it was a great day today“

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Happy Birthday Vanessa
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Feinste Küche im Langstrath County

Traildaten:
26 Kilometer  -715 Höhenmeter Aufstieg-  –719 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 9:46h-  Regendauer: 0h

 

Mittwoch 15.7. 2015

Stonethwaite – Grasmere

Ein Full EnglishBreakfast ist eine bodenständige Grundlage für jeden Wanderer und kompensiert dabei jedes Mittagessen. Sausage aus Cumbria, beans, ham, eggs, black pudding, tomatos, muchrooms, Treibstoff genug um die anspruchsvollste Wanderung erfolgreich zu bewältigen. Wer hingegen eine Stoffwechselverarbeitung wie ein Ventilator hat, wird gegen geringes Aufgeld zusätzlich mit einem Lunchpaket versorgt. Entsprechend besteht kein Anlaß zur Sorge im dünn besiedelten Gebiet nicht ausreichend versorgt zu werden.

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Knotts View: 450 Jahre alte – stilvoll eingerichtet – ein Traum
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Sensationell: Sonnen-Memorial im Regenloch!!
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Fitnesscouch Walter dynamisiert amerikanische Füße
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Stillleben im Lake District

Entlang der klassischen Seenlandschaft – so der heutige Wanderauftrag. Zunächst geht es stetig hinauf zum Lining Crag auf 542 Meter Höhe. Hier hat genießt man bei schönem Wetter herrliche Blicke bis hin zum Scafell Pike, Englands höchster Berg mit immerhin 978 Höhenmeter. Hier ist auch mit sumpfigen Gebiet zu rechnen, wenn es weiter aufwärts geht um die Kuppe des Greenup Edge zu überschreiten und herrliche Rundumblicke zu genießen.

Unfaßbar aber wirklich wahr. Im Nuklus des Regenlochs von Englands begrüßt uns bereits am frühen Morgen die Sonne. Schlichtweg traumhaft der Ausmarsch aus dem kleinen Weiler, vorbei an den landestypischen Steinmauern und herrlichen Wasserfällen. Entlang gut zu begehender steindurchsetzter Pfade  geht es stetig aufwärts über die Gebirsgroute Carl Crag, Gobson Knott zum Helm Crag mit seiner 360 Grad-Blickmöglichkeit auch bekannt unter der Bezeichnung The lion and the lamb , was auf die Formen mancher Felsen auf dem Gipfel des Hügels zurückzuführen ist.

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Ausmarsch aus Stonethwaith
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Doorkeeper Walter
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Schlichtweg ein Wanderparadies
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Along the wall
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Durch das Grünland
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Neue Impressionen hinter jeder Kurve
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..fernab der Zivilisation
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Naturgenuß: look and feel….

Der Wegverlauf dahin, da grundsätzlich ohne Wegmarkierung ausgestattet, ist durchaus tricky, wobei bei Schlechtwetterbedingung ohne Karte, Kompass, GPS eine Wegergründung nicht wirklich möglich ist. Mit Schlafwandlerqualität lotst uns Will unser Guide durch das wunderschöne Areal. Der Schlußanstieg zum Helm Crag gestaltet sich nochmals ambitioniert. Der Lohn der Arbeit: fantastische Aus- und Tiefenblicke auf das unten liegende Grasmere, dem geschäftigste Ort im Lake District.

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Wunderbar wanderbar
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A great place for meditation
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Hinauf zum Helm Crag
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Feucht wird es immer mal in diesem Landstrich
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Nicht ausgelastet: Kraxeleinlage von Will
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Postkartenblick auf Grasmere
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..bei allerbestem Wanderwetter

 

Über einen steil abgehenden Felsweg erreichen wir gegen 16.00 Uhr Grasmere – zur Freude unserer weiblichen Fraktion. Hier findet man auch den berühmten Gingerbread-Shop – Lebkuchen im Sommer eben. Man merkt schon, das es sich hier um einen touristischen Hotspot handelt. Zuvor noch mit müden Beinen belegt bewirkt der Anblick von zahlreichen Geschäften eine dynamische Vorwärtsbewegung bei unserer Damenriege. Shopping ist angesagt. Die australisch-norwegisch-deutsche Männerfraktion entschließt sich hingegen zu einem Pubcrawling um signifikante Unterschiede der ortsansässigen gastronomischen Einrichtungen herauszuarbeiten und darüber hinaus über das Leben im Allgemeinen und den Wandererlebnissen im Speziellen zu philosophieren. Linn, unsere norwegische Mitwanderin hat sich ein neues Paar Wanderstiefel im Rahmen einer Salesout Kampagne zugelegt, die sie am nächsten Tag, wo die höchsten Gipfel zu erklimmen sind testen möchte, wovon wir tunlichst abraten.

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Will auf dem „Lamb and Lion“ oberhalb von Grasmere
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Grün in allen Schattierungen
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Es muss nicht immer Hochgebirge sein..
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Einzig nervend der Geräuschpegel eines Kampfjets
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Linn aus Oslo übernimmt die Abstiegsführung
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Shoppinginstruktion: ..“and the best shop you,ll find in the Main Street on the left hand side…“
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Hinein nach Grasmere

In späten Licht der Abendsonne gibt es lagerbierbegleitend noch eine Lehrstunde zum Thema Sockenkunde, auch in Anbetracht, dass einige Mitwanderer über ein erhöhtes Compeedblasenpflasteraufkommen berichten und dass Tammy aus Florida Wollsocken für die Krönung der wanderfußtechnischen Ausrüstung hält. Erstklassig das Abenddinner im Red Lion, welches zur Best-Western-Gruppe gehört und als erstes Haus im Ort gilt. Kein Wort mehr über die angeblich „schlechte englische Küche“

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Unsere Unterkunft. Das Red Lion
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Grasmere ein nett anzusehendes Städtchen
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Gute Lokalbiere
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Keine Eichstrichprobleme: der englische Gesetzgeber fordert „full glass“
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Eine tiefenentspannte after-shopping-Runde

Traildaten:
13 Kilometer  -785 Höhenmeter Aufstieg-  -816 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 7:02 h-  Regendauer: 0 h

 

Donnerstag 16.7. 2015

Grasmere – Patterdale

Heute ist Bergtag. Sollte der Wettergott mitspielen, dann besteht die Möglichkeit aussichtsreiche Gipfel zu erklimmen. Im Optimalfall geht es via The Cape (841 m) über den Nethermost Pike (891 m) hinauf zum höchsten Punkt, dem Helvellyn (950 m) dem dritthöchsten Gipfel Englands, mit dem angeblichen besten Panoramablick am gesamten C2C, optional über die St. Sunday-Route, nach Ansicht unseres Guides Will die schönere Strecke. Im Worstcase  führt die kürzeste Route via Grisedale Valley Route, vorbei am Grisedale Bergsee  direkt nach Patterdale.

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Start in Grasmere

Der Online-Wetterchannel prognostiziert Regen, BBC-News gab am frühen Morgen Entwarnung. So waren die Voraussetzungen gut um wieder in einen erfolgreichen Wandertag zu starten. Zunächst waren gute 500 Höhenmeter, stetig bergaufführend zu absolvieren, um dann in ein herrliches Tal gehend Grisedale Tarn zu erreichen. Beflügelt vom mächtigen Windeintrag erreichte ich eine halbe Stunde vor dem Haupttross den Bergkamm. Auf der Piste einige wenige Wanderer, die sich auf den Weg gemacht hatten dieses Areal zu ergründen. Bis zur  Ankunft der Wanderteams hatten sich die letzten schweren Wolken verzogen und ein herrlich blauer Himmel komponiert im grünen Bergland ein außergewöhnliches Szenario.

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Blick zurück nach Grasmere
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Pro Tag gefühlte 134 mal – Gatter auf – Gatter zu
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und wieder geht es aufwärts
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Grünorgien wenn die Sonne herauskommt
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Mauerstudie
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Wasserfall unterhalb des Grisdale Tarns
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Lebensader Wasser ob fließend oder stehend….
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Dramtisches Wolkenszenario am Grisdale Tarn
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Stonejumper Stephe
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Harald: “ I could do with an emergency beer…..“

Wetterbegünstigt entschieden wir uns für die Bergroute via St. Sunday auf 841 Höhenmeter, dem höchsten Punkt unserer Gesamttour. Moderat der Anstieg, auch wenn felsig durchsetzt. Spektakulär die Aussichten am obersten Punkt mit den umliegenden Berg- und Seepanoramen. Eben Lake-District pur. Nach einem ausreichenden Genuß des Panoramas geht es abwärts, steilabwärts, sehr steil abwärts – 600 Höhenmeter hinab verteilt auf einer knappen Meile. Lieber vier mal diesen Pfad aufwärts gehend als einmal abwärts – so der einhellige Tenor aller Teilnehmer. Doch Jammern nützt nichts – ein Berg ist grundehrlich – wo es hinauf geht – geht es auch wieder abwärts.

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Auf der St. Sunday Crag Route
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Stumme Zeugen der Erdgeschichte
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Ab und an lohnt ein Blick zurück
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Millionen Jahre alter Faltenwurf
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Hinter jeder Kuppe neue Eindrücke
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Up up in the sky….
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Fantastische 360 Grad Blicke auf dem St. Sunday bei besten Wetterbedingungen
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Für diesen Blick müsste man normalerweise Geld bezahlen
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Was ein wundervoller Wandertag
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Hinab nach Patterdale am Ullswater
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Sehenswert die alten Tombstones bei Patterdale
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In case of any emergency do not hesitate…..
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Ein uriges Haus – unsere Unterkunft in Patterdale
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Wer die Wahl hat, hat die Qual…..
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Gemütlich wie ein Wohnzimmer

Jedoch die Strapaze lohnt sich. Gemeinsam mit Stephe, unserem australischen Bierexperten entere ich am Ortseingang von Patterdale den ansässigen Biergarten. Just an dieser Stelle wird der Begriff „Emergency-Beer“ geboren als Methapher für den Umstand einer drohenden Unterhopfung. Internationale Verständigung auf den Punkt gebracht. Frisch gestärkt erreichen wir in Patterdale unser Tagesziel, das White Lion. Eine Bilderbuchlokation – ein altehrwürdiges Pub, die Tische verranzt von Generationen, die Biere hervorragend, das Essen ausgezeichnet – Wohnzimmeratmosphäre pur. Hier könnte man der Versuchung unterliegen länger zu verweilen, jedoch unser Auftrag ist eindeutig – von Coast to Coast. Vis a vis ist übrigens der berühmteste Laden auf dem ganzen Trail. Im hiesigen Shop verkaufte Wainwright seine ersten Bücher über den C2C Trip. Mittlerweile ist eine ganze Batterie von Devolationen erhältlich – eine regelrechte Kultststätte für jeden C2C-Walker.

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Sehr sympathische Öffnungszeiten im White Lion
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Coast-to-Coast Souvenirs im gegenüberliegenden Laden
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Linn präsentiert das Desertangebot

Traildaten:
13 Kilometer  -785 Höhenmeter Aufstieg-  -816 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 7:02 h-  Regendauer: 0 h

 

Freitag  17.7. 2015

Patterdale – Shap

Heute verlassen wir den Lake District und erreichen der offiziellen Terminologie folgend den höchsten Punkt der gesamten Route, sofern man nicht bereits am Vortag den Höhenbypass absolviert hat, was bereits via St. Sunday erfolgte. Manch einer sagt, dass es sich um den schwierigsten Teil der gesamten Passage handelt, speziell bei schlechtem Wetter. „Sei vorbereitet, dass du am Ende des Tages müde bist“ – so der Wortlaut im Reiseführer. Unterwegs wird man bis Burnbanks auf keine Spuren der Zivilisation treffen.

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Jack is back – Infotafel für C2C Walker in Patterdale
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Startklar in Patterdale und eingerüstet für das schottische Tief
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Vorbei an den landestypischen Steinhäusern
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Zum Abschied aus Patterdale ein Regenbogengruß

Von Patterdale geht es hinauf zum Angle Tarn und dort auf den höchsten Punkt, zum Kidsty Pike. Bereits vorweggenommen – vielleicht der grandioseste Tag des gesamten Trails. Stilgerecht hat sich bereits ab dem frühen Morgen ein schottisches Tief über den Landstrich festgebissen und fegt mit einem orkanartigen Sturm durch den Lake District. In der ersten Stunde begleitet uns zunächst nur Regen, wobei es stetig aufwärts gehend auf den mittlerweile sattsamen bekannten Wegstrukturen (Sumpfgräser, Feuchtgebiete, felsige Wege) hoch zum 567 Meter hoch gelegenen Angle Tarn geht. Mittlerweile bläst das schottische Tief in Orkanstärke und zwar von vorne. Pressatmung ist angesagt – die ersten Rucksackregenbschutzummantelung werden vom Sturmtief weggeblasen. Immer wieder erschüttern abrupte Windböen die Standfestigkeit unseres Wandertrupps. Großes Wanderkino in einem unglaublichen Szenario.

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Harte Arbeit am Berg bei aufkommenden Windböen
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Von Minute zu Minute wird es böiger
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Harald fühlt sich fast wie zu Hause
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Verschnaufpause in einer Talsenke
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Eindrucksvolle Landschaft im Lake District
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Sanfte Hügel, lange Steinmauern und grün bis zur Bergspitze

Sekündlich wechseln die Landschaftsbilder. Mächtigste Wolkenverbände die in Höchstgeschwindigkeit durchrasen, Sonnenfetzen, die ein dramatisches Licht-Schattenspiel inszenieren schaffen eine außergewöhnliche Atmosphäre. Ab und an ducken wir uns hinter einer Steinwallmauer um kurz zu verschnaufen auf den Weg nach loben. Selbst die kilimandscharo- und himalayaerfahrenen Walker kommen mächtig in Puste. Am Gipfel angekommen muss der eingeplante Lunch ausfallen – schier unmöglich  sich auf beiden Beinen zu halten. Nur in extremer Schräglage ist es möglich sich fortzubewegen, was aber der allgemeinen Stimmung in keinster Art und Weise einen Abbruch tut.

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Sonne und Regen wechseln sich im Minutentakt ab
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Orkanböen auf dem Weg zum Gipfel
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Verschnaufpause an der Mauer
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und rechter Hand ein alter römischer Pfad
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Dichte Atmosphäre über Nordengland
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Flugexperte Will im Luftkanal
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Harte Arbeit gegen den Wind
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Spaß macht es aber trotzdem…
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Moderater der Windeintrag am Bergrücken
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Dennoch ist der Abstieg durchaus anspruchsvoll
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Blick auf Haweswater
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Nach harter Arbeit am Berg ist die Lunchpause mehr als verdient
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Wasser von oben und aus allen Ecken

Ebenso anspruchsvoll bei diesen Wetterverhältnissen, der Weg abwärts. Keine leichte Sportsaufgabe, da das gesamte Areal regelrecht durchfeuchtet ist – Will unser junger Guide führt uns aber professionell durch die nicht wirklich überschaubare Wegstruktur hindurch und hinab zum Haweswater Reservoir, ein Stausee mit 28 Mio Kubikmeter Fassungsvermögen der die Wasserversorgung bis zum Großraum Manchester sicherstellt. Der Buchautor Alfred Wainwright beklagte seinerseits den Bau der Staumauer und die Überflutung des Tals. Die Täler um das Haweswater Reservoir sind übrigens die einzige Region in England, in der Steinadler nisten. Bald ist der Haweswater erreicht. Am See legt sich der Sturm, die Regenwolken sind fortgeblasen, die Sonne drückt durch, ein idealer Zeitpunkt für eine Lunchpause

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Das Wetter beruhigt – ideal für eine entspannende Uferwanderung
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Angenehme Pfade am Wasser
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und abwechslungsreich..
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ein dezenter Hinweis: Foothpath C2C

Im dahinter liegenden Burnbanks ist eine Haussiedlung anzutreffen, bestehend aus Stahlskelettbungalows, die für Arbeiter des Staudamms errichtet wurden. Mittlerweile scheint die Sonne bei sehr angenehmen 18 Grad, – ein ideales Wanderwetter.

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Die Arbeitersiedlung in Burnbanks
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zur Abwechslung wieder etwas Gymnastik
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..und weiter durch einen idyllischen Waldabschnitt
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Ab und an ein wenig Flora
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Flussidyll Richtung Shap

Durch Gras- und Weidefelder geht es vorbei an Shap Abbey, das als Englands letzte Abbey 1199 errichtet wurde – und die letzte, die 1540 zerstört wurde. Besonders bemerkenswert der Service am Klosterareal. Eine große Getränkebox mit einer Kasse des Vertrauens ermöglicht den ankommenden Wanderer im herrlichen Klosterumfeld ein „Emergency-beer-break“ einzulegen. Dankbar wird das Angebot angenommen.

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über kurzgeschorene Rasenflächen – Weideschafe sei Dank
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In der Nähe von Bampton
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Über die Packhorse Bridge
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Reste vergangener Zeiten
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Längst vergessen ist das schottische Orkantief
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Welcome Abbey Shap
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Fast 900 Jahre alt – das weitläufige Areal von Abbey Shap
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und immer noch nagt der Zahn der Zeit

Zwei Meilen weiter ist Shap die alte  Bergwerksstadt, die für das rosa Granit bekannt geworden ist erreicht. Einfach, aber gut und preiswert die Verköstigung im ortsansässigen King Arms Hotel.  In der abendlichen Nachbetrachtung blicken wir entspannt auf einen wunderbaren Wandertag zurück. „Lykkelig og tilfreds“ so im norwegischen Kontext der Zustand aller Teilnehmer. „Lykkelig og tilfreds“ – glücklich und zufrieden auch der Zustand von Linn, die erfolgreich ihre neu erworbenen Wanderschuhe eingeweiht hat. So sind sie halt die Skandinavier: taff und zielorientiert.

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Eingeduckt in der Talsenke, das Kloster von Shap aus gesehen
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und zum Schluss ein entspannter Auslauf

 

Traildaten:
28  Kilometer  -1.144  Höhenmeter Aufstieg-  -1.033 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 09:08 h-  Regendauer: 1 h

 

Samstag  18.7. 2015

Shap – Kirkby Stephen

Entschleunigung ist angesagt. Statt auf steinigen Wegen die Hügel zu erklimmen, geht es heute auf gemäßigtem Niveau entlang schöner Graswege vorbei an den typischen Kalksteinfelsenbefestigungen der einzelnen Grundstücksparzellen. Weitreichend die Blicke in die dünnbesiedelte Landschaft der Grafschaft Cumbria. Von Shap geht es zunächst nach Oddendale, dort wo zwei konzentrische Steinkreise, die mehr als 6.000 Jahre alt sind zu sehen sind. Weiter geht es zu einem Steinhügel namens Robin Hoods Grave die 268.te Grabstätte  des legendären Mannes, die man in England entdeckt hat.  Das Wetter annehmbar, ein wenig Regen, der aber Dank des stetigen Windes rasch hinwegzieht.

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Querfeldein ab Shap – aber immerhin ein inoffizieller Weg – authorisiert vom Farmer
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Hier etwas deutlicher ausgewiesen
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Eindrucksvoll die Landschaft

Weiter geht es einen Bypass nehmend nach  Orton, dort wo eine außergewöhnliche Schokoladenfabrik, Kennedys Chocolate Factory beheimatet ist.  Zeit um einzukehren in einem angeschlossenen Cafe.  Von hier aus  geht es Richtung Sunbiggin Tarn vorbei an sehenswerten Weideland und Moorgebieten, einem bedeutenden Vogelschutzgebiet.  Weiter führt der Weg Richtung Smardale, Das Areal genießt  insbesondere bei Archäeologen einen Weltruf.

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Steinfragmente aus der Gletscherära
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und hier ein markanter Monolith – weitgetragen vor Millionen Jahren
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Ruhige Wanderung durch eine weitreichende Heidelandschaft
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Eines der vielen vermeintlichen Grabstätten von Robin Hood
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Ordnung herrscht schon in den Parzellen
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Große Auswahl im kleinen Orton
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Breakfast, Lunch oder Brunch – je nach Sichtweise
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Alte Bausubstanz in Orton

Sehenswert auch das von weitem sichtbare  mächtige Viadukt. Von hier aus sind es noch vier Meilen bis nach Kirkby Stephen. Sehenswert ist die rote Sandsteinkirche des Abbys, und die in Schafsform ausgestalteten Steinsitze vor dem Visitor Center. Augenfällig, dass gefühlt in der Kommune jedes vierte Haus zum Verkauf steht. Landflucht aus Nordengland? Wir sind gerne hier in diesem wunderbaren Landstrich.  Interessant auch, dass mittlerweile zwei Kirchen zweckentfremdet wurden, als Hotel bzw. als Supermarkt.

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Wanderer, hüte dich für dem Bullen…
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Typischer C2C-Pfad
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Eine typische Steinfossilie
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Herrliche Musterung auf der Weide
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Will still on the path
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Blick auf die Smardale Bridge
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Brückenpause
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Blick auf das Smardale Gill Viaduct
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und hoch das Bein
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Noch eine halbe Meile zum Zielort

Im Red Bull geht es abends hoch her. Unsere australische Wanderfreundin Vanessa, die heute einen runden Geburtstag zu feiern hat, wird gebührend gefeiert. Die weibliche Kreativitätsabteilung unter Federführung der Britin Carol und der Norwegerin Linn haben sich einiges einfallen lassen, um Vanessa einen unvergesslichen Abend zu zelebrieren.

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Jolly Farmers, die heutige B+B Station
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Ortszentrum Kirkby Stephen
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Ungewöhnliche Schafssitzbänke
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Und die mächtige aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche

Traildaten:
33  Kilometer  -848  Höhenmeter Aufstieg-  -909 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 08:57 h-  Regendauer: 1 h

 

Sonntag  19.7. 2015

Kirkby Stephen – Keld

Frühstart in Kirkby-Stephen. Entgegen der an und für sich präzisen Wettervorhersage von BBC-News scheint wiederum die Sonne. Herrlich die Pfade durch saftig grüne Weidelandschaften mit hervorragenden 360-Grad-Blicken.

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Fehlt nur noch das Evening Beer…
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Antreten zum Abmarsch
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und auf geht zu einem neuen Wandertag
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Bald ist Halbzeit….
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Scheinbar beste Voraussetzungen für ideale Wetterbedingungen zu den Nine Standards
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Faltige Bergkuppe
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Eine Superstimmung am Trail

Vorbei an einem Steinbruch geht es hoch hinauf zu den 662 Meter hoch gelegenen „Nine-Standards“ dort wo die berühmten Stein-Obelisken stehen. Ungeklärt die Herkunft und deren Bedeutung. Waren es Außerirdische, Sekten oder Landvermesser.  Allemal befindet sich hier oben auch  eine der bedeutendsten Wasserscheiden Englands. Von hier aus entwässern alle Flüsse ostwärts Richtung Nordsee. Optimistisch betrachtet geht es ab hier nur noch abwärts. Vom Grafschaft Cumbria wechselt man hier in den Distrikt Yorkshire.  Mit jedem Meter den wir in Höhe gewinnen verdichten sich die Wolken. Am Top angekommen herrschen einstellige Temperaturen, ein eisiger Wind fegt über den Bergkamm, die sonst gut sichtbaren Steinboliden tauchen ab in Wolkenfetzen. Stephe aus Australien hat blitzeblaue Hände, so einen Zustand ist er aus seiner Heimat nicht gewohnt. Erfrischend jedoch der Gedanke, dass unterdess im heimatlichen Südhessen eine Hitzeglocke von über 35 Grad das Leben dort unerträglich macht.

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Jahreszeitbedingte Erosionen erschweren die Wegführung
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Innerhalb weniger Minuten schwenkt das Wetter um
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Eine gewaltige Sturmböe nimmt Anlauf auf den Gipfel der Nine Standards
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Zehn Minuten später – ein regelrechter Temperatursturz…
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..und einer Schweinekälte….
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Drei von neun

Angesichts der Wetterlage ist ein längerer Aufenthalt auf dem Plateau, wo sich die Nine Standards befinden nicht zweckmäßig. So konnten wir nicht der Empfehlung Wainwrights Folge leisten, der zum Kapitel Nine Standards anmerkte: „If you are carrying a can of beer prepare to drinkt it now“. Besonders beeindruckend sind die hier verbreiteten Torfmoore mit ihrem sumpfigen Gebiet. Will informiert uns über die Eigenheiten der Flechtengrases in diesem Areal, die besonders typisch sind. Die hellgrünen Gattungen saugen sich wie Schwämme voller Wasser und wurden in Kriegsjahren als Verbandsmaterial zur Wundversorgung aber auch als Getränkespeicher herangezogen. Tyckisch die Struktur dieses Gewächses. Tritt man auf die entsprechenden Grasschwämme so kann man bis zu zwei Meter einsacken – nicht wirklich angenehm.

In diesem Sumpfgebiet gibt es drei farblich markierte Routen, die in Abhängigkeit des Wetters angegangen werden sollten. Wegmarkierung und Spurlese absolute Fehlanzeige. „Boggy“ – auf deutsch siffig das ganze Moorgebiet. Naß, kalt, feucht und glitschig – auch das gehört zum C2C-Trail. Mit traumhafter Sicherheit führt uns Will durch die nicht markierte und auch nicht durch Fußspuren nachvollziehbare Pfade, hakenschlagend durch das eindrucksvolle Moorgebiet auf der May-Juli-Route. Selbstredend, daß kein Schuh trocken und sauber bleibt.

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Vorher Sonnenschein – jetzt frostige Temperaturen bei eisigen Böen
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Komplexe Wegführung durch das Moor- und Schlammgebiet – absolut nichts für Schönwetterwanderer
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Locker flockig führt Will die Gruppe durch das faszinierende Areal
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der erste und einzige Streckenhinweis… der Rest… Glückssache

200 Meter weiter unten eröffnet sich ein traumhafter schöner Talabschnitt mit herrlichen historischen Steinmauern und alten Steinhäusern. Mittlerweile hat sich der Regen verzogen, die Sonne und der blaue Himmel setzen sich durch. Ravenseat ist erreicht. Auf der Farm, gemanagt von einer kinderreichen Familie gibt es  guten Tee und leckeren Kuchen. Ein absolutes Idyll fernab jeglichen Massentourismus.

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..und der Herr schickt ein Zeichen
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Kurs Ravenseat
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—puuh war das anstrengend
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The next generation in Ravenseat
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zur Belohnung etwas Süßes
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im Tal herrscht wieder eitel Sonnenschein
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Restroomidyll
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…steht gut im Futter in einem idealen Umfeld
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Frisch gestärkt geht es Richtung Keld

Nach einer ausgedehnten Pause ist das Tagesziel Keld erreicht. In der Blütezeit der Minen Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Kommune  6.000 Einwohner.  Außwergewöhnlich unsere Tageslokation, eine ehemalige Jugendherberge, die Keld-Lodge. Eine Oase der Entspannung die Lounge des Hauses. In schweren Sesseln sitzend genießen wir das hervorragende Black-Sheep-Dark-Beer debattieren in Herrnclubmanier über das Universum und über die Moorkonsistenz in England und erfreuen uns im Anschluß auf ein hervorragendes Dinner. Besonders zu erwähnen gilt, daß das Haus ausschließlich von einer Männerriege geführt wird, und das auf hochprofessionellem Niveau.

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Verlassene Täler
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…mit weitreichenden Ausblicken…
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…und herrlichen Wanderbedingungen…
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..in einer wasserreichen Region….
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Welcome in Keld,s Lodge
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Ein schmackhaftes Gebräu, wenn auch mit reduzierter Drehzahl
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Küche vom Feinsten in der Keld,s Lodge

Traildaten:
19  Kilometer  -868  Höhenmeter Aufstieg-  -720 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 06:03 h-  Regendauer: 2 h

 

Montag  20.7. 2015

Keld – Reeth

Wilde Moorlandschaften mit verlassenen Minen als Zeichen der alten Industriekultur bestimmen die heutige Wegführung. Bei schlechtem Wetter gibt es auch eine Alternativroute über Gunnerside, wobei sich unser Guide Will für eine dritte Variante entschieden hat.

Die Wetterbedingungen an diesem Tag sind ideal. Nach einem herrlichen Full English Breakfast in der ausgezeichneten Keld Lodge geht es bei herrlichen 17 Grad und Sonnenschein durch die Ortsmitte des kleinen Weilers Keld. Sehenswert das mit viel Engagement und Herzblut eingerichtete Dorfmuseum im alten Schulhaus.

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Lunchpaketservice
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Happy Breakfastteam in Keld,s Lodge
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Gut gerüstet für den Start
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Die einzige elektronische Verbindung zur Außenwelt: Telefonzelle statt Mobilfunk
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Hinab in das Ortszentrum von Keld
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Zuversichtlich: eine Sonnenuhr im Regenloch
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…und nebenan High-Tec
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Ein Richtungsweiser für die nächsten Meilen

Nachdem man den ersten Hügel erklommen hat, begegnen uns die ersten Ruinen aus dem 18. Jahrhundert. Am Crackport Hall ist eine alte Steinmühle, die am Ende der Produktionskette der Steinbruchanlagen stand, zu besichtigen. Entlang des Flusses Swale, der uns bis Richmond begleiten wird, eröffnet sich ein herrliches Tal. Würde man sich hüben und drüben Weinberge dazudenken, so könnte man meinen, daß man durch das heimische Rheintal wandert. Auf Traumpfaden, vorbei an zerfallenen Steinhütten erreichen wir in einer Talsenke Muker, wo sich ein putziges Teehaus befindet. Zeit genug für eine adäquate Kaffeepause.

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Heute sind es nur übersichtliche 325 Höhenmeter
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Restspuren der Industrialisierung an der Steinmühle
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Herrlicher Täler entlang des Flußverlaufes des River Swale
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Echt British
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Australischer Powertrupp
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Lady Carol als Doorkeeperin des Tages
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und weiter geht es Richtung Muker
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Stephe behind the wall
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Ein schönes Plätzchen für eine Teepause
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..inmitten einer Bilderbuchlandschaft
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Das Ortszentrum von Muker
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Der örtliche Händler in Muker
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…it,s Teatime
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weitverbreitete Übernachtungsalternative B&B

Weiter geht es durch eine wahrhafte Steinmauernkaskade die eine Weide nach der anderen abtrennt. Mittlerweile sind wir geübte Experten in der Querung entsprechender Holzgattern, die es, je nach Konstruktionsart, in verschiedenster Art und Weise zu überqueren gilt. Vorbei an tausenden von Yorkshire-Schafen machen wir eine Lunch-Pause in Gunnadale. Einen kleineren Waldabschnitten entlang idyllischer Wurzelpfade folgend entscheidet sich Will die Talseite zu wechseln, eine vortreffliche Entscheidung, da hier auf guten Wegen, asphaltlos unser Trail fortgesetzt werden kann. An der „Swinging Bridge“, kurz vor Reeth entscheidet sich unsere Iron-Woman Linn zu einem ad-hoc-Kurzbad im River Swale. Nichts ungewöhnlich für die kälteerprobte Norwegerin, die selbst im Winter Eisflächen aufhackt um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Was sind wir doch für Weicheier.

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ab und an ist ein Stück Asphalt unvermeidlich
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Klares Wasser im River Swale
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Let,s have a Lunch in Gunnadale
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Kim (r.) Spezialisten zur Nutzung jedweder Sitzgelegenheiten
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Mauer an Mauer – und alle wollen durchquert werden
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Vorsichtig Fußgänger kreuzen!
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und Noeline aus Canada im Eilschritt über das Wasser
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Britisches Landidyll
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Let,s cross the swinging bridge

Schwer beeindruckt von diesem Outdooreinsatz erreichen wir Reeth, welches malerisch im grünen Farmland eingebettet ist.  Das Zentrum, in Form eines Kubus angelegt hat eine gute Quote an Pubs und Beherbergungsmöglichkeiten. Ausgezeichnet unsere Lokation Bucks Hotel ausgestattet mit einer hervorragenden Bar und einer sehenswerten Auswahl an lokalen Bieren. Ebenso von hoher Qualität das abendliche Dinner.

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Ortskern Kelds mit einer hohen Pubdichte
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Neuer Empfangschef im Hotel The Buck
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..mit einer wohlsortierten Bar

Traildaten:
21  Kilometer  -325  Höhenmeter Aufstieg-  -459 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 07:04 h-  Regendauer: 0 h

 

Dienstag 21.7. 2015

Reeth – Richmond

Auch wenn morgens noch leichter Niesel angesagt ist. Geruhsamer geht es heute zu beim Wandern durch das schöne Swaledale entlang der typischen Kalksteinmauern – als typische Dry-stone-wall-Wanderung zu. Zunächst geht es hinauf nach Marrick, dort wo das alte Priorat Marrick Priory zu sehen ist, welches allerdings nicht mehr besichtigt werden kann, seitdem ein Outdoorpark dieses Areal erworben hat. Von hier aus gehen wir den alten Nonnenweg, ein Pfad zum ehemaligen Abbey hinauf, welche Nonnen mit 375 Stufen gebaut hatten.

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Leichter Niesel zum Tagesstart in Reeth
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Jede Minute ein Snapshot – Louise mit ihrer GoProcam
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Deutsch-Norwegisches Sangesduo am frühen Morgen – zur Freude vom Australier Stephe
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Gepflegte Sitzbankkultur in Reeth
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und ansonsten ein sehr aufgeräumtes Städtchen
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Sportlich sportlich – auch im fortgeschrittenen Alter
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Heute geht es sehr entspannt zu
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Rucksackdekoration
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die letzten Wolken verziehen sich
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Die Reste der Marrick Priory
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und hinauf geht es auf insgesamt 375 Steinstufen

Weiter geht es durch die sanfthügelige Landschaft nach Marske. Hier legen wir einen Happy-Birthday-Lunchbreak ein, denn Louise, unsere Australierin feiert heute Geburtstag.  Auf moderaten Wegen erreichen wir am frühen Nachmittag Richmond. Die knapp 9.000 Einwohner zählende Stadt wird geprägt durch das 1086 erbaute Richmond Castle und ist die größte Stadt am gesamten Trail. Man mag natürlich geschockt sein, angesicht der Betriebsamkeit  die in der Stadt herrscht und angesichts der vorhergehenden Wandererlebnisse in freier Natur. Jedoch Richmond ist allemal einen Besuch wert.

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Achtung wilde Bullen….
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Letzte Instruktionen: …und wenn der losrennt… lauft um Euer Leben…..
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Diese Vertreterin ist eher zahm, so lange kein Nachwuchs in der Nähe ist
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Auf Wainwright,s Spuren
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..und schon wieder Pause
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Die Ortsgrenze von Richmond ist erreicht
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Richmond Castle von oben
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Richtung klar?
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Lieber schlecht gesessen als gut gelaufen….
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Vorsicht Deutscher Schäferhund
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Altes Gemäuer in Richmond

Untergebracht sind wir im einem ehemaligen Brauereihaus, welches wunderbar restauriert und in ein außergewöhnliches Hotel umgebaut wurde. Zwei Nachteile sind hier in Kauf zu nehmen: Bier wird im Alten Brauhaus schon lange nicht mehr ausgeschenkt, und um in die Altstadt zu kommen ist ein Steilanstieg in Kauf zu nehmen, was uns aber nicht daran hindert die außergewöhnliche Festungsanlage der Stadt zu besichtigen um dann einzutauchen in die absolut sehenswerte Altstadt.

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Die Alte Brauerei
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Walter – Spezialtherapeut für müde australische Füße
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Das Zentrum von Richmond
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Ein Zwischenstopp im Rahmen der Stadtbesichtigung
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Historisches Mauerwerk
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..mit schönen Stadtaussichten
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die Reste des alten Schlosses in Richmond
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Komfortabler Gepäcktransport mit dem Sherpa Van

Richmond wurde von einem Bretonen gegründet, dann vereinigt mit dem Fürstentum Wales und war dann Gegenstand von Unruhen, die in den Englischen Bürgerkrieg mündeten. Zunächst siedelte sich hier die Textilindustrie an, anschließend prägte der Bleierzabbau die Wirtschaftskraft der Kommune. So genießen wir den heutigen Tag mit anschließendem Kulturprogramm um uns mental auf die längste Strecke des gesamten Trails vorzubereiten.

Traildaten:
17  Kilometer  -412  Höhenmeter Aufstieg-  -510 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 05:54 h-  Regendauer: 0 h

 

Mittwoch 22.7.2015

Richmond – Osmotherley

Endlich wieder eine Tour in Marathonqualität. Die längste und flachste Etappe des gesamten Trails, die von Yorkshire Dales bis zum North York Moors National Park führt. Herrlicher Sonnenschein und ein cumuluswolkenbeherrschter blauer Himmel bestimmt das heutige Wanderszenario. Vier Mitwanderer entscheiden sich heute angesichts der Streckenlänge eine Wanderpause einzulegen um sich via Sherpavan zum Tagesziel transportieren zu lassen. Aus Richmond heraus geht es entlang des Flusses Swale, vorbei an Catterick, wo eine Garnison stationiert ist, nach Boltton on Swale, wo an der Kirche ein zweites Frühstück eingenommen werden kann.

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Marianne, Carol und Noeline genießen die Morgensonne
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Ein Blick zurück auf den Festungsturm in Richmond
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Keren, Marianne und Walter zackig im Schritt auf der Marathonstrecke
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Ein „offizieller“ C2C-Abschnitt
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Powerwalker Walter gibt die Schlagzahl vor
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Mitten durch das Korn
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Feldhasen ohne Ende
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Toll und nun?
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In the army now

An der Kirche erinnert  ein Monument an Henry Jenkins, der immerhin 169 Jahre alt wurde…. sagt man zumindest.  In der Kirche selbst ist für den durchreisenden Wanderer und Pilgerer ein exzellenter Service eingerichtet. Gegen eine kleine Spende kann man sich in der Kirche einen Kaffee oder einen Tee selbst zubereiten.

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St. Marys Church in Bolton on Swale
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Unglaublich 169 Jahre!
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Und hier das Memorial von Henry Jenskins, dem Methusalem Englands
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Farmers order
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Noch vier Meilen bis Danby Wiske
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Quer durch weitgezogenes Farmland
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Akkurate Rasenpflege am Bolzplatz

Nach einer ausgedehntenRrast inmitten der zahlreichen historischen Tombstones  wandern wir auf einer unvermeidlichen zwei Meilen langen Asphaltstrecke nach Danby Wiske zum örtlichen Pub mit Kultcharakter am C2C Trail. Hier sind mittlerweile mehr als  20 Gästebücher von durchkommenden Wanderern hinterlegt. Gemeinsam mit Stephe entscheide ich mich nach 22 Kilometern ein wohlverdientes Wanderale zu bestellen, nachdem der Australier bemerkte, dass es nun an der Zeit wäre ein Emergency-Bier zu sich zu nehmen.

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Caution Walkers
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Erste Anzeichen einer dramatischen Unterhopfung….
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..doch die Rettung naht…
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…und die Halsmuskeln entzerren sich deutlich
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Vanessa entspannt sich dagegen bei einem guten englischen Tee
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Gute Literatur im Bücherschrank des Kultpubs

Weiter geht es zunächst auf einer verkehrsarmen Zubringerstraße  um dann über Pferdekoppeln, Weideflächen für Kühe und Schafe bei mittlerweile einsetzenden Nieselregen den Coast to Coast Pfad Richtung Osmotherley zu verlassen. Auf Anhöhe der Sydal Lodge genießen wir bei mittlerweile wieder aufgeklartem Himmel eine exzellente Rundumsicht in das weite Yorkshireland. Vorbei an Oaktre Hill muß die A19  gequert werden, das größte Abenteuer des Tages. Würde in Deutschland jemand wagen eine vierspurige Schnellstraße zu queren, Polizeieinsatz und Verkehrsmeldungen im Radio wären sicher. Methodisch vorgehend queren wir zunächst eine zweispurige Fahrbahnhälfte um am schmalen Mittelstreifen die Querung der nächsten beiden Spuren anzugehen.

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Nach wie vor mit einer guten Schlagzahl auf der Piste
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Funny Louise
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Außergewöhnliche Baumskulptur
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Schon heftig die Highway-Querung

 

Entpannt wandern wir zum  zur  Mount Grace Priory um dann nach einem Kurzanstieg durch einen Waldabschnitt Osmotherley zu erreichen. Schmuck anzusehen die alten Steinhäuser in der Kommune. Besonders zu erwähnen ist die ausgezeichnete Marschdisziplin des gesamten Teams. Nach neun Stunden und sattsamen 40 Kilometern ist der größte Tagesabschnitt gut bewältigt. Wohl verdient das abendliche Wanderbier in der ausgezeichneten Restauration Golden Lion, welche auch auch eine sehr gute Küche beherbergt.

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Mount Grace Priory
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Nach 39 Kilometern ist Osmotherley erreicht

Traildaten:
39  Kilometer  -482  Höhenmeter Aufstieg-  -402 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 09:33 h-  Regendauer: 1 h

 

Donnerstag 23.7.2015

Osmotherley – Blakey

Vielleicht der spektakulärste Wandertag auf dem gesamten Trail – und die Strecke hatte es wirklich in sich. 32 Kilometer mit sage und schreibe 1.300 Höhenmeter. Hervorragend die Wetterbedingungen. Das Dreigestirn Sonne, blauer Himmel und Cumuluswolken sorgen für ein perfektes Wanderszenario.

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Beste Voraussetzungen für einen Start in einen erfolgreichen Tag

Zunächst geht es durch das North York Moor, dem dritten Nationalpark auf dem Gesamttrail. Man sagt hier befindet sich das weltgrößte Heidekrautareal. Durch ein Waldgebiet geht es weiter durch das Scarth Wood Moor vorbei am Huthwaite Green hinauf zum Live Moor und weiter zum Carlton Moor.  Bereits hier sichten wir erstmals die Nordsee. Angesichts der Wetterlage ist selbst unser Führer Will verblüfft, denn so nah hat er die See noch niemals von diesem Punkt aus gesehen.

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Deutlich flacher ist es zunächst im York North Moor
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Eine Einstimmung auf die weitflächige Heidelandschaft
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Bald ist die erste Anhöhe verbunden mit exzellenten Weitblicken erreicht
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Herrliche Farbenspiele im Sonnenlicht
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Fünf Hügel mit insgesamt 1.200 Höhenmeter wollen heute erklommen werden
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..und hinter dem Spitzkegel auf 12 Uhr befindet sich die Nordsee
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Nach über 200 Kilometern noch gut in Schuß
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Da ist jemand nicht ausgelastet….

Danach ist eine Kaffeepause im Lord Stones Cafe in Carlton Bank angesagt. Weiter auf- und abwärts geht es durch  das Cringle Moor, Broughton Bank und White Hill Am White Hill gibt es Sandsteinformationen zu sehen, die Wainstones genannt werden und von einer Bergkletterschule aktiv genutzt werden. Von hier genießt man großartige Tiefen- und Rundumblicke – ein absolutes Erlebnis für Wanderer. Einzig die Steilabstiege von den jeweiligen Hügeln erfordern einen hohen Kräfteeinsatz.

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Von nun an folgen wir dem Cleveland Way
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Achterbahnmäßig – ständig auf und ab im Mittelgebirge
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.Der Lohne der Arbeit:  herrliche Panoramablicke

der Lohn der Arbeit

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Auch die vermeintlich karge Landschaft hat ihre besonderen Reize
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Klare Sicht nach den vorausgegangenen Regenfällen
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gangbar auf komfortablen Steinpfaden
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Am trigometrischen Punkt mit Blick Richtung Nordsee
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und hier mit bloßem Auge zu erkennen – die Küste der Nordsee
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und gerne lässt man hier die Blicke über die Landschaft schweifen
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Summit Nummer 4: hinauf zu den Whaitstones
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Imposante Felsformationen am Top
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Solche Höhenzüge kennt Jack nicht – an der Venice Beach in L.A. ist es deutlich flacher
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Mächtige Felsboliden auf Cringle Moor, „the finest elevation“ wie Wainwright zu beschreiben wusste
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Will genießt die Felswelt
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Eine gute Gelegenheit für eine kurze Rast

Anschließend geht es durch Moor- und Heidegebiete einer alten Eisenbahnstreckenlinie folgend, die in den 30 Jahren stillgelegt wurde und heute eine ausgezeichnete Piste mit fantastischen Ausssichten auf das weltweit größte zusammenhängende Heidegebiet darstellt.  Gemeinsam mit der australischen High-Speed-Walkerin Keren erreiche ich nach 1 ¾ Stunden das zwölf Kilometer entfernte Tagesziel in Blakey. Außergewöhnlich die faszinierenden Landschaftsbilder im weitläufigen Areal – ein Postkartenidyll jagt das andere.

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Die Bergwelt haben wir hinter uns gelassen – nun geht es flach weiter
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„No beer within the next eight miles“
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Meditatives Wandern in der Stille der Heide
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Masterwalkerin Keren aus Australien gibt mächtig Gas auf der alten Eisenbahnstrecke
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und gegenüber faszinieren eindrucksvolle Landschaftsbilder
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Das Heidegebiet ein Tummelplatz für Rebhühner
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Spuren der Zivilisation in Sicht

 

Ein besonderes Ereignis ist die Einkehr im ortsansässigen Pub von Blakey, dem Lions Inn, dem besten Pub in den North York Moors, wenn nicht sogar auf dem, gesamten Trail. Das 500 Jahre alte Anwesen strahlt eine urige Atmosphäre aus und ist im Inneren mit einem außergewöhnlichen Ambiente eingerichtet. Erlesen die Auswahl der Getränke, erlesen die Speisen und Labsal für die Seele die Rückzugsmöglichkeiten im Bar- und Restaurantbereich.

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Lion,s Inn – ein außergewöhnlicher Platz

Auch wenn zwei Tage hintereinander lange und anstrengende Trails absolviert wurden, die Stimmung ist nach wie vor ausgezeichnet, die Eindrücke vielschichtig und die Zeit zu kurz um alle Eindrücke  verarbeiten zu können.

Traildaten:
31  Kilometer  -1.173  Höhenmeter Aufstieg-  -920 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 08:54 h-  Regendauer: 0 h

 

Freitag 24.7.2015

Blakey – Grosmont

Nach zwei langen und ereignisreichen Wandertagen steht heute eine eine einfache, unspektakuläre und regenfreie Wanderung an. Von Blakey geht es durch die weitreichende Heidelandschaft entlang der Landesstraße zu einem  Weißen Kreuz namens Fat Betty. Hier ist es Tradition, dass man ein Stück Proviant ablegt und das dort vom letzten Wanderer Hinterlegte aufnimmt.

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Stilvoll das Ambiente im 500 Jahre alten Haus
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Stilvoll auch die Selektion am Zapfhahn
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Ready for walking
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Zunächst geht es auf einem Höhenzug zwei Meilen entlang der Landstraße
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Typisch Nordengland – immer wieder faszinierende Wolkenbilder
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Die Down Under Connection
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Das Weiße Kreuz – auch Fat Betty genannt
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hands up……
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Heideweidebilder
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Spuren eines kontrollierten Heideabbrands

Stetig abwärts geht es durch den Landstrich namens Eskdale. Auch von hier kann man bereits klar und deutlich die Nordsee erkennen. In Glaisdale kehren wir zu einer kurzen Kaffeepause ein um dann vorbei an  Beggars Bridge über der sich Sagen über gewonnene und verlorene Lieben ranken Richtung Grosmont zu wandern.

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Coast-to-Coast Wegweisung
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Heute kann ein Gang zurückgeschaltet werden
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Augenfällig die gletscherabzugsbedingten Erosionen
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Linn – heute mit Rucksackauftrieb zur Marscherleichterung
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Wüsste man es nicht besser – so könnte man mutmaßen, dass sich hier ein Tornado zusammenbraut
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Sehr sympatisch: Welcome with muddy boots
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Like a gentlemen: Will,s special service
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Restanten vom letztjährigen Start der Tour de France in diesem Landstrich
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Die berühmte Beggars Bridge

 

Bevor wir Grosmont erreichen streifen wir Egton Bridge. Am Egton Manor passieren wir einen herrschaftlichen Park mit einem alten Zollgebäude. Von hier aus erreichen wir nach knapp 1,5 Meilen Grosmont. Hier kann man noch heute die hier noch verkehrenden englischen Dampfeisenbahnen bewundern. Der hier verbaute Eisenbahntunnel ist übrigens der älteste der Welt und datiert aus dem Jahr 1829.

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Ab und an queren wir einen schönen Waldabschnitt – wobei die Gesamtregion nicht wirklich waldreich ist
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Frühere Zolltarife an der Toll Cottage
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Heute geht es zollfrei weiter
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Unsere nächtliche Herberge – ein 1905 erbautes Jugendstilgebäude
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Der älteste noch in Betrieb befindliche Eisenbahntunnel der Welt
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Die berühmte Bahnstation in Grosmont
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..und regelmäßig verkehren hier noch Dampflokomotiven

Unspektakulär wie die Wanderung auch das Dinner im Pub The Station Tavern – nicht wirklich berauschend, doch mangels Alternativen und Eingedenk der ausgezeichneten kulinarischen Erlebnisse der Vortage durchaus verkraftbar.  Erfrischender hingegen der abendliche Absacker in einem Privat Club, der an diesem Abend geöffnet hat. Urig das Ambiente und hervorragend der Single Malt Whiskey , den wir zum Tagesausklang genießen. Danke Will für den hervorragenden Tip.

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Pub sei Dank….
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Dinnertime in Grosmond
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und ein abendlicher Absacker (die oben hängenden Tapschilder die in den letzten Jahren im Ausschank waren – hoch lebe die Brauereiunabhängigkeit)
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Zur blauen Stunde am Bahnhof in Grosmont

 

Traildaten:
22  Kilometer  -239 Höhenmeter Aufstieg-  -587 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 06:31 h-  Regendauer: 0 h

 

Samstag 25.7.2015

Grosmont – St. Bees

Das große Finale. Heute erreichen wir das Gesamtziel Robin Hood,s Bay. Ein für englische Verhältnisse außergewöhnlich herrlicher Sonnentag beschert uns einen angemessenen Abgang auf dem Coast to Coast-Trip.

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Das große Finale:  auf gehts zum letzten Trail
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Schwarz der Sandstein dank der Dampfeisenbahnen
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Die Sisters – extrem fire risk………

Zunächst geht es hinauf zum Sleights Moor. Mit Blick auf Whitby und seiner Abbey geht es noch einmal munter rauf und runter. Vorbei an den Steinmonolithen, den High Bride Stones geht es zunächst über den Hügel nach Littlebeck hinein zum herrlichen Little Beck Wald und weiter zum Falling Foss, einem 20 Meter hohen Wasserfall. Alleine das Naturschutzgebiet Little Beck Wald mit seinen herrlich naturbelassenen Pfaden und Wurzelwegen ist ein wahres Wandererlebnis.

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Will sammelt den Trupp wieder ein
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Linker Hand Whitehaven
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Doch zunächst wird noch eine Schleife Richtung Littlebeck gezogen
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weiter geht es auf Traumpfaden durch ein Naturschutzareal
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Seit 1790 eine Einsiedlerbehausung – gehauen in einen Feldslock
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Das hat zumindest in den letzten drei Tagen bestens funktioniert
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Richtung Falling Foss

Am Falling Foss ist ein  Teegarten eingerichtet, in dem wir gerne  einkehren. Durch die Graystone Hills Moore geht es nochmals auf   sumpfigen Pfaden Richtung Low Hawsker, wo das erste Robin Hood,s Bay-Zeichen auftaucht. Weiter geht es nach High Hawsker um von hier aus einen Bogen Richtung Nordsee zu schlagen. Bereits seit einigen Kilometern haben wir die See im Fokus. Das eigentliche Highlight des Tages ist eine spektakuläre Cliffwanderung über 3 Meilen nach Robin Hoods, Bay.

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Mindestens einmal am Tag muss man unbedingt durch ein Feuchtgebiet
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Das vorletzte Gatter vor der Nordsee
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Sumpfgebiete lassen sich auch komfortabel queren
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und hier das letzte Gatter vor der Nordsee
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Das Ziel vor Augen
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Doch zunächst ein emergency beer am Campingplatz…
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..und Aufbaunahrung für Tammy
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Das Highlight des Tages
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Spektakulär die englische Küstenlandschaft
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Eine Brise Seeluft tut auch gut
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und immer wieder lohnt ein Stop
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herrlich gangbare Wege oberhalb der Klippen
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Die Bucht von Robin Hood,s Bay
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Einzug in Robin Hood,s Bay

Immer wieder lohnt es sich stehen zu bleiben um den atemberaubenden Blick in die Küstenlandschaft zu genießen. Hier ernten wir der Früchte unseres langen Trails. Viel zu schnell ist Robin Hood,s Bay erreicht. Scheinbar befindet sich  hier die Partyzone von Nordengland. Steil geht es hinab durch die wunderbare Altstadt des Städtchens. Wochenende, schönes Wetter, Strandnähe alles gute Gründe um hier länger zu verweilen. Demgemäß auch die Quirligkeit in dem Küstenort.

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Robin Hood,s Bay ein kleines schmuckes Küstenstädtchen
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Steil abwärts geht es zur Seebucht
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Von Weitem friedlich..
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in der Nahbetrachtung quirlig
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Endstation Wainwright,s Bar
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Coast to Coast – an jeder Straßenecke sichtbar

Offiziell beenden wir unseren Trail indem wir unsere Steine, die wir in St. Bees aufgenommen haben und über 11.000 Höhenmeter und mehr als 311 Kilometer durch die Insel getragen haben, fachgerecht in der Nordsee abladen. Ehrensache, daß wir uns in Wainright,s Bar im dortigen Wanderbuch eintragen und uns in die ehrenvolle Reihe all derjenigen einreihen, die den Coast-to-Coast-Trip absolviert haben. Ehrensache auch, daß wir Wainwrights Bar erst verlassen, nachdem ein Pint of Wainwright,s Ale durch unsere Kehlen geflossen ist.

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Und wieder 45 Gramm weniger im Rucksack – Walter versenkt seinen Stein in der Nordsee
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We,ve done it
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Finale: Strahlende Gesichter der Coast-to-Coast-Walker
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und nun ein hervorragendes Wanderbier
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…und nicht zu vergessen – der Eintrag im C2C Logbuch
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Eine entspannte Atmosphäre in Wainwright,s Bar
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Beer is proof that God loves us and wants us to be happy!

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Ehrensache, daß wir die erfolgreiche Wandertour mit einem gemeinsamen Dinner beenden. Und Ehrensache auch, das der harte Kern bei einem Single Malt Whiskey den wunderbaren Tag und die außergewöhnliche  Wandertour offiziell abschließt.

Traildaten:
25  Kilometer  -703 Höhenmeter Aufstieg-  -760 Höhenmeter Abstieg-  -Traildauer: 08:14 h-  Regendauer: 0 h

 

Resümee: Vermessen wäre es zu beurteilen, ob der Coast-to-Coast tatsächlich der zweitschönste Weitwanderweg dieser Erde ist. Jedoch ist der C2C ein außergewöhnlicher und spektakulärer Weitwanderweg, auf dem die Schönheit der englischen Natur  mit all ihren Facetten auf trefflichste Art und Weise studiert werden kann. Eindrucksvoll die Ein- und Ausblicke, herausragend die weitreichenden Aussichtsmöglichkeiten, bemerkenswert die Gastfreundschaft des Landvolkes, hervorzuheben die Qualität des Essens und ungewöhnlich die Stabilität des Wetters. Nicht umsonst begeben sich zahlreiche Wanderer auf Übersee auf eine lange Reise um dieses Wandererlebnis zu genießen. Bei insgesamt 100 Stunden in freier Natur hatten wir auf dem Trail lediglich neun Regenstunden zu verzeichnen. Selbst Will, unser ausgezeichneter Guide hatte solch ein gutes Wetter auf dem Gesamttrail noch nicht erleben können.

Mit 312 Kilometern und 11.500 Höhenmetern ist der Trail kein Spaziergang. Jedoch, interessierte Langstreckenwanderer sollten nicht darüber nachdenken ob sie diesen Weg absolvieren, sondern wann sie sich auf diesen ungewöhnlichen Trail einlassen. Über die Art und Weise der Ausgestaltung stehen viele Optionen zur Verfügung. Sicherlich die Strecke kann man auch gut in neun Tagen absolvieren, unter dem Aspekt eines einhergehenden Genusses von Land, Kultur und Leute ist es durchaus anzuraten, sich an den offiziellen Etappen zu orientieren. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit die Tour in Eigenregie zu absolvieren, auch mit unterstützendem Gepäcktransport. Hierzu gibt es exzellentes Karten- und Reiseführermaterial. Nicht unterschätzen sollte man jedoch den damit verbundenen Aufwand mit Karte, Kompass und GPS-Unterstützung die nicht immer klar definierten Wege zu erkennen,  was insbesondere bei längeren Regenperioden durchaus herausfordernd sein kann.

Ein großes Dankeschön an das gesamte Team. Gerade die internationale Mischung hat dieses Wandererlebnis besonders geprägt. Herzerfrischend die multinationalen Gespräche ob während, oder nach der Wanderung – es war schlichtweg wunderbar. Einen besonderen Dank gilt Will Copestake, unser junge Guide, der einen tollen Job gemacht hat. Von ihm wird man noch Einiges hören. Ebenso leistungsstark das Gesamtpaket des Veranstalters Sherpa Expedition. Die Organisation, die zuverlässige Logistik und die Qualität der Unterkünfte – eine glatte Empfehlung.

Many thanks to the great hiking team.  You,d done a great job in a marvellous environment. It was a pleasure for me to join this great company and walk together from Coast to Coast. Thank you for the good and also funny conversations. Thanks a lot our Norway fraction Harald (beer is good for the health) and Linn (the powerful Iron-Woman), the incredible Australien Sisters Kim and Vanessa, the Australien high-speed-walkers Keren and Marianne, the representational party of The Unites States of America Jack from Los-Angeles and Tamela from Florida (the best vintage), Louise from Adelaide Australie who wachted every step with GoProCam , the symphatetic Noeline from New Hampshire Canada, Stephe a strong man on the beerglas from Australia and finally Carol the great British Lady. Not to forget Walter from Münster Germany our CEO who did this walk in the age of  71 years with out any problems and blisters.

And finally for our Norway friends:

Jeg er lykkelig og tilfreds fordi jeg har hat ten vidunderlig vandering med en  fantisk gruppe

Unter der Rubrik „MEDIEN“ ist ein Link zu einer Photo-Präsentation von Harald aus Oslo,Norwegen hinterlegt.

C2C
From Coast to Coast

C2CII

 

 

 

 

8 Kommentare

  1. Lieber Martin,
    vielen herzlichen Dank für diesen Bericht mit den tollen Bildern. Du hast den Verlauf der Tour wieder auf den Punkt getroffen. Nur schade, daß die „Erzeugende Person“ nur ein einziges mal auf den Bildern erscheint!
    Herzlichen Dank
    Walter

  2. Martin this is absolutely stunning photography and wonderful writing. I am reading this in St.Bees the night before returning for round two and find myself inspired by the story you have told so well. It was a pleasure to walk with you and share some adventures, may your future hikes go just as rain and care free.

    Best
    Will Copestake

  3. Thank you again Martin for the story and this wonderfool photos. Jeg er lykkelig og tilfreds fordi jeg har hatt en vidunderlig vandering med en fantastisk gruppe. Your Norwegian is nearly perfect. 🙂 I will soon share some of my pictures With you and the group.
    Harald

  4. Martin these images are absolutely brilliant, thank you so much for your thoughtful words and perfect diary of our wonderful walk.

    It will be a memory to keep for my lifetime.

    Keren

  5. Martin these photographs are just stunning. Thank-you so much for taking the time to do it all and share with us. A great memoir of a truly great walk.

    Marianne

  6. Wow! These photos of the Coast to Coast are awesome. It looks like everyone had a fantastic time and the weather looked pretty good on most days too which is always a plus 🙂

    It’s great to see a lovely write up and beautiful photos of the amazing coast to coast route. Thanks for sharing!

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