Fränkischer Rotwein Wanderweg Trail II

Erlenbach am Main, den 24.10.2015

Einen goldenen Oktobertag hatte der Wetterdienst  versprochen – geliefert wurden eingenebelte Rotweinhänge im Unterfränkischen.  Ungeachtet dessen ist der zweite Abschnitt der fränkischen Rotweinwanderwegpassage allemal eine dicke Empfehlung für ein interessantes Wandererlebnis. Gestartet wurde in Erlenbach am Main um den Höhenwanderweg Richtung Klingenberg, vorbei an einem Esskastanienlehrpfad zu erklimmen. Rasch ist der markante und nachts illuminierte Pavillon erreicht, von dem aus Erlenbach nebst Schiffswerft und das gegenüberliegende Wörth von oben überblickt werden kann.

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Der beleuchtete Aussichtstempel oberhalb von Erlenbach am Main
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Zwischendurch sichtbar lange aufgegebene Weinbergterrassen, mittlerweile von Laubbäumen annektiert.
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Die Erlenbacher Villa Mundt, benannt nach dem Erbauer und damaligen Direktor der Erlenbacher Schiffswerft, Robert Mundt, mittlerweile auch als Standesamt gerne genutzt.
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Spiegelwaldkunst mit Ein- und Ausblickmöglichkeiten auf das untenliegende Erlenbach und Wörth nebst Maingewässer

Durch die sonnenverwöhnten Terassen des Erlenbacher Hochberges ist nach vier Kilometern das sehenswerte Klingenberg erreicht. Hier bietet der Rotweinwanderweg zwei Optionen an – die Route über die Burg Clingenburg  oder den Gang durch die sehenswerte historische Altstadt. Wir wählen die Burgvariante und genießen die Blicke auf das unten liegende Klingenberg und den mäandernden Main. Von der ehemals  staufischen Burg, die vor 900 Jahren errichtet wurde, sind heute nur noch  Torbogen und massiven Fundamente des runden Bergfrieds erhalten.  Seit 1970 befindet sich hier eine Restauration, die Gelegenheit bietet, sich ab 11.30 Uhr (außer montags und dienstags) einen „Klingerberger Roten“ kredenzen zu lassen. Da entschieden zu früh unterwegs, geht es unverrichteter Dinge weiter entlang des Johannesweges  durch Röllfeld, vorbei an der Kreuzkapelle und hinauf, zur Weinbergsanlage Restberg.

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Schöne Optionen entlang des Rotweinwanderweges
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Entlang der Weinhöhenstraße Richtung Klingenberg – so macht Wandern Spaß!
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Von Erlenbach am Main aus gibt es noch weitere Wanderoptionen…..
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Der Zahn der Zeit nagt auch an den Odenwälder Sandsteinstufen die hier traditionsgemäß in den Wingerts verbaut sind
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Herbstpassage
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Kunst am Weinberg
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Rot die Färbung am Rotweinwanderweg
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Blick auf Klingenberg am Main
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Verdurstungsgefahr ist ausgeschlossen: Jahreskalender der Häckerwirtschaften
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Blick von der Burgterrasse
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Der kümmerliche Rest der 900 Jahre alten Burganlage
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Wunderschöne Blicke auf die fränkische Main-Weinregion
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Sehr gut ist die Wegekennzeichnung – Karteneinsatz ist überflüssig
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Die Bausparkasse setzt Rost an – Sandstein scheint stabiler zu sein
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Vorbei an der 2005 instandgesetzten Kreuzkapelle

Von hier aus gelangen wir  auf dem Großheubacher Weinbergsweg.  Auch wenn der Nebel den Blick auf die Spessartlandschaft verschleiert, kann man von weitem das markante Kloster Engelberg erkennen, dort wo ein ausgezeichnetes Klosterbier ausgeschenkt wird.  Der Rotweinwanderweg führt hinab nach Großheubach, umrahmt von den Ausläufern des Odenwaldes und des Spessarts. Hier lohnt sich ein Abstecher zur St.Peter Kirche und zum Alten Rathaus der Kommune, welches 1612 erbaut wurde. Am Ortsausgang weist ein Schild auf 612 gangbare Stufen, die in Sandstein gehauenen Engelsstaffeln,  zur Bierstube des Klosters, hin. In Anbetracht dessen, dass wir uns jedoch auf einem Weinwanderweg befinden, ignorieren wir – wenn auch schweren Herzens – diese gangbare Alternative.

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Zeitig vor dem Winter wird im Feld wird nochmals Hand angelegt
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Strapaziert: Irgendwann fliegen die besten Schlappen auseinander
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Edelhäuschen im Wingert
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Blick auf Großheubach nebst Kloster Engelberg (Bildmitte – am Berg gelegen)
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Weinlagenherbstimpression
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Hier oberhalb des Mains verlief derLimes
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und immer wieder eine abwechslungsreiche Wegführung
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Wandern kann schon gefährlich sein……
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Das historische Rathaus in Grossheubach, wobei seinerseits das Erdgeschoß als Gefängnis genutzt wurde
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Die Kirche St. Peter in Grossheubach
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612 Stufen hinauf – das Klosterbier muß man sich hart erarbeiten….

Durch die tiefer gelegene Weinbergslage Bischofsberg ereicht man nach vier Kilometern Miltenberg. Entgegen der offiziellen Routenführung wird jedoch zunächst empfohlen nicht die Alte Mainbrücke zu queren, sondern direkt über die neue Mainbrücke nach zu wandern. Ausdrücklich anzuraten  ist ein Besuch der Martinskapelle mit den außergewöhnlichen und einzigartigen Malereien aus dem 16. Jahrhundert – ein Highlight auf dem Wandertrail.

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Die Erkenntnis des Tages!!!!!
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Toller Schilderhinweis
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Blick auf Miltenberg und die Alte Mainbrücke
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Ein absolutes Schmuckstück die Martinskapelle in Bürgstadt
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Erbaut in der ersten Hälfte des 10.Jahrhunderts und damit eines der ältesten Kirchen in Franken
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Aufwändige Wand- und Deckenmalereien von Andreas Herneisen aus dem 16.Jahrhundert
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Das alte Rathaus von Bürgstadt
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Altbekannte Wanderwege entlang der Route

Von hier aus führt ein sechs Kilometer langen Rundweg  auf die Weinberge der Hohenlinde, als integrativer Bestandteil des Rotweinwanderweges.  Normalerweise hat man von der dortigen Anhöhe aus einen schönen Blick auf das gegenüberliegende Miltenberg, mangels Sicht wurde jedoch darauf verzichtet.

Offiziell ist in Bürgstadt die Rotweinwanderwegetappe zu Ende.   Da jedoch der Gang über die neue Mainbrücke gewählt wurde und die Rückreise zum Ausgangsort vom Bahnhof Miltenberg erfolgt, lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Von Bürgstadt aus geht es auf der linken Mainseite hinein in die sehenswerte historische Altstadt  von Miltenberg, ein touristischer Hotspot in Unterfranken. Ein gastronomischer Magnet ist natürlich das Gasthaus zum Riesen, eines der ältesten Trunkesstätten in Deutschland, urkundlich bereits Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt.

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Herbstliche Farbenpracht
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Hotelemblem nebst Brauereistern
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Aufwändig saniert und in Schuß gehalten „Der Riese“
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Volle Hütte in der Wirtschaft
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Blick auf die Mildenburg zu Miltenberg
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In Franken ist noch niemand verhungert und verdurstet
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Miltenbergs alter Marktplatz Schnatterloch  – die Perle des Mains

Durch das markante Brückentor erreicht man den auf der anderen Seite des Mains gelegenen Bahnhof um in 19 Minuten Bahnfahrt nach Erlenbach zurückzukehren.  Alles in allem eine herrliche Halbtageswanderung mit angenehmen 25 Kilometern bei wohlverträglichen 424 Höhenmetern. Unterwegs bestehen mehr als genügend Gelegenheiten einzukehren und fränkische Kost und unterfränkischen Wein zu genießen.

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Das mächtige Maintor an der Alten Mainbrücke
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Miltenberg auch per Schiff gut erreichbar

 

2 Kommentare

  1. Hallo Martin,
    du hast einen Fehler bei dem schönen Bericht über den Rotweinwanderweg.
    Rathaus und Kirche sind in Großheubach.

    Liebe Grüße
    Doris

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