Vom Tor zum Odenwald nach Erbach

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Rathaus in Michelstadt

Groß-Umstadt, das Tor zum Odenwald, ist Ausgangsort einer karfreitäglichen Exkursion nach Erbach. Vom Groß-Umstädter Bahnhof führt der Weg durch die Mühlstraße Richtung Schwimmbad nach Wiebelsbach, einem eisenbahntechnischen Verkehrsknotenpunkt. Weiter geht es zur 64 Seelen zählenden Siedlung mit dem ungewöhnlichen Namen Frau Nauses, der letzten Bastion vor dem Mümlingtal.  „Frau“ bezieht sich dabei auf die Zugehörigkeit zum früheren Frauenkloster Höchst.„Nau“ bedeutet  „neu“, „ses“ kommt von Sitz, einer Bezeichnung die in Odenwälder Ortsnamen häufig als „-säß“ geläufig ist. Der 1.205 Meter lange Eisenbahntunnel wäre eine verlockende Abkürzung nach Höchst – angesichts des laufenden Zugbetriebes der Odenwaldbahn jedoch keine empfehlenswerte Lösung. Moderate Höhenzüge führen rechter Hand am Höchster Rondell vorbei Richtung Pfirschbach. Linker Hand wird Höchst liegengelassen. Vorbei an Ferienhaussiedlungen  geht es weiter Richtung Mümling-Crumbach, der Mümling folgend nach Etzen-Gesäß. In diesem Areal finden der ermattete Wanderer Jausestationen wie beispielsweise Heilmanns Vesperstube Eichelshof oder den Biergarten Bruchmühle. Das Areal der Kleiderbügelfabrik Weber, die in alle Herren Länder ihre Produkte exportiert, querend, geht es auf Waldpfaden vorbei an Zell.  Ein Zeller Kulturdenkmal, das Haus Finkenberg, welches mit einer Fußgängerbrücke mit dem Firmengelände Maul verbunden ist, liegt versteckt im Wald.   Parallel der B 45 folgend geht es oberhalb des Mümlingtals nach Michelstadt Steinbach. Sowohl die Einhardsbasilika , als auch das prachtvolle  Wasserschloss Fürstenau, wo heute noch die Familie Erbach-Fürstenau residiert, sind beliebte Ausflugsziele. Anzuraten ist eine Einkehr in das urwüchsige Lokal „Zur Gerste“ , dort wo Kartoffeln noch samt Topf auf den Tisch gestellt werden und wo der Schlachtruf der  Küchenchefin  „Die Supp is fertisch!“ in den Gastraum schallt, als Indikation für eine bodenständige Odenwälder Wirtshauskultur. Nichts für empfindsame stöckelschuhtragende und proseccoglasschwingende Großstadtamazonen, die das Fehlen von Tischdecken als einen groben Verstoß gegen die neuzeitliche Gastrokultur tadeln würden. „Die Gerste“ war übrigens 1810 die Heimat eines gewissen Benedict Schmuckers, der dort die „Herrschaftliche Bierbrauerei zu Fürstenau“ betrieb. Über die Michelstädter Kernstadt führt die Wanderung über den Stadtring durch den Ortsteil Stockheim nach Dorf-Erbach zum Erbacher Schloss. Nach 34 Kilometern geht  es zurück mit der Odenwaldbahn nach Groß-Umstadt.

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