24h Grenzgänger im Dreiländereck

Cloef-Atrium, Orscholz, den 01. Oktober 2016 –

Drehbuch und Regie: Walpurga und Anna- Lena! Beide prägten ein außergewöhnliches 24-Stunden Wanderevent, welches als Premiereveranstaltung  erstmals von der Saarschleife-Touristik ausgerichtet wurde. Rechtzeitig zum 1. Oktober 8.00 Uhr beendete Walpurga, ein kräftiges Tiefdruckgebiet, welches sich über Mitteleuropa bis hin nach Nordwestrussland zog, das wochenlang anhaltende Spätsommerwetter.

145 Wandertitanen ließen sich natürlich nicht davon abhalten, wohlgerüstet das 24-Stunden-  „Grenzgänger“ Wanderabenteuer anzugehen, um  im Idealfall 81 Kilometer im Dreiländereck Moselfranken/Saarland, Kanton Remich Luxemburg,  Lothringen Frankreich zu absolvieren.  Die eigentliche Story hinter der Veranstaltung hatte jedoch Anna-Lena Koster zu verantworten, die im  Rahmen eines Studienganges Touristik/Eventmanagent eine praxisbezogene Bachelor-Arbeit mit dem Thema „Organisation und Durchführung einer 24 Stunden-Wanderung“ anfertigt. Wandern für ein akademisches Diplom – außergewöhnlich und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine deutsche Premiere.

Cloef-Atrium Orscholz 07.30 Uhr: Reger Betrieb herrscht im Besucherzentrum an der Saarschleife, dort wo das Wanderbüro eingerichtet wurde. Die angemeldeten Wanderer, die überwiegend aus dem Umland kommen, nehmen ihre Starterpakete in Empfang, sortieren die Dreingaben des Veranstalters und der Sponsoren, rüsten ihr Equipment für feuchte Wanderstunden, ermuntern sich Gegenseitigkeit, studieren das Roadbook und den Streckenverlauf  und warten gespannt auf den offiziellen Start.  Kurz nach 8 Uhr begrüßt die Bacheloranwärterin  Anna-Lena die Gäste und instruiert bezüglich der Streckenkennzeichnung, der Etappenziele und der Rückholmöglichkeiten.

 

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Das Besucherzentrum Cloef-Atrium Orscholz – ein perfekter Startort für das Grenzgänger-Wanderevent
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7:25 Uhr: Check-in
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„Und im Falle eine Falles – Allgäuer Latschenkiefer hilft gegen Alles“
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Die Vorfreude steht auf den Gesichtern geschrieben
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Sponsoren sei Dank: Ein gut gefülltes Startpaket
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Zunächst muss alles gut verstaut werden
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Und diese Combo wird unterwegs nicht verhungern. Garantiert!
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Zwar nicht bestellt – aber pünktlich zum Start zieht das Tiefdruckgebiet ein
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Anna Lena Koster begrüßt und instruiert die Teilnehmer
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Genial die Streckenplanung: Man folge den Premiumwanderwegen Saar-Hansrücksteig, Moselsteig nebst eingepassten Traumschleifen – traumhafte Wanderaussichten
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Startnummer 16, 19,18 – Nummer 17 fehlt……

Gegen 8.15 Uhr setzt sich der Wandertross in Bewegung um  direkt in den Saar-Hunsrück-Steig einzusteigen. Bereits nach wenigen Metern erlebt man beste Steigqualität. Naturbelassene felsdurchsetzte Wanderpfade, die durchaus und gerade bei nassen Verhältnissen eine gewisse Achtsamkeit erfordern, lassen erahnen, dass ein großartiges Wandererlebnis bevorsteht. Ein offenes Feld querend ist nach sechs Kilometern  das Begegnungs- und Meditationzentrum Neumühle am Steinbach erreicht. Bei milden 15 Grad ist der Regen, da warm, erträglich und man gewinnt rasch die Erkenntnis, dass nicht unbedingt eine Einkehr in ein Mediationszentrum notwenden ist, um sich selbst zu sammeln und zu sortieren.

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08:14 Uhr: Die Grenzgänger scharren mit den Füßen…..
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Noch sind alle elastisch im Schritt
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Catwalk für Outdoorbekleidung
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Um den Überblick zu behalten folgt am besten dem Cloefpfad um dann den Weitblick zu genießen – das sind doch Ausblicke!
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Vorbildlich die Ausschilderung und die Streckenhinweise
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Schon nach wenigen hundert Metern steigt man rechtrecht ein in den Wandersteig
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Der Saar-Hunsrücksteig – wahrhaft ein Qualitätswanderweg
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Dank des Regens entwickelt sich eine grüne Opulenz, die man in den letzten warmen Spätsommerwochen, dort wo ein tristes grün-braun die Landschaft beherrschte, vermisste
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Für die nächsten drei Stunden beißt sich der Regen fest – der Trost: er ist warm
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Dafür wird man auf den tollen Wegen entschädigt
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..und zwar auf Schritt…
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und Tritt…
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durch rekultivierte…
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und naturbelassene Waldabschnitte…
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Das Kraftzentrum Neumühle, das Europäische Zentrum für Mediation und Begegnung am Steinbach ist erreicht – wobei auch eine 24-Stunden-Wanderung eine herrliche Meditationsübung sein kann – und inbegriffen ist eine Begegnung mit der Natur!

Am lichten Rande des Waldgebietes Schwarzbruch vorbei, ist nach zwölf Kilometern das erste Etappenziel, die Villa Borg erreicht. Eine prachtvoll rekonstruierte römische Villenanlage lässt erahnen, wie prunkvoll es seinerseits in einem römischen Herrenhaus zugegangen sein muss. Sicherlich konnte seinerseits kein Römer voraussehen, dass 2.000 Jahre später deutsche, französische und luxemburgische Langstreckenwanderer hier zu einer Jause einkehren werden. In der Backstube wird nach römischer Art frisches Brot im mächtigen Holzofen gebacken.  Der Hobbybäcker des Tages lässt es sich zudem auch nicht nehmen zur Feier des Tages einen Mispelschnaps zu kredenzen.

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Die römische Villa Borg, ein aufwändig restaurierter römischer Archäologiepark. Hier kann man ermessen, wie fürstlich schon damals die Römer logierten
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Keine Tour für Schönwetter-Spaziergänger
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Als Atzung ist frisches Brot und Moretum, eine römische Käsepaste hergerichtet
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Kaffee und Tee werden auch gerne genommen
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Brot backen wie in der Antike – 30 Brote können hier gleichzeitig gebacken werden
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Und die Zutaten inklusive Olivenöl – vom Allerfeinsten
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Die Badeoase im römischen Herrenhaus
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inklusive Ruheraum und Massagezone – genau das Richtige für Powerwalker

Nach einer Stippvisite des aufwändig rekonstruierten Badebereichs geht es auf den bewährten Pfaden des Saar-Hunsrück-Steiges weiter zum Weiler Borg. Hinter der Waldzone Kampholz eröffnen sich phantastische Blickachsen Richtung Luxemburg und Frankreich.  Das Tiefdruckgebiet verzieht sich, und die sich auflösenden Dunstschwaden legen wunderbare Ausblicke in das Moseltal frei. Abwärts gehend ist nach 20 Kilometern Tettingen erreicht, dort wo im Saarländischen Brauereimuseum eine Vesperstation eingerichtet ist.  Alois Becker, seines Zeichens Ortsvorsteher und Inhaber mehrerer Brennrechte, richtete 2006 an dieser Stelle ein  Brennereimuseum ein und bietet heute über 50 Destillen aus dem deutschen und französischen Raum an.  Als ergänzende Ausstattung für den Rucksack wird eine Dose(!) Schnaps erworben. Ein Brand in Dosen  mit Hybridfunktion: gut zur Desinfizierung von Wunden und zur Beruhigung des Ersthelfers. Dank Kaminofen ist die Brennereistube gut geheizt, die gereichte Gulaschsuppe wird gerne aufgenommen und zur Abrundung ein Tässchen Kaffee – bester Service im Brennereimuseum.

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Raus aus der Römervilla – rein in den Saar-Hunsrück-Steig
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..und eintauchen in ein herrliches Waldareal
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Da staunt der Borger Wichtel über die fremde Wanderschar
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Langsam verzieht sich das Regengebiet und es eröffnen sich weitreichende Aussichten Richtung Remich in Luxemburg
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Der Herbst ist angekommen – der Walnußbaum wirft ab
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Die zweite Jausestation das Saarländische Brennereimuseum ist erreicht. Ortsvorsteher und Oberschnäpsler Alois Becker, der das Museum betreibt lässt es sich nicht nehmen, die Wanderschar zu begrüßen, zu stempeln und einzuschwenken
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Hier kann man Sitzfleisch entwickeln
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Passt in jeden Wanderrucksack – Schnaps in Dosen
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Und für die zart Besaiteten gibt es das gute Schwollener Wanderwasser
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…und zur Stärkung ein lecker Süppchen

Von Premiumsteig zum Premiumsteig. Hinter Tettingen setzt der Moselsteig ein, den wir nun auf den nächsten Kilometern folgen.  Den Weiler Wochen querend, geht es entlang des Honecker Waldes, unter der Autobahn A8 hindurch um der Traumschleife Perl bis nach Oberperl zu folgen. Gegenüber öffnet sich das Luxemburger und Französische Moseltal und gewährt neue Einblicke in die herrliche Kulturlandschaft.  Über die Moselbrücke, die Deutschland mit Frankreich verbindet, ist vielleicht der europäischste Ort der Europäischen Union, Schengen, erreicht. Das Schengener Abkommen 1985 als eines der bedeutensten Vereinbarungen der EU geschlossen, heute  oftmals Gegenstand provokanter Diskussionen, verleiht diesem Ort im Dreiländereck eine besondere Aura. Vom Veranstalter strategisch bestens gewählt ist das hier eingerichtete Etappenziel vis a vis dem markanten Touristen-Informations-Ponton. Bei einem guten Gläschen Luxemburger Wein lässt es sich vortrefflich über das grenzenlose Europa sinieren.

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Wieder etwas gelernt: Als Viez bezeichnet man im moselfränkischen Sprachraum den leicht säurehaltigen Apfelwein, als hessisches Pendant zum Äppler
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Auch in dieser Region bleibt das Gasthaussterben nicht aus
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Vom Saar-Hunsrücksteig auf den Moselsteig – einfach phantastisch
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Wochern, ein typisch lothringisches Dorf, 1987 auf Platz zwei im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ gelandet
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Unser Dorf soll schöner werden – Schmauchspuren der Vergangenheit sind noch zu erkennen
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Und auf einer Anhöhe ist eine kleine Erfrischungsstation eingerichtet – ein klasse Service
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Eine von 111 (!!!) Traumschleifen die am 410 Kilometer langen Saar-Hunsrücksteig angedockt sind
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Und gegenüber blickt man Richtung Luxemburg und Frankreich
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Es gibt schon Helden des Alltages. Die Einen stiefeln 24 Stunden durch den Wald, die Anderen reisen mit der Kutsche von Berlin nach Paris – so geschehen im Jahre 1991
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Genau!
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Im Alpenraum aus Holz, im Saarland fest eingemauert, Feldhütte am Weg
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Immer gut zu Fuß
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Die Grenzgänger haben die Wahl
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Letzte Stärkungsmöglichkeit vor Grenzübertritt
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Die Mosel bildet die natürliche Grenze zwischen Perl und Schengen
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Willkommen im geschichtsträchtigen Ort Schengen
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Moselfischer im europäischen Gewässer
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Anläßlich 25 Jahre Mauerfall – geschichtsträchtig verankert im europäischsten Ort der EU
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Es geht nichts….
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über einen leckeren Moselwein..
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vom Luxemburger Weingut Domaines
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Symbolträchtiges für das grenzlose Europa
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Centre Européen Schengen
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Die Skulptur „E Schlass fir Schengen“ wurde im Mai 2013 eingeweiht und seitdem können sich Besucher symbolisch mit einem Schloss an den Schengener Gedanken der offenen Grenzen binden, indem sie ihr Schloss an der Sternenskulptur nahe der Brücke anbringen und so eine persönliche Spur in Schengen hinterlassen.
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Kein Platz mehr in Europa? Zusammenrücken oder erweitern ist jedoch nicht ausgeschlossen.
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Der vielleicht berühmteste Pilgerweg führt auch durch Schengen
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Gewagte Betonarchitektur in Schengen

Bis hier sind bereits 32 Kilometer von der Saar zur Mosel zurückgelegt. Als besonderes Wanderhighlight hat der Veranstalter die neun Kilometer lange Traumschleife „Schengen grenzenlos“ eingebaut. An dieser Stelle ein Wort zu den Traumschleifen. Entlang des 410 Kilometer langen Saar-Hunsrück-Steiges gibt es insgesamt 111 Traumschleifen, Rundkurse mit einer besonderen Note, schöne Aussichten, spektakuläre Pfade, geschichtsträchtige Orte, die den Steig ergänzen und bereichern. So auch die Traumschleife „Schengen grenzenlos“ Wohl gab es einige Wanderfreunde, die es lieber vorzogen noch ein Glas Moselwein in Schengen zu verköstigen, doch die Traumschleifenrunde lohnte sich allemal und war einer der Highlights der gesamten Streckenführung. Erstmals sind spürbare Steigungen auf dem Rundweg über den Stromberg zu absolvieren. Belohnt wird man mit schönen Aussichten in die französische und luxemburgische Mosellandschaft. Einzig die Aussicht auf die vier mächtigen Kühltürme der atomaren Zeitbombe  Cattenom trüben den Gesamtblick.  Zurück geht es durch die Weinberge der Moselhänge, mit Blick auf die französischen Orte Contz-les-Bains und Sierck-le-Bains zur Doppelstation in Schengen, dort wo die Traumschleifenwanderer nochmals ein Gläschen Moselwein eingeschenkt bekommen.

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Vorsicht – Sprühmitteleinsatz an den Weinbergen durch Hubschrauber
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Einblick über die Moselhänge
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..und Ausblick Richtung Frankreich
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Im wahrsten Sinne des Wortes ein Traumpfad – Schengen Grenzenlos
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Endlich einmal eine halbwegs ordentliche Steigung
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auf alten Wegen über die grüne Grenze
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Und über die Mosel braut sich Bedrohliches zusammen
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Während gen Frankreich die Sonne durchlugt
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Grenzenlos schön
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Akademisch ausgerichtet
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Cattenom – mehrere Länder haben bereits die Abschaltung der franzöischen Atomkraftanlage gefordert, die immer wieder für störungsbedingte Schlagzeilen sorgt
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Am höchsten Punkt des Wanderevents wird gerne eine Kurzrast eingelegt
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Bitburger Radler alkoholfrei – eine geschmacklich durchaus gelungene Abwechslung zum ewigen Wasser
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Mit Blick auf Lothringen geht es hinab und zurück nach Schengen
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Vorbei an den Steinbrüchen des Strombergs
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Und Dank Sonneneintrag blitzt nochmals die Vegetation durch
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Birkenholzerosionsstudie
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Tiefdruckgebietsbedingtes Wetterspektakulum
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Dank dem grandiosen Spätsommer klettert der Oechslegehalt dieses Jahr deutlich über 80 Oechsle
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Mächtiges Wurzelwerk festgeklammert in Stein
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Anna-Lena hat allen Grund zur Freude – alles läuft wie geschnitten Brot

Über die Moselbrücke geht es zurück nach Deutschland, um gleich in Frankreich, zunächst auf dem Panoramaweg Perl und dann dem Moselsteig folgend einzusteigen.  Luxemburg sendet einen letzten Sonnengruß und begleitet den Aufstieg des Hammelbergs mit einem warmen Sonnenlicht. Der Nachtschleier senkt sich und bald ist die Friedenskapelle erreicht, die als Zeichen der Völkerverständigung von Franzosen und von Deutschen auf der gemeinsamen Grenze errichtet wurde. Abwärts nach Merschweiler und auf der gegenüberliegenden Seite hinauf zum  Schloss Malbrouck. Das 1419 errichtete Schlosss ist ein begehrtes Besucherziel in dem viele Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden.  Vor dem Schloss werden wir vom Fanfarencrops Völklingen begrüßt. Am Grill werden Steaks und Würstchen zubereitet und die Langstreckenwanderer rüsten sich ein für  die nächsten dunklen Stunden der Nacht.

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Zurück in die Bundesrepublik
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Und Luxemburg schickt die letzten Sonnenstrahlen herüber
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..um auf den Weg durch Frankreich nochmals eine herrliche abendliche Atmosphäre zu zaubern
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Ein markanter Punkt – der Dreiländerblick
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Weiter geht es auf den Premiumwanderwegen
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Ein Blick zurück – die Abendsonne als ausgleichendes Regulativ zum tristen Morgenstart
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Die Friedenskapelle, symbolträchtig von Franzosen und Deutsche genau an der Grenze errichtet
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Durch Manderen hindurch
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Das muß man den französischen Freunden neidlos anerkennen – selbst im kleinsten Weiler wartet man mit wohlklingenden Straßennamen auf
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Das Gaslampenlicht zeichnet eine wohlige Stimmung in Manderen
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Blick zurück auf den über Manderen aufziehenden Nachtschleier
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Ein(blick) in das Chateau Malbrouck
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…und nebenan wird kräftig gebruzelt – Stärkung für die Nachtwanderer
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Schnell mal die Mailbox checken….
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Und der Fanfarencorps Völklingen spielt mit flotter Musik auf – eine starke Truppe!

Die Streckenplanung des Veranstalters in toto vorbildlich und achtsam. Orientierte man sich auf der Tagestrecke an den Premiumwanderwegen  so legt man Wert darauf, dass des nachtens gut gangbare Passagen auf breiten Pfaden und Wirtschaftswegen, die ein reduziertes Risiko für Wanderfrau und Wandermann darstellen, begangen werden. Demgemäß geht es auf gut gangbaren Pfaden, erneut die A8 querend, in das acht Kilometer entfernte Tünsdorf zu einem weiteren Highlight der Tour, zur Eventschmiede Biringer. Vortrefflich die Wahl der Jause- und Raststation durch den Veranstalter.  Das Schmiedeeisenfeuer der Eventschmiede verbreitet eine wohlige Wärme. Zwei sportlich ambitionierte Saarländerinnen, die erstmals an einer 24-Stunden-Wanderung teilnehmen, haben sich strategisch in Feuernähe niedergelassen und die Beine lang gemacht. Bedenklich stimmt mit Blick auf das Schienbein, dass ein Saarmädel mit niegelnagelneuen Schuhen in diese Tour eingestiegen ist – auch ein Erfahrenswert, der jedoch schmerzlich sein kann.

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Eine Superlocation – die Eventschmiede Biringer in Tünsdorf
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Und hier sind Sie – die starken Männer am Amboß
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23 Uhr: Nach 54 Kilometern ist eine wohlverdiente Pause angesagt
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Gut vorbereitet – Brotzeit für die Extremwanderer
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Und wer nichts zu tun hat, kann sich ein Hufeisen hämmern
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Wohlig wärmt das Schmiedefeuer
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Und manch ein Wanderfreund legt gerne die Beine hoch

Die Schmiede, ein wahres Museum mit Wohlfühlatmosphäre. So erscheint es auch angemessen nach immerhin 55 Kilometer ein herrliches Wanderweißbier in diesem Umfeld zu genießen. Walpurga, die man schon vertrieben wähnte, meldet sich nochmals zurück. Nach Mitternacht heißt es wieder Regenzeug auspacken um gen Höckerlinienweg Richtung Orscholz zu wandern. Der Höckerlinienweg, besser bekannt als Orscholz-Riegel ein trauriger Erinnerungsort. Auf einer Passage über knapp einem Kilometer geht es durch die Reste einer weitreichenden Panzersperranlage, die seinerseits ein integrativer Bestandteil des Westwalls war. Erst im nachfolgenden Gespräch im Cloef-Atrium wurde gewahr welch markant geschichtsträchtiger Ort hier passiert wurde.  Fürwahr eine geschichtliche Ironie, dass wenige Kilometer vor Schengen hier tausende Menschen ihr Leben opferten – jedoch falsch wäre es die Geschehnisse  zu ignorieren und das vernarbte Mahnmal der Geschichte auszublenden. Chapeau vor dem Mut des Veranstalters, diese Passage einzubinden.

Kurz nach 00:30 Uhr ist erneut Cloef-Atrium in Orscholz erreicht. Die Herkunft des namens Cloef ist nicht eindeutig. Historiker schwanken zwischen römischer und keltischer Herkunft. Allemal hat der Veranstalter hier eine Ruhezone eingerichtet, für all diejenigen, die ihre müden Knochen austrecken möchten. Außergewöhnlich der Service des Veranstalters, der die Rufe eines Odenwälder Langstreckenwanderers erhört, um zu fortgeschrittener Stunde ein erfrischendes Hefeweißbier zu kredenzen um jegliche Gefahren einer drohenden Unterhopfung zu absorbieren. Nach einer ausgedehnten Pause starten wir um zwei Uhr in die optionale Nachtstrecke.

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Der Höckerlinienweg ….
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besser bekannt als Orscholz-Riegel als Teil des Westwalls
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Und vor dem Cloef-Atrium werden die Wanderer durch die „Les enfants du feu“ begrüßt
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Und im Cloef-Atrium wird ein Odenwälder Powerwalker nach 64 Kilometern mit einem herrlichen Weißbier begrüßt. (Tausend Dank für die Weißbierspende an die Saarschleife Touristik GmbH & Co KG!)

Von insgesamt 145 Startern nehmen lediglich 24 am Ende die Option war, um das komplette Wanderprogramm zu absolvieren. Scheinbar für die Meisten zu verlockend die Option, nach der Absolvierung von respektablen 65 Kilometern und der Aussicht auf weitere Dunkel- und Feuchtigkeit,  sich in die persönliche Komfortzone zurückzuziehen. Frei nach dem Motto: „Nur die Harten kommen in den Garten“ starten wir um zwei Uhr zur Nachtrunde. Zunächst Richtung Aussichtspunkt Cloef gehend, folgen wir dann der Ausschilderung „Tafeltour“. Im Saarland verbindet man wohlweislich Tafeltouren mit „Wandern und Schlemmen“ frei nach dem saarländischen Motto:  „Gutt gess“. Dies macht den Landstrich und seine heimische Bevölkerung sehr sympathisch, da diesbezüglich eine nicht zu verleugnende Seelenverwandschaft mit dem Odenwald zu sehen ist, dort wo Essen und Trinken ebenso eine bedeutende Rolle einnimmt. So geht es durch den Mettlacher Wald permanent abwärts gehend Richtung Mettlach. Walpurga meldet sich irgendwann gen drei Uhr nochmals zurück, was zwar keine grundlegende Freudensprünge auslöst (dunkel und nass) aber am langen Ende mit einer gewissen stoischen Haltung aufgenommen wird, da alternativlos. Über die Saarbrücke geht es vorbei an einschlägigen Outletstores eines namhaften Kloschüsselherstellers, um dann auf der  Gegenseite Richtung Kirche und Friedhof in den Wald aufzusteigen. Mittlerweile haben vier weitere Wanderfreunde aufgeschlossen und gemeinsam absolvieren wir die nächsten Kilometer bis zur Burg Montclair. Nachts kann man nur erahnen, welch mächtige Burganlage hier errichtet wurde. Von hier aus muss man tagsüber herrliche Aussichten auf die Saarschleife und Cloef haben. Mangels Sicht kehren wir ein in die Burg und lassen uns eine ausgezeichnete Portion Rührei mit Speck kredenzen, ein wahrer Energizer für die letzte Passage.

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Wahnsinn – der gigantische Baumwipfelpfad am Cloef-Atrium
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Auf der Nachtschleife geht es über die Saar hinein nach Mettlach
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4.30 Uhr: Die weltbesten Rühreier mit Speck auf Burg Montclair – das mobilisiert und setzt ungeahnte Kräfte frei.

Wiederum der markanten Kochmütze der Tafeltour folgend, steigen wir auf angenehmen Pfaden in langen Schleifen abwärts Richtung Spitze der Saarschleife ein, um bald darauf die einzige Fähre auf der Saar, die Fähre Welles zu erreichen. Walpurga hat sich endgültig verzogen und wir genießen die 250 Meter lange Überfahrt auf das andere Ufer. Hier hat der Veranstalter nochmals eine Raststation eingerichtet. Wer möchte kann sich hier am vorbereiteten Stockbrot laben. Allen Befürchtungen zum Trotz, der avisierte Mörderanstieg,  von der Saar hinauf zum Cloef-Aussichtspunkt,  gestaltet sich als eine sehr moderat zu gehende Passage.  Eine lang gezogener Vier-Kilometer-Trail, mit zwei kurzen Treppenpassagen, führen gemächlich hinauf zur berühmten Aussichtsplattform der Saarschleife. 55 Minuten vor Sonnenaufgang kann man noch keine wirklich weitreichende Aussicht auf den markanten Saarbogen, dem Wahrzeichen des kleinen Bundeslandes, erwarten. So geht es zurück, den imposanten Aussichtsturm des neu errichteten Baumwipfelpfades querend, zum Zielpunkt Cloef-Atrium, dort wo dampfender Kaffee und Frühstück auf uns wartet.

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Fähre Welles – ein Bilderbuchidyll am frühen Morgen an der Saarschleife
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Die MS Welles dockt an
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Willkommen an Bord
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Eine Fährfahrt die ist lustig……
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Und drüben am Ufer wird man mit Stockbrot empfangen
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6.35: Der Aussichtspunkt oberhalb der Saarschleife ist erreicht – diese aber noch nicht wirklich sichtbar – noch 55 Minuten bis zum Sonnenaufgang.
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Kurz vor dem Cloef-Atrium ein sinnbildlicher Spruch für eine 24-Stunden-Wanderung. Immer locker bleiben!

Bestens getimt  – genussvolle 22 Stunden und 45 Minuten, den vollen Zeitkorridor bewusst ausschöpfend, 83 Kilometer, 2.048 Höhenmeter absolvierend,  geht ein spektakuläres Wandererlebnis zu Ende. Der Sprung in das 24-Stunden-Becken ist dem Ausrichter mehr als gelungen. Dank der hervorragenden Wanderinfrastruktur  auf die der Veranstalter zurückgreifen konnte, dank der exponierten Lage im Dreiländereck, dank der sorgsamen und gelungenen Auswahl der Etappenziele, dank der guten Organisation der Gesamtveranstaltung, und dank der ausgezeichneten Verpflegung, ist ein guter Grundstein gelegt worden für kommende Veranstaltungen. Es ist nicht verboten, im Rahmen einer Neuauflage in 2017, die Nacht zum Tage zu machen und mit modifizierter Streckenalternative wiederum zu einem Grenzgangsabenteuer einzuladen. Bleibt noch eine redaktionelle Anmerkung:  Anna-Lenas Bachelorarbeit hat allemal das Prädikat „summa cum laude“ mehr als  verdient. Für ein Drittgutachten stehen die Odenwälder Powerwalker gerne zur Verfügung.

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Sinnbildliches Ländermotto als Leitmaxime für den Veranstalter. Eine gelungene Premiere – Wiederholungsgefahr sollte mehr als gegeben sein!

1 Kommentar

  1. Hallo und guten Morgen

    Da dieses Event eine Premiere für Orscholz war hierzu ein paar Randbemerkung in der Hoffnung einer Verbesserung.

    Der start hat erst um 8:20 (8:00)stattgefunden. An der ersten Verpflegungsstelle Römische Villa in Borg gab es nur Brotstückchen mit Schmand was mir persönlich etwas wenig war, Es gab dort auch keine Möglichkeit die Brotstückchen mittels Pappteller zum Tisch zu bringen.

    Die Ausschilderung der zweiten Station im Hof des Brennereimuseums war nicht gut. Viele Wanderer standen ziemlich orientierungslos im Hof. Die Suppe die dort gereicht wurde hat gut geschmeckt war mir leider zu scharf.

    Nun machten ich mich auf den Weg nach Schengen, dort angekommen war das Zelt noch nicht geöffnet. Also beschloss ich erst die Traumschleife „Schengen ohne Grenzen zu wandern. Oben auf dem Berg am Sendemast noch keine Verpflungstelle vorhanden. Dann wieder runter nach Schengen Zelt endlich geöffnet Verpflegung sehr mager. Hungrig auf den Weg zum Schloß Malbruck gemacht. Die Wegführung oberhalb vom Perl SHS runter über Treppen zum Orchidenpfad war fragwürdig. Steil nach unten viele Stufen beschädigt.Gottseidank hat es nicht mehr geregnet, Leider gab es auch auf Schloß Malbruck nur zu trinken. Der Metzger kam gerade an, als ich weiterging. Kurzes Gespräch mit Ihm.“ Dauert noch ca.eine bis eineinviertel Stunde bis das Essen fertig ist.“

    Nun weiter nach Tünsdorf, dort gab endlich wieder Verpflegung.

    Weiter nach Orscholz in froher Erwartung einer Beinmassage, war wohl nix. Dann laut Ausschreibung Ruhemöglichkeit im Atrium, Kein Wechsel der nassen Klamotten möglich, erst die Suche nach der der Turnhalle und dem Eingang der Gesamtschule, keine Wegweiser vorhanden.

    Wartezeit ca. 4 Stunden bis ich mich endlich auf die Tafeltour, aufgrund der Fahrzeiten der Fähre, machen konnte.Für die Wanderer die 81 km wanderten, bessere Alternative direkt im Anschluß an die 65 km Schleife.

    Das Essen auf Burg Montclair Eier mit Schinken war sehr gut, Die Idee mit dem Stockbrot war gut aber zu nah an der vorherigen Verpflegunssstelle. Für die Tafeltour ist eine Vepflegungstelle ausreichend.

    Bei der Ankunft nach der 65 km Schleife habe ich mich über die noch nicht vorhandenen Verpflegungstellen beschwert. Bekam ein etwas eigenartige Antwort. “ Ihr seid zu schnell gewesen.“

    Da es keine Zeitvorgaben für das Erreichen der Verpflegunstelle, im positiven wie auch im negativen, gegeben hat finde ich das etwas unveschämt.

    Man sollte dies bei der Planung des nächsten Events auch berücksichtigen und die Vepflegunsstellen 1,5 -2 Stunden eher einrichten.

    Grüße aus Beckingen

    Josef Morscheid
    

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