Oberhessen

Premiumwandern auf dem Burgwaldpfad

Marburg, den 16.Juli 2016 – Würde man einen Sonderpreis für Wandermarketing vergeben, so könnte man diesen getrost dem Burgwald-Touristservice zukommen lassen. „Die märchenhafte 51 km lange Traumroute führt durch die von Lahn und Eder umschlossene Mittelgebirgslandschaft des sagenumwobenen Burgwaldes. Sie verknüpft den Lahn-Dill-Berglandpfad und den Elisabethpfad in der Universitätsstadt Marburg über die Extratouren Stirnhelle und Christenberg mit der Stadt Frankenberg an der Eder. Dort steht das zehntürmige Rathaus mit Glockenspiel, eines der schönsten Fachwerkrathäuser Deutschlands. Der mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnete Pfad macht Ihnen die eindruckvollsten landschaftlichen, historischen Höhepunkte und schönsten Ausblicke der Region zugänglich. Auf dem Weg durch den Burgwald, eines der größten unzerschnittenen Waldgebiete Deutschlands, begegnen Ihnen stille Waldwiesen, geheimnisvolle Moore mit Wollgrasflächen, sprudelnde Quellen, spiegelnde Teiche, sagenumwobene Burgen und der keltisch, fränkische Christenberg mit seiner romanischen Kirche mitten im Wald. Museen, historische Rastplätze und Kutschenwege der hessischen Landgrafen erzählen Ihnen vom früheren Leben der Menschen und erklären die alten Namen der märchenhaften Orte. Durch die Verknüpfung der unvergleichlichen Landschaft mit der Geschichte garantiert Ihnen der Burgwaldpfad ein hohes Landschaftserleben.“  Neugierig geworden? Neugierig geworden! Ein langer Sommertag, angenehme Temperaturen – beste Voraussetzung um den angepriesenen zertifizierten Wanderweg in einer Tagesetappe anzugehen. Trotz Zertifizierung durch das in Marburg sitzende Deutsche Wanderonstitut, ominös sind die divergierenden Kilometerangaben zur Gesamtstrecke. Zum Streckenstart weist die offizielle Beschilderung 49,9 Kilometer aus, der Touristikverband Waldecker Land spricht von 57 Kilometern- und die Wahrheit wird erfahrungsgemäß in der Mitte liegen. Offiziell ist der Trail in drei Etappen segmentiert, für all diejenigen, die die Strecke geruhsamer angehen möchten. [read more…]
Taunus

24 Stunden Wanderung im Reich des Schinderhannes

Oberursel/Hohemark 2. Juli 2016 – Der Taunus. „Der Taunus ist das schönste Mittelgebirge der Welt“, stellte bereits vor 190 Jahren der Naturforscher und Weltenbummler  Alexander von Humboldt fest. Der Taunus? Im 21. Jahrhundert schwelgen Automobilfans mit Faible für die Marke Ford in Erinnerung, eingedenk des Umstandes, dass die Kölner Autoschmiede dem damaligen  Zeitgeist entsprechend Fahrzeuge nach Städte und Landschaften benannte. So gab es einen Ford-Köln, einen Ford-Rheinland, einen Ford-Eifel und bis 1967 den Ford-Taunus inclusive der Taunomatic für Automatikfahrzeuge. Sprachhistorisch vermutet man jedoch, dass der Name „Taunus“ einen keltischen Ursprung hat. Naturräumlich betrachtet, liegt das Mittelgebirge mit seiner höchsten Erhebung, dem Großen Feldberg (879 m) in Hessen und Rheinland-Pfalz, zählt zu den ältesten Gebirgszügen unseres Landes, und hat sich analog dem heimischen Odenwald durch die Absenkung des Rheingrabens ausgebildet. Eingekesselt vom westlich gelegen Hunsrück, vom nördlichen Westerwald und vom östlich gelegenen Gießener Becken läuft das Schiefergebirge im Rheingau aus. Grund genug um das Angebot des Naturparks Taunus zu nutzen, um 24 Stunden einzutauchen in eine wunderbar wanderbare Region unter der Headline „Im Reich des Schinderhannes – Taunus-Steige, tiefe Täler und tolle Türme“ Ursprünglich sollte die Wanderung bereits Anfang Juni mit 60 gemeldeten Teilnehmern starten – bedingt durch schwerste Unwetter hatte der Veranstalter jedoch den Termin um vier Wochen verschoben. Immerhin 33 ambitionierte Langstreckenwanderer konnten den Ersatztermin noch wahrnehmen. Pünktlich um 19.00 Uhr bläst Wolfgang Baumann, passionierter Jäger und Naturparkführer mit seinem Jagdhorn zum Halali. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der vier Guides starten wir bei sommerlichen Temperaturen von 23 Grad vom Taunus-Informationszentrum, welches strategisch [read more…]
Ultra

24 Stunden Rheinland-Pfalz 2016

Hennweiler, den 18. Juni 2016 – Hennweiler, in der Langstreckenwanderszene wohlbekannt, für die meisten Rheinland-Pfälzer mutmaßlich nur mit Unterstützung von Google-Maps lokalisierbar. Einmal jährlich entwickelt sich das im südlichen Hunsrück gelegene, und ansonsten beschauliche  Hennweiler, zu einem wahren Wandermekka. Bereits zum vierten Mal wurde die mittlerweile etablierte Veranstaltung „Die 24 Stunden von Rheinland-Pfalz ausgerichtet. Erfinder der Veranstaltung, Ewald Dietrich, berichtet stolz am Vorabend, wie er als Geburtshelfer auf die Idee zu solch einer Veranstaltung kam. Als Gründer und Vorsitzender der Kinderhilfsorganisation Human Help Network ist Dietrich als umtriebiger Geldeinsammler bekannt. Die Idee war trivial und genial. Man bediene sich einer hervorragenden Wanderinfrastruktur, eines starken potenzialorientierten Kommunalverbandes, nehme leistungsstarke Sponsoren und einen kompetenten Touristikverband mit ins Boot und biete eine außergewöhnliche Veranstaltung an. 444 Wanderer zahlen als Eintrittsgebühr EUR 72,– die komplett an zwei Hilfsorganisation fließen. Für einen Deckungsbeitrag von zusätzlichen EUR 10,-, zahlbar bei Abholung der Startunterlagen ist Wanderfrau/ und Wandermann dabei. So konnten auch in 2016 wiederum 30.000 Euro Spendengelder eingesammelt werden. Man hätte auf Grund der hohen Nachfrage locker eine zweite Veranstaltung durchführen können, doch würde das letztendlich den organisatorischen Rahmen, und damit auch die Qualität der Veranstaltung sprengen. Bereits am Vorabend haben weitgereiste Odenwälder und andere Teilnehmer aus dem Bundesgebiet die Gelegenheit ihr Startpaket abzuholen. Dass der Veranstalter das Wanderevent eng begleitet, dokumentiert ein tagesaktuell erstellter Bericht zur Wetterlage im Hunsrück. Außergewöhnlich massive Regenfälle in den vergangenen Tagen und Wochen haben natürlich auch die heimischen Wanderwege strapaziert, jedoch die Aussichten für die nächsten 24 Stunden sind nicht die Schlechtestens. Samstag, 07.00 Uhr. [read more…]
Ultra

24 Stunden-Wanderung am Bodensee

Meersburg, den 10. Juni 2016 – Erstmals wurde am Bodensee eine 24-Stunden-Wanderveranstaltung, organisiert  von Original Landreisen AG, ein kommerzieller Veranstalter, der bereits seit 2011 unter dem Signet „…Blodere an de Fueß“ (auf Hochdeutsch: „…die Herausforderung 24 Stunden wandern!“) anbietet, durchgeführt. Verlockend die Ausschreibung, insbesondere aus Sicht eines Odenwälder Wanderers, der nicht gerade in einer wasserreichen Region lebt.  64 Kilometer, 1.028 Höhenmeter, 17,5 Stunden Gehzeit, als geführte Wanderung mit maximal 40 Teilnehmer – von Konstanz bis nach Meersburg – rund um den Finger des Bodensees, den Überlinger See, der nordwestlichsten Teil des Obersees. Dabei orientierte sich der Veranstalter am neuen Premium-Wanderweg, den 53 Kilometer langen SeeGang, der offiziell von Konstanz nach Überlingen führt. Der Treffpunkt ist für 14.00 Uhr am Fährhaus in Meersburg angesetzt, so die Order des Veranstalters. Demnach war Zeit genug, da bereits am Vortag in Immenstaad angereist, per Schiffspassage von Immenstaad nach Meersburg übersetzen. Bereits bei Ankunft in Meersburg merkt man, dass man sich an einem touristischen Hot-Spot des Bodensees befindet. Permanent strömen die Besucher, ob per Schiff, Bus, Auto oder Rad ankommend in die bemerkenswerte Stadt, die über eine markante Oberstadt mit einer Burganlage verfügt.  Pünktlich um 14.50 Uhr setzten 34 von 41 gemeldeten Teilnehmern (Schwund durch Krankheit/Verhinderung) mit der Fähre nach Konstanz über, dort wo der Veranstalter die Protagonisten zum offiziellen Start um 15.15 Uhr begrüßt. Die meisten Teilnehmer kommen aus dem Umland und dem näheren Schwarzwald. Dem internationalen Charme des Bodensees Rechnung tragend, bereichern dabei zwei Schweizer Wanderinnen den Extremwandertrupp. Die Wetterbedingungen sind optimal, ehr noch ein Tick zu warm. Stahlblauer Himmel, fette [read more…]
Mittelhessen

Rosen, Römer, Ritter und Ruinen

Bad-Nauheim, den 26. Mai 2016 – Wer eine gepflegte Langstreckenwanderung mit kulturhistorischen Höhepunkten und weitreichenden Panoramablicken sucht, dem sei dringendst die erste Hälfte des insgesamt 96 Kilometer langen Taunus-Rhönweges empfohlen. Auch wenn der VHC, der Vogelsberger Höhenweg-Club, für die Teilstrecke von Bad-Nauheim nach Laubach zwei Wandertage veranschlagt, ist es nicht verboten die Strecke für einen ausgedehnten Wandertag zuzüglich ÖVM-getriebener Verlängerungsoption einzuplanen. Gestartet wird am Bahnhof der Kurstadt Bad Nauheim, die für ihre Solequellen bekannt ist und die von namhaften Kurgästen wie Otto von Bismarck, der Kaiserin Sissi oder u.a. Roosevelt besucht wurde. Angesichts des bevorstehenden Wanderpensums ist eine vertiefenden Besichtigung der interessanten Stadt nicht möglich, und aufgrund der frühen Morgenstunde auch nicht sinnvoll. So geht es zunächst durch den Goldsteinpark, dort wo 2010 eine Landesgartenschau stattfand und die Nachbildung eines Limesturmes an die römischen Zeiten in der Wetterau erinnert. Beeindruckend die hier im Park angebrachten außergewöhnlichen Installationen des Planetenweges. Durch ein schmales Waldstück geht es durch Feld und Flur in das fünf Kilometer entfernte Steinfurth, die Kommune, die sich als Rosenstadt auszeichnet. Hier wurde 1868 Deutschlands erste Rosenschule gegründet, die heute mit über 1.000 Rosensorten eines der weltweit größten Rosenangebote offeriert. Weiterhin kann ein Rosenmuseum (sonntags ab 11.00 Uhr) besichtigt werden, welches auch den weltweit umfangreichsten Literaturbestand über die Edelblume beherbergt. Das hochgewachsene Gras auf den ausgewiesenen Wanderwegen legt Zeugnis ab, dass dieser Wanderweg eher selten begangen wird. Die gesamte Strecke ist mit einem blauen Kreis auf weißem Spiegel gekennzeichnet, wobei man sichtlich bemüht war, die Wanderstrecke auszuzeichnen, was nicht immer gelungen ist. Teilweise irreführend, [read more…]
Odenwald

24 Stunden durch den Vorderen Odenwald

Groß-Umstadt/Dieburg/Otzberg, den 23. April 2016 Premiere.  Und die Begeisterung war bei den 50 Finishern der „24 Stunden im Vorderen Odenwald“ regelrecht von den Gesichtern abzulesen. Überglücklich, den inneren Schweinehund überwunden zu haben, mehr als zwölf Niederschlagsstunden zu trotzen, einen  apriltypischen Tagestemperatursturz von 19 auf 5 Grad zu verkraften, die Stirnlampe acht Stunden in Betrieb gehabt zu haben und von Hexen aufgemischt zu werden – ereignisreiche 24 Stunden, die man so schnell nicht vergessen wird. Als bundesweit eine der ersten 24-Stunden-Wanderungen im Wanderjahr 2016 haben vier Ortsgruppen des Odenwaldklubs, der mit mehr 100 Ortsgruppen und 13.000 Mitgliedern zu den größten Gebietswandervereinen Deutschlands zählt erstmals eine 24-Stunden-Wanderung durchgeführt. Unter Federführung des Heubacher Wanderexperten Michael Pohl wurde unter dem Signet „75-24-4“ (75 Kilometer in 24 Stunden, ausgerichtet von vier OWK-Ortsgruppen Heubach, Groß-Umstadt, Dieburg und Otzberg)  kurzfristig Ende Januar per Veröffentlichung in der lokalen Presse zu einer geführten 24-Stunden-Wanderveranstaltung in den nordöstlichen Teil des Vorderen Odenwaldes eingeladen. Ursprünglich ausgeschrieben für 60 Teilnehmer, lagen binnen sechs Wochen 150 Anfragen vor und am Ende konnte Karl Ohlemüller, der Vorsitzende des OWK-Gesamtverbandes  72 Teilnehmer begrüßen, alle aus der Region kommend, die ihre Startpakete am historischen Marktplatz in Groß-Umstadt in Empfang nahmen.Vom historischen Marktplatz in Groß-Umstadt führte Michael Pohl  zusammen mit acht Tourenguides die Wanderschar zunächst hinauf Richtung Afrika, oberhalb des Herrnbergs gelegen, zum weit über die Grenzen der Weininsel Groß-Umstadt bekannten afrikanischen Restaurant Farmerhaus, von wo aus man einen herrlichen Südwestblick in die Dieburger Lande genießen kann.  Üppig die frische frühjahrsgetriebene Blütenpracht und die Aussichtsmöglichkeiten entlang der weiterführenden Weinlagenstrecke Hainrichsberg. [read more…]
Odenwald

Die Heubacher Marathonrunde

Heubach, den 19.03.2016 8 Grad 57 51.16 Länge 49 Grad 50 30.96 Breite.  Eingebettet in einem romantischen Seitental des Vorderen Odenwald lebt eine verschworenen Dorfgemeinschaft behaftet mit der Anmut eines gallischen Dorfes. In diesem Umfeld bläst der zweite Vorsitzende der OWK-Ortsgruppe Heubach, Michael Pohl, einmal jährlich zum sportlichen Wanderhalali. Der heimatlichen Verbundenheit Rechnung tragend hatte der Wanderspezialist für 2016  eine Strecke ausgearbeitet, die einen Radius von 3,74 Kilometer ausgehend  vom Heubacher Dorfbrunnen  ausweist und über Mehrschleifen sich zu einem ausgewachsenen Ultra mit knapp 48 Kilometern und knapp 1.200 Höhenmetern entwickelte. Frühmorgens um 6.30 Uhr versammelten sich 29 Wanderer in der Heubacher Ortsmitte, darunter auch einige Teilnehmer, die diese Veranstaltung als Lackmustest zum Anlaß nahmen, in Vorbereitung zur ersten 24-Stunden-Wanderung, die die vier Ortsgruppen Heubach, Groß-Umstadt, Dieburg und Otzberg am 22.April 2016 erstmals durchführen werden. So ging es zunächst über den Angert hinauf zum Sandbuckel vorbei am wasserreichen Areal der Bismarckquelle.  Hart an der Gemarkungsgrenze des Odenwaldkreises zwischen Königskopf und Tannenberg  führte der Trail hinab zum Kellergrund und vorbei am Erlenhof in das Sausteigetal, dort wo die Sausteiger Brunneneiche an vergangene  Zeiten erinnert, als hier die Umstädter ihre Schweine zur Eichelmast in die Wälder trieben. Hinauf zum Rödelshäuschen ging es nördlich der Alten Höhe wieder abwärts durch das Ockerstal hinab nach Heubach, dort wo  für die Teilnehmer ein opulentes Frühstück im Alten Rathaus vorbereitet war. Seit Jahren hat sich diese Vorgehensweise bewährt. Eine frühe Morgenrunde, die im Regelfall ein Drittel der Gesamtpassage abdeckt, anschließend ein kräftiges Frühstück als Grundlage für die anstehenden Herausforderungen. In der zweiten Runde führte der [read more…]
Taunus

Auf dem Elisabethenpfad von Wetzlar nach Marburg

Wetzlar, den 31. Januar 2016 Es ist nicht verbrieft, wie lange die Heilige Elisabeth im 13. Jahrhundert benötigte um von Marburg nach Wetzlar pilgern um Ihre Tochter im Kloster Altenberg zu besuchen, jedoch ist anzunehmen, dass  für die 50 Kilometer lange Fußstrecke mehr als eine Tagesreise zu veranschlagen war. Mit High-Tech-Wander-Ausrüstung des 21. Jahrhunderts  sollte es jedoch machbar sein,  just vier Wochen nach Absolvierung der ersten Etappe des Frankfurter Elisabethenpfades die letzte Etappe von Wetzlar zur Grabstätte der Heiligen Frau in der Elisabethenkirche in Marburg an einem Tag zu absolvieren. Gestartet wird am Bahnhof Wetzlar – von hieraus erreicht man in zwei Kilometern den offiziellen Pfad des Elisabethenpfades im Wetzlarer Stadtteil Hermannstein. Umringt von morbiden Fachwerkhäusern ist die kleine Paulskirche, die Ende des 15. Jahrhunderts errichtet  wurde, erste Station auf diesem Pilgerabschnitt.  Sicherlich war die Kirche seinerseits sonntags um 08.00 Uhr geöffnet, was im 21.Jahrundert jedoch ausgeschlossen  ist.  Gegenüber auf dem Schwarzenberg erhebt sich die Burg Hermannstein, deren Silhouette im wolkenverhangenen Morgenduster bedingt durch die beiden mächtigen Schornsteine  wie eine alte Industrieanlage wirkt. Hinauf zum 256 Meter hoch gelegenen Simberg geht es zum Aussichtspunkt Schauinsland . Von hier aus eröffnen sich weite Blicke in den Taunus, Richtung Vogelsberg und dem Westerwald. Vorbei geht es am Steinbruch Malapertus der immer wieder im Fokus steht. So wurde letztes Jahr publik, dass angeblich Erdaushub des Stuttgarter Bahnprojektes Stuttgart 21 hier landen sollte.Durch die sanfthügelige Landschaft zwischen Lahntalsenke und dem westhessischen Bergland geht es vorbei am Hofgut Haina. Hier soll gemäß Legende  die Heilige Elisabeth [read more…]
Ultra

Von Alt Hürth rund um die Ville-Seen

Alt Hürth, den 23. Januar 2016 Ville – kein  Hinweis auf eine französische Ansiedlung sondern eine Ableitung von einem altfränkischen Wort *feli, *fili ab, das die Bedeutung ‚(Hoch)ebene‘ oder ‚Heide‘ gehabt haben könnte,  und r einen 50 Kilometer langen Höhenzug westlich von Köln bezeichnet.  Die Ville ist ein geologischer Halbhorst, der beim Einsinken der Kölner Bucht zurückgeblieben ist. Subtropisches Klima war hier vor 35 Millionen verantwortlich, dass hier ausgedehnte Torfgebiete entstanden, aus denen sich im erdgeschichtlichen Verlauf eines der größten Braunkohlevorkommen der Welt entwickelte.  Als das Brühler Unternehmen Rodergruber AG 1877  hier das erste rheinische Braunkohlebrikett presste war der Grunstein für die industrielle Braunkohleherstellung im Rheinland gelegt. Hier bildeten die Gruben Gruhlwerk  Berggeist, Maria Glück und Berggeist das Zentrum des rheinischen Reviers. Durch steigendes Grundwasser und Oberflächenwasser entstanden die heutigen Seen in den ausgekohlten Gruben. Bis 1976 wurde hier Braunkohle abgebaut. Das zuletzt ausgekohlte Gebiet bei Knapsack, das Ville Nordfeld, ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet und wird als Naturschutzgebiet sich selbst überlassen. Ideal daher die Rahmenbedingungen für einen schönen 50-Kilometer-Marsch zudem die Wandergesellen in Alt-Hürth in der dritten Januarwoche eingeladen haben. Das Blitzeis der vergangenen Nacht hatte sich dank Tagestemperaturen von 8 Grad aufgelöst, der Himmel zwar stark bewölkt, das Areal selbst platt wie ein Flunder ohne nennenswerte Steigungen. Eine stattliche Anzahl von erfahrenen Langstreckenläufern hatten sich bereits deutlich vor dem offiziellen Start um 7.30 Uhr im Startlokal eingefunden. Die Halle fastnachtlich dekoriert – hier man merkt an allen Ecken und Enden, dass wir uns mitten in der fünften Jahreszeit befinden. Unruhig scharren [read more…]
Ultra

Auf Traumpfaden entlang der Mosel

Winningen, 25. Oktober 2015 Während manch ein Wanderer Ende Oktober als Vorbereitung zum Winterschlaf in den Energiesparmodus wechselt, hatten 400 ambitionierte Langstreckenwanderer zu dieser Jahreszeit Koblenz als herbstliches Highlight auf der Wanderagenda stehen – und das zu Recht. Tradionsgemäß laden die „Schnellen Füße“ in Winningen am letzten Oktoberwochenende eines Jahres zu einem bemerkenswerten Wanderwochenende ein. Neben der üblichen Haushaltsmischung (5 km, 10 km und 20 km) wurden bereits zum 22. mal eine Marathonwanderung und ein 50-Kilometer-Ultra angeboten. Jedes Jahr überrascht der Veranstalter mit einer neuen Streckenführung im weitläufigen Rhein-Moselareal. Dieses Jahr entschied man sich für eine außergewöhnliche und anspruchsvolle Routenführung – Wandern auf höchsten Niveau.  Für 50 Kilometer stand ein Zeitfenster von 11 Stunden zur Verfügung, wobei bei den neun eingerichteten Kontroll- und Verpflegungsstellen eine ausgezeichnete  Versorgungslogistik für die Teilnehmer sichergestellt wurde. Vom Startlokal in Winningen führte bei zunächst stark bedecktem sonntäglichen Himmel der sehr gut markierte Wegverlauf entlang der Steilhänge der Moselweinberge in westlicher Richtung nach Kobern. Kaskadierende Weinbergterassen, die mit einer Neigung von bis zu 65% zu den steilsten Weinlagen Deutschlands zählen, hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Scheinbar jeder erschließbare Vorsprung wird in den Schiefersteinfelsen zum Weinanbau genutzt. Als Laie kann man nur mutmaßen, wie hart die Arbeit für die Winzer in diesen Lagen ist. Nachvollziehbar aber auch, daß das hier gezogene Rieslinggewächs, dank der exponierten Steilhanglage und des thermischen Schieferbodenspeichers, von besonders bemerkenswerter Qualität sein muß. Die Moselbrücke der A61 unterquerend verlassen wir zunächst die Mosel um im Delta des Langentalbaches und des Beltalbaches in den Moselhöhenweg einzusteigen, der sich serpentinenartig durch [read more…]
Ultra

24 Stunden Potsdam Haveland 2015

Caputh, den 09. Oktober 2015 Kaputt waren schon Einige. Brennende Füße, Blasenherde, ziehende Muskel, schwere Beine, Rücken – aber zumeist glücklich die Gesichter bei den Extremwanderern, die in 24 Stunden 100 Kilometer im Havelland erfolgreich absolviert hatten. Caputh selbst 12 Punkte – Höchstnote nach der Grand-Prix-Eurovision-Wertung für ein bemerkenswertes und  außergewöhnliches Wanderevent. Caputh, mutmaßlich aus dem Slawischen abgeleitet (Huf – und daher Hufform des Caputher Sees beschreibend), zur Gemeinde Schwielowsee gehörend, und unmittelbar vor den Toren Potsdam gelegen, war Ausrichter der ersten 24-Stunden-Potsdam-Havelland-Wanderung gewesen. Als Veranstalter zeichnete dabei der Heimatverein Petzow e.V. verantwortlich. Dank der umtriebigen Wanderexpertin Petra Rauschenbach, die nebenbei auch Wolfswanderungen durch das Brandenburger Wolfsgebiet anbietet, und dem Chef-Organisator „Kalle“ Karl-Heinz-Friedrich, ist es mit Unterstützung vieler Helfer gelungen, eine bestens organisierte Wanderveranstaltung auf die Beine zu stellen. Mit 10 – 20 – 50 – und 100 Kilometern wurden insgesamt vier geführte Wanderungen für unterschiedliche Zielgruppen angeboten. Für die Königsdisziplin, dem 100 Kilometer-Trail, lagen 85 Anmeldungen vor, wobei 67 zum Start antraten, da Einige noch kurzfristig auf eine überschaubarere Distanz umbuchten oder nicht antraten. Auch wenn der Oktober mit 11 Stunden Dunkelheit nicht allzu optimal für eine 24-Stunden-Wanderung ist, waren die Rahmenbedingungen ideal. 11 Stunden Sonne pur bei 10 Grad in der Spitze, strahlend blauer Himmel, tagsüber ein gemäßigter Ostwindeintrag, eine markant einsetzende Einfärbung des Herbstlaubes, ringsherum eine prachtvolle Seen- und Parklandschaft und entlang der Tagestrecke eine Reizüberflutung an kulturhistorischen Bauten und Monumente. Kurz vor dem Start um 09.00 am Caputher Schloß war die  Betriebsamkeit am gegenüberliegenden Startpunkt groß. Unter den [read more…]
Ultra

24 Stunden Wanderabenteuer Edersee 2015

Bad Wildungen, 18. September 2015 „Es wird ein unvergessenes Wanderabenteuer, versprochen!“ so Klaus Hamel von der Edersee-Tourstic in seiner Präparationsmail, die Ende August an die über 200 angemeldeten Teilnehmer versandt wurde. Nach dem erfolgreichen Debüt im Vorjahr startete am dritten Septemberwoche eine Zweitauflage im Naturpark und Nationalpark Kellerwald-Edersee. Wiederum hatte der Veranstalter mit Unterstützung des Extremwanderers Thorsten Hoyer zwei Wanderpakete geschnürt. 40 Kilometer für  interessierte Langstreckenwanderer und 80 Kilometer für Extremwanderer, und all diejenigen die ein Stück Grenzerfahrung im Rahmen einer 24-Stunden-Wanderung erleben möchten. Verlockend auch das Angebot des Veranstalters: Wandern auf den zertifizierten Qualitätswanderwegen Urwaldsteig Edersee, Ederhöhenpfad und Kellerwaldsteig Im Nuklus der Tagesstrecke stand dabei der sagenhafte Urwaldsteig. Letzte Urwälder, krüppelige Eichenwälder, urige Buchenareale, Felsen, Moos- und Flechtgürtel, Blockhalden, verschlungene Pfade, bizarre Baumskulpturen. Insgesamt waren 40 Kilometer des 70 Kilometer langen Urwaldsteiges eingeplant. Ehrensache natürlich, dass der Veranstalter für die diesjährige Tour eine neue Streckenführung ausgearbeitet hatte, auch um den vielen Wiederholungstätern des vergangenen Jahres eine interessante Alternative zu bieten. Ab 7.15 Uhr hatten die Teilnehmer Gelegenheit die Startunterlagen in der repräsentativen Wandelhalle von Bad Wildungen in Empfang zu nehmen und ein Early-Bird-Frühstück einzunehmen, Jedoch nicht wandeln sondern wandern – das hatten sich 65 Marathonwanderer und 139 24-Stunden-Wanderer vorgenommen. Wurde in 2014 noch direkt an der Wandelhalle gestartet, hieß es diesmal aufsitzen. Per Bus wurden die Protagonisten nach Hemfurth zum Sperrmauervorplatz, gefahren. Sichtlich erfreut war der anwesende Bürgermeister, der auf Nachfrage freudig zur Kenntnis nahm, dass ein Südhesse aus dem Vorderen Odenwald es sich nicht nehmen lässt, bereits am Vorabend anzureisen, abends das durchaus empfehlenswerte [read more…]