Heppenheimer Genußwege

Starkenburg

Heppenheim, 13. Oktober 2013

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ Goethes wunderbare Erkenntnis, gepaart mit der Feststellung von Kaiser Franz Joseph II, der in der Dekade des großen deutschen Dichters die Aussage „Hier fängt Deutschland an Italien zu werden“ anlässlich eines Besuches in der Bergstraße gemacht haben soll, kann wohlweislich bestätigt werden, wenn man von Heppenheim aus in die Bergsträßer Gefilde eintaucht.

Richtung Starkenburg
Richtung Starkenburg

Aus taktischen Gründen empfiehlt es sich von der Innenstadt aus zunächst die Starkenburg (295 Meter) zu erklimmen.  Auf dem oberen Panoramaweg (ehemaliger Kanonenweg)  genießt man exzellente Ausblicke auf Heppenheim und die Rhein-Neckar-Ebene. Rasch hat man die alte Burgruine erreicht, dort wo seit den 60er Jahren eine Jugendherberge betrieben wird.  Von dort aus führt der Weg weiter mit Blick hinab auf Hambach durch Teile des Bergsträßer Weinanbaugebietes.  Die Zeit der Weinlese mithin die Schönste für eine diesbezügliche Wanderexkursion.

Blick über Heppenheim
Blick über Heppenheim
Starkenburg
Starkenburg
Qual der Wahl
Qual der Wahl

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Weiter geht es durch stille Waldwege. Nach einer kurzen Station an der „Jägerrast“  geht es über die Guldenklinger Höhe zu der ehemaligen Steinbruch-Baracke „Zum Steigkopf“ die nach 2,5 Stunden erreicht ist.  Bereits vor 12 Uhr mittags füllt sich der Parkplatz mit Fernreisenden aus Offenbach und Groß-Gerau, als wohlweislicher Indikator  für eine bodenständige Odenwälder Gastrokultur, was ausdrücklich bestätigt werden kann (Extralob für die Prädikatsleberwurst!). Von dort aus führt der Trail auf guten Pfaden über die Juhöhe. Aufwändig gestaltete Informationstafeln informieren über die Besiedlung des Areals  in der Jungsteinzeit und den hier archäologisch erkundeten Hügelgräbern auf der Lee.

Zum Steigkopf
Zum Steigkopf
Rhein-Neckar-Ebene
Rhein-Neckar-Ebene
Weineldorado
Weineldorado
Voll im Saft
Voll im Saft

 

Die Ausflugslokale auf der Juhöhe sind  ausnahmslos gut frequentiert. Von hier aus geht es zum gemächlichen Endspurt  hinab nach Heppenheim.  Entlang des Weinlagenwanderweges genießt man außergewöhnliche Blicke auf den Dom der Bergstraße, auf die gegenüberliegende Starkenburg und auf das pfälzische Areal rund um Mannheim und Ludwigshafen bis hin zum Kernkraftwerk nach Biblis.  Sichtbar der visuelle Malus  der Industrialisierung, – hier konnte Kaiser Franz Joseph  im Zeitalter der Pferdedroschken noch andere Eindrücke aufnehmen.  Alles hat eben seinen Preis.  Vorbei am Dom empfiehlt es sich am Rathausplatz einzukehren – ein erfrischendes Weißbier in der Oktobersonne, Labsal für jede Wanderherz.

Das Italien Deutschlands
Das Italien Deutschlands
Marktplatz in Heppenheim
Großer Markt in Heppenheim
Wandervielfalt
Wandervielfalt

In toto  eine gut gangbare 22 Kilometer lange Genusswanderung mit moderaten 600 Höhenmetern in einer herrlichen Landschaft. Ansatzpunkte für vertiefende Exkursionen in der klimatisch begünstigten Region gibt es mehr als genug. Fortsetzung folgt.

 

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