24 Stunden Expedition im Reich der urigen Buchen

Bad Wildungen 17. Oktober 2014

Medizinisch gesehen wirken 24 Stunden ohne Schlaf wie 1,2 Promille Alkohol im Blut. Unter dieser Betrachtung waren am 18. Oktober  gegen 7.00 Uhr insgesamt 83 mit Schlaftrunkenheit belastete Extremwanderer am Ziel ihrer Exkursion am Sperrmauervorplatz Hemfurth-Edersee  nach nahezu 24 Stunden „walking round the clock“ angekommen.

Doch zunächst zurück zum Anfang. Bad Wildungen 17.Oktober. Wandelhalle gegen 7.00 Uhr morgens. Persönlich mit Handschlag begrüßt Thorsten Hoyer, seines Zeichens Berufs- und Extremwanderer 148 Männer und Frauen, die den Ruf der Edersee Touristik GmbH  gefolgt waren, anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Edersees,  an einer außergewöhnlichen Wanderexkursion teilzunehmen. Wahlweise eine 42 Kilometer lange Strecke, die interessanterweise als Halbmarathon ausgelobt wurde (vermutlich unter Berücksichtigung des Hoyerschen Maßstabes) und die eigentliche Marathonstrecke über 77 Kilometer für die ein Zeitfenster von 24 Stunden vorgesehen war.

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7:01 Uhr:  Noch nicht der Urwaldsteig sondern die Kurparkanlage
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Die altehrwürdige Wandelhalle zu Bad Wildungen erbaut vom Darmstädter Architekt Meißner 1929
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Wohlorganisierter Check in: grüne Bändchen für die 24-Stunden-Aspiranten, rote für die Marathonis
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Jedem sein Tütchen
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Unverkennbar: Masterwalker Thorsten Hoyer

Allemal spektakulär das Areal in dem die Wanderveranstaltung durchgeführt wurde. Die Strecke führte durch den einzigen hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee auf Qualitätswegen des Urwaldsteiges und des Kellerwaldsteiges. Als bekanntes Gesicht übernahm der gebürtige Frankenauer  Thorsten Hoyer, die Begleitung der Wanderschar durch das landschaftlich atemberaubende Gebiet. Für Thorsten der bereits Wanderreiseführer über dieses Gebiet publizierte, was es sichtlich eine Freude den aus fernen deutschen Landen, den Niederlanden und Dänemark angereisten Wanderern „sein Wohnzimmer“ zu präsentieren. „Genießt die Region und ihre Schönheiten, wir sind hier in keinem leistungssportlichen Wettbewerb“ so der Tenor von Hoyers offizieller Begrüßung auf der Bühne der Wandelhalle gegen 7.30 Uhr. „Ich freue mich euch alle wohlbehalten an eurem persönlichen Zielort begrüßen zu können, sei es am 42-Kilometer Ziel im Nationalparkzentrum bei Kirchlotheim oder an der Sperrmauer für die hartgesottenen Langstreckenläufer.“

Als mittelgebirgsverwöhnter Odenwälder Langstreckenläufer reiste ich mit einem gewissen Respekt nach Bad Wildungen. Die bereits Anfang des Jahres veröffentlichte Ausschreibung der Edersseetourstik barg Sprengstoff.  24 Stunden Wanderung im Oktober, dann wo es bereits länger dunkel als hell ist, dort wo Luchse und Wildschweinrudel durch knorrige Buchenwälder ziehen, 2.954 proklamierte Höhenmeter zu einer Jahreszeit wo frostige Temperaturen die Nacht beherrschen und dort wo ein Steig Urwaldsteig heißt. Das ganze abgerundet mit einem Profilbild von Thorsten Hoyer, dargestellt mit einem islandgestählten schneeverwehten Gesicht – was die Vermutung nahelegt „Hier bekommt man seine Grenzen aufgezeigt.“

Jedoch die persönliche Begrüßung von Thorsten mit den Worten „Hol Dir erst einmal Deine Tüte ab“ signalisierte schon die grundlegende lockere Atmosphäre der gesamten Veranstaltung. Mit „Tüte“ war natürlich nicht die holländische Dopingversion gemeint, sondern das Instruktionspäckchen nebst Wandershirt für jeden Teilnehmer.

Nach den obligatorischen Pressefotos vor der Wandelhalle (inclusive Präsenz des Hessischen Rundfunks)  startete der Tross zum Abenteuer Nationalpark Kellerwald-Edersee. 50 Teilnehmer hatten sich für die Marathonstrecke und 98 Teilnehmer für den 24-Stunden-Trail entschieden.

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7.30 Uhr: Langsam füllt sich das Auditorium
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Ordnung muß sein: Der Stempelpass will ausgefüllt werden
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Extremanderer Thorsten Hoyer – das Zugpferd der Veranstaltung
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Letzte Instruktionen vom Meister: „Und wenn eine Wildsau kommt, dann werft euch nach rechts…“
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Wandelhalle 8:29 Uhr: Kurz vor dem Start

Allemal außergewöhnlich die Landschaft des Naturparks. Im 5.700 Hektar großen Kellerwald wachsen bodensaure Buchenwälder des Mittelgebirges auf Schiefer und Grauwacke. Keine Straße und keine Siedlung zerscheiden die ausgedehnten und bizarren Waldlandschaften des Kellerwaldes. Mit über 500 reinen Quellen hat man hier auch eine wasserreiche Region. In dem seit 2011 als UNESCO Weltkulturerbe  ausgezeichneten Teilgebiet „Alte Buchenwälder Deutschlands“ kann man die eindrucksvolle Entwicklungsgeschichte der Rotbuche vortrefflich studieren. Wie auch im Odenwald gilt hier die Gleichung: Würde man der Natur freie Hand lassen, so wären 2/3 der Fläche in Deutschland mit Buchenwälder bedeckt.“ Hier im Kellerwald läßt man den Buchen ihren natürlichen Lebensraum ohne waldbewirtschaftende Eingriffe durch Menschenhand. So verzichtet man auch auch auf aufwändige Informationstafeln um die unnatürliche Gestaltung  so gering wie möglich zu halten.

Pünktlich um 8.30 Uhr setzt sich der Wandertroß in Bewegung.  Glücklicherweise zog das avisierte französische Tiefdruckgebiet rasch über den Kellerwald hinweg. Mittägliche Sonnenstrahlen verdrängten den moderaten Niesel bei angenehmen Temperaturen bis zu 20 Grad in der Spitze. Scheinbar nach dem Richard-Kimble-Prinzip „Auf der Flucht“ zieht ein Spitzentrupp mächtig an, mit dem Ergebnis, dass sich das Wandertempo auf den ersten 15 Kilometern bis zur ersten Rast- und Stempelstation auf einem hohen Niveau (5,5 km/h bewegt). Scheinbar verhallt bei Einigen die Empfehlung des Wanderprofis Hoyer die Veranstaltung  als Genußwanderung zu erleben.

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Powerstart: auch dezente Hinweise werden schlichtweg negiert…
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Rückansicht von Martien van Diek (NL) Organisator des Posbankloop (110 km)
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Und weiter Richtung Kellerwald
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Über den Deisbach vorbei an Gellershausen
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Feuchtgebiete: Noch halten sich die nächtlichen Nebelschwaden im Wald
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Fachwerkensemble in Frebershausen
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Irgendwie sympathisch dieser Landstrich…
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Gymnastikparkour am Battenberg
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Kurz vor Station 1: Markus Balkow von facebook/OutdoorWandern in Action

Hinter Albertshausen setzen naturbelassene Wanderwege ein und es offenbart sich eine sanfthügelige Mittelgebirgslandschaft mit weitreichenden Ausblicken in die waldreiche Gegend. Nach knapp 15 Kilometern ist die erste Raststation, die Quernstkapelle, erreicht. Diese Kapelle wurde einst als Begegnungsstätte zwischen Mensch und Natur – als Ort der Besinnung und inneren Einkehr erschaffen, was jedoch die Highspeedwalkerfraktion  sichtlich nicht beeindruckt.  So war es nicht verwunderlich, das nach offiziellen Verlautbarungen die ersten Walker bereits um 23.00 Uhr , nach vierzehn Stunden also, das Ziel der großen Strecke erreichten.

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Die Quernstkapelle
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Stempelkontrolle
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Und HR-Drei ist mit dabei…
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Kurzrast inclusive GPS-Kontrolle
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Laufen wir wirklich noch so viel….?
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Bei der Matte braucht Thorsten keinen Schirm…..
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Der höchste Punkt des Gesamttrails ist erreicht
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Langsam lockert der Himmel auf

Dem weißgrünen „K“, als Teilstrecke des Kellerwaldsteiges folgend, geht es auf naturbelassenen Pfaden und eine Reihe von Bächen querend zur Mittagsjausenstation Tannendriesch, dort wo das Stationsteam eine leckere Suppe als Atzung vorbereitet hatte. Von hier aus beginnt das  eigentliche Entree in eine außergewöhnliche Waldlandschaft. Frei nach dem Motto „die schönsten Bilder malt die Natur“ kann man hier die evolutionäre Waldentwicklung auf Schritt und Tritt genießen. Die Rahmenbedingungen hierzu waren optimal. Im Sonnenlicht changierende Farbspiele des Herbstwaldes, Bachrauchen am Wegesrand, abwechslunsreiche Wegestrukturen infolge wohldossierter Auf-und Abstiege – Wanderherz was begehrst du mehr.

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Schlichtweg unbeschreiblich
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Vorbildlich geordneter Marschverband: Links, zwoo…
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S/W-Studie im Kellerwald
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Naturbilder
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..und ein verirrter Ahorn
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Ein kleiner Hohlweg
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Rast am Tannendriesch: Brotzeit ist die schönste Zeit
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Wie von Omma: ein lecker Wandersüppchen
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Gute Tischmanieren auch in freier Natur
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Auch ein Päuschen für die Rucksäcke…
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Wilhard, zertifizierter Powerwalker aus dem wunderschönen Soest
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Typisch Thorsten: Locker die Hand im Säckel
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Eine klasse Geschichte: Die Bad Wildunger Wanderwochen
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Einfach herrliche Pfade
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Vor lauter Bäume….
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Wegekennzeichnung Urwaldsteig: 68 wohldosierte Kilometer
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Wenn dieses Prachtstück erzählen könnte…
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Traumpfade entlang kleiner Gewässer
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Attention: Sauerstoffvergiftung droht….
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Bizarre Baumskulpturen auf Schritt und Trit
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Abraumspuren als Alpenfeeling
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Erstkontakt mit dem Edersee hinter dem Bloßenberg
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Ederwasser
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Mäandernder Wasserzubringer
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Nahe dem Fischhaus Banfe
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Und im Zick-Zack wieder hoch hinauf

Neben dem puren Waldgenuß kam natürlich auch das Kommunikative nicht zu kurz. Interessante Gespräche mit den unterschiedlichsten Mitwanderern, bekannte Gesichter aus ähnlichen Veranstaltungen, Mitwanderer aus der Odenwälder Nachbargemeinde, kurz um, ein breites Spektrum, was im Startpreis inbegriffen war. Gut zu wissen, dass es hierfür keine App gibt, die als Substitut solche Erlebnisse irgenwann virtualisieren sollte. Bei Kilometer 35 ist in der Nähe von Asel-Süd die dritte Raststation erreicht. Bemerkenswert die Reaktion des Stand- und Stempelbetreuers der jeden ankommenden Wanderer mit einem persönlichen Applaus begrüßt. Chapeau hierfür. Ebenso bemerkenswert der Hinweis, daß bei der nächsten Rastation bei Kilometer 42 schwere Geschütze aufgefahren werden. Kaffee, Kuchen, warmes Essen und bedarfsbezogen Weizenbier erwartet die Protagonisten an der  nächsten Station, als adäquate Vorbereitung für die Nachtrunde. Ich siniere mit Thorsten über die drohende Gefahr einer Unterhopfung und den Möglichkeiten Selbige zu entgegnen und ziehe weiter vorbei am „Loreleyblick“ des Edertals zur Schlußstation der Marathonstrecke.

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Checkpoint Schäferwagen
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Begleitender Powerwalkertrupp bis zum Ziel: Klaus, Christian und Andreas
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Schäfers Berichte von Kellerwälder Schäferstunden in freier Natur
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Nach 35 Kilometern ein wohlverdientes Päuschen bei Asel-Süd
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Unter weiter geht es entlang des Kellerwaldsteiges
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Der Loreleyblick Richtung Kirchlotheim
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Der Tag meldet sich ab

Trotz Bedenken einiger Mitwanderer wird die Rastzeit mit einem wohltuenden obergärigen Hopfengetränk  bereichert.  Mitwanderer, die sich für die 42 Kilometer lange Strecke entschieden haben sind glücklich erfolgreich die Tour gemeistert zu haben, manch ein Wanderer enttäuscht, da man sich mehr vorgenommen hatte und nach 42 Kilometern den Trail beenden muß; wobei auch hier Respekt zu zollen ist, für die bis dato absolvierte Wanderleistung. Der Rest präpariert sich für die immerhin noch 35 Kilometer lange Reststrecke, wobei hierfür mehr als 12 Stunden zur Verfügung stehen.  Manch einer wechselt Unterwäsche, Socken, Oberbekleidung. Ich belasse es angesichts der moderaten Nachttemperaturen von 10 Grad, bei mäßigem Windeinträgen, beim Tagestatus Halbarm und sinniere noch darüber ein weiteres energiespendendes Weißbier zu verproben. Das Herz sagt „Ja“, der Verstand „Nein“ – diesmal siegt der Verstand.

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Und für die ganz Harten noch eine Runde barfuß…
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Ende der Marathonstrecke im Nationalparkzentrum Kellerwald
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Wohlverdient nach 42 Kilometer: have a break.. have a whitebeer….

So geht es mit vier weiteren Langstreckenläufer in die Nacht hinein. Obschon, oder vielleicht auch gerade wegen der stark eingeschränkten  Sicht des Nachtens ist dieser Teil einer 24-Stunden-Exkursion mindestens genauso spannend wie die Tagesstrecke. Die blaue Stunde ist längst vorüber, jahreszeitbedingt übernehmen Nebelwände die Regie. Der Wald verstummt, nur noch vereinzelt hört man Waldbewohner. Noch wird in der Wanderrunde diskutiert, gescherzt, gelacht, gesungen, oder über den Sinn des Wanderns im Allgemeinen und hier im Speziellen diskutiert und philosophiert. Mit fortschreitender Stunde verebben die Gespräche. Aus Gruppengespräche werden Zweiergespräche, aus Zweiergespräche Einzelgespräche und aus Einzelgespräche entwickeln sich Visionen und aus Visionen Wahnvorstellungen :). Die Achtsamkeit und Sinnesschärfung gewinnt Oberhand. Steigungen werden, da nicht sichtbar, nicht mehr zwingend als solche wahrgenommen. Knacken im Gebüsch, unterschiedliche Gerüche und Geräusche im Wald regen die Phantasie an. Stirnlampen der Mitwanderer lassen die vorlaufenden Wanderer als Riesensilhouetten anwachsen.  Die Monotonie der Schritte wirkt dabei sedierend auf alle Beteiligten. Nach einer kurzen Kaffepause bei Kilometer 54 im Aseler Dorfegemeinschaftshaus sind die restlichen Stationspunkte, wohlweislich vom Veranstalter eingeplant, in einer kürzeren Frequenz eingetaktet. Bei Kilometer 60 folgt die nächstgrößere Rast. Flugs serviert das freundliche Team den Nachtwanderern leckere Pasta im Sportlerheim Basdorf. Hier herrscht noch  reger Betrieb. Manch ein Einheimischer wundert sich über die seltsame Wanderschar, die zu Zeiten, dort wo ein normaler Mitteleuropäer entweder im Bette liegt oder an den Tresen steht, durch den dunklen Kellerwald läuft. Mitorganisator Klaus Hamel und Thorsten empfehlen nach Möglichkeit an der übernächsten Jausestation in Waldeck eine Rast bis 6.00 Uhr morgens einzulegen, um dann einen herrlichen Sonnenaufgang über den Edersee als nachhaltiges und eindrucksvolles Erlebnis mitzunehmen.

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Gefahr erkannt.. Gefahr gebannt…
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Und ab in die Nacht…
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„Heißa“ sprach die Frau Mama – „Du gehst fort und ich bleib da…“
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On the road again
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Zu nachtschlafender Zeit durch Basdorf
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Basdorf 23:36 Uhr: Essen kann auch eine Qual sein….
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Beste Alternativen auch nachts…
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Ist das nicht nett: Ein Prosit auf das „Werber-Eck“
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Lackmustest bei Kilometer 68: noch zehn Kilometer
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Auch eine nette Alternative am frühen Morgen: Hinein in den Urwaldsteig
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4.30 Uhr Sportlerheim Waldeck: mobilisierendes Powernapping

Mittlerweile ist das Gebiet um den Kahlen Hardt komplett eingenebelt. Einige Mitwanderer haben sich noch dazugesellt, die dankbar sind, mittels GPS-Tracking durch die Nebelsuppe gelotst zu werden. Achtsamkeit an jedem Wegscheid ist angesagt. Immer faszinierend die irrlichternden Stirmlampen im dunken Kellerwald. Gegen 3.30 Uhr ist  Waldeck erreicht. Große Pause ist angesagt. Eine angenehme Sofaecke lädt zu einer kurzen Powernappingsequenz ein.  Gerne  wird die herzhafte Suppe genommen, die uns sofort angeboten wird. Gegen 5.15 Uhr scharren die etwas jüngeren Mitwanderer mit den Füßen. Schade einerseits, dass die jugendliche Ungeduld nicht mehr den Sonnenaufgangsmarsch erleben möchte, Verständnis andererseits, dass man nun den „Sack zu machen“ möchte.  Bereits eine halbe Stunde zuvor ist Thorsten Hoyer mit dem Resttrupp gen Zielpunkt aufgebrochen. Das freundliche Unterstützungsteam freut sich natürlich auch, die Stühle hochstellen zu können.  So starten wir zur letzten Etappe. Flugs ist das gewohnte Marschtempo wieder aufgenommen und auf Höhe der Kanzel der vor uns laufende Trupp eingeholt.  Gegen 6.20 Uhr ist das  Ziel erreicht.  Gaslampenlichtatmosphäre taucht die Sperrmauer in ein mystisch anmutendes Licht. „Eine ideale Sequenz für einen Tatorteinstieg“ denke ich. Im Organisationsbüro an der Sperrmauer checken wir uns aus, auch zur Beruhigung des Veranstalters. Im Restaurant „Zum Großen Hecht“ wartet auf die müden aber glücklichen Teilnehmer ein opulentes Frühstücksbuffet. Wohlweislich organisiert auch der Rücktransport. Per Busshuttle geht es zurück zur Wandelhalle nach Bad Wildungen.

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6:28 Uhr Sperrmauer Edersee
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Die letzten Meter zum Ziel
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Check out in a another world…
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Die letzte Einkehr: „Zum Großen Hecht“
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Wohlverdientes Frühstück nach 22 Stunden und knapp 79 Kilometer
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Wohlgeordneter Rückzug via Busshuttle

 

Eine außergewöhnliche Tour ist erfolgreich zu Ende gegangen. Ein großes Lob an die Ederseetouristik und die unterstützende Teams an den einzelnen Stationen, die alle zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Auch wenn bei der 24-Stunden-Premiere die ein oder andere organisatorische Kinderkrankheit zu verzeichnen war – zwei Dinge hat die Veranstaltung bewirkt: einerseits Lust auf „Mehr“ bei anderer Gelegenheit den Naturpark Kellerwald im Rahmen einer Mehrtagestour zu entdecken und Vorfreude auf den 24-Stunden Naturpark-Trail am 18. September 2015 – das nächste Mal von einem anderen Startpunkt aus.  Keep on walking in 2015.

Edersee 2014 Map

Insgesamt wurden 78,94 Kilometer in einer moderaten Gehzeit von 16:37 Stunden, bei 5:30 Stunden Pause absolviert. Die vom Veranstalter avisierten 2.954 Höhenmeter (Höhenaufrasterung gemäß Topo-Karte) relativierten sich auf immerhin 2.048 Höhenmeter (validiertes und geglättete GPS-Messung). Aber auch noch genug für einen anspruchs- und wundervollen Trail in einer herrlichen nordhessischen Region

 

21 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Tourenbericht, wunderbar. Die Bilder sind beeindruckend. Und ich melde mich gleich wieder für das nächste Jahr an. Es hat sehr viel Spaß gemacht.

  2. Das Paket in Text und Bild erweckt beim Lesen fast Eindruck selbst dabei gewesen zu sein.
    Der „Kurzstreckengenusswanderer“ 15 bis 25 km, also ich, ist beeindruckt. Hut ab.
    Gut Pfad !

  3. Hallo Martin,
    super Bericht, tolle Bilder! Habe mir erlaubt, 5 Bilder zu kopieren und bei mir zu veröffentlichen, natürlich mit Quellenangabe. Meine Bilder, plus Bilder von Mitstreitern, findest Du bei der Adresse „Webseite“.
    Schöne Grüße aus Soest und vielleicht bis demnächst! Wilhard Boettcher

    • Hallo Wilhard,

      habe mir gerade deine Bilder angeschaut – schöne Zusammenstellung. Ansonsten allerbeste Grüße nach Soest – bis irgendwann auf einem Marsch (Der Posbankloop klingt verlockend.

      Martin

  4. Toller Bericht mit sehr schönen Bildern! Im nächsten Jahr findet der Edersee Wandermarathon am 18.-19.09. statt – da sind wir wieder dabei.

  5. Toller Bericht mit sehr schönen Bildern! Im nächsten Jahr findet der Edersee Wandermarathon am 18.-19.09. statt – da versuch ich wieder dabei zu sein, alleine schon wegen Thorsten Hoyer.

  6. Danke für den stabilen Beitrag 😉
    …..Hier wurde alles gesagt!!!

    Auch für die hervorragende Führung durch die neblige Nacht sage ich DANKE!
    Außer: NACHTS GEHÖRE ICH INS BETT UND NICHT IN DEN WALD!

  7. Hallo. Vielen Dank für den tollen Bericht.
    ich habe zum „Resttrupp“ gehört.
    Viele Grüße von der hessischen Bergstraße.
    Gruss Andrea

  8. Ein Hallo an alle!

    Martin, herzlichen Dank für Deinen kurzweiligen und fröhlichen Bericht – einfach schön!!

    Und an alle: toll, dass Ihr mit dabei gewesen seit! So viele symphatische und hochmotivierte Wanderer – ich freue mich auf eine weitere gemeinsame Tour im September nächsten Jahres!

    Liebe Grüße,

    Thorsten

  9. Hab mich für das nächste Jahr schon angemeldet. Hat jemand mal ne GPX? Ich will schon mal eine Runde machen.
    Danke bis bald im Wald * volker *

  10. Ein super Bericht über die Tour. Habe mich beim Veranstalter für die hervorragende Organisation bedankt. Auch ich möchte im September 2015 gerne wieder dabei sein und habe mich bereits angemeldet.

    Wolf´s Herbert vom Edersee

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