Vom Madonnenländchen in das Bauland

Strümpfelbrunn, den 22. Mai 2016.

Immer wieder spannende Wanderthemen bietet der sagenhafte Odenwald. Auf der dritten Etappe des Hauptwanderweges No. 34 durchwandert man das Madonnenländchen. Dabei handelt es sich nicht um einen geographischer Begriff, sondern um eine volksmundliche Bezeichnung des Großraumes Buchen und Walldürn, dort wo zahlreiche Madonnen und Marienstatuen an Häusern und an Bildstöcken in den letzten Jahrhunderten angebracht wurden. Bei der größten Anzahl der Bildstöcke kann man dabei als Grund der Stiftung Unglücksfälle,  Sühne für menschliche Fehler, Dankbarkeit oder gar zur Abwendung von Notzeiten annehmen. Nach 40 Kilometern und entspannten 580 Höhenmetern endet der Trail im Bauland, einer Gäulandschaft im Nordosten Baden-Württembergs. Dieser Name geht übrigens auf die Bezeichnung Ponland  (Landstrich, in dem Bohnen angebaut werden – vom mittelhochdeutschen pône) zurück.  Umgangssprachlich wird das Bauland wegen seines Klimas auch als Badisch Sibirien bezeichnet.

Gestartet wird unweit der Katzenbuckeltherme in Strümpfelbrunn immer der Wandermarkierung des gelben Kreuzes folgend. Vorbei am fein herausgeputzen Stadtteil Mülben, teilweise auf den Wegen des 170 Kilometer langen Odenwald-Madonnenradweges gehend, erreicht man nach fünf Kilometern Wagenschwend.

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Die stattliche Kirche von Strümpfelbrunn
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Der Strümpfelbrunner Pranger, Mahnmal historischer Rechtssprechung
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Odenwälder Stilleben
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Auch im Odenwald wird gerne gebrannt
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Hochinnovatives in Mülben: E-Tankstelle aus regenerativen Strom – getankt werden kann gegen Spende
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Der Mülbener Bildstock aus dem Jahre 1744
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Auch im Odenwald gibt es viele aufgegebene Gasthäuser
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Der „Mülbener Saubuckel“ heute offiziell Markgrafenstraße entstand durch die jahrhundertalte Tradition im Herbst die Sauen zur Mästung durch das Dorf in den Gemeindewald hochzutreiben.
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Diese Apfelquetsche wurde früher benutzt um das Odenwälder Hausgetränk, den Most herzustellen. Das Steinrad wurde im gebogenen Steintrog hin und her bewegt um die Äpfel zu quetschen und den Saft zu absorbieren.
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Unterwegs auf uralten Straßen
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Kornblumen voll im Saft

Auf einem aussichtsreichen Höhenweg führt der Pfad via Balsbach nach Limbach. Zahlreiche Bildstöcke säumen die Wege Richtung Seckach. Dort ist allemal ein Besuch der sehenswerten katholischen Kirche St. Sebastian zu empfehlen. Aus Wandersicht unvorteilhaft ist der Streckenverlauf auf den folgenden fünf Kilometern Richtung Adelsheim, da die Streckenführung ausnahmslos auf  einem Asphaltradweg erfolgt. Hier empfiehlt es sich  die vorhandenen kommunalen nordwestlich gelegen kommunalen Wanderwege zu nutzen.

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Uralte Bildstöcke mit Widmung
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Pralles Landleben
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Valentin-Lentz-Bildstock, der seit mehr als 250 Jahren den Wegesrand säumt
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Neuzeitliche Dekoration – die keine 250 Jahre überdauern wird
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Die Wanderwegmarkierung des Hauptwanderweges No. 34
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Abwechslung auf dem Trail: Kunst im Odenwald
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Kunstobjekt „Küchenfee“ – ein Mobilee aus Küchengeräten
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Blütenpracht im Mai
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und auf Schritt und Tritt Bildstöcke
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Über diese Brücke musst du gehn….
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Prächtiger als die mallorquinische Mandelblüte, die Odenwälder Apfelblütenpracht
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Stlvolle Handarbeit bei der Wegekennzeichnung
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Die Limbacher Kirche

Adelsheim selbst ist sehenswert. Die stattlichen Gebäude des Stadtkerns dokumentieren die verblasste Mächtigkeit der Kommune. Zu erwähnen ist hierbei das 400 Jahre alte Rathaus, eine stattliche Fachwerkstrutzburg, die typisch für evangelische Kirchen verschlossene Stadtkirche aus dem Jahre 1766 und das nicht zugängliche und eingewachsene Stadtschloss am kleinen Wasserfall der Kirnau.Oberhalb der Kirnau geht es über den Eckenberg nach Osterburken, Von hier aus hat man Gelegenheit im Stundenrhythmus mit der Straßenbahnlinie 1 zurück nach Ebersbach am Neckar zu fahren. Für geschichtsinteressierte besteht außerdem die Möglichkeit die Spuren der Römer im Römermuseum in Osterburken zu besichtigen, da man hier im Bauland auch auf den Obergermanisch-Rätischen Limes trifft.

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Ein prächtiger Ablaßbildstock
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Auch wenn man über die „Millionenwerte“ diskutieren kann – unbestritten ist das sagenhafte Engagement der vielen Ehrenamtlichen
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Fette Butterblumen in der prallen Maisonne
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Auf dem historischen Wallfahrtsweg Richtung Walldürn
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Klare Sache – hier ist der Buntsandsteinodenwald
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Moderner Kapellenbau oberhalb von Seckach
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Prachtvolle Sandsteinarbeit
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Die bemerkenswerte Seckacher Kirche
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Eine bemerkenswerte Bildungsstätte: Schulhaus mit Bierausschank
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Karl hat es geschafft: die eigene Ruhebank
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Über die alte Steinbrücke, die Kirnau querend, geht es hinein nach Adelsheim
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Das Adelsheimer Rathaus, 397 Jahre alt
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Wehrturm an der Kirnau
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Das Schloß am kleinen Wasserfall
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Willkommen in der Republik Baden
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Nach insgesamt 90 Kilometern und drei Etappen ist das Ziel Osterburken erreicht

Insgesamt bietet der 90 Kilometer lange Hauptwanderweg 34 von Ladenburg nach Osterburken eine ausgezeichnete Möglichkeit die Kulturlandschaft des südlichen Odenwaldes intensiv zu ergründen. Wie im Beitrag Odenwald pur dokumentiert empfiehlt sich auf jeden Fall einen Bypass über die Wolfschlucht einzulegen.

 

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