Spessart

24 Stunden von Bayern 2015

Mespelbrunn, der 27. Juni 2015 „Spessart – ja der Spessart, vorher hob I nur die Autobahnraststätten an der A 3 kennt“ antwortet Bap Koller verschmitzt auf meine Frage, wie es ihm denn im Spessart gefällt. „Aber Wald gibt,s hier – Waaald – Eichen und Buchen mei wie scheee“ schiebt der  fichtenwaldgeprägte Urbayer nach, der im Herbst mehr als 200 Kilometer Wanderwege im fränkischen Spessart erkundete, um als Eventmanager im Auftrag der Bayern Tourismus Marketing GmbH (by.TM) die siebte Ausgabe der 24 Stunden von Bayern erfolgreich auf die Piste zu bringen. Franken sind schon etwas Besonderes. Ein Franke ist zunächst ein Franke mit einem fränkischen Vadder und einer fränkischen Mudder, einem fränkischen Großvadder und einer fränkischen Großmudder und dann erst einmal gar nichts.  So gehört das Wort Bayern auch nicht zwingend zu dem Erste-100-Worte-Schatz eines Frankenkindes – was übrigens auch in umgekehrter Reihenfolge gilt, je südlicher man in das herrliche Bayern kommt, und dort wo vereinzelt das nördliche Franken mit der nördlichsten Bastion „Aschebersch (Hochdeutsch Aschaffenburg) als Wurmfortsatz des bayrischen Hoheitsgebietes angesehen wird. Ungeachtet des gewachsenen Geplänkels ansässiger Volksstämme hat sich die Bayern Tourismus GmbH bewusst für die Bewerbung der unterfränkische Region entschieden,  um Bayern und den Rest der Welt zu beweisen  welch tolle Wanderregion das Räuberland  eigentlich ist. Doch zunächst von vorne. Freitag 26.6. spätnachmittags am Wanderparkplatz in Mespelbrunn. Bap Koller nagelt noch die letzten Schilder fest -insgesamt sind  2.000 Markierungen angebracht worden.  Aus dem In- und Ausland (man spricht von sechs Ländern) sind die ersten der insgesamt 444 Teilnehmer schon [read more…]
Walking Special

Exkursion auf dem 50. Breitengrad

Mainz, 20. Juni 2015 Projekt 50 /50. 50 Kilometer auf dem 50. Breitengrad unter dem Arbeitstitel „Breitengradwanderung. Ein spannendes Wanderthema, einerseits dem Anspruch gerecht werdend eine gangbare Variante dicht am Breitengrad zu finden, andererseits den Gedanken aufnehmen nicht katalogisierte und klassifizierte Breitengradmemorials entlang der Strecke zu entecken. Schon die Vorbereitung war mindestens genauso spannend wie die eigentliche Wanderexkursion. Quer durch Europa und somit auch mit rund 450 Kilometern durch Deutschland, verläuft der 50. Breitengrad. Weinexperten bezeichnen ihn auch als Weinäquator, da der Breitengrad die nördlichste Grenze markiert,  an der Weinbau möglich ist – und darunter nicht die schlechtesten Sorten, wie beispielsweise die  edelste Weißweinsorte, der Riesling, unter Beweis stellt. Die Länge des 50. Breitengrades beträgt rund 25.700 km, ein Grad (60 Bogenminuten mit je 60 Bogensekunden) entspricht 71,44 km, eine Bogenminute 1.190 m und eine Bogensekunde 19,8 m. Gestartet wird in Mainzer Bahnhof, der hart Kante des 50. Breitengrads liegt. Rasch ist der Gutenbergplatz erreicht, dort wo im Planum des Platzes der Breitengradverlauf durch zwei parallele Eisenschienen mit der Bezeichnung  50. GRAD NÖRDLICHER BREITE markiert ist, auch wenn dieser einige Bodensekunden vom tatsächlichen Verlauf entfernt ist – doch dazu später mehr. Ungeachtet dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse, heißt es zunächst den  Rhein queren, vorbei an den Mainzer Stränden, um dem Verlauf des 50. Breitengrades folgend auf die hessische Seite zu wechseln. Vorbei an der Reduit-Kaserne des Brückenkopfes Kastel, dort wo sich gegenüber der gleichnamige Strand befindet, geht es den Floßhafen entlang durch die Maaraue, um bei Kostheim diesmal den Main Richtung Gustavsburg zu [read more…]
Ultra

24 Stunden von Rheinland-Pfalz 2015

Hennweiler, den 13. Mai 2015 „Da solltest Du unbedingt einmal mitlaufen – eine tolle Veranstaltung“ – eine Empfehlung, die mir im letzten Jahr mehrfach angetragen wurde.  Aus der Empfehlung wurde eine Anmeldung – aus der Anmeldung eine Teilnahme – und aus der Teilnahme ein außergewöhnliches Wanderspektakel. Unter dem für 2015 definierten Untertitel „Über Berg & Tal bei Künstlern & Räubern zu Gast“ wurde unter Federführung des Fördervereins Hunsrück Schiefer- und Burgenstraße bereits zum dritten Mal zur Paradedisziplin für Langstrecken- und Erlebniswanderer, eine 24-Stunden-Wanderung, eingeladen. Der Hunsrück. Analogien zum heimischen Odenwald sind durchaus gegeben und zwar in mehrfacher Hinsicht. Bei beiden ist die Namensherkunft mehr oder minder ungewiss, beide Mittelgebirge haben sich durch die variszische Gebirgsbildung des Rheingrabensenkung verfaltet, beide weisen eine sanft geschwungene Mittelgebirgslandschaft mit panaromareichen Weitsichtmöglichkeiten aus, beide haben eine reiche Historie aus der Ursuppe Kelten, Römer und Ritter, beide haben eine ländlich geprägte bodenständig Kultur, und beide werden maßlos unterschätzt, was die Schönheit und Authentizität anbelangt. Demgemäß allerbeste Voraussetzungen, um als Odenwälder 24 Stunden im Hunsrück ein- und abzutauchen. Ein besondere Note erfährt dieses Wanderangebot durch die grundsätzliche Konstruktion der Veranstaltung. Da namhafte Sponsoren einen Großteil der Kosten übernehmen, beträgt das Startgeld nur acht  Euro. Bei Anmeldung entrichtet jeder Teilnehmer eine Minimumspende von  1 Euro pro Kilometer. Bei drei Schleifen von insgesamt 72 km Länge werden also 72 Euro pro Teilnehmer entrichtet, die ohne Abzüge an rheinland-pfälzische Kinderhilfsorganisationen fließen. Nach dem großen Zuspruch der vergangenen Jahre wurde die Teilnehmerzahl auf 444 limitiert und bereits an Ostern wurden die Meldelisten bedingt [read more…]
bis 35 km

Exkursion zur Grube Messel

Messel, den 7. Juni 2015 Anläßlich des UNESCO-Welterbetages am 7. Juni war es angebracht, die 1995 als Deutschlands erste Weltnaturerbestätte ernannte Fossilstätte im benachbarten Messel zu besuchen. Angeboten wurden an diesem Tag Vortragsveranstaltungen und Führungen in die Grube. Gestartet wurde im heimischen Münster, um durch die Dieburger Mark vorbei am Münsterer Freizeitzentrum entlang der kerzengeraden Tongrubenschneise in den Altheimer Forst einzutauchen. Zunächst folgte ein Abstecher in den  „Urwald am Erlenbach„. Der Urwald am Erlenbach entwickelte sich schon vor mehr als 100 Jahren nach einem Kahlschlag im Jahr 1885. So wurzeln im zeitweise überfluteten Auenbereich Erlen im Alter von über 120 Jahren.  Wie in einem Urwald können die Bäume ihr biologisches Höchstalter erreichen und dann langsam absterben und zerfallen, da das Areal dank Gemeindebeschluß von einem Nutzwald in ein Wald-Biotop umgewidmet wurde.  Durch den nun natürlichen Lauf des Erlenbaches wird die Entwässerung des Waldes verhindert, es entstehen Staubereiche und Tümpel. Das ist ebenso gewollt wie die Vermehrung des sogenannten Totholzes, das seinerseits wieder Lebensraum für Pilze und Insekten bildet. Nach einer Stippvisite im Areal geht es auf Waldpfaden weiter zur Fossilienfundstätte Grube Messel. Von Ost kommend, der Umzäunung folgend, erreicht man den Eingangsbereich der Grube. Vor 48 Millionen Jahren kam es hier zu einer gewaltigen Maarexplosion. Dabei drang  1200 ° C heiße Gesteinsschmelze hoch und weniger als 100 Meter unter der Erdoberfläche traf die Magma auf Grundwasser. Explosionsartig verdampfte das Wasser, zertrümmerte dabei das umliegende Gestein und bildete einen Explosionstrichter, wie man ihn aus den Eifelmaaren kennt. Nach Ende des Vulkanausbruchs füllte eindringendes Grundwasser das entstandene Loch, ein See [read more…]
Ultra

Das GrünGürtelExperiment

Frankfurt, den 4. Juni 2016 „Deutschlands schönster Metropolwanderweg 2014“, so die Auszeichnung des   Wandermagazins, welches den Frankfurter GrünGürtel (offizielle Schreibweise) auf Platz 1 vor dem Berliner  66-Seen-Weg und dem Kölnpfad rund um die Karnevalsmetropole sah. Nach Einschätzung der Jury ist der rund 65 Kilometer lange GrünGürtel-Wanderweg ein Musterbeispiel für einen stadtnahen Wanderweg mit höchstem Unterhaltungswert. Obschon Frankfurt eine flächenmäßig  kleine Metropolregion ist, und der Nutzungsdruck auf unbebaute Flächen unverändert hoch ist, verwundert es Besucher immer wieder, dass Frankfurt eine sehr grüne Stadt ist. Immerhin 8.000 Hektar Fläche , ein Drittel der Stadtfläche Frankfurts umfasst dabei der weitgehend geschlossene Grünring.  Der 66 Kilometer lange Rundwanderweg (es gibt auch noch einem 63 Kilometer langen (ehemals 75 km) Radweg) ist offiziell in acht überschaubaren Etappen eingeteilt. Motivation genug um über einen Wanderlackmustest durchzuführen – unter dem Motto „Wandern soweit die Füße tragen“.  Die Voraussetzungen für diese Exkursion waren nahezu ideal. Fronleichnamsfeiertag, mit  knapp 15 Stunden Sonnenschein, Temperaturen oberhalb von 25 Grad und einen mäßigen Windeintrag aus südöstlicher Richtung. Gestartet wurde sinnigerweise an einer S-Bahn-Station in Frankfurt-Berkersheim, um alle Optionen offenzuhalten jederzeit zum Ausgangsort zurückzukehren.  „Frankfurts schönsten Sonnenaufgang erlebt man am Lohrberg“, sagen Eingeweihte. Demgemäß war es nicht verboten, bereits gegen 04:00 Uhr, wo noch nicht einmal der bürgerliche Sonnenaufgang eingesetzt hat, sich bei lauen 13 Grad auf den Weg zum 6,5 Kilometer entfernten Hausberg der Frankfurter, dem Lohrberg zu machen,  um 5.16 Uhr  die ersten Sonnenstrahlen zu begrüßen. Rasch hat man Berkersheim in östlicher Richtung verlassen, um vorbei an noch im Dunkeln liegenden Baum- [read more…]
Odenwald

Eine wahrhaft weinselige Weinlagenwanderung

Groß-Umstadt,den 31. Mai 2015 Ein Erlebnis der besonderen Art im wahrsten Sinne ist eine Wanderung mit einhergehendem Weingenuss, auch wenn grundsätzlich beim Wandern der Weg das Ziel sein sollte. Das sich Beides vortrefflichst kombinieren lässt, hat wiederum einmal mehr der Groß-Umstädter Odenwaldklub unter Beweis gestellt. Die Rezeptur ist einfach. Man nehme die vorhandene Infrastruktur in Form der drei Groß-Umstädter Weinlagen, markiere bedürfnisgerecht vier unterschiedliche Wanderstrecken zwischen fünf und 14 Kilometern, flankiere das Ganze mit einer hin- und ausreichenden Anzahl an Ausschankstationen mit immerhin 15 verschiedenen Weinen, bestelle allerfeinstes Wanderwetter und wähle ein hervorragendes Ambiente, um nach erfolgreich absolvierter Wanderung bei Speis und Trank einen wunderbaren Wandertag ausklingen zu lassen. Ehrensache, dass natürlich die längste im Angebot befindliche Strecke, aufwändig und ausgezeichnet mit einer roten Traube als Wegweisung gewählt wurde. Ehrensache natürlich auch, dass der Start im zehn Kilometer entfernten Münster erfolgte. Via Altheim, durch einen Lichtungsstreifen, der zwischen Altheim und Semd liegt, ist nach eineinhalb Stunden Groß-Umstadt erreicht. Bereits 15 Minuten vor dem offiziellen Start am Parkplatz Altstadt ist das Tagesticket gelöst. Eine 10er Karte wahlweise nutzbar für  zehn  0,1 Weinschöppchen, Wasser oder Verpflegung können am Start gelöst werden. Als Dreingabe erhält der Wanderer dazu ein Winzerfestgläschen. Das Wanderwetter – perfekt  bestellt und arrangiert. Nach einem herrlichen Sonnenaufgang, übernehmen Hochwolken das Regiment, so dass die direkte Sonneneinstrahlung abgemildert wird, was für die weinkonsumierenden Wanderer durchaus zweckdienlich ist. Vom Parkplatz Altstadt geht es zunächst nördlich in den Kappesgärtenweg. Entlang des Richer Baches wird die Weinbergslage Stachelberg in Angriff genommen, mit Ziel Wendelinuskapelle. [read more…]